HessenHöhere Cybersicherheit

Innenminister Roman Poseck eröffnete den Cybersicherheitsgipfel im Regierungspräsidium Darmstadt vor mehr als 100 Vertreterinnen und Vertretern südhessischer Kommunen.
(Bildquelle: HMdI)
Beim ersten regionalen Cybersicherheitsgipfel in Darmstadt stellte Hessens Innenminister Roman Poseck das Aktionsprogramm Kommunale Cybersicherheit (AKC) vor, das durch das Hessen CyberCompetenceCenter (Hessen3C) entwickelt wurde. Die Initiative soll hessischen Kommunen verschiedene Beratungs- und Unterstützungsangebote bieten, um deren Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyberangriffen zu stärken, so das hessische Innenministerium.
Das AKC ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Innenministerium, kommunalen Spitzenverbänden und Fachvertretern. Ziel ist es, die Cybersicherheit in den hessischen Kommunen durch praxisorientierte Angebote auszubauen. „Die Digitalisierung kann nur dann ihre Vorteile entfalten, wenn die IT-Systeme sicher sind,“ so Poseck. Der Minister hob hervor, dass absolute Sicherheit nicht erreichbar sei, jedoch die Widerstandsfähigkeit kommunaler IT-Infrastrukturen kontinuierlich gestärkt werden müsse. Die Resonanz der Teilnehmer aus südhessischen Kommunen in Darmstadt zeige laut Poseck, dass viele Kommunen das Thema Cybersicherheit bereits ernst nehmen. Angesichts der steigenden Bedrohung durch Cyberangriffe müsse jedoch die Resilienz kommunaler IT-Systeme weiter erhöht werden. Poseck rief die Kommunen dazu auf, die neuen Unterstützungsangebote des Landes in Anspruch zu nehmen und ihre IT-Sicherheit auf den neuesten Stand zu bringen.
Unterstützungsangebote und Maßnahmen für Kommunen
Das AKC umfasst mehrere Maßnahmen, die für die Jahre 2024 und 2025 mit einem Budget von über 1,5 Millionen Euro ausgestattet sind. Die Angebote sind in vier Handlungsfelder gegliedert, die zusammen mit den Kommunalen Spitzenverbänden festgelegt wurden. Hierzu gehören sichere Kommunalnetze, ein kommunales Notfallmanagement, praktische Notfallhilfe sowie Schulungen zur Cybersicherheit. Zusätzlich steht der IT-Dienstleister ekom21 den Kommunen zur Seite. Ein Überblick über die wichtigsten Maßnahmen des AKC:
- Sichere Kommunalnetze: Kommunen können ihre IT-Infrastruktur auf technische Schwachstellen hin prüfen lassen, inklusive gezielter Penetrationstests, um potenzielle Sicherheitslücken frühzeitig zu erkennen und zu schließen. Bisher haben 325 der 442 hessischen Kommunen dieses Angebot des Kommunalen Dienstleistungszentrums Cybersicherheit (KDLZ-CS) in Anspruch genommen.
- Praktische Notfallhilfe: Für Kommunen, die Opfer eines Cyberangriffs werden, steht ein Incident Response Service (IRS) bereit. Dieser Dienst analysiert Datenträger und Netzwerke, um die Auswirkungen eines Vorfalls einzugrenzen und eine rasche Wiederherstellung der IT-Systeme zu ermöglichen. Die ersten fünf Einsatztage sind für betroffene Kommunen kostenfrei, sofern sie an vorherigen Präventionsmaßnahmen des KDLZ-CS teilgenommen haben.
- Notfallmanagement: Das Hessische Cyberabwehrausbildungszentrum (HECAAZ L/K) bietet seit 2022 Schulungen zum betrieblichen Kontinuitätsmanagement (BCM) an. Bereits 255 Kommunen haben das Angebot genutzt und Grundlagen für ihre Notfallplanung erarbeitet. Das Land stellt nun zusätzliche Beraterstunden zur Verfügung, die Kommunen bei der Umsetzung eines umfassenden BCM unterstützen.
- Awareness-Programme: Über neue E-Learning-Angebote sollen kommunale Mitarbeitende für Cybersicherheitsrisiken sensibilisiert werden. Ziel ist es, das Sicherheitsbewusstsein zu erhöhen und den richtigen Umgang mit potenziellen Cyberbedrohungen zu fördern.
Fokus auf Austausch und Vernetzung
Dem Cybersicherheitsgipfel in Darmstadt werden in den kommenden Wochen zwei weitere Veranstaltungen folgen – am 27. November 2024 in Gießen für mittelhessische und am 29. November 2024 in Kassel für nordhessische Kommunen.
Neben den Fachvorträgen bieten diese Gipfel eine Plattform für Vernetzung und Austausch über praktische Erfahrungen im Bereich Cybersicherheit. Der Regierungspräsident von Südhessen, Jan Hilligardt, erklärte dazu, dass das Zusammenkommen einen wichtigen Rahmen für den Erfahrungsaustausch schafft und gegenseitige Lernmöglichkeiten bietet.
Innenminister Roman Poseck betonte die Wichtigkeit einer leistungsfähigen Cyberabwehr: „Kommunale Verwaltungen sind das Rückgrat unseres Gemeinwesens und benötigen daher höchste Cybersicherheit.“ Angriffe auf kommunale IT-Systeme könnten weitreichende Folgen für Bürger und Unternehmen haben. Mit dem Aktionsprogramm Kommunale Cybersicherheit sollen die hessischen Kommunen bestmöglich auf Cybergefahren vorbereitet und in ihrer Widerstandsfähigkeit gestärkt werden.
CSBW: Neues Handbuch für IT-Notfälle
[23.06.2026] Für Verwaltungen bestehen jederzeit Risiken für Sicherheitsvorfälle und Datenschutzverletzungen – mit möglichen schweren Folgen. Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg unterstützt Land und Kommunen mit neuen Angeboten, ein belastbares Informationssicherheits-Managementsystem aufzubauen. mehr...
BSI/NExT: Drei Projekte für mehr Sicherheit
[22.06.2026] Den InfoSec Impact Award von BSI und NExT erhielten drei herausragende IT-Sicherheitslösungen aus dem Public Sector, die sich mit Software-Lieferketten, Cyber-Trainings und interkommunaler Zusammenarbeit befassen. Die Projekte werden als Best Practices veröffentlicht und der Fachöffentlichkeit vorgestellt. mehr...
Schleswig-Holstein: Maßnahmenpaket für Cyber-Sicherheit
[01.06.2026] Schleswig-Holstein baut die Cyber-Sicherheit für Land und Kommunen aus. Zum Schutzschirm gehören unter anderem ein erweitertes Schwachstellenmanagement, mobile IT für Krisenlagen und Vor-Ort-Supportteams. Digitale souveräne Arbeitsplätze und IT-Infrastruktur sichern Behörden weiter ab. mehr...
eGo-Saar: Erfolgreiche SaarSecurity Roadshow
[27.05.2026] In einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe haben der Zweckverband eGo-Saar und das saarländische Wirtschaftsministerium über NIS2, IT-Notfallmanagement und digitale Resilienz informiert. Bei den Kommunen stieß die SaarSecurity Roadshow 2026 auf großes Interesse. mehr...
Cyber-Sicherheit: Kommunen sind leichte Beute
[12.05.2026] Wie Städte und Kreise ihre IT trotz Fachkräftemangel wirksam vor Cyber-Kriminellen schützen können, erläutern im Interview Kira Groß-Bölting und Jan Leitzgen vom Computer Security Incident Response Team (CSIRT) des Unternehmens G DATA Advanced Analytics. mehr...
BSI: Frühwarnsystem für Cyber-Sicherheitsvorfälle
[30.03.2026] Angesichts der angespannten Cyber-Sicherheitslage stärkt das BSI die Reaktionsfähigkeit gegen IT-Sicherheitsvorfälle. Mit den öffentlichen IT-Dienstleistern von Ländern und Kommunen soll der Einsatz von Datensensorik ausgebaut werden – als Grundlage für Echtzeitanalysen und erster Schritt Richtung Cyberdome. mehr...
Salzlandkreis: IT digital resilient machen
[04.03.2026] Um die digitale Resilienz seiner Verwaltung nachhaltig zu erhöhen, setzt der Salzlandkreis auf eine umfassende Sicherheitsinitiative. Unterstützt wird die Kommune dabei von dem Unternehmen GISA. mehr...
CSBW: IT-Notfallübung für Krisenstäbe in Kommunen
[02.03.2026] Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) bietet Kommunen IT-Notfallübungen an. Unter realistischen Bedingungen werden Krisenstab, Krisenkommunikation und IT-Notfallhandbuch geübt, anschließend erhalten die Teilnehmenden einen individuellen Maßnahmenplan. Termine für 2026 sind ab sofort buchbar. mehr...
Hessen: Neue Angebote für kommunale Cyber-Sicherheit
[18.02.2026] Angesichts wachsender Cyber-Angriffe erweitert Hessen sein Unterstützungsangebot für Kommunen: Neu sind eine Notfallhilfe bei IT-Ausfällen sowie Trainings zur Sensibilisierung von Beschäftigten. Innenminister Roman Poseck ruft Städte und Gemeinden auf, die kostenfreien Angebote zu nutzen. mehr...
Berlin: 12. Kommunaler IT-Sicherheitskongress
[04.02.2026] Die kommunalen Spitzenverbände laden am 27. und 28. April zum 12. Kommunalen IT-Sicherheitskongress (KITS) in einem hybriden Format ein. Die Themen reichen vom Grundschutz++ über Erfolgsmodelle für die kommunale Zusammenarbeit bis hin zu Open Source und Künstlicher Intelligenz (KI). Die Veranstaltung ist kostenfrei. mehr...
BSI/SIT: Zertifizierte Sicherheit
[27.01.2026] Der kommunale IT-Dienstleister Südwestfalen-IT (SIT) hat vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein ISO-27001-Zertifikat auf Basis von IT-Grundschutz erhalten. Zertifiziert wurden unter anderem Rechenzentrumsbetrieb und Verwaltungs-PKI. mehr...
Heidelberg: Hacker-Angriffe abgewehrt
[23.01.2026] Heidelberg verzeichnet seit Wochen wiederholte DDOS-Attacken auf die Website der Stadt. Dank kontinuierlich angepasster Sicherheitsmaßnahmen konnten die Angriffe allesamt abgewehrt werden. Durch die Maßnahmen war lediglich die Website hin und wieder für wenige Minuten nicht erreichbar. mehr...
Kreis Breisgau-Hochschwarzwald: Managed Security für sensible Daten
[22.01.2026] Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald verwaltet sensible Bürger- und Sozialdaten – IT-Sicherheit hat hohe Priorität. Die Behörde nutzt eine Managed-Extended-Detection-and-Response-Lösung des Bochumer Sicherheitsspezialisten G Data. Ein Praxisbericht zeigt, welche Anforderungen es gab und wie Zusammenarbeit und Roll-out verliefen. mehr...
Kommunale IT-Sicherheit Bayern: 1.000. Siegel geht an Bodenwöhr
[19.01.2026] Bayern hat zum mittlerweile 1.000. Mal das Siegel Kommunale IT-Sicherheit verliehen. Erhalten hat es die Gemeinde Bodenwöhr. Die Kommune wird das Thema IT-Sicherheit weiterhin im Blick behalten und laufend nachbessern. mehr...
Dataport: BSI bestätigt Sicherheit
[13.01.2026] Alle drei Jahre muss IT-Dienstleister Dataport sein BSI-Grundschutz-Zertifikat einem aufwendigen Rezertifizierungsaudit unterziehen. In diesem Rahmen hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Sicherheit der Rechenzentrumsinfrastruktur nun zum vierten Mal in Folge bestätigt. mehr...




















