Donnerstag, 15. Oktober 2026

HamburgGeodaten für Melde-Michel

[28.09.2016] Hamburg nutzt Geodatendienste im Anliegen- und Fall-Management. Die Freie und Hansestadt schafft damit attraktive Oberflächen für Bürger und Verwaltungsmitarbeiter.
Über den Service Melde-Michel können Bürger die Stadt Hamburg über Schäden an der öffentlichen Infrastruktur informieren.

Über den Service Melde-Michel können Bürger die Stadt Hamburg über Schäden an der öffentlichen Infrastruktur informieren.

(Bildquelle: Freie und Hansestadt Hamburg)

Mit dem Hamburger Online-Service Melde-Michel können Bürger Schäden an der öffentlichen Infrastruktur an die Freie und Hansestadt melden. Egal, ob es sich um eine nicht funktionierende Straßenlaterne oder eine beschädigte Bank im Stadtpark handelt – mit dem Melde-Michel kann der Bürger die Verwaltung bequem via Smartphone oder PC informieren. Dabei profitieren die Bürger und die Verwaltung gleichermaßen von der intensiven Nutzung der Geodaten, die vom Geodatendienst des Landesbetriebs Geoinformation und Vermessung (LGV) bereitgestellt werden. Das Besondere an diesem Projekt ist die Art und Weise, wie die Geodaten des LGV integriert wurden. Anstatt eine direkte Integration der Geodaten nur für den Melde-Michel vorzunehmen, war es der Stadtverwaltung wichtig, eine allgemeingültige Lösung zu schaffen. So wurde ein universell verwendbares Plug-in für die dem Hamburger Anliegen- und Fall-Management zugrundeliegende Plattform cit intelliForm entwickelt. Das Plug-in bezieht die Geodaten über die LGV-eigene Schnittstelle GeoAPI und lässt sich flexibel in allen Anwendungsgebieten verwenden, die einen Geobezug benötigen. Damit können die Geodaten sowohl in den Anwendungen für die Bürger auf der Hamburger Internet-Seite, als auch intern auf dem jeweiligen Front End der Sachbearbeiter zum Einsatz kommen.

Vorteile für Bürger und Mitarbeiter

Die Geodaten-Integration erlaubt sowohl den Bürgern als auch den Verwaltungsmitarbeitern völlig neue Interaktionsformen. So ist die Karte nicht nur Eingabemedium über alle Phasen des Prozesses von der Mängelmeldung bis zur Beseitigung hinweg. Die Kartenansicht kann auch als Filter für die umfangreichen Listen an Datensätzen genutzt werden. Bei der Eingabe eines Mangels kann der Bürger zwischen der Adressangabe oder der Markierung auf der Karte wählen. Durch die visuelle Rückkopplung auf der Karte sieht er sofort, ob seine Angaben richtig sind. Da im System bereits alle gemeldeten, öffentlichen Einträge auf der Karte angezeigt werden, sieht der Bürger nicht nur, welche Mängel bereits aufgezeigt wurden, sondern auch, was generell in seinem Viertel zum Erhalt der Infrastruktur getan wird. Auch innerhalb der Verwaltung schafft die Integration der Geodaten viele Vorteile. Die Visualisierung aller Vorgänge auf der Karte erlaubt es den Mitarbeitern, Zusammenhänge leichter zu erkennen, Vorgänge einfacher zusammenzufassen und so Synergien besser zu nutzen. Doppelte Meldungen werden schneller erkannt und unnötige Aufwände vermieden.

Innovativer Dreiklang

Der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung bietet mit seinen hamburg-spezifischen Geo-Informationen deutliche Vorteile gegenüber allgemein verfügbaren Geodatenbibliotheken wie Google Maps. Beispielsweise sind die Flurstückdaten der städtischen Grundstücke direkt in Karten hinterlegt und können so sofort von den Sachbearbeitern im Anliegen-Management genutzt werden. Innovativ ist in diesem Zusammenhang auch die Ermittlung der Zuständigkeit für ein Anliegen anhand des Dreiklangs aus Geoposition, der Kategorie des Anliegens und des Behördenfinders Hamburg. Hier stand ebenfalls eine gute Integration im Vordergrund. Anstatt die Zuständigkeitsdaten an einer zweiten Stelle zu halten, werden sie hier direkt eingebunden und gepflegt. Das trägt dazu bei, den zentralen Datenbestand weiter zu verbessern.

Klaus Wanner ist Geschäftsführer der cit GmbH, Dettingen/Teck.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Geodaten-Management

Smart Country Convention: RIWA zeigt Anwendungen für kommunale Geodaten

[07.10.2026] RIWA zeigt auf der Smart Country Convention Anwendungen, die kommunale Geodaten mit KI, BIM und Digitalen Zwillingen verknüpfen. Im Mittelpunkt stehen Baugenehmigungen, die KI-gestützte Datenauswertung und der Digitale Zwilling der Stadt Speyer. mehr...

Hochwassergebiet, knapp über der Wasserfläche sieht man ein Verkehrsschild, im Hintergrund Bäume und eine Stadtsilhouette

Dortmund: Digitale Karten zeigen Hochwassergefahren

[02.10.2026] Die Stadt Dortmund hat erste detaillierte Hochwassergefahrenkarten für kleinere städtische Gewässer veröffentlicht. Die digitalen Karten zeigen Wassertiefen, Fließrichtungen und Strömungsgeschwindigkeiten und sollen unter anderem den Katastrophenschutz, die Stadtplanung und die private Hochwasservorsorge unterstützen. mehr...

bericht

Geodatenmanagement: Systeme verbinden

[28.09.2026] Geodaten sind längst kein Spezialthema einzelner Fachabteilungen mehr. Sie sind Grundlage für zahlreiche kommunale Aufgabenbereiche. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Aktualität, Qualität, Verfügbarkeit und Sicherheit. mehr...

Esri Digital Atlas: Interaktive Karten für den Unterricht

[17.09.2026] Mit dem Esri Digital Atlas steht Schulen und Bildungseinrichtungen eine neue kostenfreie Kartenanwendung zur Verfügung. Sie soll Schülerinnen und Schülern ermöglichen, geografische Zusammenhänge anhand interaktiver Karten und Daten zu untersuchen. mehr...

Zwei Personen halten eine 5¼-Diskette zur Datensicherung in die kamera

Frankfurt am Main: Geodateninfrastruktur feierte Jubiläum

[08.09.2026] Die Stadt Frankfurt am Main hat das zehnjährige Bestehen ihrer Geodateninfrastruktur gefeiert – und dabei auch einen Ausblick auf künftige Entwicklungen gegeben. mehr...

Zwei Personen vor einem Monitor auf dem historische 3D-Modell Gütersloh um 1900 zu sehen ist

Gütersloh: Virtueller Spaziergang durch die Vergangenheit

[04.09.2026] Die historische Gütersloher Stadtmitte um das Jahr 1900 lässt sich nun dauerhaft virtuell erleben. Die Abteilung Geoinformation der Stadt hat dazu eine von Modellbauer Norbert Jebramcik detailgetreu errichtete Miniaturstadt in ein 3D-Modell umgewandelt. mehr...

Überwiegend orangefarbene Stadtkarte

Frankfurt a.M.: Stadtklima neu kartiert

[17.08.2026] Wo staut sich Hitze, auf welchen Wegen gelangt kühle Luft in die Stadt und wo fehlt Grün? Der aktualisierte Klimaplanatlas macht solche Zusammenhänge sichtbar. Neue Simulationen und hochaufgelöste Vegetationsdaten unterstützen eine klimaangepasste Stadtplanung. mehr...

VertiGIS: Whitepaper zur Cybersicherheit

[12.08.2026] Steigende Sicherheitsanforderungen stellen Vermessungs- und Katasterverwaltungen vor neue Herausforderungen. Ein Whitepaper von VertiGIS beschreibt regulatorische Vorgaben und mögliche Betriebsmodelle für den Schutz von Geobasisdaten. mehr...

Blick über die Schulter einer Frau, die auf ihrem Smartphone die Coole Karte der Stadt Münster geöffnet hat

Münster: Cooler Stadtplan mit neuen Funktionen

[31.07.2026] Der „Coole Stadtplan“ der Stadt Münster wurde jetzt um eine 3D-Karte und zusätzliche Informationen ergänzt. So kann in dem Online-Angebot nun auch nach Wetterstationen und Standorten öffentlicher Toiletten gesucht werden. mehr...

Screenshot aus dem Stadtbezirksatlas Hannover/Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide

Hannover: Kommunalpolitik sichtbar machen

[27.07.2026] Hannovers Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide macht Kommunalpolitik auf einer digitalen Karte für jedermann sichtbar. Der Atlas will zeigen, wo Entscheidungen des Stadtbezirksrats konkret wirken und so auch die Demokratie stärken. mehr...

Thermometer, das knapp 40 Grad anzeigt, im Gegenlicht gegen einen blauen Himmel und strahlende Sonne fotografiert

Augsburg: Erholung von hohen Temperaturen

[24.07.2026] Die Stadt Augsburg kontert brütende Sommerhitze mit einer interaktiven Karte, die kühlere Orte wie Parks, Schattenplätze oder Kirchen ausweist. Damit will die Stadt während Hitzeperioden die Gesundheit und das Wohlbefinden von Bürgerinnen und Bürgern unterstützen. mehr...

Trinkwasserbrunnen in einem Park vor verschwommenem Hintergrund

Kreis Wesel: Geoportal als Gesundheitskompass

[24.07.2026] Das Geoportal des Kreises Wesel wird zum Hitze- und Gesundheitskompass ausgebaut: Eine interaktive Karte führt Nutzende schnell zu gesundheits- und hitzerelevanten Angeboten und Infrastrukturen im gesamten Kreisgebiet. mehr...

Digitaler Basiszwilling

Braunschweig: Update für den Digitalen Basiszwilling

[16.07.2026] Ein umfangreiches Update hat jetzt der Digitale Basiszwilling der Stadt Braunschweig erfahren. Ergänzt wurden vor allem Daten aus den Bereichen Umwelt und Klima. Zudem können Nutzende jetzt die Alte Waage in Braunschweig in einem hochauflösenden 3D-Modell erkunden. mehr...

Fahrzeug von iNovitas in Braunschweig

Braunschweig: Panoramabilder vom Stadtgebiet

[10.07.2026] 360-Grad-Panoramabilder des Straßenraums dienen der Stadtverwaltung Braunschweig bereits seit einigen Jahren als wichtiger Baustein zur Unterstützung effektiver digitaler Arbeitsprozesse. Der bisherige Datensatz wurde nun vollständig aktualisiert. mehr...

Karte des Landes Thüringen, größtenteils in Blau- und Cyantönen

Thüringen: Mehr Daten für die kommunale Klimaanpassung

[03.07.2026] Thüringen hat seinen Informationsportal zum Klimaschutz überarbeitet. Interaktive Karten und fachliche Hinweise sollen Kommunen helfen, Wärmebelastung, Starkregen und Trockenstress besser einzuschätzen und passende Anpassungsmaßnahmen zu planen. mehr...