Donnerstag, 6. August 2026

StudieDiese Bürgerämter sind digital spitze

[06.08.2026] Auch in diesem Jahr hat die Gisma University of Applied Sciences untersucht, wie weit die Bürgerämter in den 20 größten deutschen Städten digitalisiert sind. Den Spitzenplatz konnte Düsseldorf erobern, gefolgt von München, Frankfurt, Berlin und Essen.
Rheinufer Düsseldorf mit Rheinturm

Düsseldorf hat von den 20 größten deutschen Städten das digitalste Bürgeramt.

(Bildquelle: dudlajzov/123rf.com)

Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf hat einen der digitalsten Bürgerservices in Deutschland – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der privaten Gisma University of Applied Sciences (Berlin/Potsdam), welche jährlich die digitalen Serviceangebote der Bürgerämter in den 20 größten deutschen Städten untersucht (wir berichteten).

Für die Analyse wurden nach Angaben der Universität elf typische Bürgeramtsleistungen untersucht, darunter Wohnsitzan- und -ummeldungen, Urkundenbestellungen und Passangelegenheiten. Bewertet wurde nicht nur, ob Informationen oder Formulare online verfügbar sind, sondern auch, wie vollständig der jeweilige Prozess digital abläuft. Dafür wurde ein digitaler Reifegrad von 0 bis 4 vergeben, von „Dienstleistung digital nicht auffindbar“ bis „vollständig Ende-zu-Ende digital“. Düsseldorf liege dabei mit 86,4 von 100 Punkten an der Spitze des Rankings. Dahinter teilten sich München und Frankfurt mit jeweils 84,8 Punkten den zweiten Platz. Zu den fünf Städten mit den am stärksten digitalisierten Bürgerämtern gehörten zudem noch Berlin und Essen. 

Vor allem oben ist Bewegung

Wie Gisma weiter mitteilt, zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr vor allem in der oberen Hälfte des Rankings Bewegung. Düsseldorf etwa habe sich von Platz sechs auf Platz eins verbessert und mache damit den größten Sprung an der Spitze. Auch München rücke deutlich nach vorn: 2025 lag die Stadt noch auf Platz zehn. Frankfurt konnte seine starke Position aus dem Vorjahr – damals teilte sich die Mainmetropole mit Nürnberg den Spitzenplatz – weitgehend halten. Am unteren Ende fällt die Veränderung geringer aus. Bremen und Duisburg belegten bereits im Vorjahr die letzten beiden Plätze.

Diese Dienste sind schon weitgehend digital

Besonders weit digitalisiert sind laut der Untersuchung vor allem standardisierte Bürgeramtsleistungen. Wohnsitzan- und -ummeldungen erreichten in allen 20 untersuchten Städten den höchsten Wert. Damit ist diese Leistung in allen größten Städten Deutschlands vollständig Ende-zu-Ende digital möglich. Auch Urkundenbestellungen sind in 19 von 20 Städten stark digitalisiert. Ähnlich gut schneiden Leistungen rund um das Handwerk ab, auch bei der Beantragung der Hundesteuer erreichen 18 von 20 Städten den höchsten Wert. 

Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass einer vollständigen Digitalisierung einzelner Leistungen weiterhin rechtliche oder tatsächliche Grenzen gesetzt sind. So müssen bei der Beantragung eines Personalausweises oder Reisepasses insbesondere Fingerabdrücke und weitere biometrische Merkmale persönlich aufgenommen werden. Auch die Beglaubigung einer Papierkopie setzt grundsätzlich die Prüfung des Originals voraus. Keine der untersuchten Städte erreichte daher bei Pass- und Ausweisangelegenheiten die höchste Bewertungsstufe; die Beglaubigung von Kopien bildete bundesweit das Schlusslicht.

Online allein reicht nicht

Ein Online-Angebot bedeute auch nicht automatisch, dass ein Verwaltungsprozess vollständig digital sei, so Gisma weiter. Viele Leistungen lassen sich zwar online starten, zum Beispiel durch herunterladbare Formulare, digitale Antragsvorbereitung oder Online-Terminbuchung. Häufig bleiben jedoch analoge Schritte notwendig, etwa persönliche Vorsprachen, postalische Nachreichungen, Unterschriften oder die Abholung von Dokumenten vor Ort.

„Wenn von Bürgerämtern die Rede ist, dreht sich das Gespräch oft um Bürokratie, Wartezeiten und die Notwendigkeit, Behörden persönlich aufzusuchen. Unsere Analyse zeigt, dass viele Städte bereits daran arbeiten, diese Hürden durch Digitalisierung abzubauen. Dennoch sind persönliche Termine, Unterschriften und die Einreichung von Unterlagen nach wie vor Teil vieler Verwaltungsverfahren“, kommentiert Ramon O’Callaghan, Präsident der Gisma University of Applied Sciences. „Die Herausforderung besteht darin, öffentliche Dienstleistungen einfacher und schneller zu gestalten und dabei Datenschutz und Sicherheit zu gewährleisten. Dies lässt sich erreichen, indem unnötiger Papierkram reduziert, Dienstleistungen abteilungsübergreifend integriert und der Einsatz sicherer digitaler Identitäten sowie elektronischer Signaturen ausgeweitet wird.”





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Bürgerservice

Stuttgart: Bürgerbüros setzen auf digitale Services

[04.08.2026] Die Bürgerbüros in Stuttgart wollen künftig Online-Services und die Online-Terminvergabe noch stärker in den Mittelpunkt rücken. mehr...

In Nordrhein-Westfalen soll der digitale Gang aufs Rathaus künftig zur Regel werden.

Leverkusen: Neue digitale Dienste

[03.08.2026] Leverkusen baut seinen digitalen Bürgerservice aus. Den neuen Online-Antrag auf Grundsicherung begleitet die Stadt mit gezielten Informationen für Betroffene und rechtliche Betreuende. Auch Feinstaubplakette und Fischereiabgabe lassen sich nun digital erledigen. mehr...

eine Reihe von Personen steht in einem Büro

Bad Berleburg: Entspannter Start für digitalen Bürgerservice

[30.07.2026] Die Einführung der neuen digitalen Lösungen für die Terminvereinbarung und die Besuchersteuerung wurde in der Stadt Bad Berleburg detailliert vorbereitet. Das machte sich bezahlt: Beim Go-Live im April dieses Jahres lief das neue System von Beginn an stabil. mehr...

Mann im Rollstuhl bedient ein Self-Service-System in einem Rathaus

Richtlinie: Interaktive Systeme barrierefrei gestalten

[29.07.2026] Eine aktuelle Richtlinie des Unternehmens Werkstation unterstützt unter anderem öffentliche Auftraggeber, Kommunen und Verkehrsbetriebe dabei, Kioskterminals, Informationsstelen und Self-Service-Systemen barrierefrei zu gestalten. mehr...

Eine Hand hält ein Smartphone aus dem rote Rechtsparagraphen fliegen

Lohmen: Einführung von digitaler Satzungsverwaltung

[29.07.2026] Die Gemeinde Lohmen digitalisiert als erste Kommune in Sachsen ihre Satzungsverwaltung mit einem zentralen System für kommunales Recht. Das Projekt soll Verwaltungsabläufe vereinfachen, Ortsrecht transparenter machen und neue Möglichkeiten für die digitale Bereitstellung kommunaler Vorschriften schaffen. mehr...

Die digitale Wohnsitzanmeldung erspart Bürgerinnen und Bürgern nach einem Umzug den Amtsbesuch – und entlastet die Bürgerämter. In Hessen startet jetzt der Roll-out.

Braunschweig: Wohnsitzanmeldung ab sofort digital

[23.07.2026] Braunschweig hat die elektronische Wohnsitzanmeldung freigeschaltet. Umzüge innerhalb der Stadt und Zuzüge lassen sich damit ohne Termin beim Amt erledigen. Die Authentifizierung erfolgt mit einem geeigneten Ausweis und der AusweisApp. mehr...

Screenshot Serviceportal Oldenburg

Oldenburg: Bürgerservice erweitert

[22.07.2026] Ihre digitalen Verwaltungsangebote baut die Stadt Oldenburg mit elektronischer Wohnsitzanmeldung und Meldebescheinigung weiter aus. Bei letzterer zählt Oldenburg zu den Vorreitern. mehr...

bericht

Springe / Burgwedel: Versprechen eingelöst

[17.07.2026] Die niedersächsischen Städte Burgwedel und Springe begreifen die Digitalisierung als kontinuierlichen Entwicklungsprozess. Das Ergebnis: Der Bürgerservice wird verbessert und die Verwaltungsabläufe werden beschleunigt. mehr...

Gruppenfoto mit vier Personen in einem kleinen Büro.

Gütersloh: Ohne Medienbrüche zum Schulbus-Ticket

[17.07.2026] Die Stadt Gütersloh hat für den Prozess von der Prüfung des Anspruchs auf ein Schülerticket bis hin zur Ticketbuchung ein durchgängig digitales Verfahren entwickelt. Die zugrunde liegende Datenbank enthält über 700.000 mögliche Routenberechnungen zwischen Wohnung und Schule. mehr...

Künftig soll es im Schweizer Kanton Zürich möglich sein

Potsdam: eWA-Potenziale noch nicht ausgeschöpft

[15.07.2026] Rund 2.000 Wohnsitzanmeldungen haben die Potsdamerinnen und Potsdamer innerhalb eines Jahres digital erledigt. Damit ist die Nutzung des Online-Dienstes hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Dennoch zieht die Stadt ein positives Zwischenfazit. mehr...

Person schaut auf Smartphone_Neuer Webauftritt_Jobcenter_münster

Münster: Jobcenter strukturiert Webauftritt neu

[15.07.2026] Die neu strukturierte Webseite des Jobcenters Münster bündelt Informationen, Online-Anträge und Services und will den Zugang zu den Angeboten erleichtern. mehr...

Wolfgang Rossenbach (1.v.l.), Abteilungsleitung Zentrale Steuerung, Service, Digitalisierung, IT und Digitalisierungsbeauftragter (CDO) der Stadt Hennef, erläutert die neue Stadt-App.

Hennef: Stadt-App löst Citykey ab

[10.07.2026] Über eine neue Stadt-App verfügt jetzt die Stadt Hennef. Die Eigenentwicklung des städtischen IT-Teams ersetzt die bislang genutzte Telekom-Anwendung Citykey. mehr...

Dunkelhäutige Frau mit einem Smartphone in Händen vor den Kulissen einer Großstadt
bericht

Umfrage: Bürger bewerten Nutzerklima

[09.07.2026] Wie empfinden die Bürger die Nutzerfreundlichkeit von digitalen Verwaltungsangeboten? Erste Erkenntnisse hierzu liefert der Nutzerklima-Test 2026. Für eine positive Bewertung müssen Services demnach vollständig digital nutzbar und leicht auffindbar sein. mehr...

Eine Hand hält ein Smartphone aus dem rote Rechtsparagraphen fliegen

Querfurt: Vollständig digitale Satzungsverwaltung

[08.07.2026] Kommunale Satzungen und Satzungsänderungen werden in Querfurt künftig vollständig digital erarbeitet und bekannt gemacht. Zum Einsatz kommt dafür eine Lösung von TSA. mehr...