Freitag, 26. Juni 2026

ZukunftskongressImpulse setzen

[10.06.2025] Dieses Jahr fällt der Zukunftskongress Staat & Verwaltung in eine Zeit, in der sich die Politik mit dem Wechsel der Bundesregierung neu aufstellt. Indem er eine Reihe dringlicher Fragen adressiert, bietet er eine Plattform für die strategische Neuausrichtung.
Blick auf eine Hafenpromenade, auf der sich viele Personen aufhalten.

Der Zukunftskongress findet dieses Jahr erneut im Berliner Westhafen statt.

(Bildquelle: Wegweise Media Conferences GmbH/Jens Jeske)

Der Zukunftskongress Staat & Verwaltung findet dieses Jahr zu einer Zeit statt, in der die neu gewählte Bundesregierung mit dem Anspruch antritt, Veränderungen voranzutreiben.  Mit der Schaffung eines eigenen Bundesministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung hat sie bewiesen, dass sie die Dringlichkeit der Verwaltungsdigitalisierung erkannt hat. Dessen Köpfe werden auf dem Kongress erwartet. Mehr denn je kann der vom 23. bis 25. Juni erneut im Berliner Westhafen (WECC) stattfindende Kongress in diesem Bereich Impulse setzen.

Wie der Initiator des Zukunftskongresses, Oliver Lorenz, bemerkt, hatten zwar bereits die Vorgängerregierungen die Verwaltungsdigitalisierung auf ihrer Agenda. Allerdings habe es bislang am Willen gefehlt, den hierfür erforderlichen Strukturwandel einzuleiten. Der Zukunftskongress bietet eine Plattform, auf der sich Bund, Länder und Kommunen ebenenübergreifend austauschen können.  Die Gespräche im Rahmen der Veranstaltung sollen Veränderungen in diese Richtung bewirken. Dabei soll es nach Angaben von Oliver Lorenz weniger um ein Schaulaufen gehen als um einen konstruktiv-kritischen, offenen und ehrlichen Austausch. An diesem nehmen rund 2.000 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Bund, Ländern und Kommunen sowie aus Wissenschaft, Gesellschaft und (Digital-)Wirtschaft teil.

Anstoß für eine Neuausrichtung

Mit Themen wie Verwaltungs- und Regierungseffizienz, Künstliche Intelligenz, aber auch der Frage nach dem Verhältnis von Leistungsfähigkeit und Work-Life-Balance legt das Programm des Zukunftskongresses einen Schwerpunkt auf Herausforderungen, die auch die aktuelle Bundesregierung identifiziert hat. Wie aus den Statements zur Zukunft der Digitalpolitik hervorgeht, beklagen die Kommunen und Länder, dass der Bund bisher zu wenig Handlungsanweisungen vorgegeben habe. Auch Oliver Lorenz betont, dass der Bund nun in der Pflicht sei, Prioritäten zu setzen und eine klare Architektur vorzugeben, um schnellstmöglich zu handeln.

Der Aufbau des Zukunftskongresses liefert Anstöße zu einer solchen Architektur. Dem Programm liegen fünf Handlungsebenen zugrunde. Erstens geht es um Deutschland in Europa. Im Mittelpunkt stehen Staatsreformen, die Handlungsfähigkeit des Staates, solide öffentliche Haushalte sowie Effizienz in Regierung und Verwaltung. Dabei spielen auch Organisationsmodelle zur Verwaltungsmodernisierung eine zentrale Rolle. Zweitens liegt der Fokus auf sicheren (digitalen) Infrastrukturen und der öffentlichen IT-Landschaft. Dazu zählen die Harmonisierung und Standardisierung von IT-Systemen, die Modernisierung und Konsolidierung öffentlicher Rechenzentren, der Ausbau von Public Private Partnerships sowie Maßnahmen zur Stärkung der Cybersicherheit.

Foren, Plenen, Werkstätten und Best Practices

Drittens steht mit Change Maker I – Leadership die Rolle von Führung im Wandel im Vordergrund. Hier werden zukunftsfähige Organisationsmodelle, eine moderne Führungskultur und ein effektives Innovationsmanagement thematisiert. Der vierte Themenbereich, Change Maker II – Personal & Zukunftskompetenzen, widmet sich dem demografischen Wandel, der Qualifikation und Weiterbildung von Beschäftigten sowie der gezielten Personalentwicklung und Talentförderung. Change Maker III – Zukunftstechnologien behandelt als fünfter Themenkomplex den Einsatz von Cloudtechnologien, Künstlicher Intelligenz und weiteren disruptiven Innovationen zur Modernisierung der Verwaltung.

Zur inhaltlichen Vertiefung dieser Themen dienen über 120 Foren, Plenen, Werkstätten und Best-Practice-Dialoge. Referentinnen und Referenten aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft gestalten die Debatten und diskutieren Lösungsansätze. Zu den Highlights zählt unter anderem der CIO-Talk mit dem Titel „Vision oder Notwendigkeit? Der Weg zu einer harmonisierten Deutschlandarchitektur“, an dem unter anderem Niedersachsens CIO Horst Baier und der CIO von Sachsen-Anhalt, Bernd Schlömer,  teilnehmen. Den ersten Abend wird eine Keynote mit dem ehemaligen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück beschließen. Darin wird es um die Rolle des neuen Digitalministeriums sowie die Neuaufstellung des Staates gehen. Den Kongress beschließen wird die Keynote von Mario Voigt, Ministerpräsident des Freistaats Thüringen. Die Abschlussveranstaltung wirft die Frage auf, wie ein leistungsfähiger, transparenter und handlungsstarker Staat das Vertrauen in die Demokratie sichern kann.

Ergänzender Ausstellungsbereich

Nicht zuletzt bietet der Zukunftskongress mit seinen Ausstellungsflächen die Möglichkeit des Dialogs zwischen Staat und Verwaltung einerseits sowie Wirtschaft andererseits. Während die Tech-Industrie mit ihren immer neuen Innovationszyklen auf Disruption setzt, stehen Staat und Verwaltung oft vor der Herausforderung, hier Schritt zu halten und auf die Neuerungen zu reagieren. Der Ausstellungsbereich bietet die Gelegenheit, sich über neue Entwicklungen zu informieren.

Auszug aus dem Kongressprogramm

24. Juni |12:15 - 13:00
Best-Practice-Dialog II.C2
„Kooperation der IT-Dienstleister in Hessen: ­Einblicke von HZD und ekom21“
Moderation: Sarah Kautzmann (ekom21)
Impulse und Debatte: Matthias Drexelius (ekom21 GmbH/ekom21 – KGRZ Hessen)
In Zusammenarbeit mit: ekom21 und ­Hessische Zentrale für Datenverarbeitung (HZD)

24. Juni | 15:15 - 16:00
Best-Practice-Dialog II.D6
„Registermodernisierung in der Praxis:
Erfolge und Erkenntnisse durch Erprobungsprojekte und Usecases“
Moderation: Stefan Rauner (Governikus)
Impulse und Debatte: Michael Pfleger (FITKO), Johannes Söpper (Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen), Martina Steinecke (Innenministerium Baden-Württemberg), Patrick Weinmann (Bayerisches Staatsministerium für Digitales)
In Zusammenarbeit mit: Gesamtprojekt ­Registermodernisierung

24. Juni | 12:15 - 12:35
Arena II.D
„Digitale Souveränität – GISA Best Practices im Kontext IaaS, PaaS, SaaS“
Speaker: Steffen Köhler (GISA), René Petters (GISA)
In Zusammenarbeit mit: GISA

25. Juni | 11:00 - 12:00
ZuKo-KI-Forum III.I.4
„KI-gestützte Automatisierung in der Verwaltung: Fortschritte, Anwendungen und gemeinsame Erfahrungen“
Moderation: Dr. Gregor Költzsch (init)
Impulse und Debatte: Dr. Annika Busse (Senatskanzlei Hamburg, Amt für IT und ­Digitalisierung), Dr. Alexander Gorski ­(Generalzolldirektion), Michaela Jungwirth (Accenture), Martin von Simson (Bundesministerium des Innern), Matthias Szymansky (Materna Information & Communications SE), Dr. Michael Tekieli (DRV Bund)

24. Juni | 9:00 - 9:45
Best-Practice-Dialog II.A2
„Semantische Interoperabilität – Erfolgsrezept für föderale Verwaltungsdigitalisierung?“
Speaker: Julian Bayer (Seitenbau), Thomas Tursics (FITKO)
In Zusammenarbeit mit: Seitenbau

23. Juni | 11:20 - 11:40
Arena  I.B
„Wie Sie mit der PICTURE Prozessplattform ­Digitalisierungsprojekte planbar zum Erfolg führen“
Speaker: Dr. Lars Algermissen (Picture)
In Zusammenarbeit mit: Picture

24. Juni | 12:15 - 13:00
Best-Practice-Dialog II.C5
„Weglassen – Vereinfachen – Automatisieren: Wie Sie mit Prozessmanagement den Modernisierungsturbo einlegen und Handlungsspielräume zurückgewinnen“
Speaker: Dr. Lars Algermissen (Picture)
In Zusammenarbeit mit: Picture

Thomas Nolte




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