Montag, 9. Februar 2026

Köln / Rhein-Erft-KreisZulassung in Kooperation

[27.11.2014] Die Stadt Köln und der Rhein-Erft-Kreis machen bei der Kfz-Zulassung gemeinsame Sache. Das Kooperationsprojekt soll als Blaupause für andere Kommunen dienen.
Zulassungsstellen im Erprobungsraum Rheinland arbeiten zusammen.

Zulassungsstellen im Erprobungsraum Rheinland arbeiten zusammen.

Kölns Stadtdirektor Guido Kahlen (2. v.l.) und Michael Kreuzberg, Landrat des Rhein-Erft-Kreises (3. v.r.)

(Bildquelle: Rhein-Erft-Kreis)

Zwischen dem Rhein-Erft-Kreis und der Stadt Köln findet im Rahmen des Projekts „Erweiterte Zuständigkeit“ im Kfz-Zulassungswesen eine in Nordrhein-Westfalen bislang einzigartige interkommunale Kooperation statt. Das Pilotprojekt wurde von den beiden Kommunen gemeinsam entwickelt und mithilfe der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) sowie deren Tochterunternehmen kommIT umgesetzt. Die Kooperation ist ein hervorragendes Beispiel für Bürgernähe und Flexibilität. Sie zeigt, dass Aufgabenstellungen nicht an Stadt-, Kreis- oder Verwaltungsgrenzen enden. Das Angebot richtet sich an Pendler des Rhein-Erft-Kreises und der Stadt Köln, die Zulassungsangelegenheiten damit sowohl an ihrem Wohnsitz als auch in der Nähe ihrer Arbeitsstätte erledigen können.
Im Rahmen des Projekts wurden zunächst die notwendigen Geschäftsprozesse erhoben, modelliert und optimiert. Im Ergebnis wurden nicht nur sämtliche Geschäftsvorfälle zwischen den beteiligten Kfz-Zulassungsstellen harmonisiert, die erarbeitete transparente Prozessdarstellung wird künftig auch intern von den Zulassungsstellen zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter verwendet. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hat die angestrebte Kooperation ausdrücklich begrüßt und seine Zustimmung erteilt.

Alle Herausforderungen gemeistert

Vor allem in Bezug auf die IT-Umsetzung stellte das Projekt eine besondere Herausforderung für die Kooperationspartner und den Software-Hersteller dar. Zwar wird das Modul „Erweiterte Zuständigkeit“ im Freistaat Bayern bereits großflächig eingesetzt, im Bundesland Nordrhein-Westfalen bestehen jedoch andere Voraussetzungen und Forderungen an eine integrierte und zukunftsfähige Umsetzung. Im Jahr 2013 wurde die notwendige Infrastruktur auf beiden Seiten aufgebaut. Ab August vergangenen Jahres erfolgten die technischen und fachlichen Tests, die rundum positiv verliefen. Es wurden alle nötigen Kommunikationsverbindungen für die Bearbeitung der ausgewählten Kfz-Zulassungsvorgänge geschaffen. Um die Revisionssicherheit der Bearbeitung zu gewährleisten und bei der bereits erreichten technischen Bearbeitung keinen Rückschritt zu machen, wurde der Transport der Archivdaten zum jeweiligen Partner seitens der kommunalen IT-Dienstleister erfolgreich umgesetzt. Zudem wurden gemeinsam mit dem Zweckverband KDN – Dachverband kommunaler IT-Dienstleister und DataClearing NRW erste Planungen für die Änderung der Kommunikationslösung auf OSCI-Transport gestartet. DataClearing NRW soll künftig als OSCI-Intermediär für die Nachrichtenübermittlung genutzt werden.

Projekt dient als Blaupause

Das Kooperationsprojekt ist ein Beispiel für eine übergreifende Zusammenarbeit von Gebietskörperschaften im Erprobungsraum Rheinland. Mit der Vorbereitung wurde das Ziel verfolgt, die im Tagesgeschäft notwendigen Schritte so allgemeingültig und variabel verwendbar auszugestalten, dass das Ergebnis in Form einer Blaupause auch in anderen Kommunen Anwendung finden kann.

Hubertus Tempski leitet bei der Stadt Köln, Petra Müller beim Rhein-Erft-Kreis das Projekt „Erweiterte Zuständigkeit“.




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