Samstag, 17. Oktober 2026

HeidelbergInnovationen unter Realbedingungen

[23.09.2026] Mit einem umfassenden Pilotprogramm erprobt die Stadt Heidelberg seit 2025 innovative KI- und Digitalisierungsanwendungen für kommunale Herausforderungen. Ziel ist es, Innovationen schneller in die Praxis zu bringen. Die Unternehmen für die zweite Runde stehen fest.
Gruppenfoto, Innenraum

Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Heidelberg, der Stadt Tallinn und weiterer Beteiligter bei der Bekanntgabe der ausgewählten Projekte in der zweiten Runde von „Test in Heidelberg“ im Heidelberger Rathaus.

(Bildquelle: Stadt Heidelberg)

Die Stadt Heidelberg hat fünf Vorhaben für die zweite Runde ihres Innovationsprogramms „Test in Heidelberg“ ausgewählt. Erprobt werden KI- und Digitalisierungslösungen zur Überwachung von Brücken, zum Energiemanagement in Gebäuden, zur Vorprüfung von Bauanträgen, für alternative Mobilität und zur Unterstützung des Bürgerservice. Das Programm bringt seit 2025 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und städtische Ämter zusammen, um neue Anwendungen unter realen Bedingungen zu prüfen, wie die Stadt mitteilt. „Test in Heidelberg zeigt, wie wir Innovationen gemeinsam mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen unmittelbar für die Stadtgesellschaft nutzbar machen können“, sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner.

KI prüft Brücken, Gebäude und Bauanträge

Das estnische Unternehmen Value Space wertet KI-gestützte Radar- und Satellitendaten aus, um den Zustand kommunaler Infrastruktur, insbesondere von Brücken, frühzeitig beurteilen zu können. Das Pilotprojekt wird gemeinsam mit dem Vermessungsamt und dem Hochbauamt umgesetzt und von der Sparkasse Heidelberg unterstützt. Das Heidelberger Unternehmen Hausable entwickelt zusammen mit dem Energiemanagement des Umweltamts eine KI-basierte Lösung zur Analyse und Steuerung des Energieverbrauchs in Gebäuden. Dabei sollen Einsparpotenziale ermittelt werden. Die Stadtwerke Heidelberg unterstützen das Vorhaben. Das ebenfalls in Heidelberg ansässige Unternehmen Generation One arbeitet an einem Digitalen Zwilling, der die Vorprüfung von Bauanträgen auf Vollständigkeit und Plausibilität automatisieren soll. Das Projekt soll die Bearbeitung im Baurechtsamt beschleunigen und wird wegen seines Bezugs zu energetischen Bauvorhaben ebenfalls von den Stadtwerken unterstützt.

Chatbot für den Bürgerservice und neue Mobilitätslösungen

Zwei weitere Pilotprojekte entstanden unabhängig von der Innovationspartnerschaft mit Tallinn. Der Stuttgarter Fahrzeugbauer Faissner Petermeier erprobt gemeinsam mit der Abfallwirtschaft, Stadtreinigung und Zentralwerkstätten (AZB) alternative Mobilitätslösungen. Der Technologieanbieter Aristech testet mit dem Amt für Digitales und Informationsverarbeitung sowie dem Bürgerservice einen KI-Chatbot. Dieser soll Beschäftigte bei hohem Anrufaufkommen entlasten. Darüber hinaus unterstützt die Stadt das Unternehmen Los Aparatos, das digitale Ansätze für urbane Anwendungen entwickelt und in weitere Aktivitäten des Innovationsprogramms eingebunden werden soll.

Tallinn als Vorbild

„Test in Heidelberg“ orientiert sich am estnischen Programm „Test in Tallinn“. Beide Städte sind seit 2025 durch eine Innovationspartnerschaft verbunden. Über das Tallinner Netzwerk wurden Value Space und Los Aparatos auf das Heidelberger Programm aufmerksam. Nach Angaben der Stadt erleichtert der Austausch die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft und soll weitere internationale Unternehmen für Tests in Heidelberg gewinnen. Umgesetzt wird das Programm gemeinsam mit der Digital-Agentur Heidelberg. Die Stadtwerke Heidelberg und die Sparkasse Heidelberg unterstützen einzelne Vorhaben.





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