Kreis BorkenKI-Assistent für Pflegeanträge

Das Team Borken bei der Abschlussveranstaltung in Berlin.
v.l.: Dr. Jasper Schwenzow, deepset; Andre Funke, Kreis Borken; Dr. Anna Gründler, deepset; Simon Beckmann, Kreis Borken
(Bildquelle: Kreis Borken)
Der Kreis Borken zieht nach der dreimonatigen Pilotphase im bundesweiten Projekt Agentic AI Hub eine positive Bilanz. Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) hatte Anfang März bundesweit 20 Pilotprojekte gestartet, um zu erproben, wie Künstliche Intelligenz Verwaltungsarbeit vereinfachen und beschleunigen kann (wir berichteten). Im Agentic AI Hub arbeiteten Kommunen eng mit jungen KI-Unternehmen zusammen. Administrative Routinen aus unterschiedlichen Bereichen sollten in technische Prototypen überführt und von KI-Systemen bearbeitet werden.
Nach der Abschlusspräsentation in Berlin zeigten sich nicht nur die Projektkommunen, sondern auch das BMDS zufrieden. „Ich bin begeistert, mit welchem Engagement Kommunen und Start-ups in den vergangenen drei Monaten voneinander und miteinander gelernt haben“, sagte Bundesdigitalminister Karsten Wildberger. Die Ergebnisse bestätigten den Kurs des Ministeriums, so der Minister, der Einsatz von Agentic AI verbessere die Arbeit in der Verwaltung bereits nach kurzer Zeit messbar.
Anträge schneller sichten
Der Kreis Borken hat mit dem Berliner KI-Start-up deepset kooperiert, um den Aufwand der Sachbearbeitung von Anträgen auf Hilfe zur Pflege zu senken. Solche Anträge umfassen schnell 100 Seiten plus Anhang – KI-generierte Vorprüfungen sollten deren Bearbeitung beschleunigen. Das KI-System prüfte die Anträge auf Vollständigkeit, analysierte Unterlagen, bereitete die Finanzdaten für die Vermögensprüfung auf und machte Vorschläge für behördliche Entscheidungen. Damit dieser Computer-Assistent aber funktioniert, musste im Hintergrund alles vorbereitet werden, berichtet der Kreis Borken. So seien viele Bausteine zusammengekommen – das eingesetzte Werkzeug Haystack war dabei wie ein Baukasten, der die einzelnen Elemente für den KI-Assistenten verband.
Bis zu 35 Prozent Zeitersparnis
Am Ende des dreimonatigen Testlaufs zeigte sich laut Kreisangaben: Durch den Einsatz von Agentic AI konnten 35 Prozent Zeitersparnis in den ausgewählten Arbeitsschritten erreicht werden, am Gesamtprozess bei Anträgen für Hilfe zur Pflege macht dies rund 20 Prozent Einsparung aus. „Durch die KI-Lösung sehen wir eine Chance, den kontinuierlich steigenden Fallzahlen bei der Hilfe zur Pflege zu begegnen. Die Entlastung von zeitraubenden Routineaufgaben hilft bei der knappen Personaldecke sehr“, betonte Stefan Heinze, Teamleiter im Fachbereich Soziales des Kreises Borken.
Auch Simon Beckmann vom Fachdienst Organisation, Digitalisierung und IT des Kreises Borken wertet die Projektphase als Erfolg: „Zusammen mit unserem Projektpartner konnten wir innerhalb des kurzen Zeitraumes nicht nur viele Erfahrungen sammeln, sondern haben auch gesehen, welches enorme Potenzial in der Nutzung von Künstlicher Intelligenz steckt.“ Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt, welches jetzt in den Echtbetrieb überführt werden soll, sollen weitere Bereiche folgen.
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