Freitag, 30. Oktober 2026

IÖRDashboard bereitet Kommunen auf Klimawandel vor

[16.06.2026] Ein neues Stadtklimadashboard bündelt erstmals zentrale Indikatoren zur Klimaanpassung deutscher Städte in einer Webanwendung. Das Werkzeug soll Kommunen bei der Vorbereitung auf Hitze, Trockenheit und Starkregen unterstützen und wird nun gemeinsam mit Anwendern aus der Praxis erprobt.

Das neue Dashboard soll Kommunen, die Fachöffentlichkeit und die Politik bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen.

(Bildquelle: BBSR)

Ein neues Online-Dashboard macht sichtbar, wie gut deutsche Städte auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet sind. Wie das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) berichtet, entstand die Webanwendung im Projekt „Stadtklimadashboard – Praxistest von Indikatoren zur Stadtklimaanpassung“ gemeinsam mit Partnern im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) sowie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Das Stadtklimadashboard bündelt zentrale Kennzahlen zur Anpassung an Hitze, Trockenheit und Starkregen. Es richtet sich an Kommunen, Fachöffentlichkeit und Politik und soll Entscheidungen zur klimaresilienten Stadtentwicklung unterstützen.

Zwei Kernindikatoren

Im Fokus stehen derzeit zwei Kernindikatoren. Der erste zeigt, wie viele Menschen kühlende Grün- und Wasserflächen innerhalb von 500 Metern über das Straßen- und Wegenetz zu Fuß erreichen können. Der zweite erfasst den Anteil versickerungsfähiger Flächen in Siedlungsgebieten. Wenig oder nicht versiegelte Flächen können Regenwasser aufnehmen und tragen dazu bei, Überflutungen zu mindern sowie das Stadtklima zu verbessern.

Darüber hinaus bietet das Dashboard Auswertungen zur Grünausstattung im Siedlungsraum, zur Grünversorgung pro Einwohner, zum Grünvolumen in Städten und zu Bereichen mit Defiziten bei der Versorgung mit Grünflächen. Zudem stellt die Anwendung Indikatoren zum urbanen Grün im Zusammenhang mit der EU-Wiederherstellungsverordnung dar.

Die Berechnungen basieren auf Geobasisdaten der Landesvermessungsämter, Satellitendaten und Bevölkerungsdaten des Zensus 2022. Das Dashboard wurde am 7. Mai 2026 auf dem 4. Bundeskongress „Grün in der Stadt“ vorgestellt und soll kontinuierlich erweitert werden. Künftig sollen die wichtigsten Indikatoren regelmäßig für alle deutschen Städte ab 10.000 Einwohnern berechnet werden.

Interessierte Kommunen gesucht

Das Forschungsprojekt läuft noch bis Juli 2027. In dieser Zeit wollen das IÖR und seine Partner die Anwendung weiter verfeinern und zusätzliche Indikatoren integrieren. Gleichzeitig suchen die Forschenden Kommunen, die das Werkzeug in der Praxis testen.

„Das Stadtklimadashboard könnte insbesondere für Städte, die selbst keine oder nur geringe eigene Ressourcen im Bereich der räumlichen Analyse und des Umweltmonitorings aufbringen können, interessant sein. Wir erhoffen uns, dass die Webanwendung hier erhebliche Unterstützung leisten kann. Um das zu testen, freuen wir uns über die Unterstützung durch interessierte Kommunen in der Phase der weiteren Entwicklung“, erläutert Tobias Krüger vom IÖR.

An dem Projekt beteiligt sind neben dem IÖR die Unternehmen Plan4Better und LUP – Luftbild Umwelt Planung Potsdam sowie die Universität Kassel.





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