Sonntag, 31. August 2025

InterviewWeniger Mehraufwände

[04.08.2014] Jan Schneider, für städtische IT und E-Government zuständiger Stadtrat in Frankfurt am Main, sieht in der Plattform Frankfurt fragt mich nicht nur verwaltungsexterne Vorteile.
Stadtrat Jan Schneider: Mit Frankfurt fragt mich wird dem allgemeinen Wunsch nach mehr Transparenz und Teilhabe Rechnung getragen.

Stadtrat Jan Schneider: Mit Frankfurt fragt mich wird dem allgemeinen Wunsch nach mehr Transparenz und Teilhabe Rechnung getragen.

(Bildquelle: Petra Bruder)

Herr Schneider, mit der Plattform Frankfurt fragt mich schlägt die Mainmetropole ein neues Kapitel der Bürgerbeteiligung auf. Warum hat sich die Stadt für diesen Schritt entschieden?

Derzeit offeriert die Stadt Frankfurt am Main über ihren Internet-Auftritt bereits verschiedene Möglichkeiten, sich am kommunalen Leben und der Weiterentwicklung der Kommune zu beteiligen. Mit Frankfurt fragt mich (www.ffm.de) bieten wir nun zum einen neue Beteiligungsformen wie den Mängelmelder oder die Online-Bürgersprechstunde an. Zum anderen sollen die verschiedenen Beteiligungsverfahren der städtischen Ämter auf einer Seite gebündelt werden. Dadurch können die Bürgerinnen und Bürger noch einfacher ihren Sachverstand und ihre Meinung in den Entscheidungsprozess der Verwaltung einbringen. Mit dem neuen Portal wird dem allgemeinen Wunsch nach mehr Transparenz und Teilhabe Rechnung getragen.

Welche Services sind bislang besonders gefragt?

Bereits sehr intensiv wird der Mängelmelder genutzt. Er bietet den Bürgern die Möglichkeit, von allen Endgeräten aus infrastrukturelle Mängel auf einer Karte einzutragen und diese direkt an die Stadtverwaltung zu übermitteln. Innerhalb der Verwaltung haben wir sichergestellt, dass die Meldungen vom Service-Center 115 vorgeprüft und dann direkt an die zuständigen Fachämter weitergeleitet werden. Die Bürger bekommen dann von dort direkt eine Rückmeldung, die transparent auf der Plattform dargestellt wird. Auch die erstmals durchgeführte Online-Bürgersprechstunde mit dem Oberbürgermeister war ein voller Erfolg. In einem nächsten Schritt soll der zu einer ganzjährigen Ideenplattform weiterentwickelte Bürgerhaushalt in unser Portal integriert werden.

Wir gehen davon aus, dass wir mit unserer neuen Plattform eher weniger als mehr Aufwände haben werden.
Wie geht die Stadt mit dem Mehraufwand um, den die Plattform mit sich bringt?

Dank unseres Service-Centers landen die Meldungen bei den richtigen Fachstellen. Im Vergleich zu einer telefonischen Meldung reduziert der Mängelmelder beispielsweise auch den Rechercheaufwand, da die Missstände beim Absetzen der Meldung bereits genau verortet werden. Der Mängelmelder trägt somit zu einer Optimierung von ämterübergreifenden Prozessen bei, sodass größere Fallzahlen nicht zwangsläufig zu einem Mehraufwand führen. Mit Frankfurt fragt mich können die Fachämter Beteiligungsprojekte auf einfache und kostengünstige Art und Weise durchführen. Geld und Zeit kann gespart werden. Insofern gehen wir davon aus, dass wir mit unserer neuen Plattform insgesamt eher weniger als mehr Aufwände haben werden.

Wie wurden die Mitarbeiter vorbereitet?

Bei der Entwicklung eines solchen Projekts müssen die Anforderungen und Bedürfnisse aller Beteiligten unbedingt berücksichtigt werden. Deshalb wurden bereits in der Planungsphase von Frankfurt fragt mich die beteiligten Fachämter eingebunden. Unter anderem wurden die Anforderungen an den Beteiligungsbaukasten erörtert und die notwendigen Bearbeitungsprozesse bei Mängelmeldungen definiert. Auch im laufenden Betrieb findet ein stetiger Erfahrungsaustausch statt.

Welche Herausforderungen waren bei der Umsetzung zu meistern?

Schon bei der Planung wurde allen Beteiligten schnell klar, dass sich mit Frankfurt fragt mich auch Veränderungen in den bestehenden Arbeitsprozessen ergeben werden. Diese Änderungen wurden in einer konstruktiven Zusammenarbeit besprochen und neue Abläufe gemeinsam festgelegt. Da alle Beteiligten zu jeder Zeit in den Entwicklungsprozess eingebunden waren, gab es keine besonderen Probleme.

Interview: Verena Barth




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