Dienstag, 17. Februar 2026

BMVIFörderung des digitalen Verkehrs

[19.06.2018] Aus dem Sofortprogramm saubere Luft unterstützt das Bundesverkehrsministerium Kommunen unter anderem bei Digitalisierungsmaßnahmen rund um ihre Verkehrssysteme. Die ersten 33 Kommunen haben jetzt Förderbescheide erhalten, darunter die Städte Mainz, Dresden und Ludwigsburg.
Bundesminister Andreas Scheuer hat heute die ersten 60 Förderbescheide für Maßnahmen zur Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme übergeben.

Bundesminister Andreas Scheuer hat heute die ersten 60 Förderbescheide für Maßnahmen zur Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme übergeben.

(Bildquelle: BMVI)

Ende November 2017 hat der Bund auf dem Kommunalgipfel das Sofortprogramm saubere Luft 2017-2020 gestartet. Wie das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) berichtet, sind Maßnahmen für die Elektrifizierung des urbanen Verkehrs und die Errichtung von Lade-Infrastruktur, Maßnahmen für die Digitalisierung von Verkehrssystemen sowie Maßnahmen zur Nachrüstung von Diesel-Bussen im ÖPNV mit Abgasnachbehandlungssystemen Gegenstand des Programms. Insgesamt eine Milliarde Euro stehe hierfür bereit. Jetzt hat das BMVI die ersten 60 Förderbescheide an 33 Kommunen für Maßnahmen zur Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme übergeben. Sie haben ein Gesamtvolumen von rund 60 Millionen Euro. Von diesen Förderbescheiden profitieren unter anderem die Städte Mainz, Ludwigsburg und Dresden. Für die Stadt Mainz, das Unternehmen Mainzer Mobilität und die Mainzer Stadtwerke ermöglicht die Förderung die nächsten Schritte bei der Umsetzung des Masterplans M³ Green City Mainz. Wie die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt berichtet, umfasst M³ fünf Handlungsfelder. Sie reichen von der E-Mobilität über die Digitalisierung des Verkehrs bis hin zur Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsträger. Laut Mainz werden alle angemeldeten Projekte im Bereich der Digitalisierung und Datenerfassung gefördert.

Förderung im Bereich Digitalisierung

Beispielsweise haben alle angemeldeten Komponenten einer modernen Verkehrsdatenerfassung den Förderzuschlag in Höhe von 405.000 Euro erhalten. Sie bilden laut Mainz die Grundlage für einen verbesserten Verkehrsfluss, das Baustellen-Management und verbesserte Aussagen zum Mobilitätsverhalten in der Stadt. Zur Hälfte (113.000 Euro) würden außerdem die Konzeption eines Parkleitsystems und die Erarbeitung einer Park+Ride-Potenzialuntersuchung gefördert. Für die Mainzer Mobilität beteilige sich der Bund mit der Hälfte der Kosten an der Entwicklung einer so genannten „Mobility-as-a-service-Plattform und App-Lösungen“. Mittels neuer App sollen hier unter anderem verschiedene Mobilitätsangebote über den reinen öffentlichen Personennahverkehr hinaus verknüpft werden. Das Projekt sei bis Ende 2019 geplant und koste etwa 780.000 Euro. Ebenfalls bezuschusst werden sollen neue so genannte Vor-Weg-Anzeiger in Mainz. Fahrgäste können sich durch diese größeren Anzeigetafeln an zentralen Knotenpunkten schon auf dem Weg zur Haltestelle über die Abfahrt der Busse und Straßenbahnen informieren. Von den 400.000 Euro Gesamtkosten bis Ende 2019 stelle der Bund 50 Prozent Förderung in Aussicht. Zusätzlich gibt es laut Mainz eine Förderung vom Land Rheinland-Pfalz. Von der Bundesförderung sollen aber auch die Mainzer Stadtwerke mit ihrem Projekt Smart City Mainz profitieren, ein Pilotprojekt zur Internet-of-Things-Infrastruktur speziell zur Erfassung und Verarbeitung von Verkehrs- und Infrastrukturdaten. Hier betrage die Projektsumme etwa 2,75 Millionen Euro – 1,3 Millionen davon könnte der Bund tragen.

Dresden untersucht Parkplatzauslastung

Ist noch Platz auf dem Parkplatz am Bahnhof oder steuere ich lieber gleich eine Alternative an? Um diese Frage von Pendlern schnell und zuverlässig zu beantworten, verbessert der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) in einem Pilotprojekt die Informationen zur Auslastung von zehn Park+Ride-Anlagen rund um Sachsens Landeshauptstadt Dresden. Wie der Verkehrsverbund mitteilt, wird im Rahmen des Projekts jeder der 799 Stellplätze mit einem vom Nürnberger Start-up Smart-City-System entwickelten batteriebetriebenen Sensor ausgestattet. Die Daten werden in Echtzeit an den VVO übertragen und auf dessen Internet-Seite sowie in der Fahrplanauskunft angezeigt. „Damit sehen die Fahrgäste schon, wenn sie beispielsweise eine Verbindung ab dem Bahnhof in Radeberg abrufen, ob es dort noch freie Plätze gibt“, erläutert Stefan Gerstenberg, Projektverantwortlicher im VVO. „Wenn diese schon belegt sind, können Pendler gleich eine Alternative suchen.“ Durch die Ausstattung jedes Stellplatzes mit einem Sensor kann ein freier Parkplatz laut VVO punktgenau angezeigt werden. Zudem erhalte der Verkehrsverbund damit detaillierte Informationen über die durchschnittliche Parkdauer und Zeiten hoher Nachfrage, sodass er P+R-Anlagen zielgerichtet weiterentwickeln kann. Die Investitionssumme betrage 184.000 Euro, von denen 50 Prozent vom BMVI gefördert werden. Die Umrüstung der ersten fünf Plätze soll in der zweiten Jahreshälfte 2018 erfolgen, die der weiteren Anlagen folgt 2019.

Ludwigsburg optimiert Verkehrsströme

Mit sechs Millionen Euro wird Ludwigsburg gefördert. Wie die Stadt mitteilt, erhält sie damit die größte Fördersumme der im Sofortprogramm saubere Luft beteiligten Kommunen in Baden-Württemberg. Der Förderantrag der Stadt enthalte vor allem Maßnahmen, die eine weitere Digitalisierung der Verkehrsleittechnik betreffen. Mit den bewilligten Fördergeldern können laut Ludwigsburg die ersten schon vollzogenen Schritte zur Digitalisierung der Verkehrsinfrastruktur flächendeckend umgesetzt werden. Dazu gehören die Bevorrechtigung von Bussen und Einsatzfahrzeugen, das Schaffen von Voraussetzungen für autonomes Fahren sowie das Vermeiden unnötigen Parksuchverkehrs. Deutlich mehr Zählschleifen auf den stark befahrenen Straßen sollen künftig Verkehrsströme und Fahrzeugkategorien besser erfassen. Durch die zusätzlichen Daten lassen sich Ampeln optimal steuern. Die Ampelanlagen werden zudem flächendeckend mit intelligenten Verkehrsanalyse- und Prognosemodulen ausgestattet, kündigt die Stadt an. Darüber hinaus werden die Anlagen bereits für so genannte car2x-Kommunikationsmodule von automatisierten Fahrzeugen vorbereitet. Mit dem geplanten, stadtweiten Einsatz von Umweltmessboxen sollen außerdem die Möglichkeiten intelligenter Verkehrsleittechnik getestet werden, um Schadstoff-Emissionen geografisch zu erfassen und den Verkehr entsprechend umzulenken. Für das Gewerbegebiet West will Ludwigsburg ein digitales Parkplatz-Management entwickeln mit dem Ziel, später auch andere Stadträume mit dynamischer Parkraumsteuerung auszustatten. Als Kernelement für die gesamte digitale Verkehrsleittechnik erstelle die Stadt derzeit eine Smart-City-Cloud-Lösung, über die alle Anwendungen bürgernah und transparent gesteuert werden können. Um den ÖPNV noch attraktiver zu machen, seien außerdem zusätzliche Monitore in öffentlichen Gebäuden und bei interessierten Unternehmen oder Institutionen vorgesehen, um aktuelle Fahrgastinformationen anzuzeigen. Die Umsetzung des Ludwigsburger Maßnahmenpakets muss bis zum 31. Dezember 2019 abgeschlossen sein.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Infrastruktur
Kommunen benötigen bei der Einführung der E-Akte Unterstützung.

Registermodernisierung: Wie brauchbar sind die Registerdaten?

[16.02.2026] Geht es um die Registermodernisierung, stehen oft vor allem technische Aspekte wie die Datenaustauschplattform NOOTS im Fokus. Ein Pilotprojekt in Niedersachsen hat nun die Qualität der Registerdaten selbst untersucht und gleichzeitig gezeigt, wie diese automatisiert verbessert werden kann. mehr...

Blick auf die Uferpromenade Magdeburgs.

Prozessmanagement: Sachsen-Anhalt sucht Kommunen für Proof of Concept

[12.02.2026] Sachsen-Anhalt will mit Kommunen erproben, ob und in welchem Umfang sich eine zentral bereitgestellte Prozessmodellierungssoftware als Basiskomponente eignet. Interessierte Kommunen können sich an die Kommunale IT-Union (KITU) wenden und die PICTURE-Prozessplattform sowie ausgewählte Dienstleistungen bis Ende 2026 unentgeltlich im Rahmen der verfügbaren Mittel nutzen. mehr...

In einer Werkstatt wird die Felge an einem Autoreifen befestigt.
bericht

Studie: Nachnutzung braucht Strukturen

[10.02.2026] Das Einer-für-Alle-Prinzip soll Verwaltungsdigitalisierung skalierbar machen. Wie Länder und Kommunen die Nachnutzung organisieren und warum sie unterschiedlich weit sind, berichtet die FITKO unter Bezug auf eine neue Studie. mehr...

Vektorgrafik, die mehrere Personen zeigt, die gemeinsam an einem Projekt arbeiten.

factro: Neue BehördenCommunity gestartet

[10.02.2026] Mit der factro BehördenCommunity steht Kommunen nun ein digitaler Raum zur Verfügung, in dem sie Wissen teilen und Projektvorlagen austauschen können. Das Angebot orientiert sich an der Aufgaben- und Projektmanagement-Software factro. Zentraler Baustein ist eine Vorlagenbibliothek. Auch ein BehördenTalk wird angeboten. mehr...

Abstrakte Darstellung einer Wolke, die über Hardware schwebt.

Deutsche Verwaltungscloud: Drei Lösungen von ekom21

[27.01.2026] Über die Deutsche Verwaltungscloud können nun drei Anwendungen von IT-Dienstleister ekom21 abgerufen werden. Schon seit März 2025 steht hier esina21, eine Eigenentwicklung für das sichere Senden und Empfangen von Nachrichten im Kontext des besonderen Behördenpostfachs (beBPo), bereit. Neu dazugekommen sind die Bezahlplattform epay21 und die Digitalisierungsplattform civento. mehr...

Vektorgrafik, die zwei Personen zeigt, die in einem Archiv mit papierbasierten und digitalen Registern arbeiten.

Wiesbaden: Digitalisierung der Personenstandsregister

[22.01.2026] Zur Digitalisierung ihrer Personenstandsregister hat die Stadt Wiesbaden die Stabsstelle DiRegiSta eingerichtet. Mithilfe einer Software überträgt diese nach und nach die geprüften und ergänzten alten Einträge in das elektronische Register. Dabei orientiert sich Wiesbaden an den Erfahrungen Berlins. mehr...

Blick auf das Rosenheimer Rathaus.

Rosenheim: Umfassende Cloud-Migration

[21.01.2026] Wie eine sichere, wirtschaftliche und souveräne Cloud-Einführung im öffentlichen Sektor gelingen kann, zeigt sich in Rosenheim. Schrittweise wurden hier Verwaltung, Stadtgesellschaften und Schulen datenschutzkonform auf Microsoft 365 migriert. mehr...

Mehrere Personen stehen an einem kleinen Tisch versammelt, im Hintergrund ist das virtuelle Modell eines Platzes in einer Stadt zu sehen.

Magdeburg: VR ergänzt analoge Beteiligung

[20.01.2026] In einem gemeinsam mit dem Fraunhofer IFF entwickelten Forschungsvorhaben will Magdeburg analoge Beteiligungsmethoden mit Virtual-Reality-Technologie verknüpfen. Für den ersten Einsatz ist ein durch 360-Grad-Panorama- und Bodenprojektionen virtuell begehbares Plangebiet erstellt worden. mehr...

Verschiedene Dokumente sind mit einer Wolke verbunden, im Hintergrund sieht man eine Computertastatur.

AKDB: Cloudbasiertes Melderegister

[15.01.2026] Der Innovationswettbewerb „Register-as-a-Service“ von GovTech Platforms ist abgeschlossen. Ein von der AKDB geführtes Konsortium mit Komm.ONE, H&D, Scontain und mehreren Städten hat eine cloudbasierte Referenzlösung für das Melderegister entwickelt und erfolgreich in vier Kommunen erprobt. mehr...

Halle (Saale): Smarte Technik statt Parksuchverkehr

[05.01.2026] Ein beliebtes Erlebnisbad sorgte in Halle (Saale) bislang für unnötigen Verkehr in einem Wohngebiet. Der Grund: Es werden Parkplätze gesucht. Die Echtzeitanzeige der Parkhausbelegung am Erlebnisbad plus Hinweis auf alternative Parkmöglichkeiten sollen dem nun ein Ende bereiten. mehr...

FITKO-Präsident André Göbel beim Vortrag, im Hintergrund ist eine Präsentation eingeblendet.

GovTech Deutschland: Ergebnisse des RaaS-Projekts

[22.12.2025] GovTech Deutschland hat das Projekt Register-as-a-Service (RaaS) abgeschlossen. Die Ergebnisse – eine vollständige Referenzarchitektur, funktionale technische Implementierungen und ein begleitendes Rechtsgutachten für moderne Cloud-Register – stehen Open Source über die Plattform openCode zur Verfügung. mehr...

Vektorgrafik mit Desktopbildschirm und unterschiedlichen Symbolen für barrierefreie digitalen Angebote.
bericht

Digitale Barrierefreiheit: Inklusive Transformation

[19.12.2025] In einer neuen Modulserie des eGov-Campus steht das Thema digitale Barrierefreiheit im Vordergrund. Der Kurs sensibilisiert die Teilnehmenden für dieses Thema, informiert über rechtliche Grundlagen und vermittelt praktische Umsetzungshilfen. mehr...

Die Fototerminals bestehen aus einer Kamera und einem Touchpad.

Reutlingen: Ausbau digitaler Dienstleistungen

[12.12.2025] In Reutlingen wächst das Angebot digitaler Verwaltungsdienstleistungen. Dazu zählen vollständig digitale Prozesse ebenso wie die flächendeckend angebotenen Fototerminals für Passbilder. Auch können Fundsachen online aufgerufen werden. Weitere Onlineservices bietet außerdem das Standesamt an. mehr...

Abstraktes 3d_rendering von schwarzen, Roten und gelben Bausteinen

München: Feedback zum Deutschland-Stack

[11.12.2025] Mit ihren Anmerkungen zum Deutschland-Stack will die bayerische Landeshauptstadt München dazu beitragen, die digitale Transformation der Verwaltung voranzutreiben. Unter anderem regt die Stadt an, die kommunalen Bedürfnisse sowie die Dresdner Forderungen zur digitalen Verwaltung mehr zu berücksichtigen. 
 mehr...

Eine Person arbeitet an Dokumenten und Ordnern auf einem Laptop.

BW-Empfangsclient: Anträge ohne Fachsoftware empfangen

[10.12.2025] Mit dem BW-Empfangsclient können Kommunal- und Landesbehörden in Baden-Württemberg jetzt auch solche digitalen Verwaltungsleistungen anbieten, für die sie bislang keine Fachsoftware nutzen. Die Behörden können sich kostenfrei selbst registrieren, die Lösung ist sofort einsetzbar. mehr...