Dienstag, 11. August 2026

Lahn-Dill-KreisJobcenter macht sich spielerisch digital fit

[09.02.2022] Das Kommunale Jobcenter Lahn-Dill nutzt ein cloudbasiertes Serious Game des Start-up talent::digital, um die digitalen Kompetenzen seiner Mitarbeiter zu stärken. Dabei handelt es sich um mehr als ein cooles Spiel für die Mittagspause.
Serious Game von talent:digital schult digitale Kompetenzen.

Serious Game von talent:digital schult digitale Kompetenzen.

(Bildquelle: talent::digital)

Viele Unternehmen und Organisationen beschäftigen sich damit, Techniken und Prozesse im Zuge der digitalen Transformation weiterzuentwickeln. Auch das Kommunale Jobcenter Lahn-Dill befindet sich in einem solchen Veränderungsprozess und hat erkannt, wie wichtig in diesem Zusammenhang die digitalen Kompetenzen der eigenen Beschäftigten sind.
In Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Start-up talent::digital testet das Jobcenter deshalb deren cloudbasierte Plattform. Im Mittelpunkt steht dabei ein Serious Game zur Messung und Weiterentwicklung digitaler Kompetenzen, das zudem das Selbstvertrauen der Mitarbeitenden in die eigenen digitalen Fähigkeiten stärken soll. Denn nicht nur Arbeitsweisen, auch Kommunikation und Kollaboration müssen teils rasant angepasst werden, um auch in Zukunft nachhaltig erfolgreich sowie service- und kundenorientiert arbeiten zu können.

Zeitgemäßes Angebot im Digitalisierungsprozess

Das Kommunale Jobcenter Lahn-Dill befindet sich in einem globalen digitalen Umbruch: Das spüren Mitarbeitende der Organisation insbesondere seit Beschluss des Onlinezugangsgesetzes (OZG) im Jahr 2017. Bis Ende dieses Jahres sollen nun zahlreiche Verwaltungsdienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger online abrufbar sein. Die digitale Kompetenzentwicklung ist daher für das Jobcenter als lernende Organisation ein wichtiger Baustein, um zukunftsfähig zu bleiben. Ein digitales Mindset hilft wenig auf einem Stück Papier. Vielmehr gilt es, die digitale Souveränität der Mitarbeitenden zu fördern. Der Einsatz des cloudbasierten Serious Game von talent::digital soll hier ein attraktives, zeitgemäßes Angebot schaffen und dazu beitragen, dass die Mitarbeitende den Herausforderungen der digitalen Welt noch besser gewachsen sind. 
Digitales Arbeiten ist auch aus sozialen Dienstleistungsunternehmen wie dem Kommunalen Jobcenter Lahn-Dill nicht mehr wegzudenken: Sei es die papierlose Bearbeitung von Vorgängen über Outlook, eine Fachanwendung und die elektronische Akte oder die Kommunikation mit Kollegen und Arbeitgebern via E-Mail und Videocall. Im Zuge der Corona-Pandemie wird auch mit den Kunden vermehrt digital kommuniziert. Die Einführung der Plattform talent::digital setzt einen sichtbaren Impuls im Digitalisierungsprozess.

Online spielen und Kompetenzen entwickeln

Das Format regt zur Beteiligung und zum Austausch an. Neu war vor allem der spielerische Ansatz im Zusammenhang mit der Kompetenzentwicklung im beruflichen Alltag. „Ich darf online spielen und dabei meine digitalen Kompetenzen entwickeln?“ – „Ja, darfst du!“. Der Vorteil besteht in der spielerischen Verknüpfung von Theorie und Praxis. Die Möglichkeit, sich Wissen auf spielerische Weise und in einer modernen und ansprechenden Optik anzueignen, stellt dabei eine willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag dar. Ergänzt wird das durch die Gelegenheit, dass man seine Skills nach dem „Fail and Error“-Prinzip in der sicheren Spielumgebung eigenständig weiterentwickeln kann.
Für viele Kollegen ist es neu, Gamification als normalen Bestandteil des Berufsalltags zu sehen. Auch das Integrieren von Lerninhalten in den Arbeitsalltag – neben der eigentlichen Arbeit und außerhalb von Schulungen, ist noch ungewohnt. Diese Veränderung in der Lernkultur braucht Zeit und das Gefühl, dass dies von der Organisation gewünscht ist.
Den Nutzen des noch sehr neuen und innovativen Lernansatzes der Gamification zu vermitteln und den Mitarbeitenden des Jobcenters die Hemmschwelle zu nehmen, das Angebot während der Arbeit zu nutzen, zählt zu den größten Herausforderungen. Bei der Plattform handelt es sich eben nicht nur um ein cooles Spiel, mit dem man mal die Mittagspause verbringen kann, sondern um ein konzeptioniertes System zum selbstständigen Training, das Mitarbeitende in ihrer digitalen Fitness und ihrem Know-how weiterbringt.

Format im Arbeitsalltag einbinden

Hier kommt den Führungskräften und anderen Multiplikatoren eine besondere Bedeutung zu: Sie stehen in direkter Kommunikation mit den Mitarbeitenden, können die Veränderung unterstützen und vorleben. Der gegenseitige Austausch ist wichtig, um Unsicherheiten aufzulösen und die Einbindung des Formats in den Arbeitsalltag zu verbessern. Im Laufe dieses Prozesses kam es im Jobcenter Lahn-Dill bereits zu vielen guten Anregungen zur Weiterentwicklung der Plattform. Vor allem Mitarbeitende, die den Nutzen eines digitalen Prozesses erkennen, etwa durch spürbare Verbesserungen ihres Arbeitsalltags, sind motiviert, ihre digitalen Kompetenzen auszubauen und demnach aufgeschlossener für digitale Veränderungsprozesse – unabhängig von Alter, Geschlecht oder der Funktion im Unternehmen.
Der größte Vorteil im Einsatz von talent::digital besteht für das Jobcenter Lahn-Dill darin, dass die Mitarbeitenden ihre digitalen Kompetenzen völlig individuell sowie zeitlich und räumlich unabhängig entwickeln können. Egal, ob sie gerade im Büro oder im Zug unterwegs sind, ob sie gerade fünf Minuten zwischendurch spielen oder mehrere Episoden durchzocken. Parallel kann der digitale Schulungs- und Qualifizierungsbedarf besser ermittelt werden. Ein weiterer Vorteil ist die aktive Beteiligung der Nutzer in die Entwicklung von talent::digital über die Feedback-Funktion und den regelmäßigen Austausch. Das passt zum Selbstverständnis als lernende Organisation und dem Mindset bei Veränderungsprozessen.
Die Digitalisierung ist ein Innovations- und Entwicklungsprozess, der Mut, Konstruktivität und Kollaborationen benötigt. Nach wie vor besteht eine große Lücke zwischen dem digitalen Status quo und dem vorhandenen Potenzial. Um dieses nutzen zu können, braucht es neben Technologie, Ressourcen und zentralen Standards insbesondere eines: Menschen, die bereit sind, den globalen Entwicklungsprozess vor Ort in ihrem individuellen Wirkungsbereich aktiv mitzugestalten. Kurzum: digitale Talente.

Marlies Polkowski und Sebastian Kleist sind Mitglieder des Vorstands des Kommunalen Jobcenters Lahn-Dill.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Screenshot aus einem der gebärdensprachvideos

Augsburg: Digitale Teilhabe ausgebaut

[07.08.2026] Im EU-geförderten Projekt DIWA 4.0 erweitert Augsburg schrittweise den barrierearmen Zugang zu städtischen Informationen. Nach Angeboten in Fremdsprachen und Leichter Sprache stehen auf der Website nun auch Videos in Deutscher Gebärdensprache bereit. mehr...

Databund/BMDS: Besserer Informationsfluss

[06.08.2026] Das BMDS und der Databund haben eine Initiative gestartet, die es ermöglichen soll, dass IT-Unternehmen früher über zentrale Digitalvorhaben des Bundes informiert werden. Gleichzeitig sollen sie ihre Erfahrungen künftig einfacher in die Planungen einbringen. mehr...

Hochwassergebiet, knapp über der Wasserfläche sieht man ein Verkehrsschild, im Hintergrund Bäume und eine Stadtsilhouette

Schleswig-Holstein: Einheitliche Technik für große Schadenslagen

[04.08.2026] Schleswig-Holstein beschafft eine neue Software für die Bevölkerungsschutzbehörden von Land und Kommunen. Sie soll den Austausch von Lageinformationen nahezu in Echtzeit ermöglichen und vor allem bei großflächigen Schadenslagen eine bessere Koordination unterstützen. mehr...

QR-Tafel im Bunten Garten in Mönchengladbach

Mönchengladbach: Smarte Parktour

[04.08.2026] Mit einer Web-App lässt sich eine beliebte Parkanlage in Mönchengladbach nun individuell entdecken. Die digitale Führung verbindet Natur, Geschichte und Wissenswertes mit den Möglichkeiten moderner Technologie. mehr...

Absperrband Feuerwehr dahinter verschwommen Feuerwehrfahrzeuge und Feuerwehreinsatzkräfte
bericht

Katastrophenmanagement: Im Ernstfall den Überblick behalten

[29.07.2026] Kommunen müssen sich heutzutage auf zahlreiche potenzielle Krisen vorbereiten. Doch wann ist eine Lage überhaupt eine Krise? Der KGSt-Lagecheck hilft Kommunen, die Situation einzuschätzen und die richtigen Schritte einzuleiten. Digital und notfalls auch ohne Strom. mehr...

William Schmitt leitet den kommunalen IT-Dienstleister Komm.ONE und folgt nun an der Spitze des Kontrollgremiums der govdigital auf Dieter Rehfeld.

Vitako: Neue Vorstandsspitze

[20.07.2026] Digitale Souveränität, KI, Registermodernisierung und knappe Kassen: Die kommunalen IT-Dienstleister stehen vor anspruchsvollen Jahren. Mit William Schmitt rückt nun der bisherige Stellvertreter an die Spitze ihres Bundesverbands Vitako. mehr...

Farbige Sprechblasen, die mit Linien verbunden sind

TSA: Satzungen und Ortsrecht digital verwalten

[20.07.2026] Viele Kommunen stehen vor ähnlichen Herausforderungen bei der Pflege, Veröffentlichung und Bereitstellung von Satzungen und Rechtsvorschriften. Ein von TSA Public Services initiierter Erfahrungsaustausch soll dabei helfen, bewährte Ansätze kennenzulernen. mehr...

Mehrere Personen auf einem Gehweg, schauen auf ein Smartphone

Hamm: App ins Abenteuer Stadtgeschichte

[17.07.2026] App ins Abenteuer Stadtgeschichte: In der App „Heimat Hamm“ verschmelzen auf einem digitalen Stadtrundgang dank Augmented Reality (AR) Geschichte und Gegenwart. mehr...

Kampagnenmotiv von „125 Jahre Stuttgarter Amtsblatt“ in goldenem Design. Auf der rechten Seite sieht man Leseproben auf verschiedenen digitalen Endgeräten und der Printausgabe.

Stuttgart: Amtsblatt auch als E-Paper

[17.07.2026] Das Stuttgarter Amtsblatt informiert seit 125 Jahren über Kommunalpolitik, Verwaltung und Stadtleben. Nun erscheint das offizielle Bekanntmachungsorgan der Stadt auch als E-Paper mit Vorlesefunktion und Archiv. Die Printausgabe bleibt bestehen. mehr...

DLR-Drohne findet Menschen, die in Not geraten sind – hier im Übungsszenario


DLR: Neue Technik für den Katastrophenschutz

[16.07.2026] In einer groß angelegten Übung im Ahrtal haben 16 Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gezeigt, wie neue Technologien – etwa Drohnen oder robotische Systeme – die Prozesse im Katastrophenschutz stärken und verbessern können. mehr...

Eine Person arbeitet an einem Laptop. Über der Tastatur sind grafisch dargestellte digitale Benutzerprofile und Checklisten eingeblendet. Die Illustration symbolisiert die digitale Verwaltung von Nutzerdaten, Identitäten oder Registrierungsprozessen.

Kommune21 im Gespräch: Digitaler Wandel in Baden-Württemberg

[15.07.2026] Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Baden-Württemberg steht vor wichtigen Entscheidungen. Im Webinar „Kommune21 im Gespräch“ werden Roland Bernhard und William Schmitt am 21. Juli 2026 über die künftige Ausrichtung der Verwaltungsdigitalisierung, die Rolle von Komm.ONE und die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen diskutieren. mehr...

Weißer Kopfhörer auf grauer Schreibtischplatte, mit Laptop

Podcast: Verwaltungsdigitalisierung zum Zuhören

[15.07.2026] Ein neuer Podcast des KDO-Tochterunternehmens Public Experts will Verwaltungsdigitalisierung verständlich erklären. In der ersten Folge geht es um die Registermodernisierung – ein Thema mit weitreichenden Auswirkungen auf Verwaltung, Staat und Gesellschaft. mehr...

zwei Männer mit Preis_govdigital mit Top 100 ausgezeichnet

govdigital: Mit TOP 100-Award ausgezeichnet

[10.07.2026] Den TOP 100-Award hat jetzt govdigital erhalten. Die Genossenschaft überzeugte in der Größenklasse bis 50 Mitarbeitende insbesondere in der Kategorie Innovationserfolg sowie durch ihr Wachstum. mehr...

Drohne der Feuerwehr über Wiesbaden

Wiesbaden: Drohne unterstützt Feuerwehr

[09.07.2026] Die Feuerwehr Wiesbaden testet in einem Pilotprojekt eine automatisiert alarmierbare Drohne, die Luftbilder von Einsatzorten liefert. Die Rettungskräfte sollen damit frühzeitig wichtige Informationen erhalten, um Einsätze effizienter planen zu können. mehr...

Cover der Studie von MeisterTask

Umfrage: Bürgermeister möchten schneller digitalisieren

[08.07.2026] Eine Umfrage unter deutschen Bürgermeistern, welche die Firma MeisterTask in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt hat, zeigt: Die Digitalisierung bleibt für Städte und Gemeinden ein zentrales Zukunftsthema, kommt in vielen Rathäusern jedoch nur langsam voran. Vor allem regulatorische Vorgaben, Finanzierungsengpässe und fehlende personelle Ressourcen bremsen die Umsetzung. mehr...