InterviewBlättern durchs Fotoalbum

Katrin Wiese-Dohse
(Bildquelle: Advantic)
Frau Wiese-Dohse, Sie sind seit rund 20 Jahren bei Advantic tätig – erinnern Sie sich noch an die ersten kommunalen Portale, die Sie umgesetzt haben?
Sehr gut sogar und dabei muss ich auch ein bisschen Schmunzeln. Es ist so, als wenn man in ein altes Fotoalbum schaut. Insbesondere erinnere ich mich daran, dass sich kommunale Portale in den erjahren oft stark an den Präsentationsformen anderer Medien orientiert haben und dabei mehr wie ein digitaler Prospekt aussahen. Das war allerdings auch bei vielen nicht-kommunalen Internet-Auftritten der Fall und ist vor allem der damaligen Technologie zuzuschreiben. Hinzu kam, dass der Blickwinkel der Portale noch ein anderer war als heute. Es ging primär darum, die Verwaltung und ihre Strukturen abzubilden. In vielen Fällen waren die Seiten dann im Prinzip eine Art großes Organigramm – wenn auch optisch durchaus ansprechend gestaltet.
Wie haben Sie die Entwicklung kommunaler Online-Auftritte in den vergangenen zwei Jahrzehnten erlebt?
„Die Frequenz der Website-Relaunches hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht.“
Vor allem in den vergangenen zehn Jahren haben wir eine rasante Entwicklung bei Web-Technologien gesehen, beflügelt durch die gewachsene Bedeutung mobiler Endgeräte für die Internet-Nutzung. Genau dies spiegeln die kommunalen Online-Auftritte: Die Frequenz der Website-Relaunches hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht – gleichzeitig werden diese immer umfangreicher. Das geht Hand in Hand mit der Verschiebung von primär verwaltungsorientierten Inhalten hin zu einer klar kundenorientierten Ausrichtung der Online-Portale.
Welche Entwicklungen würden Sie im Rückblick als Meilensteine bezeichnen?
Ich sehe die Meilensteine weniger bei einzelnen Projekten, als vielmehr bei den großen Entwicklungen in unserer Branche. Ganz entscheidend waren sicherlich die Fortschritte im Bereich Barrierefreiheit, der durch die BITV 2.0 einen massiven Schub bekommen hat. Es ist sehr befriedigend zu sehen, dass Online-Angebote heute versuchen, für wirklich jeden Menschen nutzbar zu sein. In die gleiche Richtung geht responsives Webdesign, das eine gute Darstellung auf jedem Endgerät sicherstellt – das ist zwar auch ein Teil der Barrierefreiheit, hat sich aber deutlich früher durchgesetzt als andere Aspekte. Ein weiterer Meilenstein war die Einführung von Landesportalen und Zuständigkeitsfindern in den Bundesländern sowie deren Anbindung an kommunale Internet-Auftritte. Das waren damals die ersten Schritte hin zum E-Government in Deutschland. Und damit natürlich die Grundlage für all das, was jetzt im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) umgesetzt wird.
Im Frühjahr dieses Jahres ist eine Reihe kommunaler Websites auf Basis ihres Content-Management-Systems iKISS online gegangen, darunter die der nordrhein-westfälischen Stadt Bad Berleburg. Was zeichnet das Projekt aus?
Bad Berleburg war insofern ein besonderes Projekt, als dass die Stadt nicht nur ihre Website überarbeitet hat, sondern wir zeitgleich das Intranet der Stadtverwaltung, ein ergänzendes Extranet und eine weitere Microsite für das stadteigene Rothaarbad neu ans Netz gebracht haben. Dass so viele wichtige Systeme gleichzeitig relauncht werden, ist schon etwas Besonderes.
Haben die Kommunen aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden zunehmenden Nachfrage nach Online-Services den Ausbau ihrer Websites nach oben priorisiert?
Das ist definitiv so, ja. Wir bekommen seit dem vergangenen Jahr sehr viele Anfragen von Kommunen zu Projekten, die so schnell wie möglich realisiert werden sollen. Häufig geht es dabei um Relaunches der primären Internet-Auftritte, insbesondere mit Blick auf die Umsetzung des OZG. Wir sehen außerdem verstärkt die Nachfrage nach Microsites, unter anderem in den Bereichen Tourismus und Kultur. Oft werden zudem Module und Funktionen mit Dienstleistungscharakter angefragt, beispielsweise für Online-Terminvereinbarungen.
Welche Trends sind aktuell bei der Gestaltung kommunaler Portale vorherrschend?
Die Trends bei den kommunalen Portalen werden seit einigen Jahren deutlich durch sich ändernde rechtliche Rahmenbedingungen bestimmt. Ebenso wie das Thema Barrierefreiheit zuletzt starken Einfluss auf die Gestaltung öffentlicher Websites hatte, geschieht dies nun durch das OZG. Ein Dauerbrenner ist aber auch die Optimierung von Websites für mobile Endgeräte. Dabei geht es dann in der Regel nicht nur um technische Maßnahmen in Form responsiven Designs, meist besteht auch redaktioneller Anpassungsbedarf hinsichtlich von Navigationsstrukturen und Textlängen. Verwaltungsübergreifend sehen wir außerdem eine weitere Tendenz: Die Themen Regionalmarketing und Corporate Design spielen heute eine wesentlich größere Rolle für die Kommunen als noch vor ein paar Jahren, die Websites werden immer individueller und moderner.
Sie haben im Mai die Mehrheitsanteile an Advantic vom bisherigen Hauptanteilseigner Dampsoft übernommen – was waren die Gründe hierfür?
Ich wurde von Dampsoft angesprochen, wie ich zum Thema Anteilsübernahme stehe. Hintergrund war, dass das Unternehmen beschlossen hatte, sich künftig auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren. Nach über 20 Jahren bei Advantic und 14 Jahren in der Geschäftsführung musste ich nicht lange überlegen, die Übernahme der Anteile war für mich ein logischer Schritt. Ein Management-Buy-out ist die beste Lösung, um eine nachhaltige Weiterentwicklung von Advantic zu garantieren. Den bisherigen Weg wollen wir konsequent weitergehen. Wir setzen seit Jahren auf die Einbindung technischer Innovationen in unser CMS iKISS und forcieren parallel dessen Standardisierung. In Verbindung mit unserer Spezialisierung auf den kommunalen Bereich und der Nähe zu unseren Kunden beschert uns das ein nachhaltiges Wachstum, das wir als Bestätigung unserer Arbeit sehen. Dabei wollen wir nicht nur Dienstleister, sondern auch Partner der Kommunen sein.
Dieser Beitrag ist im Titel der Ausgabe November 2021 von Kommune21 erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
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