Freitag, 15. Mai 2026

MaternaGern gesehener Partner

[15.07.2022] Mit dem neuen Vorstandsressort Public Sector & Security will IT-Dienstleister Materna die Belange der öffentlichen Auftraggeber weiter in den Fokus rücken. Kommune21 sprach mit Ressortleiter Michael Hagedorn über die Unternehmensstrategie.
Michael Hagedorn

Michael Hagedorn

(Bildquelle: Materna Information & Communications SE)

Herr Hagedorn, Materna wächst und meldet von Jahr zu Jahr höhere Umsätze. Was machen Sie richtig?

Wir treffen mit unserem Portfolio genau die Anforderungen unserer Kunden und des Marktes. Wichtige Themen sind hier das Onlinezugangsgesetz (OZG), aber auch IT-Security, Cloud sowie intelligente und souveräne Datenräume. Unsere Kunden aus der öffentlichen Verwaltung kennen uns als zuverlässigen Dienstleister, der sie bei der digitalen Transformation begleitet. Entscheidend ist dabei, dass wir einen Full-Service aus Beratung, Umsetzung und Betrieb bieten.

Was sind die weiteren Erfolgsfaktoren?

Gerade bei den großen Ausschreibungen wird es immer wichtiger, dass wir die gesamte Bandbreite der Projektumsetzung abdecken können. Dabei ist es sehr hilfreich, dass wir auf Bundes- und Landesebene zahlreiche Rahmenverträge mitbringen, beispielsweise aus den Bereichen OZG-Konzeption und -Design, Registerverfahren, Barrierefreiheit, Portale, Formular-Management und E-Akte-Lösungen. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist unsere Durchsetzungsfähigkeit. Wir sind in der Lage, interoperable Lösungen zu konzipieren, die auch in der Realität just in time und im Budget betrieben werden können. Damit sind wir ein gern gesehener Partner der Verwaltung. Darüber hinaus bringen wir als deutsches, mittelständisches Unternehmen Sicherheit mit Blick auf Datenhoheit und Datensouveränität mit. Bei uns geht es immer darum, dass die Qualität stimmt. Deswegen vertrauen unsere Kunden auf unsere hochspezialisierten Projekt-Teams und lösungsorientierten Projektansätze mit mehr als 30 Jahren Know-how und mehr als 1.000 Projekten im Public Sector.

Im vergangenen Jahr startete die Strategie Mission 2025. Welche Ziele sollen damit erreicht werden?

Wir möchten bis zum Jahr 2025 auf über 5.000 Mitarbeitende wachsen und unseren Gruppenumsatz auf über 700 Millionen Euro steigern. Wir sind bereits auf einem sehr guten Weg. Neben den zahlengetriebenen Zielen haben wir uns vorgenommen, unser Portfolio noch stärker markt- und kundenkonform auszurichten und zu schärfen.

Materna wächst auch durch Unternehmenszukäufe. Welche Geschäftsfelder stehen im Fokus?

Unsere jüngsten Zukäufe betreffen die Themen Verwaltung digital, Cyber Security und Public Mobility. Die Firma Virtual Solution ist ein Anbieter von Software für eine sichere ultramobile Arbeitsumgebung auf Smart Devices für die Smartphone-Betriebssysteme iOS und Android. In der Verwaltung müssen Applikationen wie Fachverfahren und E-Akten zunehmend auch über mobile Endgeräte in einem gesicherten Umfeld nutzbar sein. Mit dem Unternehmen TraffGo Road haben wir uns zudem im Bereich IT-Lösungen für die Verarbeitung von Verkehrsdaten verstärkt. Kein Zukauf, sondern eine Neugründung ist die Materna Infrastructure Solutions, spezialisiert auf IT-Infrastrukturlösungen für deutsche Sicherheitsbehörden.

„Wir erzielen rund ein Drittel des Gruppenumsatzes mit Kunden aus der öffentlichen Verwaltung.“
Welche Bedeutung hat das Geschäft mit Bund, Ländern und Kommunen?

Der Public Sector hat schon immer eine sehr hohe Bedeutung für Materna. Rund ein Drittel des Gruppenumsatzes erzielen wir mit Kunden in diesem Segment. Wir beschäftigen über 1.000 Mitarbeitende, die in Projekten für die Verwaltung tätig sind.

Sie leiten ein neues Vorstandsressort für den Public Sector. Was waren die Gründe, ein eigenes Ressort zu schaffen?

Mit einem eigenen Vorstandsressort werden wir der wichtigen Kundengruppe auf allen föderalen Ebenen noch besser gerecht. Die Anforderungen aus der Verwaltung an die Vergabe von Aufträgen sind erheblich komplexer, aber auch die Umsetzung von Projekten unterscheidet sich deutlich von der Industrie. In unserem neuen Ressort können wir auf diese Belange viel besser eingehen und eigenverantwortlich agieren.

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Ganz wichtig ist, dass wir das seit Jahrzehnten etablierte Geschäft in den großen Fach- und IT-Themen auf Bundes- und Landesebene konsequent fortsetzen. Hier stehen künftig große Digitalisierungsvorhaben an, wie die Registermodernisierung oder IT-Projekte in den unterschiedlichsten Fachressorts wie der Zollverwaltung, die sich nur mit einem erfahrenen und stabilen Partnernetzwerk realisieren lassen. Gleichzeitig müssen wir bestehende Projekte in diesem Umfeld erfolgreich fortsetzen. Auch bei den von uns entwickelten Basiskomponenten Formular-Management und Government Site Builder wollen wir die Nase vorn behalten. Wir besetzen bereits Fach­themen beispielsweise in der Zoll- oder Justizverwaltung und wollen diese Fachlichkeit künftig auch in anderen Ressorts verstärkt ausbauen, etwa für Sicherheitsbehörden und die Bundeswehr. Und natürlich wollen wir die neueren und zugekauften Themen vorantreiben und mit Innovationen stärker wachsen.

Welche Projekte werden derzeit im Public Sector vorrangig umgesetzt?

Gesetzliche Regelungen und Fristen, wie die des OZG, geben hier oft den Takt vor. Stark nachgefragt sind wir bei der Servicebereitstellung von Online-Angeboten und der Modernisierung von Internet-Präsenzen – auch mit Blick auf Barrierefreiheit, Usability und mobiler Nutzbarkeit. Weitere Projektthemen sind die Modernisierung von Fachapplikationen oder die Realisierung medienbruchfreier Prozesse sowohl in der Beratung als auch in der informationstechnischen Umsetzung, von der Prozessoptimierung bis hin zu Managed Services und zum Betrieb in einem breiten Einsatzfeld.

IT-Security und digitale Souveränität haben enorm an Bedeutung gewonnen. Wie unterstützen Sie Ihre Kunden dabei?

Hier setzen wir unter anderem auf das Portfolio unserer neuen Tochter Virtual Solution. Wichtigste Lösung ist SecurePIM, eine Anwendung auf Basis modernster Container-Technologie, plattformübergreifend für iOS- und Android-Geräte. Sie stellt Mitarbeitenden einen sicheren mobilen Arbeitsplatz zur Verfügung und ermöglicht ein integriertes Arbeiten mit E-Mail, Kalender, Dokumenten, webbasierten Fachanwendungen, Instant Messaging und Videokonferenzen – alles sicher in einer App. Die Software ist für Verschlusssachen zugelassen und erlaubt es, mit Smartphones und Tablets verschlüsselt und abgesichert zu arbeiten. Nutzer können mit SecurePIM auf den Geheimhaltungsstufen VS-NfD, also Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch, sowie NATO Restricted mobil kommunizieren und arbeiten.

Welche Technologien werden die IT der öffentlichen Hand künftig prägen?

Agile Software-Entwicklung, Low-Code-Plattformen, Open Source und Container-Technologien unterstützt mit künstlicher Intelligenz und souveränen Datenstrukturen können die Verwaltung dauerhaft durch die Automatisierung von Standardaufgaben entlasten und unterstützen sie bei zukünftigen Anpassungen von Gesetzen bestmöglich, Lösungen aktuell zu halten. Weitere Topthemen sind Cyber Security, die Umsetzung des OZG, die Registermodernisierung sowie umfassende Digitalstrategien, die Verwaltungslösungen Ende-zu-Ende denken und realisieren.

Interview: Alexander Schaeff


Stichwörter: Unternehmen,


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