Freitag, 10. April 2026

AKDBTrends für die Verwaltungs-IT

[11.01.2023] Der kommunale IT-Dienstleister AKDB hat eine Trendvoraussage für 2023 publiziert. Demnach gehören Cloud Computing, Cyber-Resilienz und digitale Identität zu den wichtigsten Digitalisierungsthemen. Aber auch die Ende-zu-Ende-Digitalisierung und hybrides Arbeiten rücken in den Fokus.

Welche IT-Trends werden in diesem Jahr in der öffentlichen Verwaltung dominieren? Welche aus den vergangenen Jahren bleiben weiterhin aktuell? Die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) hat dazu ihre Fachleute befragt und ein kleines Trendbarometer der Verwaltungs-IT für das Jahr 2023 veröffentlicht.
Demnach wünschen sich kommunale User zunehmend, IT-Anwendungen jederzeit nutzen zu können. Hinzu kommt, dass immer größere Datenmengen anfallen und die Aufgaben und Berechnungen immer umfangreicher werden. Diese Entwicklung erfordere eine leistungsfähige Kommunikations- und Computing-Infrastruktur, die auch mit der Breitbandversorgung korrelieren müsse, so die AKDB. Eine schnelle und effiziente Verwaltungsdigitalisierung werde häufig in Zusammenhang mit Fach-Software aus der Cloud gebracht. Diese biete bessere IT-Sicherheit, höhere IT-Souveränität, aber auch schnell verfügbare, aktuelle Software. Was aus Sicht der AKDB-Experten außerdem für eine Bereitstellung aus der Cloud spreche, sei die Anpassungsfähigkeit der Lösungen an verschiedene Endgeräte und die Skalierbarkeit je nach Nutzungszahlen.
Parallel werden kommunale IT-Dienstleister außerdem zunehmend daran arbeiten, Fach-Software in kürzeren Zyklen für verschiedene Betriebsszenarien bereitzustellen, prognostiziert die AKDB. So könne die Verwaltung souverän entscheiden, ob sie die Software selbst betreibt, auf ihren IT-Dienstleister zurückgreift oder auf eine Verbundlösung vertraut – etwa auf einer Instanz der Deutschen Verwaltungscloud.

Cyber-Resilienz gewinnt weiter an Bedeutung

Die knapp 11.000 Kommunen in Deutschland mit IT-Systemen, in denen große Mengen sensibler Bürgerdaten gespeichert sind, stellen eine große Angriffsfläche für Cyber-Kriminelle dar. Immer wieder gibt es spektakuläre Fälle wie die Ransomware-Angriffe auf den Landkreis Anhalt-Bitterfeld oder den Rhein-Pfalz-Kreis (wir berichteten), teils kam es auch zu Datendiebstählen. Kommunen werden immer mehr in Cybersecurity investieren. Maßnahmen wie Mitarbeiterschulungen, Schwachstellenscans, die Einführung von Informationssicherheitskonzepten mit Notfallplänen oder das Outsourcing der eigenen IT in BSI-zertifizierte Rechenzentren kommunaler IT-Dienstleister werden an Relevanz gewinnen, so die AKDB. Angesichts der knappen Personaldecke in der öffentlichen Verwaltung erwarten Experten eine zunehmende Auslagerung kommunaler IT in die Hände größerer Rechenzentrumsbetreiber, die sich um Updates, Hosting, Patching und Back-ups kümmern. Um eine 24/7-Überwachung zu garantieren, werden in Rechenzentren zudem immer mehr KI-Lösungen zum Einsatz kommen.

Digitale Identitäten

Ein digitaler Nachweis der eigenen Identität ist ein elementarer Baustein der Verwaltungsdigitalisierung. Bisher habe der föderale Flickenteppich im Portalverbund die Nutzer allerdings nicht entscheidend ermutigt, davon großen Gebrauch zu machen, konstatiert die AKDB, die für 2023 eine Konsolidierung dieser heterogenen Nutzerkonten-Landschaft vorhersagt. Dabei werde die digitale Identität auch nicht mehr ausschließlich für Online-Verwaltungsanträge genutzt werden, stattdessen werde sich ein ganzes Ökosystem für vertrauensvolle Identitäten bilden. Die AKDB nennt Identitätsnachweise wie etwa Führerschein, Bibliotheksausweis oder Skipass, die künftig digital auf dem Smartphone hinterlegt sein werden. Startpunkt werde die eID, künftig sogar die EU-eID sein, um die sich die Dienste gruppieren. So könne die eID als universeller Eintritt in die digitale Verwaltungswelt wahrgenommen werden. Ziel sei eine möglichst souveräne, aber auch sichere Identitätsverwaltung.

Mehr als nur ein digitales Front End

Das Fazit er AKDB zum OZG fällt nüchtern aus: Nachdem die OZG-Umsetzung sich jahrelang um die Bereitstellung möglichst vieler Online-Verwaltungsdienste gedreht habe, dämmere es den meisten, dass das Problem der Verwaltungsdigitalisierung damit nicht gelöst sei. Online-Dienste seien erst dann sinnvoll, so der IT-Dienstleister, wenn sie ohne Medienbruch auch ins Back End greifen, also direkt in die Sachbearbeitungssoftware der Verwaltung. Nun stelle sich die Frage, wie Standards, Schnittstellen und Infrastrukturen zwischen Online-Dienst und allen möglichen Fachverfahren geschaffen werden könnten. Bisher gebe es nur eine begrenzte Anzahl an möglichen XÖV-Standards, die Bereitstellung neuer APIs sei zeitintensiv und komplex. Daher würden sich IT-Dienstleister 2023 mit einer Lösung befassen müssen. Derjenige, der Fachverfahren und E-Government-Dienste im großen Stil, also weitgehend automatisiert, miteinander verbinde, werde die Nase vorn haben, prognostiziert die AKDB.

Hard- und Software für hybrides Arbeiten

Die Corona-Pandemie hat dazu beigetragen, auch in der öffentlichen Verwaltung neue Arbeitsformen zu etablieren. Das aus der Not geborene Arbeiten im Homeoffice bleibt und wird um für Team-Arbeit essenzielle Präsenz- und Hybridformate ergänzt. Gerüstet ist die Verwaltung dafür nicht. So verweist die AKDB auf eine Studie der Universität Potsdam in Zusammenarbeit mit PwC, wonach 34 Prozent der Befragten aus der öffentlichen Verwaltung angaben, dass sie für ihre Arbeit im Homeoffice auch private Technik genutzt haben. Außerdem verfügten über die Hälfte der Befragten (52 Prozent) maximal über eine eher gering vorhandene IT-Hardware, und 43 Prozent konnten auf eine eher unzureichende Netzwerkinfrastruktur zugreifen. Um für ihre Mitarbeitenden attraktiv zu bleiben, werden sich die Kommunalverwaltungen im Jahr 2023 zunehmend fürs mobile Arbeiten rüsten. So rechnet die AKDB auch mit einer Anschaffung entsprechender Hardware – Laptops, Handys – und von Videokonferenzsystemen, Gremien-Software, Endpoint-Security-Lösungen und Mobile Device Management.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Plakat zum zweiten Osnabrücker GovTech Hackathon

Osnabrück: Zweiter GovTech Hackathon am Start

[07.04.2026] 
Im Rahmen eines zweiten GovTech Hackathons sucht die Stadt Osnabrück wieder digitale Innovationen für die öffentliche Verwaltung. mehr...

Eine junge Frau macht per Smartphone ein Foto vom Potsdamer Rathaus.
bericht

Serie Digitalstädte: Stadt mit Gründergeist

[23.03.2026] Am Anfang war Nixdorf. Heute ist die Stadt Paderborn ein Hotspot der ostwestfälischen IT-Wirtschaft mit starkem Mittelstand, ausgezeichneter Universität und ambitionierter Verwaltung. Ein Besuch. mehr...

Ein Mann und eine Frau recken ihre Handys der Kamera entgegen.

Erfurt: Hilfe per Knopfdruck

[17.03.2026] Für viele Menschen gehören Stadtfeste und Märkte zum urbanen Lebensgefühl. Um diese sicherer zu machen, hat die Stadt Erfurt nun mit dem Anbieter der Sicherheits-App SafeNow einen Rahmenvertrag unterzeichnet. mehr...

Dreieckiges Baustellenschild mit schaufelndem Männchen aus der Untersicht aufgenommen.

Nordrhein-Westfalen: Kommunen melden ihre Baustellen digital

[13.03.2026] Werden Baustellen an der öffentlichen Infrastruktur überregional erfasst, können Terminkollisionen und Potenziale zur Bündelung leichter erkannt werden. In Nordrhein-Westfalen sollen Kommunen nun gesetzlich zur Meldung in einem zentralen digitalen Portal verpflichtet werden. mehr...

Transparente, kubische Trophäen stehen aufgereiht auf einem grauen Podest.

OSBA: Innovative Open-Source-Lösungen gesucht

[06.03.2026] Zum zweiten Mal findet der bundesweite Wettbewerb für erfolgreiche Open-Source-Lösungen aus der öffentlichen Verwaltung statt. Behörden und öffentliche Stellen aller föderalen Ebenen können sich bis Ende Juni bewerben, die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Smart Country Convention. mehr...

Bremen: Verwaltung punktet mit Online-Services.

Bremen: Schub für die Verwaltungsdigitalisierung

[03.03.2026] Performa Nord, ein Verwaltungsdienstleister der Freien Hansestadt Bremen, erhält aus dem Investitionssofortprogramm des Landes rund vier Millionen Euro. 2026 und 2027 sollen Terminmanagement, Heil- und Dienstunfallfürsorge sowie die IT-Ausstattung der Einrichtung digitalisiert und modernisiert werden. mehr...

Holzklötze mit Icons: Buch, Hirn, Schachfigur

Praxisleitfaden: Wissen bewahren und nutzen

[19.02.2026] Speziell an die Führungsebene in der öffentlichen Verwaltung richtet sich eine Orientierungshilfe der Innovationsstiftung Bayerische Kommune. Der Leitfaden liefert praxisnahe Impulse, wie erfolgreiches Wissensmanagement in kleinen Schritten aufgebaut werden kann. mehr...

Rotweißer Leuchtturm hinter Sünden auf der Insel Amrum

Föhr-Amrum: Digitale Lösungen für die Zukunft der Inseln

[18.02.2026] Im Rahmen der Föhr-Amrumer Zukunftsimpulse hat das Amt Föhr-Amrum den Island Future Award initiiert. Ausgezeichnet werden Projekte, die Inseln und Küstenregionen durch praxistaugliche Digitalisierung konkret stärken. mehr...

Mehrere Personen halten bunte Zahnräder aneinander.

NExT-Netzwerk: Arbeit neu strukturiert

[17.02.2026] Mit einer neuen strategischen Struktur richtet der Verein NExT seine Arbeit zur Verwaltungstransformation neu aus: Künftig sollen Austausch, Analyse und politische Einordnung enger verzahnt werden. Ein Relaunch der Website macht diesen Anspruch auch nach außen sichtbar. mehr...

Detailaufnahme Bauplan mit Bleistift

Schleswig-Holstein: Unterstützung für kommunale Bauleitplanung

[05.02.2026] Schleswig-Holstein will Bauleitpläne künftig mit dem Standard XPlanung und einer zentralen Bereitstellungsplattform landeseinheitlich digital verfügbar machen. Das Land unterstützt Kommunen bei der Umwandlung bestehender Pläne. mehr...

Zeichnung von Händen, die je ein Puzzleteil in der Hand halten, die zusammengefügt werden. Daneben steht ÖFIT-Wegbereiter geschrieben.

ÖFIT-Wegbereiter-Reihe: Kompetenzaufbau in der Verwaltungspraxis

[30.01.2026] Als niedrigschwellige, anwendungsorientierte Lern- und Arbeitsinstrumente sollen die ÖFIT-Wegbereiter die interdisziplinäre Bearbeitung von Digitalisierungsprojekten in der öffentlichen Verwaltung unterstützen. Die Reihe umfasst derzeit vier Ausgaben unter anderem zu den Themen Low Code, generative Künstliche Intelligenz und Digitale Souveränität. mehr...

Junger Mann mit Kopfhörern in einer Büroumgebung, die untere Hälfte seines Gesichts von einem Monitor verdeckt.

Vitako: Die Verwaltung der Zukunft im Podcast

[16.01.2026] Orientierung schaffen, Debatten anstoßen und zeigen, wie öffentliche IT den digitalen Staat mitgestaltet – das will der neue Podcast von Vitako, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister. mehr...

KDO: IT-Wissen praxisnah vermittelt

[14.01.2026] Die KDO-Akademie vermittelt IT-Kompetenz: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 200 Schulungen durchgeführt. Nun entwickelt sich das Angebot weiter. In verschiedenen Formaten wird neben Know-how zu konkreten IT-Lösungen auch Wissen zu übergreifenden Themen vermittelt. mehr...

Grafik, die den Ablauf des Kölner IT-Planungsprozesses erläutert.

Köln: Erster IT-Planungsprozess

[22.12.2025] Um die IT- und Digitalisierungsvorhaben der Verwaltung schneller bewerten und priorisieren zu können, hat Köln erstmals einen gesamtstädtischen IT-Planungsprozess umgesetzt. Er orientiert sich an Industriestandards für die IT-Planung in Unternehmen und sorgt für einen optimalen Ressourceneinsatz sowie eine nachhaltig gesteuerte digitale Transformation. mehr...

Vier Personen stellen das Aachener Baumkataster vor

Aachen: Straßenbäume exakt dokumentiert

[19.12.2025] In Aachen wurden in den vergangenen Jahren alle Stadtbäume mit Stamm- und Zustandsdaten in ein Kataster eingepflegt. Das soll der Stadtverwaltung künftig alle Prozesse rund um Baumkontrolle und -pflege erleichtern. mehr...