AbschlussberichtWie kann die Staatsreform gelingen?

Prof. Dr. Andreas Voßkuhle, Peer Steinbrück, Julia Jäkel und Dr. Thomas de Maizière übergaben Frank-Walter Steinmeier den Abschlussbericht der Initiative für einen handlungsfähigen Staat.
(Bildquelle: BMDS)
Auf Einladung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier stellte die Initiative für einen handlungsfähigen Staat im Schloss Bellevue ihren Abschlussbericht vor. Hinter der Initiative stehen die Medienmanagerin und Aufsichtsrätin Julia Jäkel, die ehemaligen Bundesminister Thomas de Maizière und Peer Steinbrück sowie der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle. Die Initiative will Reformvorschläge entwickeln, die den Staat befähigen, effektiv und bürgernah zu agieren. Bundespräsident Steinmeier ist Schirmherr der Initiative, die zudem von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Fritz Thyssen Stiftung, der Stiftung Mercator und der Zeit Stiftung Bucerius unterstützt wird. Der nun vorliegende Abschlussbericht enthält 35 konkrete Empfehlungen, die in Arbeitsgruppen erarbeitet wurden.
Motor der Staatsmodernisierung
Vor den rund 120 geladenen Gästen der Veranstaltung stellte Digitalisierungsminister Karsten Wildberger in einem Impulsvortrag die Modernisierungsagenda der Bundesregierung vor. Verwaltung müsse sich daran messen lassen, ob sie Entlastungen für Bürger und Unternehmen bringe. Allerdings fehle bis heute auch an vielen Stellen der „politische Wille und Mut, Erkenntnissen auch die notwendigen Taten folgen zu lassen“ – und dieser Wille und Mut sei „im ganzen Land“ mehr gefragt denn je, so der Minister. In einer anschließenden Gesprächsrunde erörterten Wildberger, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Zwickaus Oberbürgermeisterin Constance Arndt, wie die Ergebnisse der Initiative auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene umgesetzt werden können – insbesondere mit Blick auf die Digitalisierung als Motor der Staatsmodernisierung.
Viele Empfehlungen bereits im Koalitionsvertrag
Die Auftaktveranstaltung der Initiative fand bereits im November 2024 statt. Seither haben 54 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis in sieben thematischen Gruppen konkrete Vorschläge erarbeitet, um die Handlungsfähigkeit staatlicher Institutionen zu stärken. Der Zwischenbericht der Initiative vom März 2025 habe bereits Eingang in das Regierungsprogramm der neuen Bundesregierung gefunden, so eine Meldung aus dem Bundesministerium für Digitales. Dessen Gründung sei eine zentrale Empfehlung aus dem Bericht. Daneben finden sich viele weitere der Empfehlungen im Koalitionsvertrag wieder, etwa zum Bürokratierückbau, zur besseren Rechtsetzung oder zu unternehmens- und bürgerzentrierten digitalen Services.
Modellkommunen als Modernisierungsbeschleuniger
Der Abschlussbericht greift nun zentrale Herausforderungen auf – von der Digitalisierung über die Steuerung komplexer Vorhaben bis zur Gewinnung und Entwicklung von Personal im öffentlichen Dienst. Um die Umsetzung von Reformen in der Verwaltung möglichst zügig anzuschieben, empfehlen die Initiatoren die Einrichtung von Modellkommunen und Modellregionen, in denen Vorschläge für die Modernisierung der Verwaltung als Ganzes erprobt werden sollen. Dort könnten etwa Antrags- und Genehmigungsverfahren vereinfacht, der Bürgerservice beschleunigt und eine neue Personal-, Fehler- und Führungskultur erprobt werden. Dafür böten sich aktiv unter anderem die Kreisstadt Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern und der Regierungsbezirk Köln an, so die Hertie-Stiftung. Mit der Vorlage des Abschlussberichts beendet die Initiative für einen handlungsfähigen Staat ihre Arbeit: „Wir wollten einen Impuls setzen für eine Staatsreform – diese Aufgabe sehen wir als erfüllt an. Weder können noch wollen wir ein ständiges Kontroll- und Beratungsgremium sein.“
Hessen: Rechenzentren sollen Kommunen mehr einbringen
[26.10.2026] Rechenzentren beanspruchen kommunale Flächen und Infrastruktur. Die geplante Gewerbesteuerreform soll den Standortgemeinden höhere Einnahmen bringen. Das Land Hessen hat im Bundesrat Nachbesserungen verlangt, damit die Regelung möglichst viele Betreiber erfasst. mehr...
Sachsen: Fünf Online-Dienste landesweit
[26.10.2026] Der Freistaat Sachsen und der Bund haben vereinbart, fünf Online-Dienste bis Ende Juni 2027 in allen zuständigen Kommunalbehörden bereitzustellen. Der Bund finanziert die technische Anbindung, die govdigital gemeinsam mit dem kommunalen IT-Dienstleister Lecos übernimmt. mehr...
Sachsen-Anhalt: Marktplatz für Lösungen
[20.10.2026] Sachsen-Anhalt treibt die Digitalisierung seiner Verwaltung mit einem klaren Fokus auf Nachnutzung und Standardisierung voran. Ein zentrales Instrument ist dabei der „eGovernment-Marktplatz Sachsen-Anhalt“. mehr...
Smart Country Convention: Wildberger kündigt weitere Schritte an
[19.10.2026] Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat auf der Smart Country Convention 2026 in Berlin den Ausbau zentraler digitaler Verwaltungsdienste, die Weiterentwicklung des Deutschland-Stacks und neue KI-Anwendungen angekündigt. mehr...
Baden-Württemberg: Schneller Roll-out statt vieler Einzellösungen
[19.10.2026] Baden-Württemberg hat mit dem Bund vereinbart, fünf bestehende Online-Dienste innerhalb von neun Monaten bei allen zuständigen Behörden im Land verfügbar zu machen. Ein zentral organisierter Anschlussprozess soll die Kommunen bei der Umsetzung unterstützen. mehr...
GovTech Kommunal: Kein Ersatz, sondern Ergänzung
[15.10.2026] In der Debatte um mögliche Parallelstrukturen bei der Verwaltungsdigitalisierung hat GovTech Deutschland auf die Kritik der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako, reagiert. In einer Stellungnahme weisen die Verantwortlichen die Vorwürfe zurück, erläutern die Rolle von GovTech Kommunal und bieten den kommunalen IT-Dienstleistern eine Zusammenarbeit an. mehr...
Bitkom-Umfragen: Online aufs Amt bleibt (noch) die Ausnahme
[15.10.2026] Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung macht Fortschritte, bleibt aber hinter den Erwartungen von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen zurück. Das zeigen zwei aktuelle Bitkom-Umfragen. Insbesondere fehlende durchgängig digitale Verfahren und Medienbrüche sorgen für Unzufriedenheit. mehr...
Deutschland-App: Zentrale Projektdetails bleiben offen
[15.10.2026] Die Modernisierungsagenda föderal sieht unter anderem die Umsetzung einer KI-unterstützten Deutschland-App vor, die einen zentralen, komfortablen Zugang zu digitalen Verwaltungsverfahren bieten soll. Mit dem aktuellen Umsetzungsstand, der Vergabe und Auftragsvolumina befasste sich jetzt der Bundestag. mehr...
Vitako: Warnung vor neuen Parallelstrukturen
[09.10.2026] Mit GovTech Kommunal ist Ende 2025 ein neuer Akteur für die kommunale Verwaltungsdigitalisierung gestartet. Der Verband Vitako sieht dessen Aktivitäten kritisch. In einem Positionspapier warnt er vor Doppelstrukturen, zusätzlichen Kosten und einer weiteren Zersplitterung der kommunalen IT-Landschaft und fordert, lieber bestehende föderale und kommunale Strukturen zu stärken. mehr...
Hessen: Positive Halbzeitbilanz
[05.10.2026] Hessen zieht eine positive Halbzeitbilanz seines Pilotprojekts mit dem Bundesdigitalministerium zur flächendeckenden Einführung digitaler Verwaltungsleistungen. Bei der An- und Ummeldung sind bereits mehr als 90 Prozent der Kommunen angeschlossen. mehr...
Deutscher Städtetag: i-Kfz-Bund greift zu kurz
[24.09.2026] Der Deutsche Städtetag hält die geplante Zentralisierung der Kfz-Zulassung beim Bund für unzureichend. Der Bund wolle vor allem bereits digitalisierte Standardverfahren übernehmen, während aufwendige Fälle bei den Kommunen blieben. Eine spürbare Entlastung sei so kaum zu erwarten. mehr...
Schwerin: Bund und Land bei Kommunalfinanzen gefordert
[21.09.2026] Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin erwartet für 2027 und 2028 Defizite in zweistelliger Millionenhöhe. Oberbürgermeister Sebastian Ehlers sieht darin kein lokales Problem, sondern verweist auf die bundesweit schwierige Finanzlage der Kommunen. Er fordert von Bund und Land eine aufgabenangemessene Finanzausstattung und Entlastungen bei gesetzlichen Leistungen. mehr...
Bund: Eine Milliarde Euro für Verwaltungsdigitalisierung
[10.09.2026] Der Bund will die Verwaltungsdigitalisierung weiter vorantreiben. Im Haushaltsentwurf sind dafür rund eine Milliarde Euro vorgesehen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger kündigte zudem weitere Schritte beim Deutschland-Stack, bei digitalen Verwaltungsleistungen und der Deutschland-App an. mehr...
Changemanagement: Veränderung steuern
[07.09.2026] Der Erfolg von großen Digitalisierungsprojekten hängt nur zu einem Teil von der Technik ab. Weitaus wichtiger sind eine saubere Strukturierung in steuerbare Einzelprojekte und der Umgang mit den Mitarbeitenden. Das zeigen Erfahrungen aus Bergisch Gladbach. mehr...
Schneller Gründen: Aus zwei mach eins
[28.08.2026] Unternehmensgründerinnen und -gründer wollen ihre Energie in ihr Geschäft stecken, nicht in bürokratische Formalitäten. Ein neuer Kombiantrag führt Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammen. Er wird zunächst an zehn Pilotstandorten erprobt. mehr...


















