Montag, 11. Mai 2026

WerlService optimiert

[22.09.2022] Durch die Einführung eines Online-Terminvereinbarungssystems konnte die Wallfahrtsstadt Werl gleich mehrere Ziele erreichen: Bürgerservice verbessern, Ressourcenplanung optimieren, Zufriedenheit steigern sowie Flexibilität und Effizienz erhöhen.
Wallfahrtsstadt Werl profitiert vom Terminvereinbarungssystem.

Wallfahrtsstadt Werl profitiert vom Terminvereinbarungssystem.

(Bildquelle: Wallfahrtsstadt Werl)

Die einstige Sälzerstadt Werl liegt zwischen Sauerland, Münsterland und Ruhrgebiet im Herzen Westfalens und ist mit rund 31.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Kreises Soest. Durch die historische Altstadt versprüht die Wallfahrtsstadt einen besonderen Charme. Tabea Grabitz von der Abteilung Verwaltungssteuerung hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Charme in die Verwaltung zu transportieren. Seit Juni 2021 ist sie dort verantwortlich für Digitalisierung und E-Government. Gemeinsam mit dem Team des Bürgerbüros und dem Unternehmen JCC Software hat sie ein Online-Terminvereinbarungssystem implementiert, das nach nur sechs Wochen aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken war. Die Lösung überzeugt durch Strukturierung und Kontrolle der Besucherströme. In der Folge konnten die Kundenzufriedenheit erhöht und der Stress für die Beschäftigten reduziert werden. Das auslösende Moment für die Einführung des Terminvereinbarungssystems war der zweite Arbeitstag von Grabitz, als sie auf dem Weg in die Mittagspause den stellvertretenden Leiter des Ordnungsamts und Bürgerbüros traf. Er erzählte ihr, dass derzeit alle Termine telefonisch vereinbart werden. „Das Telefon war häufig besetzt, die Bürgerinnen und Bürger unzufrieden, die Mitarbeiterin gestresst“, berichtet Tabea Grabitz. „Dadurch wuchs der Druck, ein Terminvereinbarungssystem zu implementieren.“ Intuitive Benutzeroberfläche überzeugt Grabitz und das Team des Bürgerbüros verfolgen mehrere Ziele, um die bisherigen Vorgehensweisen zu optimieren. Neben den genannten zählt dazu auch das Verkürzen der Wartezeiten für Bürgerinnen und Bürger. Zudem sollen die Beschäftigten durch eine vereinfachte Personalplanung und spontane Reaktionen in stark frequentierten Zeiten entlastet werden. Grabitz sagt: „Unser Wunsch ist es, dass es für die Bevölkerung einfach ist, unser System zu nutzen. Bürger- und Serviceorientierung stehen bei uns im Mittelpunkt.“ Sie führt aus: „Wir haben uns im Team zusammengesetzt und unsere internen Prozesse aufgestellt. So haben wir geklärt, was wir brauchen und was wir gerne möchten. Anhand der erarbeiteten Kriterien war es gar nicht mehr so schwer zu entscheiden, welches System für uns das passende sein könnte.“ Auf JCC Software fiel die Wahl unter anderem aufgrund der intuitiven Benutzeroberfläche. Verschiedene Systemtester, die von Tabea Grabitz und ihrem Team mit ins Boot geholt worden waren, haben diese Oberfläche gelobt. Aber nicht nur die Bedienung des Systems ist unkompliziert, auch die Einführung ging problemlos vonstatten. Die Implementierung verlief im stetigen Austausch mit JCC Software und wurde von einem Konfigurationsworkshop sowie umfassenden Schulungen flankiert. JCC-Beschäftigte haben das Go-live vor Ort begleitet. „Die Beraterinnen und Berater von JCC waren immer sofort da, wenn Fragen auftraten“, kommentiert Grabitz. Weniger Leerlauf zwischen Terminen Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit, das System selbstständig zu verwalten. So pflegen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Dienstleistungen ein und löschen andere. „Wenn einmal alles aufgesetzt ist, sind kleine Änderungen mit ein paar Klicks erledigt“, erläutert Tabea Grabitz. Urlaubsplanungen und Voreinstellungen von Terminzeiten sind möglich. Die Outlook-Verknüpfung wird in Werl noch nicht genutzt, bietet aber vor allem für die Fachbereiche einen deutlichen Mehrwert, in denen Termine bestimmten Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern zugewiesen werden. Schon bei der Terminbuchung wählen Bürgerinnen und Bürger die gewünschte(n) Dienstleistung(en) aus, das System berechnet dann die entsprechende Termindauer. Das reduziert den Leerlauf zwischen den Terminen und steigert die Effizienz. Unsicherheiten hinsichtlich der Terminlänge gehören ebenso der Vergangenheit an wie Unsicherheiten in Bezug auf die DSGVO-Konformität. Denn die Datenschutzstandards sind in der Software berücksichtigt und können individuell angepasst werden. All diese Punkte sorgen für eine deutliche Entlastung der EDV-Abteilung. Die Konfigurationsmöglichkeiten wiederum steigern die Flexibilität und Produktivität. Die Software wartet aber mit noch mehr Vorteilen auf: Nutzende können sich verschiedene Statistiken anzeigen lassen und bestimmte Kriterien festlegen, die ausgewertet werden sollen, etwa Wochentag und Zeitraum. So hat Grabitz exemplarisch berechnet, wie lange Bürgerinnen und Bürger ohne Termin durchschnittlich warten. Das Ergebnis führte zu der Überlegung, einen zweiten langen Nachmittag einzuführen. „Ohne das neue System hätten wir diese Auswertungen nicht durchführen können“, meint Grabitz. Sie und ihr Team sind somit dem Ziel, die Serviceleistungen zu optimieren, einen großen Schritt näher gekommen. Das Terminvereinbarungssystem erlaubt es, nur mit Online-Terminen oder ausschließlich mit Laufkundschaft zu arbeiten oder beides zu kombinieren. Positives Feedback von Bürgern und Beschäftigten Schon nach wenigen Wochen gab es positives Feedback für die Lösung. Tabea Grabitz berichtet: „Die Bürgerinnen und Bürger sind genauso begeistert wie die Beschäftigten. Auf einen Blick die Übersicht über alle Abläufe zu haben, ist extrem entlastend und erlaubt eine bessere Strukturierung des Arbeitsalltags. Zudem sorgen die verlässlichen Termine ohne lange Wartezeiten für weniger Konfliktpotenzial.“ Bereits bei der Online-Buchung wird ausgewählt, ob eine Terminerinnerung per E-Mail versendet werden soll. Des Weiteren wird eine Übersicht der Unterlagen angezeigt, die für den Termin erforderlich sind. Somit wird der Besuch im Bürgerbüro erfolgreicher und entspannter.

Simone Mandera ist Inhaberin der medienagentur mandera.




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Infrastruktur
Frauenhand die auf einem weißen Telefon eine Nummer eintippt

Bremen: Klassisches Telefon hat ausgedient

[05.05.2026] Die bremische Verwaltung verabschiedet sich weitgehend vom klassischen Telefon und setzt stattdessen in Zukunft auf das Softphone als Grundausstattung. 
 mehr...

Markus Bremkamp, Stephan Hauber Porträtfotos
interview

Interview: Zwischen Praxis und Politik

[28.04.2026] Im Kommune21-Interview erläutern Stephan Hauber, Vorstandsvorsitzender des VOIS-Vereins, und Markus Bremkamp, Schatzmeister des VOIS-Vereins, was sie zur Gründung ihres Vereins bewogen hat und welche Ziele dieser verfolgt. mehr...

Kreishaus Düren

Kreis Düren: Microsoft 365 eingeführt

[21.04.2026] Der Kreis Düren hat Microsoft 365 flächendeckend ausgerollt. Unterstützt wurde die Kommunalverwaltung dabei vom Dienstleister regio iT. mehr...

Rheinland-Pfalz: OPTIKOM kommt voran

[17.04.2026] Im interkommunalen Prozessmanagement-Projekt OPTIKOM in Rheinland-Pfalz wurden bereits Meilensteine erreicht, wie eine rund 1.000 Prozesse umfassende Blaupause für ein gemeinsames Prozessregister. Im kommenden Jahr können weitere Kommunen in das Projekt aufgenommen werden. mehr...

Grün eingefärbte Nahaufnahme einer Computer-Platine.
bericht

Green IT: Ganzheitlicher Ansatz für nachhaltige Digitalisierung

[08.04.2026] Angesichts der komplexen Aufgaben, denen sich der öffentliche Sektor in seiner digitalen Transformation gegenübersieht, haben Umweltaspekte oft eher niedrige Priorität. Klare Ziele und konkrete, einfache Maßnahmen helfen, Nachhaltigkeitsziele in digitale Strategien zu integrieren. mehr...

Die Verknüpfung von Informationen aus unterschiedlichen Quellen bildet die Grundlage für datengeschriebene Entscheidungen.

Ennepe-Ruhr-Kreis: Prozessmanagement kommt voran

[08.04.2026] Ergebnisse des interkommunalen Projekts zum Prozessmanagement im Ennepe-Ruhr-Kreis sind ein umfassendes Prozessregister, abgestimmte Standards und ein belastbares Netzwerk. Nun startet das Projekt in die nächste Phase. mehr...

Eine Person tippt auf einer Computertastatur.

Erkrath: KRZN migriert VOIS-Plattform

[02.04.2026] Das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) hat erstmals eine bereits produktiv genutzte VOIS-Plattform in sein Betriebsumfeld migriert. Es handelt sich um die VOIS-Fachverfahren der Stadt Erkrath für das Einwohnerwesen, das Gewerbewesen sowie die Gebührenkasse. mehr...

Mehrere Personen stehen in einem Raum zum Gruppenfoto versammelt, im Hintergrund ist ein Anmeldeterminal zu sehen.
bericht

Besuchersteuerung: Zeitgemäßer Bürgerservice

[27.03.2026] Die IKT-Ost hat eine neue Lösung zur Termin- und Besuchersteuerung eingeführt. Der IT-Träger für zwei Landkreise und eine Stadt setzt dabei auf eine einheitliche Software für alle Kommunen. Profiteure sind Verwaltungen und Bürger. mehr...

Mehrere Personen stehen in kleinen Gruppen versammelt in einem größeren Raum.

Büdelsdorf: Digitales Zielmanagementsystem

[06.03.2026] Die Stadt Büdelsdorf hat ein digitales Zielmanagementsystem eingerichtet. Es soll eine gezielte Steuerung, Wirksamkeitsmessung und Auswertung wichtiger Kennzahlen seitens der Stadt ermöglichen. mehr...

Mehrere Personen bringen einzelne Puzzleteile zusammen.

cit / nextgov iT: Strategische Partnerschaft mit KERN-UX

[03.03.2026] Die Low-Code-Plattform cit intelliForm unterstützt KERN-UX, den User-Experience (UX) Standard für Verwaltungssoftware. Verwaltungsleistungen können somit KERN-konform, also standardisiert, nutzerfreundlich und wiedererkennbar, umgesetzt werden. Als strategischer Partner gestaltet neben cit auch nextgov iT den UX-Standard aktiv mit. mehr...

Mehrere Personen sitzen an einem U-förmigen Besprechungstisch, eine Person ist virtuell via Laptop zugeschaltet.
bericht

Round Table: Saubere Daten

[02.03.2026] Das Round-Table-Gespräch von Kommune21 zum Axians-­Infoma-Innovationswettbewerb zeigt: Die Datenqualität ist der entscheidende Erfolgsfaktor für Digitalisierungsprojekte. mehr...

Vektorgrafik einer Person, die ihren Ausweis per Smartphone vorzeigt.

Sachsen: Digitale Ehrenamtskarte

[27.02.2026] Auch in Sachsen steht nun die Digitale Ehrenamtskarte über die Ehrenamtskarten-App zur Verfügung. Damit greift ein weiteres Bundesland auf die in Nordrhein-Westfalen erarbeitete EfA-Leistung zurück. mehr...

Blick auf den Eisenacher Marktplatz.
bericht

Eisenach: Zeichen stehen auf Wandel

[24.02.2026] Mit einem „Masterplan zur digitalen Transformation“ schließt die Stadtverwaltung Eisenach Stück für Stück Etappen auf dem Weg zur modernen Verwaltung ab. Immer im Fokus stehen dabei die Mitarbeitenden als wichtigster Faktor im Veränderungsprozess. mehr...

Zwei Personen stehen vor einem Feuerwehrauto, neben ihnen befindet sich ein Display, das die Oberfläche der Software rescueTablet angezeigt wird.

Hanau: Tablets unterstützen die Feuerwehr

[24.02.2026] In Hanau sorgt das Einsatzinformationssystem rescueTablet dafür, dass Feuerwehren schon während der Anfahrt relevante Informationen zum anstehenden Einsatz erhalten. Da alle Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Hanau sowie die Berufsfeuerwehr das System nutzen, wird eine flächendeckende und einheitliche digitale Informationsbasis für sämtliche Einheiten geschaffen. mehr...

Mehrere Personen stehen zum Gruppenfoto versammelt auf einer Außentreppe.
bericht

Low Code / No Code: Kommunen bündeln Kräfte

[19.02.2026] Am Niederrhein haben mehrere Kommunen eine gemeinsame Plattform für digitale Anwendungen beschafft. Mit der Low-Code-/No-Code-Lösung setzen sie auf Tempo bei der Entwicklung neuer Anwendungen und die Wiederverwendung existierender Komponenten. mehr...