FachverfahrenVerknüpfung bringt’s
Der Anspruch von Bürgern und Gewerbetreibenden an ein Bürgerbüro beinhaltet heutzutage, möglichst alle Amtsgeschäfte an einer Stelle in der Verwaltung erledigen zu können. Die fachübergreifende Abwicklung von Verwaltungsvorgängen erfordert aber nicht nur entsprechend ausgebildetes Personal. Auch die Werkzeuge, die kommunalen Fachanwendungen, müssen diesen Anforderungen Rechnung tragen und in der Lage sein, medienbruchfrei und interdisziplinär zu arbeiten.
Aus der Praxis
Am Beispiel einer Gewerbeanmeldung können die fachbereichsübergreifenden Aufgaben im Bürgerbüro beschrieben werden: Eine Familie, die in ihr neues Haus gezogen ist, kommt ins Bürgerbüro und möchte sich am neuen Wohnort anmelden. Zudem plant die Frau in den Erdgeschossräumlichkeiten des Hauses ein eigenes Kosmetikstudio zu eröffnen. Dieses geplante Gewerbe muss ebenfalls angezeigt werden. Mit der passenden Fachanwendung für das Einwohnermeldewesen kann die Anmeldung sofort beginnen. Um diese abzuschließen, bittet eine Sachbearbeiterin die Frau um ihren Personalausweis. Sie stellt fest, dass dieser bald abläuft. Nach dem entsprechenden Hinweis beantragt die Frau sofort einen neuen. Die Gebühr für den neuen Personalausweis (nPA) wird direkt an das integrierte Kassenverfahren übergeben. Dort öffnet sich ein neuer Warenkorb und die Leistung wird hinzugefügt. Die Anmeldung im Einwohnermeldewesen führt zu einem neuen Adresseintrag innerhalb des verwaltungsinternen Adressdienstes. Aufgabe dieses zentralen Dienstes ist es, sicherzustellen, dass auch andere Fachanwendungen jederzeit auf aktuelle Anschriften der Einwohner zugreifen können.
Nach Abschluss der Anmeldung und dem Beantragen des nPA soll das Kosmetikstudio angemeldet werden. Auf Nachfrage, ob zusätzliche Unterlagen notwendig sind, gibt die Sachbearbeiterin die Auskunft, dass ein Kosmetikstudio zwar anmelde- und anzeigepflichtig ist, bis auf den Personalausweis und eine Handwerkskarte jedoch keine speziellen Unterlagen notwendig seien. Die Anmeldung kann sofort erfolgen. Sie wird gemeinsam in der Fachanwendung zum Gewerbewesen vorgenommen. Angaben wie etwa die Anschrift können aus dem zentralen Adressdienst übernommen werden und müssen nicht neu erfasst werden. Weitere Daten wie zum Beispiel Rechtsform, Name des Unternehmens, Tätigkeitsschlüssel, Gegenstand des Gewerbes und Betriebsstätte werden nach und nach befüllt. Abschließend wird für das Gewerbe ein eigener Eintrag im zentralen Adressdienst erzeugt. Dies ermöglicht unter anderem die Nutzung dieser Adressdaten bei der Veranlagung der Gewerbesteuer. Die Anmeldung ist ebenfalls mit einer entsprechenden Verwaltungsgebühr belegt. Über das integrierte Kassenverfahren wird diese dem bestehenden Warenkorb als weitere Leistung hinzugefügt. Der Gewerbetreibenden wird eine Empfangsbescheinigung ausgehändigt.
Die Übermittlung der Gewerbemeldung nach §14 Gewerbeordnung an Empfänger wie das Statistische Landesamt, Landratsamt, Finanzamt, IHK, Handwerkskammer und die Bundesagentur für Arbeit erfolgt zum größten Teil elektronisch über die Datenübermittlungsformate DatML/RAW und in Bayern per GEWAN. Voraussetzung ist, dass die empfangsberechtigte Stelle die Daten elektronisch in diesem Format empfangen kann.
Nach Abschluss der verschiedenen Prozesse wird der gesamte Warenkorb in Rechnung gestellt. Die Familie kann nun wählen, ob sie die erhaltenen Leistungen bar oder mit Karte bezahlt. Entscheidet sie sich für die Zahlung mit Karte, wird die Transaktion über ein angeschlossenes Terminal direkt durchgeführt. Der Kassenvorgang führt anschließend automatisch zu einer entsprechenden Soll/Ist-Buchung im Finanzverfahren der Verwaltung. Nachdem die Familie alle gewünschten Leistungen innerhalb kürzester Zeit im Bürgerbüro erhalten hat, müssen durch die Sachbearbeiterin noch Folgetätigkeiten im Gewerbewesen erfolgen. Über die integrierte Vorgangsverwaltung wird sie durch diese Schritt für Schritt geführt. Sie muss Mitteilungen innerhalb der Verwaltung sowohl an das Steueramt zur künftigen Veranlagung der Gewerbesteuer als auch an den Bürgermeister für ein offizielles Begrüßungsschreiben als neue Gewerbetreibende senden. Hat der Gewerbetreibende sein Einverständnis gegeben, übermittelt sie die Adresse zusätzlich an den örtlichen Gewerbeverein.
Übergreifende Unterstützung
Die Betrachtung des gesamten Vorgangs verdeutlicht die starke Verknüpfung der zahlreichen Verwaltungsprozesse. Insbesondere der Prozess der Gewerbeanmeldung hat Auswirkungen auf unterschiedliche Bereiche innerhalb der Verwaltung. Die Mitarbeiter in einem Bürgerbüro benötigen somit Werkzeuge, die nicht nur die jeweiligen Fachprozesse abbilden, sondern vor allem die fachübergreifenden Verbindungen unterstützen.
Hamm: Schub für digitale Genehmigungen
[12.01.2026] Die Stadt Hamm bearbeitet Bau- und Immissionsschutzanträge künftig Ende-zu-Ende digital. Digitale Einreichungen werden vollständig elektronisch geprüft und beschieden. Mit gezielten Anreizen und Informationsangeboten will die Stadt den Wechsel von Papier- zu Digitalanträgen beschleunigen. mehr...
Bremerhaven: Schulgebäude smart gebaut
[16.12.2025] Die Stadt Bremerhaven setzt beim Hochbauprojekt „Allianz 3 Schulen“ auf smarte Methoden wie Building Information Modeling, um Prozesse effizienter und präziser zu gestalten. Zudem kommt das innovative Verfahren der integrierten Projektallianz (IPA) zum Einsatz. mehr...
Lösungen: Medienbruchfreie Marktorganisation
[16.12.2025] Die Anbieter cit, S-Public Services und LTE Consulting bündeln ihre Kompetenzen, um Kommunen eine vollständig digitale Lösung für die Organisation und Verwaltung von Märkten bereitzustellen. mehr...
Metropolregion Rhein-Neckar (MRN): Online zum Handwerkerparkausweis
[16.12.2025] In der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) können Handwerkerparkausweise nun medienbruchfrei über eine zentrale Onlineplattform beantragt werden. Ist der Ausweis genehmigt, können die Betriebe ihn selbst ausdrucken. mehr...
Sozialwesen: Automatisierung entlastet
[12.12.2025] In der Sozialwirtschaft können automatisierte Prozesse den Abrechnungsaufwand drastisch reduzieren. Der Kreis Darmstadt-Dieburg konnte beispielsweise eine Entlastung von mehr als 90 Prozent im Fachamt erreichen. Voraussetzung ist die zielgerichtete Digitalisierung. mehr...
Magdeburg: Bauvorbescheid digital beantragen
[05.12.2025] Anträge für Bauvorhaben können in Magdeburg jetzt vollständig digital abgewickelt werden. Der datenschutzkonforme Onlineservice steht im digitalen Rathaus der Landeshauptstadt zur Verfügung. mehr...
BIM: Einführung lohnt sich
[03.12.2025] Das Arbeiten mit digitalen Bauwerksmodellen spart Zeit, Geld und Ressourcen – wenn die Einführung von Building Information Modeling (BIM) strukturiert angegangen wird. Die Initiative BIMwerker bietet Kommunen Orientierung und zeigt, wie der Einstieg gelingt. mehr...
Wiesbaden: Onlinebauantrag im Regelbetrieb
[28.11.2025] Ab Dezember bietet die Wiesbadener Bauaufsicht sämtliche Baugenehmigungsverfahren volldigitalisiert an. Vom Ausfüllen des Formulars über den Upload aller Unterlagen bis hin zur Kommunikation mit der Behörde wird dann alles über das Bauportal Hessen (DigiBauG) abgewickelt. Das Verfahren wird damit schneller, effizienter, einfacher und transparenter. mehr...
Nordrhein-Westfalen: pmHundManager im Einsatz
[28.11.2025] Die Lösung pmHundManager des Anbieters GovConnect kommt jetzt auch bei den ersten Kommunen in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz. Dazu kooperiert GovConnect mit dem Zweckverband Kommunales Rechenzentrum Niederrhein (KRZN). mehr...
Friedhofswesen: Unkomplizierte Umstellung
[21.11.2025] Die Umstellung auf die Software HADES‑X brachte der St. Barbara Gottesackerstiftung Linz viele Erleichterungen im Arbeitsalltag. Für Mehrwerte sorgen etwa der digitale Friedhofsplan, Online-Bürgerdienste und Grab‑Informationen via QR‑Code. mehr...
AIDA ORGA: Von Baumkontrolle bis Winterdienst
[20.11.2025] Ab Herbst beginnt für Bauhöfe die arbeitsintensive Zeit. Sie müssen Bäume kontrollieren, Pflegemaßnahmen planen und Straßen für den Winter vorbereiten. Mit einer Baumkontroll-App und der digitalen Winterdienstdokumentation mit integrierter Zeiterfassung unterstützt Anbieter AIDA ORGA die Kommunen bei diesen Aufgaben. mehr...
eWA: 2.000 angeschlossene Meldebehörden
[17.11.2025] Die von der Freien und Hansestadt Hamburg nach dem Einer-für-Alle-Prinzip entwickelte elektronische Wohnsitzanmeldung (eWA) wird mittlerweile von 2.000 Meldebehörden in ganz Deutschland genutzt. 55 Millionen Bürger können ihren Wohnsitz somit komplett digital ummelden. mehr...
Mainz: Anmelden über den Kinder-Kompass
[11.11.2025] Die Kita-Anmeldung soll in Mainz ab sofort übersichtlicher und unkomplizierter vonstattengehen. Dafür wurde der Kinder-Kompass Mainz ins Leben gerufen. Die trägerübergreifende Anmeldeplattform bietet Vorteile für Eltern, Kitas und die Stadtverwaltung. mehr...
ITK Rheinland: Auf neuer Spur im Verkehrswesen
[04.11.2025] Die ITK Rheinland führt im Competence Center Verkehrswesen eine neue Software ein. In Mönchengladbach, Wesel, der Landeshauptstadt Düsseldorf, Bottrop, dem Rhein-Kreis Neuss und Kleve ist die Umstellung bereits abgeschlossen. mehr...
Leipzig: QR-Code als Hundemarke
[31.10.2025] Mit dem kommenden Jahr erhalten Hundehalter in Leipzig für jeden neu angemeldeten Hund den Nachweis über die Anmeldung in digitaler oder Papierform. Ein QR-Code dient dann als Hunderegistriermarke, die Blechmarken verlieren bis Ende 2026 ihre Gültigkeit. mehr...

















