Donnerstag, 10. September 2026

RüsselsheimModellprojekt zu KI

[27.07.2026] Vom hessischen Digitalministerium erhält die Stadt Rüsselsheim 309.000 Euro zum Aufbau eines KI-gestützten Assistenzsystems für die Verwaltung. Drei Tools sollen für mehr Effizienz sorgen und anschließend zur Nachnutzung bereitgestellt werden.
Rüsselsheim_Förderbescheid_KI: ein Mann überreicht einem anderen ein Papier

Staatssekretär Nicolas Sölter (r.) überreicht Oberbürgermeister Patrick Burghardt den Förderbescheid.

(Bildquelle: Stadt Rüsselsheim / Volker Dziemball)

Die Stadt Rüsselsheim will ein KI-gestütztes Assistenzsystems für die Verwaltung einführen. Möglich wird das Projekt „Souveräne digitale Assistenz für Kommunen“ durch die Förderung im Programm „Starke Heimat Hessen“. Staatssekretär Nicolas Sölter hat den Bescheid über 309.000 Euro an Oberbürgermeister Patrick Burghardt überreicht. Das teilt das Digitalministerium mit.

„Künstliche Intelligenz kann die öffentliche Verwaltung spürbar entlasten und zugleich den Service für Bürgerinnen und Bürger verbessern. Das Projekt in Rüsselsheim zeigt, wie moderne KI-Anwendungen sinnvoll, datensouverän und praxisnah eingesetzt werden können. Mit intelligenten Anwendungen für Protokolle, Wissensmanagement und E-Mail-Bearbeitung werden Routineaufgaben reduziert und wertvolle Zeit für die eigentlichen Kernaufgaben gewonnen. Dass Rüsselsheim dabei eine Referenzarchitektur entwickelt, die von weiteren Kommunen übernommen werden kann, stärkt die Digitalisierung der hessischen Verwaltung nachhaltig und schafft echten Mehrwert für das gesamte Land“, sagte Staatssekretär Sölter.

Drei Tools

Effizientere, sichere sowie zukunftsfähige Arbeitsprozesse sind das Ziel des Projekts, heißt es in der Pressemeldung des Ministeriums weiter. Die Stadtverwaltung Rüsselsheim arbeite bereits mit einer in Deutschland betriebenen, offenen und datensouveränen Plattform für den öffentlichen Dienst. Die drei neuen KI-Funktionen sollen in diese Arbeitsumgebung integriert und praxisnah erprobt werden. Zum einen soll zur Protokollierung von Sitzungen ein auf Künstlicher Intelligenz basierendes Werkzeug eingesetzt werden, das auf Basis von Notizen oder Audiodateien Protokolle automatisch erstellt, strukturiert und formal überprüft.

Zum anderen soll eine semantische Such- und Dialogkomponente aufgebaut werden, die Wissen aus Projektdokumenten, Sitzungsunterlagen und Archiven erschließt und somit Beschäftigte der Verwaltung bei der Informationsrecherche unterstützt. Grundlage dafür ist eine lokale Wissensdatenbank. Als drittes Tool soll ein E-Mail-Assistent eingeführt werden, um unterstützt durch Künstliche Intelligenz E-Mails automatisch zu klassifizieren, zu priorisieren und teilautomatisiert zu beantworten. Ebenso sollen längere E-Mail-Verläufe zusammengefasst werden. Rüsselsheim will in dem Projekt eine Referenzarchitektur schaffen, die auch anderen Kommunen als wiederverwendbares Template zur Verfügung gestellt werden kann.

Modellcharakter des Projekts

Oberbürgermeister Patrick Burghardt sagt: „Ich freue mich sehr über die Unterstützung des Landes Hessen für unser Projekt. Damit wird unser Einsatz gestärkt, die Digitalisierung der Stadtverwaltung in Rüsselsheim am Main weiter voranzutreiben. Zudem zeigen wir, wie Künstliche Intelligenz in der Verwaltung datenschutzkonform angewendet werden kann. Besonders wichtig ist uns dabei der Modellcharakter des Projekts. Die entwickelten Lösungen und die gewonnenen Erfahrungen möchten wir mit anderen hessischen Kommunen teilen und Wissensaustausch ermöglichen. Von Synergien profitieren am Ende wir alle – Verwaltungen ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger.“





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