Dienstag, 29. September 2026

AKDBVon der Lochkarte zur künstlichen Intelligenz

[29.04.2021] Vor 50 Jahren wurde die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) gegründet. Seither haben sich nicht nur der Stellenwert der Digitalisierung und die Erwartungshaltung der Bürger enorm verändert, sondern auch der kommunale IT-Dienstleister.
EDV 1971: Lochkarten im Metallkoffer.

EDV 1971: Lochkarten im Metallkoffer.

(Bildquelle: AKDB)

Nur noch wenige Zeitzeugen können sich daran erinnern: Am 12. Mai 1971 wurde die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) im Münchner Rathaus gegründet. In Anwesenheit des bayerischen Innenministers Bruno Merk und des Münchner Oberbürgermeisters Hans-Jochen Vogel wurde sozusagen eine Unterstützungsorganisation für Kommunen bei der Nutzung der EDV aus der Taufe gehoben. Eine erste Bewährungsprobe für die junge AKDB war es, mit damaligen Mitteln der elektronischen Datenverarbeitung die Kommunen nach der Gebietsreform zu modernisieren.
Die Veränderungen seither sind enorm: Betreute die AKDB 1971 nur wenige hundert bayerische Kunden, sind es heute bundesweit fast 5.000. Während 2021 im Unternehmensverbund der AKDB insgesamt über 1.000 Menschen arbeiten, fing es damals mit 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an. Nutzten früher Beschäftigte in der kommunalen IT hauptsächlich Lochkarten und war erst 1970 mit dem IBM 370 die erste EDV-Anlage auf den Markt gekommen, die über einen Arbeitsspeicher aus Halbleitern verfügte, beschäftigen sich kommunale IT-Leiter heute mit Outsourcing, Bürgerservice-Portalen und künstlicher Intelligenz (KI).

Standardisieren und beschleunigen

Die Technik von heute ist nicht mehr vergleichbar, die Rechenkapazitäten sind um ein Vielfaches gestiegen. Genauso wie die Erwartungen der Kommunen und Bürger. Deshalb will die AKDB ihr Augenmerk auch auf Cloud-Lösungen richten, welche die kommunale IT entlasten und gleichzeitig hohe Verfügbarkeit und Sicherheit gewährleisten. Ein weiteres Ziel lautet: Verwaltungsprozesse standardisieren und beschleunigen. Dafür werden zunehmend Technologien wie Robotic Process Automation oder künstliche Intelligenz genutzt. Auch Blockchain-Technologien erprobt die AKDB über die Genossenschaft govdigital, deren Gründungsmitglied sie ist.
Parallel dazu hat sich die AKDB in ihrem Jubiläumsjahr neu ausgerichtet. Eine neue Organisationsstruktur soll das Zusammenwirken zwischen den Unternehmensbereichen stärken. Der Vertrieb ist nicht mehr ausschließlich regional, sondern nach Kundengruppen aufgestellt. Kundenanforderungen und gesetzliche Vorgaben sollen so noch direkter in die Produktentwicklung einfließen.

Jubiläums-Website gibt Einblicke

Um den Herausforderungen des Marktes begegnen zu können, hat sich die AKDB an diversen Unternehmen beteiligt und neue gegründet: Im Bereich Geo-Informationssysteme/Facility Management gehört nun die Firma RIWA zum Unternehmensverbund. Telecomputer, unter anderem spezialisiert auf internetbasierte Kfz-Zulassung, ist seit Januar dieses Jahres Teil der AKDB-Familie. Mit der Beteiligung an der Beratungsfirma roo.si ist die AKDB auch im Bereich KI und Business Intelligence präsenter. Und im E-Government entwickeln Experten in der neuen digitalfabriX Online-Dienste sowie KI- und Smart-City-Lösungen.
Für das Firmenjubiläum wurde eine eigene Website erstellt. Besucher erhalten hier Einblicke in Arbeit und Projekte, finden kleine digitale Happenings, Video-Interviews mit der neuen Geschäftsleitung oder eine virtuelle Reise durch die Unternehmensgeschichte.

Alexander Schaeff


Stichwörter: Unternehmen,


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