Freitag, 16. Oktober 2026

InterviewNeuer Anlauf für die DiKOM

[13.08.2012] DiKOM-Projektleiter Hans Rosenberger nennt im Kommune21-Interview die Gründe für die Absage der DiKOM Ost und erläutert das neue Konzept der Messe für 2013.
Hans Rosenberger

Hans Rosenberger

(Bildquelle: Privat)

Herr Rosenberger, die DiKOM-Messen konnten bisher nicht an die Erfolge der Vorgänger-Veranstaltung KOMCOM anknüpfen. Was sind die Gründe hierfür?

Es kommen wohl mehrere Faktoren zusammen. Vor der ersten DiKOM-Veranstaltung im Jahr 2011 waren die Aussteller zögerlich, weil die Übernahme der KOMCOM noch nicht vollzogen war und viele befürchteten, dass beide Messen fast parallel stattfinden würden. Zum Zweiten ist den potenziellen Besuchern nicht klar gewesen, dass aus der KOMCOM die DiKOM geworden war. Den Bekanntheitsgrad der KOMCOM aufzubauen, hat ja Jahre gedauert. Offenbar haben wir unterschätzt, welche Zeit es in Anspruch nimmt, das neue Logo und den neuen Namen zu verankern.

Nun wurde die DiKOM Ost, die Mitte September in Leipzig stattfinden sollte, abgesagt. Warum haben Sie sich für diesen Schritt entschieden?

Nach den Messen in Hannover und Wiesbaden stand zu befürchten, dass bei einer nun noch geringeren Ausstellerzahl weniger Besucher als ursprünglich erwartet kommen würden. Mit dem Festhalten an der Messe in Leipzig hätten wir deshalb keinem der Beteiligten einen Gefallen getan. Da die Skepsis bei allen Gesprächspartnern überwogen hat, haben wir uns entschlossen, die Messe abzusagen.

Sie arbeiten nun an einem neuen Messe-Konzept für 2013?

Ja, wir wollen den Besucher stärker in den Mittelpunkt stellen. Hierzu haben wir bereits intensive Gespräche mit Kommunen geführt. Im Fokus der Messe werden die Prozesse und Abläufe der Verwaltung stehen. Das erreichen wir mit dem neuen Konzept. So schaffen wir eine tragfähige Basis für die zukünftige Entwicklung der DiKOM als der kommunalen IT-Fachmesse in Deutschland.

„Wir sind uns sicher, dass es einer kommunalen IT-Fachmesse nach wie vor bedarf.“

Mit welchen Argumenten wollen Sie Aussteller und Besucher von der Neuausrichtung der DiKOM Expo überzeugen?

Entscheidend ist die Ausgestaltung des Veranstaltungsformats. Der Fachbesucher muss am Thema interessiert sein. Wenn die Themen den Erwartungen der Besucher entsprechen und überzeugend vermittelt werden, sind unsere Ansprechpartner in den Kommunen bereit, trotz eines sehr hohen Arbeitspensums die knapp bemessene Zeit in den Besuch einer Messe zu investieren. Bei der Themenauswahl werden wir die kommunale Zielgruppe mittels Befragungen einbinden. Die Aussteller werden wir einladen, um mit ihnen das neue Konzept zu diskutieren.

Auch andere Messen verzeichnen Besucher- und Ausstellerrückgänge. Sind Messen aus Ihrer Sicht überhaupt noch zeitgemäß?

Wir sind uns sicher, dass es einer kommunalen IT-Fachmesse nach wie vor bedarf, wie auch generell Messen ihre Daseinsberechtigung haben. Das ist das Resultat aus Gesprächen mit Besuchern und Ausstellern. Es reicht aber nicht, Wege zu verfolgen, die vielleicht in der Vergangenheit richtig waren. Wenn der Informationsbedarf im Vorfeld via Internet konkretisiert werden kann, ist die Erwartungshaltung in Bezug auf spezifische Informationen sehr viel größer und dem muss die Messe Rechnung tragen. Wenn dies gelingt, haben wir zufriedene Besucher und Aussteller und der Veranstalter freut sich auch.

Interview: Alexander Schaeff




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