MünchenKI wird noch intelligenter

Screenshot aus MUCGPT 2.0: So lässt sich ein Assistent erstellen.
(Bildquelle: LHM)
MUCGPT ist das interne KI-Werkzeug der Landeshauptstadt München. Es wurde entwickelt, um den Beschäftigten der Stadtverwaltung einen sicheren und konformen Zugang zu generativen KI-Modellen zu ermöglichen. Unterstützen soll es vor allem bei textbasierten Aufgaben – vom Entwurf einer E-Mail über das Zusammenfassen langer Dokumente bis zum Brainstorming. Seit dem Produktivstart im März 2024 hat sich MUCGPT nach Angaben der Stadt im Arbeitsalltag der Verwaltung etabliert. Mehr als 15.000 Beschäftigte nutzen das System inzwischen regelmäßig. Täglich entstehen dabei mehr als 10.000 Chatinteraktionen. Mit MUCGPT 2.0 hat die Stadt das Werkzeug nun weiterentwickelt.
Neue Oberfläche für mehr Übersicht
Im Mittelpunkt der neuen Version steht eine überarbeitete Benutzeroberfläche, die sich am Feedback der Beschäftigten orientiert. Die Bedienung soll dadurch moderner, übersichtlicher und intuitiver werden. Das soll den Einstieg erleichtern und die tägliche Nutzung vereinfachen.
Auch technisch wurde MUCGPT weiterentwickelt. Die Software wurde in kleinere, einfacher zu pflegende Komponenten aufgeteilt. Das soll das System stabiler und leistungsfähiger machen. Neu sind außerdem Verbindungen zu anderen Systemen über das Model Context Protocol (MCP). MCP ist ein standardisiertes Protokoll, über das KI-Agenten externe Schnittstellen anbinden können. Damit lässt sich MUCGPT schneller mit weiteren Diensten und Wissensdatenbanken verbinden und kann auf deren Daten zugreifen.
Wissen teilen durch eigene Assistenten
Die zweite größere Neuerung betrifft die Arbeit mit KI-Assistenten. Beschäftigte können in MUCGPT 2.0 eigene promptbasierte Assistenten erstellen. Dabei handelt es sich um vorgefertigte Anweisungen für wiederkehrende Aufgaben. Statt dieselben Eingaben immer wieder neu zu formulieren, können einmal erstellte Assistenten innerhalb der Verwaltung geteilt werden. Ein Beispiel sind wiederkehrende textbasierte Aufgaben wie das Formulieren bestimmter E-Mails. Ein dafür angelegter Assistent kann mit anderen Beschäftigten geteilt und für die eigene Korrespondenz genutzt werden. Aus einem persönlichen Werkzeug wird damit eine geteilte Wissensbasis der Verwaltung. „Mehr als 15.000 unserer Kolleginnen und Kollegen nutzen MUCGPT regelmäßig. Dass sie jetzt ihre erstellten KI-Assistenten auch teilen können, macht aus einem Werkzeug eine gemeinsame Wissensbasis,, sagte Laura Dornheim, IT-Referentin und Chief Digital Officer der Stadt München.
Open Source für andere Kommunen
MUCGPT wurde vollständig als Open-Source-Software entwickelt. Der Quellcode ist öffentlich verfügbar und kann von anderen Kommunen übernommen und weiterentwickelt werden. Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt nach Angaben der Stadt bereits ein erstes Beispiel: Die Stadt Stuttgart nutzt MUCGPT inzwischen unter dem Namen ChatSTR. Damit will München auch die Nachnutzung kommunaler Eigenentwicklungen stärken. Der Quellcode ist öffentlich auf GitHub einsehbar, die einzelnen Dienste sind direkt als Container-Image nachnutzbar. Andere Verwaltungen können MUCGPT einsetzen und selbst weiterentwickeln.
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