Breitband-AusbauFörderrichtlinie verabschiedet

Mit 2,7 Milliarden Euro will die Bundesregierung den Breitband-Ausbau in Deutschland unterstützen.
(Bildquelle: PEAK Agentur für Kommunikation)
Mit 2,7 Milliarden Euro unterstützt die Bundesregierung den Breitband-Ausbau. Bis zum Jahr 2018 soll es außerdem in ganz Deutschland Internet mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) geben. Eine entsprechende Förderrichtlinie hat gestern (21. Oktober 2015) das Kabinett beschlossen. Laut der Bundesregierung stammen von den 2,7 Milliarden Euro rund 1,3 Milliarden aus der Versteigerung von Funkfrequenzen für mobiles Breitband durch die Bundesnetzagentur. Hinzu kommen 1,4 Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln. Die Projektförderung soll sich an Kommunen in unterversorgten Gebieten richten. Diese initiieren laut der Bundesregierung die Ausbauprojekte, stellen die Anträge im Förderverfahren und koordinieren die Projekte vor Ort. Das Betreibermodell versetze Kommunen in die Lage, eigene Netzinfrastrukturen, zum Beispiel Glasfaserstrecken, zu bauen und an die Netzbetreiber zu verpachten. Mit dem Wirtschaftlichkeitslückenmodell schließe die Kommune die Wirtschaftlichkeitslücke eines privaten Netzbetreibers, der in einem wirtschaftlich unattraktiven Gebiet ein Breitband-Netz errichtet. Der Förderzuschuss des Bundes betrage bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. In besonders wirtschaftsschwachen Gebieten soll er bis zu 70 Prozent betragen. Der maximale Zuschuss für ein Projekt liege bei 15 Millionen Euro. Eine Kombination mit Förderprogrammen der Bundesländer sei möglich. Die Fördermittel sollen laut der Bundesregierung in Regionen zum Einsatz kommen, die sie besonders dringend benötigen. Daher werden alle Projekte nach einem Punktesystem bewertet, das die Grundlage für die Förderentscheidung bildet. Je mehr Punkte ein Projekt erhält, desto mehr Geld soll es vom Staat erhalten.
Lob und Kritik vom Deutschen Landkreistag
„Dass der Bund nun zwei Milliarden Euro für den Breitband-Ausbau zur Verfügung stellt, ist ein gutes Signal für Deutschland“, kommentiert Landrat Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistags, den Kabinettsbeschluss. „Dieses Geld muss jetzt vor allem dafür genutzt werden, den ländlichen Raum soweit wie möglich mit neuen Glasfaserinfrastrukturen zu erschließen. Glasfaser ist die Technologie der Zukunft. Deshalb ist es wichtig, dass auch Landkreise, die im Rahmen von Betreibermodellen auf den Glasfaserausbau setzen, von dem Programm profitieren können und bei der Vergabe der Mittel nicht benachteiligt werden.“ Sager appelliert an Bund und Länder, bei der Entscheidung über die Fördermittel eng zusammenzuwirken: „Was wir jetzt nicht brauchen können, ist ein Förderchaos.“ Es sei gut, dass die Förderanträge mit den jeweiligen Ländern erörtert werden. Auf diese Weise könne insbesondere die Realisierung kreisweiter Breitband-Projekte sichergestellt werden. Dass der Bund Landkreise, die sich für den Bau eigener Glasfasernetze entschlossen haben, dazu anhält, diese Netze später wieder zu veräußern, kritisiert der Präsident des Deutschen Landkreistags.
VKU sieht den Teufel im Detail
Auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt die Verabschiedung der Richtlinie zur Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland. Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche erklärt: „Es sind gerade die kommunalen Unternehmen, die im Rahmen einer modernen Daseinsvorsorge Verantwortung für ihre Region übernehmen und leistungsfähige Glasfaser-Infrastruktur auch in der Fläche ausbauen. Ohne die Kommunen und ihre Unternehmen wäre das 2018er-Ziel nicht erreichbar. Dieses Engagement wird durch die Richtlinie gewürdigt und weiter forciert.“ Grundsätzlich positiv sei, dass kommunale Betreibermodelle, bei denen Kommunen ein Netz ausbauen und es an einen Betreiber verpachten, durch die Richtlinie ebenso förderfähig sind wie das so genannte Deckungslückenmodell. Allerdings stecke der Teufel hier im Detail. Reiche: „Das Betreibermodell greift gerade dort, wo ein flächendeckender Breitband-Ausbau für rein privatwirtschaftliche Unternehmen nicht attraktiv ist. Kommunen sichern damit ihre Standortattraktivität, müssen ihr Eigentum nach Ende des Pachtvertrages aber wieder veräußern. Nachvollziehbar ist das nicht.“ Auch der vorgesehene Vergleich der Wirtschaftlichkeit beider Ausbaumodelle greife zu kurz, da Betreibermodelle langfristig angelegt sind und auf einen möglichst flächendeckenden Glasfaserausbau setzen. Reiches Fazit: „Mit der Förderrichtlinie stellt der Bund wichtige Weichen für einen wettbewerblichen Breitband-Ausbau. Die kommunalen Unternehmen werden hierzu weiterhin ihren Teil beitragen, High-Speed-Internet in die Fläche zu bringen. Ebenso werden sie auf mögliche Stolperfallen hinweisen, die echten Wettbewerb oder den flächendeckenden Glasfaserausbau verhindern.“
Gotha: Pilot für schnelleren Glasfaserausbau
[12.06.2026] In einem gemeinsamen Pilotprojekt setzen die Stadt Gotha und die Telekom auf weniger Bürokratie und mehr Zusammenarbeit beim Glasfaserausbau. Dafür hat die Stadt eigens ein Projektbüro eingerichtet, das Genehmigungen bündelt und den Ausbau koordiniert. mehr...
Telekom: Erweiterung des Glasfaserangebots durch Kooperation
[01.06.2026] Die Telekom öffnet ihre Glasfaserangebote für die Netze von e.discom und WEMACOM in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Rund 220.000 Haushalte sollen dadurch mehr Anbieterauswahl erhalten, während die Branche die Kooperation als Signal gegen kostspieligen Doppelausbau wertet. mehr...
Münster: Digitaler Begegnungsort am Hafen
[29.05.2026] Der Stadthafen am Dortmund-Ems-Kanal in Münster wandelt sich vom gewerblich genutzten Gebiet hin zu einem Ausgeh- und Dienstleistungsviertel. Das dortige kostenfreie WLAN steht nun ab sofort in weiteren Bereichen zur Verfügung. mehr...
Glasfaserausbau: Regional erfolgreich
[27.05.2026] Die Glasfaseranbieter lünecom und sewikom versorgen im Norden Deutschlands insbesondere ländliche Regionen mit schnellem Internet. Dabei sind die Präsenz vor Ort, lokales Know-how sowie die Kommunikation mit den Kommunen erfolgsentscheidend. mehr...
Berlin: Eine Million Glasfaseranschlüsse
[21.05.2026] Beim Gigabitausbau in Berlin hat die Deutsche Telekom vorzeitig einen wichtigen Meilenstein erreicht: Eine Million Haushalte kann jetzt Glasfaser bis ins Haus oder die Wohnung erhalten. mehr...
Ilsenburg: Land fördert freies WLAN
[19.05.2026] Im Kloster Ilsenburg können Besucher künftig zuverlässig auf multimediale Angebote zugreifen. Mit Förderung des Landes Sachsen-Anhalt wurde ein öffentliches WLAN installiert. mehr...
Lichtenau: Baustart für Giganetz
[15.05.2026] Über ein stabiles Internet mit Gigabit-Geschwindigkeit können sich in Zukunft Bürger und Unternehmen in Lichtenau freuen. Die Gemeinde ist die erste, die vom geförderten Glasfaserausbau im Landkreis Mittelsachsen profitiert. mehr...
ANGA COM: Lösungen finden
[13.05.2026] Auf der ANGA COM, Europas führender Kongressmesse für Breitband, Medien und Konnektivität, treffen sich auch in diesem Jahr in Köln Netzbetreiber, Ausrüster und Inhalteanbieter zu allen Fragen der Breitband- und Mediendistribution. mehr...
Osnabrück: Noch mehr OSNA Hot Spots
[08.05.2026] Die Stadt Osnabrück weitet ihr WLAN-Angebot aus und stellt 25 weitere OSNA Hot Spots zur Verfügung. mehr...
sewikom: Glasfaser für Digitale Dörfer
[15.04.2026] Was im Dorf digital läuft, braucht Glasfaser. Der Anbieter sewikom hat fast 40 Prozent der geförderten Digitalen Dörfer in Nordrhein-Westfalen an sein Netz angeschlossen. mehr...
Baden-Württemberg: 231 Millionen Euro für Breitbandausbau
[22.01.2026] Baden-Württemberg unterstützt mit insgesamt über 231 Millionen Euro weitere 29 Projekte des kommunalen Breitbandausbaus. Mit den Ende des vergangenen Jahres zugestellten Förderbescheiden konnten die landesseitig für das Haushaltsjahr 2025 zur Verfügung gestellten Mittel vollständig gebunden werden. mehr...
Kreis Gießen: Breitbandausbau auf der Zielgeraden
[21.01.2026] Dank der Gigabitförderung 2.0 des Bundes kann der Landkreis Gießen die finale Phase des Breitbandausbaus einleiten. Die Förderung soll Lücken des eigenwirtschaftlichen Glasfasernetzausbaus durch Telekommunikationsunternehmen schließen. Dadurch könnten im Kreis Gießen in den kommenden Jahren 8.200 Anschlüsse hergestellt werden. mehr...
Saarland: Breitband-Portal in jeder zweiten Kommune
[14.01.2026] Das Saarland war eines der ersten Bundesländer, die das Breitband-Portal eingeführt hatten. Damit soll die Bearbeitung von Anträgen zur Leitungsverlegung erheblich vereinfacht und beschleunigt werden. Kommunen, die das Portal einführen wollen, erhalten Unterstützung vom Land. mehr...
ANGA COM: Erweitertes Programm
[08.12.2025] Die Messe ANGA COM kündigt für 2026 ein erweitertes Programm mit neuen Formaten und prominenter politischer Beteiligung an. Bundesminister Karsten Wildberger hält die Eröffnungskeynote und nimmt am traditionellen Gigabitgipfel teil. mehr...
Kalletal: Campen mit fünf Gbit/s
[21.11.2025] Mit glasfaserschnellem Internet hat das Unternehmen sewikom den Campingpark in Kalletal ausgestattet. Die bereits bestehenden 2.000 Mbit/s wurden auf 5.000 Mbit/s erhöht. Zudem können nun mehr als 2.000 Kalletaler Haushalte ebenfalls mit Glasfaser versorgt werden. mehr...



















