Bobenheim-RoxheimFinanzwesen digitalisiert

Rathaus Bobenheim-Roxheim: Zukunftsorientiert aufgestellt.
(Bildquelle: Gemeinde Bobenheim-Roxheim)
Von der Größe her eher klein, in der konsequenten Umsetzung zukunftsorientierter Ziele dagegen groß: Die knapp 11.000 Einwohner zählende rheinland-pfälzische Gemeinde Bobenheim-Roxheim hatte ganz klare Vorstellungen von der weiteren Modernisierung der Verwaltung und ihrer zeitnahen Realisierung. Dem Aufbruch in innovative, durchgängig digitale Prozesse kommt dabei ein übergeordneter Stellenwert zu.
So hatte die Digitalisierung des Finanz-Managements bei diesem komplexen Projekt oberste Priorität – setzte allerdings noch den Umstieg auf eine neue Software voraus. Die Entscheidung fiel nach intensiver Auswahlphase auf das integrierte Finanzwesen Infoma newsystem, ergänzt um die Zentrale Adressverwaltung (ZAV), Darlehensverwaltung und Barkasse. Gleichzeitig beauftragte die verbandsfreie Gemeinde den elektronischen Rechnungsworkflow (RWF) und E-Rechnungsimport sowie weitere Digitalisierungskomponenten wie die elektronische Vertragsakte und das Infoma ePortal Faktura zur dezentralen Erfassung und integrierten Weiterbearbeitung von Einzelrechnungen und -bescheiden, um sich perfekt für durchgängige, effiziente Abläufe aufstellen zu können. Im Verlauf des Projekts kamen noch die Module Budget Advanced für Auskunft und Planung der Budgets sowie Vertragsverwaltung hinzu.
Aufbrechen eingefahrener Strukturen
Kämmerin Claudia Kreitmair sieht ihre Verwaltung mit diesem Gesamtpaket auf einem guten Weg in die digitale Zukunft – auf dem als größte Herausforderung das Aufbrechen eingefahrener Strukturen gemeistert werden will: „Durch die Digitalisierung bietet sich hier die Möglichkeit, Prozesse auf den Prüfstand zu stellen und zu optimieren. Unser Ziel im Finanzwesen ist es, die Abläufe mit den entsprechenden Sicherheitsmechanismen zu beschleunigen und dadurch Zeit für anderweitige Aufgaben zu gewinnen.“
Erreichen will die Kämmerin das mit den gebotenen Leistungsmerkmalen der integrierten Komplettlösung Infoma newsystem. So stand auf der Umsetzungsagenda neben der papierlosen Bearbeitung der ein- und ausgehenden Rechnungen mithilfe des Rechnungsworkflows sowie der Automatisierung von Kontoauszugsverbuchung und Adressabgleich auch der zeitnahe Ausgleich der Eingangsrechnungen. Zudem soll der jährliche Versand der Steuerbescheide entfallen, da die Adressen durch das ZAV-Modul aktualisiert werden. Und mit der Gebühren- und Bargeldkasse gehören manuelle Buchungen von Abschlüssen durch die Kasse in der Finanzbuchhaltung nun der Vergangenheit an. Gleichzeitig reduziert sich der Aufwand für die EDV-Abteilung: Durch die Einbindung der Gebühren- und Bargeldkasse sowie der Darlehensverwaltung in die Finanz-Software müssen zwei Programme weniger gepflegt und betreut werden.
Digitale Transformation ohne Aufstockung von Personal
Für die Umsetzung der Bestimmungen des § 2b Umsatzsteuergesetzes sind die Module ePortal und Vertragsverwaltung vorgesehen. „Um eine fehlerfreie Umsetzung zu gewährleisten, wird empfohlen, ein Tax Compliance einzuführen, also quasi durch strukturelle Maßnahmen die Fehlerquellen zu minimieren“, erläutert Claudia Kreitmair. „In diesem Rahmen muss sichergestellt sein, dass die Umsatzsteuer im Finanzprogramm korrekt abgewickelt werden kann.“
Im März 2018 startete die Altrheingemeinde das ambitionierte Digitalisierungsprojekt, um bereits am 1. Januar 2019 den Echtbetrieb des Rechnungsworkflows und die Umstellung auf das neue Finanzwesen von Axians Infoma inklusive der Nutzung der Gebühren- und Bargeldkasse zu vermelden – ein Ergebnis, für das mit Claudia Kreitmair und Jens Glaser intern hauptsächlich zwei Personen verantwortlich zeichneten. Hier zeigt sich eine Situation, die nicht nur für Bobenheim-Roxheim, sondern für viele kleinere Kommunen oftmals eine Herausforderung darstellt: die digitale Transformation ohne Aufstockung von Personal bewältigen zu müssen.
Integration der Vollstreckung geplant
Auch wenn noch nicht alle Ziele komplett erreicht wurden, zieht die Verwaltung eine positive Bilanz. Die Resonanz der 45 internen Anwender ist bis auf wenige Ausnahmen gut. Als besonders vorteilhaft beurteilt Claudia Kreitmair die schnellere Abwicklung des Zahlungsverkehrs durch den elektronischen Rechnungsworkflow sowie die schnellere Verarbeitung der Auszüge aufgrund der automatischen Kontoauszugsverbuchung. Aber auch die umfassenden und flexiblen Auswertungsmöglichkeiten – darunter Budget-Informationen, Auswertung nach Kostenstellen, Auswertung der Eigentumswechsel im Grundsteuerbereich, flexible Einstellungen bei den Explorern und Speichermöglichkeit der unterschiedlichen Suchvarianten – sind von großem Nutzen.
„Mit dem erreichten Stand können wir durchaus zufrieden sein, besonders mit der Tatsache, dass wir als kleine Kommune sehr viele Module zur Erreichung unserer Ziele gleichzeitig beziehungsweise relativ zeitnah erfolgreich zum Einsatz gebracht haben“, lautet das Fazit der Kämmerin. Für 2020 stehen konkret sowohl die Digitalisierung der Haushaltsplanung und -beratung als auch die Integration der Vollstreckung in die Finanzwesenlösung an. Mittelfristig ist zudem geplant, das Liegenschafts- und Gebäude-Management über Infoma newsystem zu erledigen.
Wiesbaden: SAP-Transformation bei den Entsorgungsbetrieben
[05.01.2026] Die Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW) haben ihre bestehende SAP ERP 6.0-Umgebung auf SAP S/4HANA 2023 migriert. Mit dem Projekt sollten nicht nur die Systeme modernisiert, sondern auch Altlasten bereinigt und eine stabile, wartbare IT-Basis geschaffen werden. mehr...
Finanzwesen: Strategisch planen
[11.12.2025] Mit der Strategischen Ressourcenplanung hat sich die Stadt Böblingen ein neues finanzielles Steuerungsinstrument erarbeitet, das ihr in finanziell guten wie auch in herausfordernden Zeiten Orientierung bietet. Die erste Bilanz ist positiv. Das Konzept hat sich bewährt. mehr...
Leipzig: Migration auf SAP S/4HANA
[08.12.2025] Die Stadt Leipzig stellt ihr Finanz- und Haushaltsmanagementsystem auf SAP S/4HANA um. Im Rahmen des Projekts arbeitet die sächsische Kommune mit mehreren Partnern zusammen. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Gewerbesteuerbescheid erfolgreich pilotiert
[13.06.2025] Der digitale Gewerbesteuerbescheid kann Prozesse in Unternehmen, bei Steuerberatern, Kommunen und der Steuerverwaltung vereinfachen. In Nordrhein-Westfalen sind die Kommunen nach einer erfolgreichen Pilotphase aufgefordert, die Einführung des Verfahrens – mit Unterstützung des Landes – voranzutreiben. mehr...
EDV Ermtraud: Elektronische Kassensysteme melden
[15.04.2025] Bis spätestens Ende Juli müssen elektronische Kassen(systeme) über das Programm ELSTER den Finanzbehörden gemeldet sein. Dies betrifft auch Kommunalverwaltungen und andere kommunale Einrichtungen. Der Kassenspezialist EDV Ermtraud liefert Hilfestellung zum Meldeprozess. mehr...
Bremerhaven: DIGITAL-Award für E-Rechnungsprojekt
[20.03.2025] Für ihr Projekt zur Umsetzung der E-Rechnung ist die Stadt Bremerhaven mit dem DIGITAL-Award 2024 ausgezeichnet worden. mehr...
Gewerbesteuerbescheid: Die kritische Masse erreichen
[14.03.2025] Von der flächendeckenden Einführung des digitalen Gewerbesteuerbescheids profitieren Kommunen, Unternehmen und Steuerberatungen. Norbert Rheindorf, Line of Business Public Sector beim HKR-Hersteller Nagarro, erklärt, worauf es bei der Umsetzung ankommt. mehr...
Aachen: IT-Prüfung für 70 Kommunen
[13.03.2025] Die Stadt Aachen bietet eine IT-Prüfung auch für andere Kommunalverwaltungen an. Nun hat der Fachbereich Rechnungsprüfung seinen Jahresbericht 2024 über die IT-Prüfung in Aachen und 70 weiteren Kommunen vorgelegt. mehr...
Prozessoptimierung: Effizienz im täglichen Tun
[03.03.2025] Im Finanzwesen treffen der Fachkräftemangel und neue gesetzliche Vorgaben auf umständliche, überholte Prozesse. Mit der Einführung intelligenter Lösungen lassen sich in der gesamten Organisation Zeit sparen, Abläufe beschleunigen und Mitarbeiter entlasten. mehr...
Rechnungsworkflow: Flexible Lösungen
[13.02.2025] Bei der Einführung von Rechnungsworkflows oder Archivlösungen steht für kleinere und mittlere Kommunen vor allem Effizienz im Vordergrund. Mit kleinen und flexiblen Werkzeugen lassen sich oft schnellere Erfolge erzielen als mit der Etablierung langwieriger Prozesse. mehr...
KDO: Finanzstatistiken mit einem Klick
[03.12.2024] Die Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO) hat eine neue Möglichkeit zum Datenaustausch für die Kassen- und Jahresrechnungsstatistik in KDO-doppik&more auf Basis von SAP S/4HANA integriert. mehr...
Borkum: Darlehensverwaltung mit VOIS
[28.11.2024] Das Fachverfahren VOIS|DALE für die Darlehensverwaltung führt die ostfriesische Stadt Borkum ein. Eine entsprechende Bestellung ging bei Anbieter ab-data ein. mehr...
d.velop / Nagarro: Rechnungsprozesse in der Cloud
[14.10.2024] Die Unternehmen d.velop und Nagarro haben eine Kooperation vereinbart. Ziel ist es, den gemeinsamen Kunden durchgängig digitale Rechnungsprozesse basierend auf der SAP-S/4HANA-Cloud anzubieten, die über die SAP Business Technology Platform (SAP BTP) bezogen werden können. mehr...
Salzlandkreis: Neue Finanzmanagement-Lösung
[11.10.2024] Der Salzlandkreis arbeitet seit Jahresanfang mit der Finanzmanagement-Lösung der KDO. Der nächste Meilenstein ist der Wechsel auf SAP S/4HANA. mehr...
Gewerbesteuerbescheid: Digitalisierung nimmt Fahrt auf
[10.10.2024] Entwicklung, Anbindung und Erprobung des digitalen Gewerbesteuerbescheids kommen gut voran. Kommunen können von dem Verfahren stark profitieren – und erhalten noch bis Jahresende Unterstützung bei der Einführung. mehr...













