UmfrageEchtzeitdaten schaffen Vertrauen in die KI

Um agentische KI verantwortungsvoll einzusetzen, benötigen Behörden unter anderem klare Regeln, welche Daten ein KI-System nutzen darf.
(Bildquelle: peshkova/123rf.com)
Führungskräfte im öffentlichen Sektor weltweit halten Echtzeitdaten für entscheidend, damit KI vertrauenswürdig arbeiten kann. In einer Umfrage des Datenmanagementexperten Denodo Technologies gaben 73 Prozent an, dass KI-Daten in Echtzeit oder innerhalb weniger Minuten verfügbar sein müssten. 72 Prozent stufen den Schutz sensibler Bürgerdaten durch einheitliche Sicherheits- und Zugriffskontrollen über verschiedene Systeme hinweg als vordringlich ein.
Allerdings zeigt der „AI Trust Gap Report“ von Denodo für den öffentlichen Sektor eine deutliche Vertrauenslücke. Behörden und öffentliche Einrichtungen haben zwar große Ambitionen für Agentische KI, ihre Datenlandschaften sind aber häufig fragmentiert, schwer zu steuern und oft nicht aktuell verfügbar. So speisen im Schnitt 479 originäre Datenquellen die KI-Initiativen einer Organisation, mehr als jede fünfte greift sogar auf über 1.000 Quellen zu. Wie aus der Denodo-Umfrage weiter hervorgeht, haben zudem 36 Prozent Schwierigkeiten, die relevantesten und vertrauenswürdigsten Daten für die eigenen KI-Initiativen überhaupt zu identifizieren. Weitere 26 Prozent scheitern daran, diese Daten anschließend für den Einsatz aufzubereiten und zu integrieren. Hinzu kommt: Erst 56 Prozent der Organisationen haben KI bereits produktiv im Einsatz, der Sektor steht also noch am Anfang seiner KI-Skalierung.
Datenbasis als zentrale Instanz
Bisher konnten Behörden und öffentliche Einrichtungen Künstliche Intelligenz noch relativ risikoarm einsetzen, etwa als Chatbot, Analysehilfe oder Copilot. Die KI lieferte Vorschläge, Menschen entschieden. Mit Agentischer KI verschiebe sich diese Grenze, so Denodo. KI-Systeme sollen nicht mehr nur Informationen zusammenfassen, sondern eigenständig Entscheidungen vorbereiten, Workflows auslösen und operative Prozesse beeinflussen, etwa beim Schutz gefährdeter Personen, der Aufdeckung von Betrug in Sozial- und Steuersystemen oder bei schnelleren Bürgerservices. Die Datenbasis werde somit vom technischen Hintergrundthema zur zentralen Kontrollinstanz.
Die wachsende Komplexität der Datenlandschaften in der öffentlichen Verwaltung erschwert aber nicht nur Konsolidierung und Governance, sondern auch die schnelle Bereitstellung aktueller und verlässlicher Informationen. Hinzu kommen technische Engpässe im Betrieb skalierter KI-Anwendungen: 68 Prozent der Befragten berichten von Problemen, die Performance ihrer KI bei rechenintensiven Workloads zu optimieren. Entsprechend ist die Kosten- und Performance-Optimierung mit 40 Prozent die am häufigsten genannte Datenherausforderung im öffentlichen Sektor.
Vertrauen braucht klare Regeln
Besonders kritisch und für den Einsatz von Agentischer KI entscheidend ist der Bereich Sicherheit und Zugriffskontrolle, da autonome KI-Systeme Daten nicht nur auswerten, sondern Entscheidungen vorbereiten und operative Prozesse anstoßen können. Gerade im öffentlichen Sektor, wo KI auf sensible Bürgerdaten zugreift, wird Vertrauen schnell zur offenen Flanke, wenn klare Regeln fehlen, welche Daten ein KI-System nutzen darf und unter welchen Bedingungen der Zugriff erfolgt.
„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Vertrauenslücke im öffentlichen Sektor weniger ein Problem der KI-Modelle selbst ist als vielmehr ein Ausdruck der zugrundeliegenden Datenarchitekturen“, erklärt Jörg Hesske, Regional VP & GM, Central and Eastern Europe bei Denodo. „Gerade Behörden arbeiten mit besonders sensiblen Bürgerdaten und unter strengen rechtlichen und ethischen Vorgaben. Der EU AI Act verschärft diese Anforderung zusätzlich, weil Transparenz und Kontrolle ohne eine saubere Datenbasis nicht funktionieren. Wer den Schritt von experimentellen KI-Anwendungen hin zu produktiven, automatisierten Systemen schaffen will, muss die Kluft zwischen fragmentierten Datenbeständen und den Echtzeit- und Governance-Anforderungen von Agentischer KI überbrücken. Logische Datenmanagement-Ansätze, die verteilte Quellen ohne physische Replikation unter einer einheitlichen Governance-Schicht zusammenführen, rücken damit ins Zentrum jeder ernstzunehmenden KI-Strategie im öffentlichen Sektor.“
Kein Spielraum für veraltete Daten
„KI entwickelt sich rasant von passiven Assistenten, die lediglich Fragen beantworten, hin zu Systemen, die eigenständig handeln. Das verändert die Anforderungen an Daten grundlegend“, so Dominic Sartorio, Vice President Product Marketing bei Denodo. „Wenn ein KI-Agent dabei unterstützen soll, über den Schutz gefährdeter Menschen oder die Bewilligung von Leistungen mitzuentscheiden, darf es keinen Spielraum mehr für veraltete oder unzureichend kontrollierte Daten geben. Organisationen des öffentlichen Sektors brauchen eine Grundlage aus aktuellen, regulierten und kontextbezogenen Daten, um Agentische KI verantwortungsvoll zu skalieren.“
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