Schul-ITAn neue Zeiten anpassen

Digitale Medien halten verstärkt Einzug in den Unterricht.
(Bildquelle: creativ collection Verlag)
Die pädagogischen und didaktischen Ansätze haben sich in den vergangenen Jahren dem Zeitgeschehen angepasst und fordern immer stärker den Einsatz von digitalen Medien in den Schulen. Deren Bereitstellung sollte auf Grundlage eines individuell zugeschnittenen Medienkonzepts erfolgen, welches von Schule und Schulträger gemeinsam erarbeitet wird. So können Schwerpunkte und pädagogische Ansätze der Schule sowie Ziele des Schulträgers in Einklang gebracht werden. Der Stadtverwaltung Hückelhoven wurde durch das städtische Gymnasium im Jahr 2008 das erste umfassende Medienkonzept vorgelegt. Seither wird dieses Konzept Jahr für Jahr fortgeschrieben und berücksichtigt den Austausch von Altgeräten sowie die Einführung neuer Hardware und Techniken. Für viele weitere Schulen im Stadtgebiet war dies der Impuls, in Zusammenarbeit mit dem Schulträger ebenfalls Medienkonzepte auf den Weg zu bringen. Zwischenzeitlich konnten nicht nur die weiterführenden Schulen davon profitieren, sondern auch eine Vielzahl an Grundschulen.
Finanzielle und personelle Grenzen
Natürlich hat ein Medienkonzept auch seine Grenzen. In erster Linie sind hier die finanziellen Mittel zu nennen. Denn neben der Beschaffung und Installation der Hardware ist oft auch der Aufbau einer leistungsfähigen Netzwerk-Infrastruktur notwendig. Grenzen können zudem durch die personellen Kapazitäten gegeben sein, sei es bei der Planung und Beschaffung durch den Schulträger oder bei der pädagogischen Umsetzung durch die Lehrkörper. Auch räumliche Engpässe sind nicht außer Acht zu lassen. So muss ein klimatisierter Server-Raum zur Verfügung stehen und die Klassen- oder Computer-Räume sollten ausreichend dimensioniert sein. Abschließend ist noch das Engagement zu nennen: Schule und Schulträger müssen die IT auch wollen und an einem Strang ziehen, ansonsten kommt den Schülern der Nutzen der digitalen Medien nicht zugute.
Die Beschaffung von hochwertiger Hardware stellt sicherlich einen höheren Kostenfaktor dar. Doch im Sinne der Wirtschaftlichkeit kann es nur sinnvoll sein, Qualität einzukaufen. Die Systeme sind jeden Tag im Einsatz und befinden sich in Schülerhand. Daher sollten sie stabil und belastbar sein. Auch ist die Beschaffung zukunftsorientiert umzusetzen, sodass noch genügend Spielraum für konzeptionelle Veränderungen bleibt, ohne hohe Zusatzkosten zu verursachen. Nicht zu unterschätzen ist die Anschaffung von einheitlicher Hardware, auch schulübergreifend. Dadurch können Standards etabliert werden, die einen Erfahrungsaustausch der Lehrkräfte und Schulen ermöglichen. Zudem wird hierdurch der Support der Hardware deutlich erleichtert, was sich schnell in den Folgekosten bemerkbar macht. Die Schaffung von Standards endet allerdings nicht bei der Definition der Hardware. Vielmehr stellt sich auch die Frage nach den Programmen: sei es das Betriebssystem, die pädagogische Oberfläche oder die Anwendungen zur Aufbereitung und Präsentation des Unterrichts. Doch spätestens hier muss wieder die Individualität in den Vordergrund rücken. Denn jede Schule bringt für eine Jahrgangsstufe, ein Fach oder ein Themengebiet diejenige Software in den Unterricht ein, welche sie aus pädagogischer Sicht schätzt. Diese Entscheidungen können und dürfen nicht durch den Schulträger getroffen werden.
Wichtiger Baustein Support
Ein großer Baustein des Medienkonzepts ist die Frage nach Art und Umfang des IT-Supports. Soll es einen persönlichen Support geben oder werden viele Arbeiten per Fernwartung erledigt? Bei ersterem ist die Vernetzung und Akzeptanz zwischen Schule und Dienstleister höher. Die Fernwartung ist dafür sicherlich wirtschaftlicher und somit kostengünstiger. Des Weiteren müssen die Zuständigkeiten für den First- sowie Secondlevel Support eindeutig geregelt sein – größere Probleme sollten unverzüglich an den Dienstleister weitergegeben werden. Dabei muss sich die Schule unter Berücksichtigung der dabei anfallenden Kosten fragen, ob sie diese Aufgabe mit eigenem Personal sicherstellen kann und möchte. Zu klären ist hierfür unter anderem, wie viel Arbeitszeit in den Support investiert werden muss, und ob das notwendige Fachwissen vorhanden ist.
Technische Entwicklungen berücksichtigen
Zu guter Letzt müssen sich Schule und Schulträger bewusst sein, dass es nach der Umsetzung des gemeinsamen Medienkonzepts sehr schwer ist, Umfang und Qualität der Ausstattung wieder zu reduzieren. Denn nach den ersten Investitionen und den laufenden Kosten des Supports ist für einen reibungslosen Betrieb nach einigen Jahren eine Ersatzbeschaffung unabdingbar. Zudem darf die technische Entwicklung nicht unberücksichtigt bleiben. So finden interaktive Tafeln verstärkt Einzug in den Unterricht. Auch die starke Verbreitung von Tablets wird mittelfristig den klassischen PC teilweise ablösen. Ein großes Thema ist auch Bring Your Own Device (BYOD), also die Thematik, wie mobile Endgeräte aus dem Privatbereich in den Unterrichtsalltag integriert werden können. Dabei ist verstärkt ein Augenmerk auf die Infrastruktur und Leistungsfähigkeit des Netzwerks zu legen. Ergänzend stellt sich die Frage, wie auf den unterschiedlichen Hardware-Typen sowie Betriebssystemen ein einheitlicher Arbeitsstandard erreicht werden kann. Allerdings birgt diese Lösung ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko; immerhin würden Daten auf privaten Geräten verarbeitet werden, welche nicht durch die Schule kontrolliert werden können.
Letztlich sollten Schule und Schulträger die technischen Entwicklungen verfolgen sowie den Einsatz neuer Medien prüfen und beurteilen, um dauerhaft eine moderne IT in den Schulen zu integrieren.
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