Sonntag, 26. April 2026

WienOpen Source stärkt Europas Unabhängigkeit

[08.12.2025] Die Europäische Kommission würdigt die Open-Source-Strategie Wiens. In einem neuen Bericht wird die Stadt als führend beschrieben. Wien setzt auf offene Software, um digital unabhängig und sicher zu arbeiten.
Blick vom Dach auf das Wiener Rathaus: neogotischer Bau mit zentralem Turm, Uhr und filigranen Türmchen vor blauem Himmel.

Wiener Rathaus: Mit ihrer Open-Source-Strategie setzt die Stadt europaweit Maßstäbe.

(Bildquelle: K21 media GmbH)

Die Europäische Kommission hebt die österreichische Hauptstadt Wien als Vorreiterin im Bereich Open Source hervor. Dies geht aus dem Bericht „OSS Country Intelligence Report Austria 2025“ hervor. Laut der Kommission hat Wien eine Strategie entwickelt, die in Europa herausragt. Die für Digitalisierung zuständige Wiener Stadträtin Barbara Novak sieht darin einen Beleg für den Kurs der Stadt. 

„Diese Anerkennung zeigt, dass Wien mit seiner Open-Source-Strategie europaweit Maßstäbe setzt“, sagt Novak. Sie erklärt, die Stadt gestalte eine digitale Verwaltung, die offen, sicher und selbstbestimmt arbeite. Davon sollten alle Menschen profitieren. Laut der Stadt ist offene Software ein Baustein für diesen Ansatz.

Gründe für offene Software

Ein Vorteil offener Software sei, dass Wien unabhängiger von einzelnen Herstellern werde. Die Stadt verweist darauf, dass dies die digitale Souveränität stärke. Souveränität bedeutet hier Unabhängigkeit in wichtigen technischen Fragen. Offene Software lässt sich an die eigenen Anforderungen anpassen. Sie kann weiterentwickelt und in bestehende Systeme integriert werden. 

Digitalisierungsstadträtin Novak betont, dass dadurch flexible Lösungen entstehen, ohne dass man sich an einen Anbieter binden muss. Die Stadt Wien verfolgt dabei einen ausgewogenen Ansatz: Offene und proprietäre, also geschlossene, Lösungen sollen einander ergänzen. So will Wien Stabilität und Sicherheit gewährleisten, ohne auf Offenheit zu verzichten.

Sicherheit und europäische Zusammenarbeit

In einer zunehmend digitalisierten Welt müssten Verwaltungen sicher und widerstandsfähig arbeiten. Offene Software ermögliche die Kontrolle über sicherheitskritische Systeme. Zudem fördere sie die Zusammenarbeit über Behörden- und Landesgrenzen hinweg. Die Stadt verweist außerdem auf europäische Datenschutzstandards. 

Novak zufolge spiele die Diskussion über digitale Souveränität in Europa eine wachsende Rolle. Sie verweist auf die Abhängigkeit von großen Technologiekonzernen, die Risiken für den Datenschutz und die Infrastruktur berge. „Open Source stärkt Europas Unabhängigkeit – und Wien zeigt, wie das in der Praxis gelingt. Die EU-Kommission bestätigt unseren Weg und motiviert uns, weiterhin gemeinsam mit Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft mutige Schritte zu gehen“, sagt Novak.





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