StudieDigitale Zwillinge in der Praxis

Neue Veröffentlichung zu urbanen Digitalen Zwillingen ist erschienen.
(Bildquelle: BBSR)
Wie wirkt sich ein neues Wohnquartier auf den Verkehr im Umfeld aus? Wo steigt bei Starkregen das Risiko von Überflutungen? Und welche Effekte haben zusätzliche Grünflächen auf das Stadtklima? Urbane Digitale Zwillinge helfen, solche Fragen datenbasiert zu beantworten. Eine neue Praxishilfe des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt, worauf Kommunen bei Einführung und Betrieb achten sollten. Die Veröffentlichung ist im Rahmen der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities (MPSC) entstanden und wurde vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE gemeinsam mit Creative Climate Cities erarbeitet.
Praxisbeispiele zeigen konkrete Wege
Die Praxishilfe basiert laut BBSR auf der Auswertung fortgeschrittener Projekte und identifiziert zentrale Voraussetzungen für den Einsatz in Kommunen. Entscheidend ist demnach, früh konkrete Anwendungsfälle zu definieren und den Nutzen sichtbar zu machen. Technisch empfehlen die Autorinnen und Autoren modulare Systeme, die schrittweise erweitert werden können – etwa vom Verkehrsmodell hin zu Umwelt- oder Klimadaten. Offene Standards erleichterten dabei die Integration in bestehende IT-Strukturen. Eine zentrale Rolle spiele zudem das Datenmanagement: Nur aktuelle, vollständige und verknüpfte Daten liefern belastbare Simulationen. Neben technischen Fragen seien auch organisatorische Aspekte ausschlaggebend. Interdisziplinäre Teams, klare Zuständigkeiten und Rückhalt in der Verwaltung gelten als wichtige Erfolgsfaktoren. Gleichzeitig brauche es Kompetenzen im Umgang mit Daten und digitalen Werkzeugen
Die Veröffentlichung beleuchtet vier Kommunen, die bereits mit urbanen Digitalen Zwillingen arbeiten: Halle (Saale) analysiert damit Flächenpotenziale und bewertet ökologische Auswirkungen neuer Nutzungen. Kirchheim bei München setzt das Instrument unter anderem für die digitale Prüfung von Bauanträgen ein. Mönchengladbach nutzt eine modulare Plattform für Stadtplanung und Umweltanalysen, während München den Digitalen Zwilling als Teil seiner Verwaltungsinfrastruktur etabliert.
Langfristige Perspektive entscheidend
Laut der Praxishilfe entfalten Digitale Zwillinge ihren größten Nutzen erst im dauerhaften Betrieb. Kommunen sollten daher frühzeitig klären, wie sich Pflege, Weiterentwicklung und Finanzierung sichern lassen. Auch eine feste organisatorische Verankerung sei notwendig. „Urbane Digitale Zwillinge entfalten ihren Wert erst im Alltag der Verwaltung“, sagt Bettina Distel vom BBSR. „Klare Ziele, ein schrittweiser Einstieg und sichtbare Ergebnisse sind entscheidend für eine erfolgreiche Umsetzung.“
Die Studie richtet sich an kommunale Entscheiderinnen und Entscheider sowie an Fachabteilungen und IT-Verantwortliche. Sie soll Orientierung bieten und bei der Entwicklung eigener Strategien unterstützen.
Augsburg: Smart-City-Plattform wächst weiter
[23.07.2026] Augsburg hat seine Smart-City-Plattform technisch und inhaltlich erweitert. Aktuelle Stadt- und Verkehrsdaten lassen sich nun flexibler in Webseiten und Anwendungen einbinden. Teile des Angebots stehen auch in der Augsburg-App bereit. mehr...
Serie Digitalstädte: Mehrwerte schaffen
[07.07.2026] Förderprojekte wie der Wettbewerb Modellprojekte Smart Cities sind für kleinere Kommunen wie die Stadt Bad Belzig wichtig, um mit der Digitalisierung voranzukommen. Es braucht aber sichtbare Mehrwerte, damit es anschließend weitergeht. mehr...
Gütersloh: Sensoren unterstützen Winterdienst
[07.07.2026] In Gütersloh geht das Smart-City-Projekt „Smarter Winterdienst“ in den Testbetrieb – an 13 Standorten im Stadtgebiet werden künftig Sensoren den Zustand der Fahrbahnoberfläche erfassen. mehr...
BBSR: Smarte Praxisbeispiele für Kommunen
[06.07.2026] Das BBSR hat sein Kompendium „Smart Cities und Smart Regions“ und die dazugehörige Storymap erweitert. Die 30 neuen Beispiele zeigen, wie Kommunen aus konkreten Problemen digitale Lösungen entwickeln – und was andere Städte und Gemeinden daraus für eigene Projekte lernen können. mehr...
Mannheim: Sensoren schützen Rheinbrücken
[06.07.2026] Optische Sensoren erfassen ab sofort den Verkehr auf den beiden Rheinbrücken zwischen Mannheim und Ludwigshafen. Das von der Smart City Mannheim realisierte Monitorungprojekt soll dazu beitragen, Verkehrsströme transparent zu machen und gezielte Maßnahmen zum Schutz der Bauwerke abzuleiten. mehr...
Aalen / Heidenheim: Hoher Praxisnutzen
[29.06.2026] In Aalen und Heidenheim wird Smart City praxisnah: Sensoren liefern Daten zu Glatteis, Pegelständen und weiteren Risiken. Eine gemeinsame Plattform verbindet diese Informationen und unterstützt Verwaltung, Feuerwehr und Bauhof im Alltag. mehr...
Wiesbaden: Positive Bilanz zum Digitalen Zwilling
[29.06.2026] Der Digitale Zwilling Wiesbaden hat sich für die Stadt seit seinem Start im Sommer vergangenen Jahres bereits zu einem wichtigen Werkzeug für Planung, Beteiligung und Information entwickelt. mehr...
Hamm: Smart-City-Strategie beschlossen
[29.06.2026] Im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie hat die Stadt Hamm in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen angestoßen und teils bereits umgesetzt. Für den Zeitraum 2027 bis 2032 wird die Strategie nun als Smart-City-Strategie fortgeschrieben. Die Bürger können mitbestimmen, welche Themen künftig stärker in den Fokus rücken sollen. mehr...
Serie Smart Cities, Teil 3: Mit Zwilling planen
[25.06.2026] Urbane Digitale Zwillinge erlauben es Kommunen, Daten zu ihrem Stadtgebiet strukturiert sichtbar und für Entscheidungen nutzbar zu machen, etwa in der Verkehrs- oder Wärmeplanung. Beim Aufbau eines Digitalen Zwillings lohnt es sich, auf Kooperation zu setzen. mehr...
MPSC: Vom Piloten zur Praxis (2) – Nachnutzung braucht Struktur
[24.06.2026] Die Modellprojekte Smart Cities haben viele erfolgreiche Lösungen und auch neue Formen kommunaler Zusammenarbeit hervorgebracht. Nun geht es darum, entstandene Netzwerke, Unterstützungsangebote und Entwicklungsgemeinschaften zu verankern - nur so können die Pilotprojekte breit nachgenutzt werden. mehr...
BBSR: Die Wirkung von Smart-City-Vorhaben darstellen
[24.06.2026] Smarte digitale Projekte stärken die regionale Wirtschaft – aber oft indirekt. Das erschwert es Kommunen, den konkreten Nutzen zu benennen und argumentativ zu vertreten, etwa gegenüber Politik oder Projektpartnern. Eine Praxishilfe erklärt, wie Kommunen solche Effekte erkennen und verständlich vermitteln können. mehr...
Klimawandel: Daten gegen den Hitzestress
[23.06.2026] Auf die Herausforderungen des Klimawandels können Städte nicht nur mit baulich-physischen Maßnahmen reagieren. Auch der Aus- und Umbau der digitalen Dateninfrastruktur und die systematische Organisation klimarelevanter Daten stärken die kommunale Resilienz. mehr...
MPSC: Vom Piloten zur Praxis (1) – Zusammenarbeit statt Insellösungen
[23.06.2026] Seit 2019 gibt es das Fördervorhaben Modellprojekte Smart Cities, über 70 Kommunen und Regionen haben bisher teilgenommen. Dabei entstanden nicht nur viele erfolgreiche technische Lösungen, sondern auch neue Formen kommunaler Zusammenarbeit – für viele Beteiligte ein entscheidender Faktor. mehr...
Gütersloh: Sensoren erfassen Parkplatzauslastung
[12.06.2026] Mit Bodensensoren erfasst die Stadt Gütersloh zurzeit die Auslastung von vier Fahrzeugstellplätzen an der Königstraße. Die Daten sollen in die Planungen zur Umgestaltung des Kreuzungsbereichs zur Hohenzollernstraße einfließen, der ein Unfallschwerpunkt ist. mehr...



















