Sonntag, 21. Juni 2026

EWR/GlasfaserPlusGemeinsamer Glasfaserausbau in Nierstein

[11.03.2024] Der privatwirtschaftlichne Glasfaserausbau führt in einigen Gebieten zu Konkurrenz zwischen verschiedenen Ausbauunternehmen und zu Doppelausbau. Dies belastet unter Umständen Bürgerinnen und Bürger und die städtische Infrastruktur. In Nierstein einigten sich jetzt die beteiligten Unternehmen auf eine ressourcenfreundliche Lösung.

In der Stadt Nierstein in Rheinland-Pfalz konkurrieren zwei Unternehmen um den Glasfaserausbau. Nachdem der regionale Versorger EWR im vergangenen Jahr bereits damit begonnen hatte, Glasfaseranschlüsse in Nierstein zu verlegen, kündigte Mitte 2023 auch das Unternehmen GlasfaserPlus ein eigenes flächendeckendes Netz an – fast deckungsgleich zu den EWR-Plänen. Nun berichtet das Digitalisierungsministerium Rheinland-Pfalz von einer Lösung: Von der Stadt Nierstein initiierte Gespräche im Digitalisierungsministerium haben jetzt zur Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung geführt. „Wenn mehrere Unternehmen um den Ausbau in einer Gemeinde konkurrieren, ist dies zwar grundsätzlich zu begrüßen, führt durch mangelnde Abstimmungen zwischen den ausbauenden Unternehmen aber leider allzu oft dazu, dass Straßen und Wege mancherorts mehrfach geöffnet werden müssen. Das ist für die Bürgerinnen und Bürger ärgerlich, für den Werterhalt kommunaler Infrastrukturen nicht förderlich und immer mit zusätzlichen Einschränkungen verbunden“, erklärte Digitalisierungsminister Alexander Schweitzer.

Städtische Infrastruktur wird geschont

„Gemeinsam ist es uns gelungen, eine tragfähige Lösung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger Niersteins zu finden und die Beeinträchtigungen für die städtische Infrastruktur zu minimieren“, so der Niersteiner Stadtbürgermeister Jochen Schmitt. Es wurde vereinbart, dass die Nutzung vorhandener, für den Glasfaserausbau geeigneter Infrastruktur der EWR geprüft wird. „Wir beabsichtigen, diese Infrastruktur, soweit technisch und wirtschaftlich möglich, in den eigenen Ausbau zu integrieren – so wird die städtische Infrastruktur geschont und es werden keine unnötigen Ressourcen verschwendet“, erklärt Harald Weber, Relationship Manager bei GlasfaserPlus. Möglich wird diese gegenseitige Nutzung der Infrastruktur durch die Novellierung des Telekommunikationsgesetzes vom Dezember 2021.
EWR hatte nach erfolgreicher Nachfragebündelung im vergangenen Jahr bereits zahlreiche Glasfaseranschlüsse in Nierstein und im Stadtteil Nierstein-Schwabsburg gebaut, die ersten Anschlüsse sollen im April 2024 fertiggestellt werden. Noch im Jahr 2025 soll durch den bald startenden eigenwirtschaftlichen Ausbau der GlasfaserPlus dann jedem Haushalt in Nierstein und Nierstein-Schwabsburg ein Glasfaseranschluss zur Verfügung stehen.





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