DSFAAmpel für den Datenschutz

DSFA-Bericht zeigt, ob die Datenschutz-Ampel auf Rot steht.
(Bildquelle: hkama/adobe.stock.com)
Der Landesbeauftragte für Datenschutz in Bayern (BayLfD) liefert auf seiner Website konkrete Hilfestellung bei der Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA). Zu finden sind zahlreiche Dokumente, die einen Überblick über das Vorgehen bei einer DSFA geben. Außerdem gibt es Musterformulare mit Ausfüllbeispielen.
Das Dokument „Orientierungshilfe“ zeigt anhand eines Prüfschemas, wie Kommunen prüfen können, ob eine DSFA erforderlich ist, und gibt einen Überblick über die Erstellung. Das Dokument „Methodik und Fallstudie“ beschreibt die Ziele des Standard-Datenschutzmodells und zeigt, wie eine Risikoanalyse durchgeführt wird. Hier wird auch erklärt, wie man über die Risikoanalyse zur Gesamtrisikobewertung einer Datenverarbeitung gelangt und welche Mindestpositionen der DSFA-Bericht enthalten muss. Besonders anschaulich: An einem praktischen Beispiel wird eine DSFA im Personalamt der Stadt Fiktivia durchgespielt. Als Praxishilfe werden fünf Module bereitgestellt, die Musterformulare und Ausfüllbeispiele enthalten, sowohl für die Erforderlichkeitsprüfung als auch für den DSFA-Bericht und die Risikoanalyse.
Allerdings ist nicht für jede Datenverarbeitung eine DSFA erforderlich. Ob dies der Fall ist, kann man über das Formular „DSFA-Erforderlichkeitsprüfung“ auf der Website des BayLfD prüfen. Darin wird abgefragt, ob es eine Ausnahme von der Durchführung einer eigenen DSFA gibt, etwa wenn eine solche bereits für einen ähnlichen Verarbeitungsvorgang mit vergleichbaren Risiken vorliegt, oder ob der Verarbeitungsvorgang auf der Blacklist der Aufsichtsbehörde steht.
Analyse der Risikofaktoren
Verneint man diese Punkte, so folgt eine eigene Risikoabschätzung nach den „Leitlinien zur Datenschutz-Folgenabschätzung“ der europäischen Artikel-29-Gruppe. Darin wird unter anderem gefragt, ob durch die Datenverarbeitung Personen systematisch überwacht und kontrolliert werden, ob vertrauliche Daten oder Daten schutzbedürftiger Personen verarbeitet werden oder ob es sich um eine innovative Nutzung oder Anwendung neuer technologischer oder organisatorischer Lösungen handelt. Das ausgefüllte Formular „DSFA-Erforderlichkeitsprüfung“ dient als Nachweis gegenüber einer Aufsichtsbehörde, dass die Notwendigkeit einer Datenschutz-Folgenabschätzung für eine Verarbeitungstätigkeit geprüft wurde.
Ist diese notwendig, muss festgestellt werden, welche Risiken für die Rechte und Freiheiten von Personen durch die Verarbeitungstätigkeit bestehen. Dazu schlägt der BayLfD eine Analyse vor, in der Risikoszenarien erarbeitet und Schwachstellen und Risikoquellen der Verarbeitungstätigkeit betrachtet werden. Geprüft wird, ob die Verarbeitungstätigkeit die Ziele des Standarddatenschutzmodells der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder erfüllt. Das sind zum einen Datensicherheitsziele – Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Datenintegrität – und zum anderen Schutzbedarfsziele: Datenminimierung, Intervenierbarkeit, Transparenz, Nichtverkettung, Konzeptionseinhaltung und Richtigkeit. Die Zielerfüllung wird anhand eines Ampelsystems bewertet.
Nach einer ersten Risikobetrachtung sollten Maßnahmen erarbeitet werden, die Risiken minimieren. Danach wird die Verarbeitungstätigkeit ein zweites Mal bewertet. Auch hierbei wird das Ampelsystem verwendet. Die Ergebnisse der zweiten Risikoanalyse fließen als Risikogesamtbewertung in den DSFA-Bericht ein.
Risikogesamtbewertung mit Ampelsystem
Maßnahmen, die den Risiken für die Rechte und Freiheiten von Personen entgegenwirken, lassen sich drei Kategorien zuordnen:
• Maßnahmen, die in der Software voreingestellt sind (Privacy by Default), etwa ein System zur Vergabe eines Passworts oder einer Zwei-Faktor-Authentisierung, zur Einrichtung eines Berechtigungskonzepts oder zur Protokollierung.
• Technische Maßnahmen, die im Rechenzentrum oder den Server-Räumen, in denen die Software betrieben wird, umgesetzt werden müssen (Privacy by Design). Dazu zählen zum Beispiel die regelmäßige Datensicherung, eine unterbrechungsfreie Stromversorgung oder der Einbau einer Firewall.
• Auch die Kommune selbst muss zur Risikominimierung beitragen, indem sie beispielsweise vor Ort dafür sorgt, dass die Mitarbeitenden regelmäßig Schulungen zu Datenschutz und Informationssicherheit erhalten, dass Besuchern keine Einsicht in vertrauliche Daten gewährt wird und Unberechtigte keinen Zutritt zu sicherheitsrelevanten Gebäudeteilen erhalten.
Die Zusammenfassung der Datenschutz-Folgenabschätzung erfolgt im DSFA-Bericht. Darin werden Informationen zur Verarbeitungstätigkeit gegeben und der Kontext sowie die grundlegenden Prinzipien der Datenverarbeitung beschrieben. Schließlich folgt die Risikogesamtbewertung, die aus der Risikoanalyse resultiert. Die Verarbeitungstätigkeit ist datenschutzkonform, wenn die Ampel der Risikogesamtbewertung auf Grün oder Gelb steht. Steht die Ampel dagegen auf Rot, muss der Datenverarbeitungsvorgang noch einmal gründlich überprüft oder der Rat der Aufsichtsbehörde eingeholt werden. Der DSFA-Bericht listet am Ende alle Maßnahmen zur Risikominimierung noch einmal auf, die in der Risikoanalyse festgelegt wurden.
Dieser Beitrag ist im Titel der Ausgabe Januar 2022 von Kommune21 erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
Cyber-Sicherheit: KI ist Segen und Fluch
[06.08.2026] Für Verwaltungen ist KI Segen und Fluch zugleich. Einerseits soll sie den Fachkräftemangel kompensieren und Bürgerservices beschleunigen, andererseits wird sie für Cyber-Angriffe genutzt. Oft fehlt eine IT-Infrastruktur, die KI und Cyber-Abwehr verbindet. mehr...
Niedersachsen: IT-Sicherheitszentrum für Kommunen
[28.07.2026] Niedersachsen stärkt den Cyberschutz seiner Verwaltung mit zwei Bausteinen: Das Land investiert in Lizenzen für den KI-gestützten Schutzschirm Aegis und lässt von fünf kommunalen IT-Dienstleistern ein gemeinsames IT-Sicherheitszentrum aufbauen, das Kommunen unterstützen soll. mehr...
Leipzig: Cyber-Angriff auf IT-Dienstleister Lecos
[23.07.2026] Ein Cyber-Angriff auf den Leipziger IT-Dienstleister Lecos wurde frühzeitig erkannt und gestoppt. Die Stadt und Lecos selbst setzen auf transparente Kommunikation und teilten mit, dass lediglich dienstliche Kontakt- und technische Verzeichnisdaten abgeflossen seien. Die IT-forensischen Untersuchungen dauern an. mehr...
Bonn/Estland: Von den Besten lernen
[21.07.2026] Estland gilt europaweit als Vorreiter für digitale Innovation und Cyber-Sicherheit. Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis wollen die Zusammenarbeit mit dem baltischen Staat ausbauen und dabei insbesondere den geplanten Cyber Campus Region Bonn voranbringen. mehr...
ITEBO: Auch im Ernstfall arbeiten können
[16.07.2026] Um den Verwaltungsbetrieb auch im Krisenfall aufrechthalten zu können, sollten Kommunen einen vorbereiteten Notfallarbeitsplatz vorhalten. Eine solche Lösung bietet unter anderem ITEBO an. mehr...
Komm.ONE: Cyber-Sicherheit wird zur Daueraufgabe
[29.06.2026] Der IT-Dienstleister Komm.ONE warnt beim Cybersicherheitstag 2026 vor zunehmender Professionalisierung der Angreifer. Prävention, Zusammenarbeit und Künstliche Intelligenz gewinnen an Bedeutung. mehr...
CSBW: Neues Handbuch für IT-Notfälle
[23.06.2026] Für Verwaltungen bestehen jederzeit Risiken für Sicherheitsvorfälle und Datenschutzverletzungen – mit möglichen schweren Folgen. Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg unterstützt Land und Kommunen mit neuen Angeboten, ein belastbares Informationssicherheits-Managementsystem aufzubauen. mehr...
BSI/NExT: Drei Projekte für mehr Sicherheit
[22.06.2026] Den InfoSec Impact Award von BSI und NExT erhielten drei herausragende IT-Sicherheitslösungen aus dem Public Sector, die sich mit Software-Lieferketten, Cyber-Trainings und interkommunaler Zusammenarbeit befassen. Die Projekte werden als Best Practices veröffentlicht und der Fachöffentlichkeit vorgestellt. mehr...
Schleswig-Holstein: Maßnahmenpaket für Cyber-Sicherheit
[01.06.2026] Schleswig-Holstein baut die Cyber-Sicherheit für Land und Kommunen aus. Zum Schutzschirm gehören unter anderem ein erweitertes Schwachstellenmanagement, mobile IT für Krisenlagen und Vor-Ort-Supportteams. Digitale souveräne Arbeitsplätze und IT-Infrastruktur sichern Behörden weiter ab. mehr...
eGo-Saar: Erfolgreiche SaarSecurity Roadshow
[27.05.2026] In einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe haben der Zweckverband eGo-Saar und das saarländische Wirtschaftsministerium über NIS2, IT-Notfallmanagement und digitale Resilienz informiert. Bei den Kommunen stieß die SaarSecurity Roadshow 2026 auf großes Interesse. mehr...
Cyber-Sicherheit: Kommunen sind leichte Beute
[12.05.2026] Wie Städte und Kreise ihre IT trotz Fachkräftemangel wirksam vor Cyber-Kriminellen schützen können, erläutern im Interview Kira Groß-Bölting und Jan Leitzgen vom Computer Security Incident Response Team (CSIRT) des Unternehmens G DATA Advanced Analytics. mehr...
BSI: Frühwarnsystem für Cyber-Sicherheitsvorfälle
[30.03.2026] Angesichts der angespannten Cyber-Sicherheitslage stärkt das BSI die Reaktionsfähigkeit gegen IT-Sicherheitsvorfälle. Mit den öffentlichen IT-Dienstleistern von Ländern und Kommunen soll der Einsatz von Datensensorik ausgebaut werden – als Grundlage für Echtzeitanalysen und erster Schritt Richtung Cyberdome. mehr...
Salzlandkreis: IT digital resilient machen
[04.03.2026] Um die digitale Resilienz seiner Verwaltung nachhaltig zu erhöhen, setzt der Salzlandkreis auf eine umfassende Sicherheitsinitiative. Unterstützt wird die Kommune dabei von dem Unternehmen GISA. mehr...
CSBW: IT-Notfallübung für Krisenstäbe in Kommunen
[02.03.2026] Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) bietet Kommunen IT-Notfallübungen an. Unter realistischen Bedingungen werden Krisenstab, Krisenkommunikation und IT-Notfallhandbuch geübt, anschließend erhalten die Teilnehmenden einen individuellen Maßnahmenplan. Termine für 2026 sind ab sofort buchbar. mehr...
Hessen: Neue Angebote für kommunale Cyber-Sicherheit
[18.02.2026] Angesichts wachsender Cyber-Angriffe erweitert Hessen sein Unterstützungsangebot für Kommunen: Neu sind eine Notfallhilfe bei IT-Ausfällen sowie Trainings zur Sensibilisierung von Beschäftigten. Innenminister Roman Poseck ruft Städte und Gemeinden auf, die kostenfreien Angebote zu nutzen. mehr...




















