Dienstag, 9. Juni 2026

WürzburgSchul-IT ertüchtigt

[09.06.2026] Von Strom über Glasfaser bis hin zu Endgeräten und Softwarepool: Die Stadt Würzburg hat in den vergangenen sechs Jahren knapp 24 Millionen in die schulische digitale Infrastruktur investiert.
vier-personen-sitzen und stehen an einem Tisch_Würzburg_schul-it

Im Herbst 2025 wurde die Stadt Würzburg Teil des geförderten Projekts Poet. Das Foto zeigt die Verantwortlichen im Fachbereich Schule für die Digitalisierung an Würzburger Schulen

v.l.: Jörg Drömer, Dino-Silvano Schubart, Patrick Strohalm, Miriam Akebe.

(Bildquelle: Claudia Lother)

Der Fachbereich Schule der Stadt Würzburg hat in den vergangenen sechs Jahren 23,8 Millionen Euro in die Digitalisierung der Schulen in städtischer Aufwandsträgerschaft investiert. Wie die fränkische Stadt berichtet, wurden 15,5 Millionen davon von Bund und/oder Freistaat über verschiedene Programme gefördert. „Wir haben die Förderprogramme vollumfänglich genutzt“, berichtet Daniela Schuster, Leiterin des Fachbereichs Schule, „und zusätzlich städtische Mittel insbesondere in Vernetzung und Hausstrukturen investiert, um alle Schulen digital anzubinden und – je nach Schulart – möglichst einheitlich und bedarfsgerecht auszustatten.“

Medienentwicklungsplan fortlaufend aktualisiert

In einem ersten Schritt wurde der Stand der Digitalisierung an den einzelnen Schulen erhoben, in Absprache mit den Schulleitungen und bei Begehungen vor Ort. Parallel wurde ein interkommunaler Austausch mit den bayerischen Großstädten aufgebaut und verstetigt, teilt die Stadt Würzburg des Weiteren mit. Ergänzend wurden zum Beispiel schulartspezifische Zukunftswerkstätten und schulartübergreifende Vernetzungstreffen organisiert. Ziel war es, die Schulen frühzeitig in den digitalen Transformationsprozess einzubinden und eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung zu ermöglichen.

Im weiteren Verlauf zeigte sich nach Angaben der Stadt Würzburg die Notwendigkeit klarer organisatorischer Strukturen und einer engen Abstimmung zwischen Schulen und Sachaufwandsträgern. Um die digitale Ausstattung der Schulen systematisch weiterzuentwickeln und die gewonnenen Erkenntnisse sowie Erfahrungen der Schulen gezielt einfließen zu lassen, wurde ein Medienentwicklungsplan erstellt. Dieser bilde das strategische Fundament für die Weiterentwicklung der digitalen Bildung in Würzburg und werde stetig angepasst. Er stelle sicher, dass die digitale Entwicklung der Schulen systematisch, bedarfsgerecht und nachhaltig erfolgt und die digitalen Medien pädagogisch sinnvoll in den Unterricht integriert werden, um digitale Kompetenzen bei Lernenden und Lehrenden zu stärken.

IT-Infrastruktur ertüchtigt

Was auf Basis dieser Erhebungen und des Medienentwicklungsplans geschah, ist laut der fränkischen Stadt beachtlich. Denn die Schulen wurden nicht nur mit digitalen Geräten wie Notebooks, iPads und Laptops ausgestattet. Die meisten Schulen waren grundtechnisch gar nicht dafür gerüstet, die geplanten Geräte mit Strom und WLAN zu versorgen, so die Stadt. Daher musste die Stromversorgung mit allein über 9 Millionen Euro ertüchtigt werden, Glasfaseranschlüsse gelegt, die Schulgebäude vernetzt, die IT-Ausstattung beschafft und externe Dienstleister mit der technischen Betreuung der Geräte beauftragt werden.

Auch die Software-Ausstattung der Schulen wurde zum ersten Mal überhaupt systematisch erhoben. „Sie war heterogen mit einer Vielzahl von Einzellösungen, ohne einheitliche Standards“, berichtet Daniela Schuster. Der Fachbereich Schule legte daher einen Softwarepool an, der den Schulen zur Auswahl geeigneter, geprüfter und datenschutzkonformer Programme und Anwendungen dient und ständig aktualisiert wird. „Das ist die Grundlage für eine strukturierte Weiterentwicklung“, so Schuster.

Förderung ändert sich ab 2027

Zudem ist die Stadt Würzburg eigenen Angaben zufolge Teil der Kerngruppe des bundesweiten Verbundprojekts Poet, das vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird und die Verbreitung von Open Educational Resources, frei zugänglichen, anpassbaren Lehr- und Lernmaterialien, stärkt. Im Rahmen von Poet erhalte die Stadt eine wissenschaftlich fundierte und praxisnahe Begleitung durch die Ruhr-Universität Bochum und die TU Dortmund.

Statt der bisherigen Vielzahl von Einzelprogrammen soll ab 2027 ein Vier-Säulen-Zuschuss des Freistaats Förderungsanträge vereinfachen (wir berichteten). Die Förderbereiche sind Gebäude-Digitalinfrastruktur, Mobile Endgeräte, Digitale Bildungsmedien und KI-Anwendungen, Technische Administration, Wartung und Pflege.



Stichwörter: Schul-IT, Poet, Würzburg


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