Donnerstag, 18. Juni 2026

BingenBeliebter Chatbot

[18.06.2026] Der Binger Chatbot BIN-KI erfreut sich großer Beliebtheit: Mehrere tausend Bürgeranfragen gingen seit Jahresbeginn ein, eine mehrsprachige Eingabe ist im Echtbetrieb und weitere Ausbauschritte befinden sich bereits in der Umsetzung.
Symbol_Chatbot_Stadt_Bingen_BIN_KI

Der Binger Chatbot BIN-KI wird rege angenommen.

(Bildquelle: Stadt Bingen)

Die Stadt Bingen am Rhein hat eine Zwischenbilanz zu ihrem Chatbot gezogen: Im laufenden Jahr 2026 hat BIN-KI bereits über 7.500 Nachrichten mit Bürgerinnen und Bürgern ausgetauscht – Anfragen, die andernfalls über Telefon, E-Mail oder den persönlichen Vorsprache-Kanal die Fachbereiche erreicht hätten. Der Chatbot fungiert damit als wirksame erste Anlaufstelle für Standardanfragen und schafft spürbare Entlastung für die Mitarbeitenden, so die Stadtverwaltung.

Oberbürgermeister Thomas Feser sagt: „Die hohe Nutzungsfrequenz zeigt: BIN-KI ist kein Nischenangebot, sondern hat sich als echte Ergänzung zu den klassischen Kommunikationswegen der Verwaltung etabliert.“ Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und steigender Anfragelast ist der Chatbot für die Stadt damit nicht nur ein Serviceangebot, sondern ein wirksames Entlastungswerkzeug für die Fachbereiche.

Mehrsprachig, barrierefrei, rund um die Uhr

Der Chatbot, der direkt über die Startseite erreichbar ist, ist mehrsprachig und rund um die Uhr verfügbar. Für die Verwaltung bedeutet das weniger Routineanfragen in den Fachbereichen, kürzere Wartezeiten am Bürgerservice-Telefon und eine bessere Datenbasis darüber, welche Themen die Bürgerschaft tatsächlich bewegen, teilt die Stadt des Weiteren mit.

Die Anfragen deckten die gesamte Bandbreite kommunaler Themen ab – von Bürgerservice und Mobilität bis zu Kultur und sozialen Anliegen. Diese Auswertungen fließen systematisch in die Weiterentwicklung der Wissensbasis ein: Inhalte, die häufig nachgefragt werden, würden gezielt ausgebaut; Lücken würden erkannt und geschlossen. Mit der jüngst eingeführten Spracheingabe sei zudem die Barrierefreiheit deutlich verbessert worden.

Voicebot und Mitarbeiter KI-Tool als nächste Schritte

Die Stadt versteht BIN-KI ausdrücklich als Plattform: Auf der bestehenden Basis lassen sich künftig weitere Anwendungsfälle aufsetzen – etwa interne Assistenzsysteme für Mitarbeitende, Formularassistenten oder eine engere Anbindung an Fachverfahren, so die Stadt. Als nächster Ausbauschritt sei ein Voicebot geplant: Da er auf dieselbe Wissensbasis wie BIN-KI zurückgreife, lasse er sich ohne nennenswerten Mehraufwand in den Betrieb überführen und erweitere das Angebot insbesondere für telefonische Anfragen. „Wir haben mit BIN-KI den Grundstein für eine skalierbare KI-Strategie in unserer Verwaltung gelegt“, betont der Digitalisierungsbeauftragte Adrian Sobiech und ergänzt: „Jeder weitere Use Case baut auf einer erprobten Infrastruktur auf – das spart Zeit und Kosten.“

Parallel führt die Stadt Bingen derzeit ein internes KI-Tool für ihre Mitarbeitenden ein – aufgesetzt auf derselben Plattform und im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) am Beispiel der niederrheinischen Kooperation um die Stadt Rees (wir berichteten). Die Kooperation steht weiteren Kommunen aus Rheinland-Pfalz offen; interessierte Verwaltungen können sich gerne an egov@bingen.de wenden.

Tobias Bitzenbauer, Geschäftsführer der Firma Merlin Digital Solutions, sagt: „Bingen macht genau das vor, was wir aus unserer Sicht aktuell flächendeckend brauchen: mit dem Chatbot in die KI-gestützte Verwaltung einsteigen, im laufenden Betrieb weitere Anwendungsfälle identifizieren und Schritt für Schritt darauf aufbauen. Nur so begegnen wir den Herausforderungen, vor denen der öffentliche Sektor heute steht.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz
Die pandemische Lage hat auch 2021 die Themen Datenschutz und Informationsfreiheit bestimmt.

Baden-Württemberg: Arbeitshilfen zu KI in der Verwaltung

[18.06.2026] Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in Baden-Württemberg hat zwei neue Praxishilfen vorgelegt. Dabei geht es um KI-Transkription von Gemeinderatssitzungen sowie um den § 3a Landesdatenschutzgesetz zum KI-Einsatz in der Verwaltung. mehr...

URBAN.KI: Umfrage zum KI-Einsatz

[17.06.2026] Die KI-Initiative URBAN.KI hat eine Umfrage zum Einsatz von KI in Kommunen gestartet. Die Teilnahme ist bis zum 31. Juli möglich. mehr...

Blick über sitzendes Publikum auf ein Podium mit animiert talkendem Moderator

SIT: Kommunale KI-Kooperation für Südwestfalen

[16.06.2026] Der kommunale IT-Dienstleister Südwestfalen-IT baut mit der KI-Community Südwestfalen ein neues Austauschformat für Städte und Gemeinden auf. Kommunen sollen ihre eigenen Anwendungsfälle einbringen, Erfahrungen teilen und KI-Lösungen gemeinsam nutzen oder beschaffen können. mehr...

GeoIT Days: Potenzial von KI für Geodaten

[15.06.2026] Künstliche Intelligenz erweitert die Möglichkeiten von Geo-Informationssystemen und Digitalen Zwillingen für Infrastruktur, Verwaltung und Energiewende. Auf den GeoIT Days in Münster diskutieren Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, welche Folgen diese Entwicklung für Planung und Entscheidungsprozesse hat. mehr...

zwei Personen mit Urkunde und Pokal_neuraflow gewinnt bei WSA

neuraflow: Als Young Innovator geehrt

[09.06.2026] Bei den World Summit Awards wurde das deutsche Start-up neuraflow als Young Innovator ausgezeichnet. Die KI-Plattform neurapolis für die öffentliche Verwaltung konnte die internationale Jury überzeugen. mehr...

d.velop SUMMIT: KI-Angebote im Fokus

[04.06.2026] d.velop bringt vom 9. bis 11. Juni 2026 mehr als 2.000 Fachbesucher in Düsseldorf zusammen, um KI-Anwendungen, Datensouveränität und Prozessdigitalisierung aus der Praxis zu diskutieren. Im Mittelpunkt steht erstmals d.velop AI mit dem neuen agent center – einer Plattform für den kontrollierten KI-Einsatz auf Basis bestehender Dokumentenstrukturen. mehr...

Vektorgrafik, die mehrere Personen zeigt, die an einem Tisch sitzend miteinander diskutieren, teilweise mit Laptopeinsatz.

BMDS: KI-Hackathon für schnellere Genehmigungen

[04.06.2026] Das Bundesdigitalministerium lädt Ende Juni zum Hackathon für die Open-Source-KI-Lösung SPARK nach Berlin. Das Assistenzsystem soll die Prüfung umfangreicher Genehmigungsanträge erleichtern. Interessierte können sich bis Mitte Juni mit einem kurzen Motivationsschreiben bewerben. mehr...

Bildschirm mit der Picture-Prozessplattform und KI-Funktion

Picture: KI fürs Prozessmanagement

[28.05.2026] KI-Funktionen sind ab sofort fester Bestandteil der Prozessmanagementplattform von Anbieter Picture. Anwender gelangen damit schneller zu ersten Prozessmodellen und Verbesserungsvorschlägen und profitieren von spürbaren Arbeitserleichterungen. mehr...

Hannover_Hanni_icon

Hannover: Digitale Kontaktwege erweitert

[11.05.2026] Hannovers Chatbot Hanni ist jetzt auch per Telefon und WhatsApp erreichbar. Damit erweitert die niedersächsische Landeshauptstadt ihre digitalen Kontaktwege und sorgt für mehr Service und Zugänglichkeit. mehr...

Vor einer Hecke stehen verschiedene Mülltonnen

Kreis Leer: Voicebot Hainz berät zur Müllabfuhr

[08.05.2026] Über einen neuen telefonischen Service verfügt jetzt der Abfallwirtschaftsbetrieb im Kreis Leer: Voicebot Hainz berät Kunden künftig rund um die Uhr zu Abfallarten, Abfuhrterminen, Annahmestellen oder Öffnungszeiten. mehr...

mit punkten durchzogenes Gehirn vor Laptop-Bildschirm

Initiative #MyAI: Aktionsmonat für kommunale KI

[05.05.2026] Viele Verwaltungen arbeiten gerade an ähnlichen Fragen: Wie lässt sich KI verantwortungsvoll einführen? Wie gelingt der Schritt vom Piloten in den Alltag? Im Aktionsmonat Mai wollen rund 25 Städte und Gemeinden unter dem Hashtag #MyAI2026 genau das sichtbar machen. 
 mehr...

Fliegende Euro-Banknoten vor dem Himmelshintergrund. Geld fliegt in der Luft. 500 Euro in Farbe. 3D-Darstellung
bericht

Förderwesen: Mittel automatisiert beantragen

[04.05.2026] Jährlich bleiben mehrere Millionen Euro an Fördermitteln ungenutzt. Das liegt zum einen an der komplexen, teils unübersichtlichen Förderlandschaft, zum anderen am hohen administrativen Aufwand, der mit dem Abruf von Fördermitteln verbunden ist. Der Einsatz digitaler Lösungen kann hier Abhilfe schaffen. mehr...

Zwei Personen sitzen vor einem Bildschirm auf dem die SMARD-Gov-Plattform zu sehen ist

Prosoz: Workshop zum Projekt SMARD-Gov

[24.04.2026] Einen Online-Workshop zum datenschutzkonformen Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung veranstaltet das Unternehmen Prosoz. Hintergrund ist das Forschungsprojekt SMARD-Gov. mehr...

Das Wohngeld Plus soll Bürger von hohen Energiekosten und gestiegenen Mieten entlasten.

Tübingen: KI für Wohngeld im Test

[23.04.2026] In Tübingen können sich Studierende beim Ausfüllen des Wohngeldantrags jetzt KI-Unterstützung holen. Die Testphase läuft noch bis 1. Mai. Denkbar sind perspektivisch eine Übertragung auf weitere Anträge für soziale Leistungen sowie eine Nachnutzung durch andere Kommunen. mehr...