Donnerstag, 16. Juli 2026

PotsdamWohni bewährt sich

[16.10.2025] Nach erfolgreicher Testphase wird die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam den KI-gestützten Wohngeldassistenten Wohni schrittweise in den Echtbetrieb überführen. Perspektivisch lässt sich die Bearbeitungszeit von Wohngeldanträgen damit um bis zu 37 Prozent reduzieren.
Vier Mitarbeitende der Stadt Potsdam versammeln sich um einen Laptop

Potsdam hat die Testphase der KI-Anwendung Wohni erfolgreich beendet und plant nun die Überführung in den Regelbetrieb.

(Bildquelle: Landeshauptstadt Potsdam/Juliane Grimm)

Wohngeldanträge können in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam künftig effizienter bearbeitet werden. Dazu trägt der KI-Assistent Wohni bei, der die Mitarbeitenden der Wohngeldbehörde bei der automatisierten Vollständigkeitsprüfung und Plausibilitätskontrolle von Anträgen unterstützt. Im Pilotprojekt konnten durch den Einsatz von Wohni nach Angaben der Stadtverwaltung pro Antrag rund 20 Minuten Arbeitszeit eingespart werden, was die Bearbeitungszeit von Wohngeldanträgen somit um durchschnittlich 21 Prozent reduzierte. Perspektivisch seien durch zusätzliche Schnittstellen zur E-Akte bis zu 37 Prozent Zeitersparnis möglich.

„Die Ergebnisse der Testphase zeigen: Künstliche Intelligenz kann unsere Mitarbeitenden gezielt unterstützen, Verwaltungsprozesse deutlich beschleunigen und die Qualität verbessern. Dadurch verbessert sich auch die Servicequalität für unsere Bürgerinnen und Bürger“, sagt Brigitte Meier, Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit der Landeshauptstadt Potsdam. 

Die Entlastung ist dringend nötig: Seit der Wohngeld-Plus-Reform 2023 hat sich die Zahl der Wohngeldanträge in Potsdam mehr als verdoppelt. Bundesweit gelten rund 1,4 Millionen zusätzliche Haushalte als wohngeldberechtigt. Neben höheren Leistungen wurde der Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert – insbesondere für Familien, Rentnerinnen und Rentner sowie Haushalte mit niedrigen Einkommen. Diese Entwicklung führte in vielen Kommunen zu einem erheblichen Bearbeitungsrückstau. Die in Potsdam ergriffenen analogen Maßnahmen zu dessen Abarbeitung waren laut der Stadt zwar erfolgreich, sind aber an ihre Grenzen gestoßen – die Bearbeitungszeiten für Wohngeldanträge stagnierten. Erst durch den Einsatz der KI-Anwendung konnten diese weiter deutlich reduziert werden.

Nach Abschluss der Pilotphase plant Potsdam daher, Wohni in den Regelbetrieb zu übernehmen und weitere Anwendungsfälle für den Einsatz von KI in der Verwaltung zu identifizieren. Das Projekt ist Teil der KI-Strategie der Landeshauptstadt, die auf eine verantwortungsvolle, sichere und mitarbeiterorientierte Nutzung von Künstlicher Intelligenz setzt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz

Frankfurt am Main: Kompetenz für KI

[16.07.2026] Ein zentrales KI-Kompetenzteam baut die Stadt Frankfurt am Main auf. Damit sollen der Wissensaustausch einzelner Initiativen und Synergieeffekte gefördert sowie dem demografischen Wandel in der Verwaltung begegnet werden. mehr...

Referent auf dem Demo Day des NEGT
bericht

Demo Day: Vibe Modeling zum Ausprobieren

[14.07.2026] Im Rahmen eines Demo Day wurde beim NEGZ – Kompetenznetzwerk Digitale Verwaltung das Potenzial KI-gestützter Low-Code-Entwicklung für die Verwaltung aufgezeigt und über offene Fragen diskutiert. mehr...

München: KI wird noch intelligenter

[13.07.2026] München hat sein internes KI-Werkzeug MUCGPT weiterentwickelt. Die neue Version bietet eine übersichtlichere Oberfläche, technische Anbindungen über MCP und teilbare Assistenten – und steht als Open-Source-Lösung auch anderen Kommunen offen. mehr...

bericht

Studie: KI ist in deutschen Behörden angekommen

[13.07.2026] Knapp 83 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Sektor in Deutschland nutzen bereits Künstliche Intelligenz. Das zeigt die Studie „Global AI Adoption Survey“. Gleichzeitig fehlen nach Einschätzung vieler Befragter klare Regeln, Schulungen und technische Voraussetzungen für einen sicheren und systematischen Einsatz. mehr...

Der Landrat des Märkischen Kreises, Ralf Schwarzkopf, schaut interessiert in einen Laptop

Märkischer Kreis: Hackathon zum KI-Einsatz

[09.07.2026] Im Märkischen Kreis soll Künstliche Intelligenz künftig vermehrt Routineaufgaben übernehmen und so die Abläufe in der Verwaltung beschleunigen. Im Rahmen eines Hackathons hat der Kreis jetzt für sechs praxisnahe Anwendungsfälle erste KI-Prompts entwickelt. mehr...

Nahaufnahme der Hände und Arme eines Mannes in einem Büro, der auf verschiedenen eingeblendeten IT-Icons in der Luft zeigt
bericht

KI-Governance: Rahmen für agentische Prozesse

[08.07.2026] KI-Agenten werden zunehmend Teil operativer Verwaltungsprozesse. Damit Automatisierung im öffentlichen Sektor kontrollierbar, vertrauenswürdig und rechtssicher bleibt, braucht es klare Rollen, nachvollziehbare Entscheidungswege, geregelte Datenzugriffe und tragfähige Governance. mehr...

mit punkten durchzogenes Gehirn vor Laptop-Bildschirm

Umfrage: Echtzeitdaten schaffen Vertrauen in die KI

[07.07.2026] Der Schutz sensibler Bürgerdaten durch einheitliche Sicherheits- und Zugriffskontrollen wird zum entscheidenden Fundament für vertrauenswürdige KI im öffentlichen Sektor. Herkömmliche Datenarchitekturen erweisen sich dabei für Agentische KI als zu träge. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Unternehmens Denodo Technologies. 
 mehr...

2 Männer vor Bildschirm, die einen Startknopf drücken_KI_Chatbot_INGO-gestartet

St. Ingbert: Chatbot INGO gestartet

[02.07.2026] Bürgerinnen und Bürger in St. Ingbert können sich künftig auch an Chatbot INGO wenden. Rückmeldungen aus der Nutzung fließen in die Optimierung des Angebots ein. mehr...

cit intelliForm KIM

cit: KI für Low-Code-Plattform

[02.07.2026] Mit cit intelliForm KIM hat Anbieter cit seine Low-Code-Plattform um eine KI-Komponente erweitert. Sie soll den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern erleichtern, die Effizienz der Verwaltung steigern und die digitale Souveränität stärken. mehr...

Eine Person tippt auf einer Computertastatur.

Axians Infoma: Intelligente Prozessautomatisierung

[01.07.2026] Klare Regeln und menschliche Kontrolle sollen den Einsatz neuer KI-Agenten in Infoma Online absichern. Die digitalen Assistenten übernehmen vorbereitende Arbeitsschritte in der kommunalen Sachbearbeitung; zunächst bei Stundungen, Amtshilfeersuchen sowie der Bearbeitung von Bankverbindungen und SEPA-Mandaten. mehr...

Ansicht von Wolfsburg, Autistadt Museum

Wolfsburg: Mit KI Park die Zukunft im Blick

[30.06.2026] Die Stadt Wolfsburg und das KI-Innovationsnetzwerk KI Park haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Ziel ist es unter anderem, passende Anwendungsfelder zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in Wolfsburg zu identifizieren. mehr...

Smart CJM: KI-Lösungen integriert

[30.06.2026] Die KI-gestützten mehrsprachigen Voicebots von neuraflow und Zaitgeist werden jetzt in die Plattform Smart NexCX von Smart CJM eingebunden. Bürgerinnen und Bürger können damit Termine bei ihrer Kommune telefonisch rund um die Uhr buchen. mehr...

Gruppenbild

Kreis Borken: KI-Assistent für Pflegeanträge

[29.06.2026] Der Kreis Borken hat im Agentic AI Hub des BMDS einen KI-Assistenten für Anträge auf Hilfe zur Pflege erprobt. In ausgewählten Arbeitsschritten sank die Bearbeitungszeit nach Angaben des Kreises um bis zu 35 Prozent. Nun soll die Lösung in den Echtbetrieb gehen. mehr...

Bildschirm_Stühle_Abschluss_Agentic_AI_Hub

Agentic AI Hub: München erprobt KI

[25.06.2026] Im Rahmen des Agentic AI Hub wurde in München ein funktionsfähiger, KI-basierter Prototyp entwickelt, der die Bearbeitung von Anträgen im Bereich Einbürgerung und Ausländerrecht deutlich beschleunigt. mehr...

Komm.ONE: Hackathon zu KI-Lösungen

[25.06.2026] Studierende haben beim Hackathon #CodeTheState KI-Lösungen für Herausforderungen in Kommunen entwickelt. Die Ergebnisse zeigen, wie Städte, Gemeinden und Landkreise von neuen Ansätzen für Krisenschutz, Geodaten und digitale Verwaltungsprozesse profitieren könnten. mehr...