Dienstag, 27. Oktober 2026

Blockchain LiveEinsatz im Public Sector

[14.12.2017] Über den Einsatz der Blockchain-Technologie in der öffentlichen Verwaltung berichteten Teilnehmer auf einer Fachtagung in Berlin. Praxisbeispiele zeigten die Vielseitigkeit der Technologie auf.
Für die Blockchain bieten sich auch in der öffentlichen Verwaltung Einsatzmöglichkeiten.

Für die Blockchain bieten sich auch in der öffentlichen Verwaltung Einsatzmöglichkeiten.

(Bildquelle: MEV Verlag/PEAK Agentur für Kommunikation)

Konkrete Einsatzszenarien im Public Sector wurden bei der Fachtagung Blockchain Live (5. Dezember 2017) am Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS in Berlin demonstriert. 100 Teilnehmer besuchten die Tagung, berichtet die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako. „Blockchain ist eine Technologie, um Verwaltungsprozesse zu verbessern“, hielt regio-iT-Geschäftsführer Dieter Rehfeld fest. „Die Blockchain verbindet bekannte Lösungen wie Peer-to-peer und Kryptografie auf intelligente Weise.“ Das zeigte Dieter Rehfeld am Beispiel der Führerscheinverifikation. Bei der Reservierung eines Mietwagens handelt es sich um einen nahezu vollständig digitalen Prozess. Lediglich der Nachweis des Führerscheins kann nicht elektronisch erfolgen. Mit der Lösung aus dem Vitako-Blockchain-Lab werde nun eine Registerauskunft bei der Führerscheinstelle automatisch in die Wege geleitet. Dabei lässt sich ein automatisiertes Register-Management betreiben, ohne die komplette Datenbank in eine Blockchain auslagern zu müssen.
Dokumente per Blockchain mit einem automatischen Zeitstempel versehen, das ermöglicht das Unternehmen Capgemini mit dem so genannten Bürgertresor. So lassen sich beispielsweise BAföG-Anträge bearbeiten oder die für die Weitergabe und -verarbeitung von Dokumenten notwendigen Einwilligungen darin organisieren. IBM hat eine auf Blockchain-Technologie basierende Lösung für die digitale Zollabwicklung entwickelt. Diese werde bereits in Singapur eingesetzt. Dabei werden die Logistikstationen von Waren in der Blockchain protokolliert und können laut dem Unternehmen per Zeitstempel lückenlos nachvollzogen werden. Für Infrastrukturversorger bietet das Unternehmen Materna eine Blockchain-Anwendung, welche das Management von Leitungs- und Wegerechten organisiert. Damit können beispielsweise für den Bau einer Versorgungstrasse automatisch alle notwendigen Rechte für die betroffenen Flurstücke beantragt und bearbeitet werden. Dabei ist der Planungs- und Bearbeitungsstatus für die Bürger jederzeit einsehbar. Da Manipulationssicherheit und Transparenz zu den großen Vorteilen der Blockchain zählen, sind entsprechende Technologien als Grundlage zur Umsetzung von Datensouveränität für digitale Identitäten besonders geeignet, heißt es vonseiten des Fraunhofer FOKUS. Die Bedeutung digitaler Identitäten nimmt zu – und damit auch die Bedeutung der Blockchain. Dolfi Müller, Bürgermeister der Schweizer Gemeinde Zug, wo der Bitcoin als legitimes Zahlungsmittel eingeführt worden ist, rief deshalb zu einem von Neugier geprägten Umgang mit der Technologie auf.





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