DinslakenDigitales Serviceangebot erweitert

Christiane Wenzel (l.), Geschäftsbereichsleitung Bürgerservice, Recht und Ordnung, an der Dokumentenboxausgabe mit Simon Panke, Bürgermeister Stadt Dinslaken.
(Bildquelle: Stadt Dinslaken)
Die Stadt Dinslaken baut ihre digitalen Verwaltungsangebote weiter aus und hat neue Online-Dienste für das Bürgerbüro und die Ausländerangelegenheiten eingeführt. Wie die Stadtverwaltung berichtet, können Bürgerinnen und Bürger inzwischen zahlreiche Anliegen vollständig digital erledigen.
Im Bürgerbüro stehen unter anderem die elektronische Wohnsitzanmeldung, digitale und postalische Meldebescheinigungen, Melderegisterauskünfte, Übermittlungssperren und persönliche Selbstauskünfte online zur Verfügung. Auch den Fischereischein will die Stadt künftig digital anbieten. Für diese Leistungen soll ein Besuch im Bürgerbüro grundsätzlich entfallen. Wo gesetzliche Vorgaben weiterhin Papier verlangen, verschickt die Verwaltung etwa Bescheinigungen oder Änderungsaufkleber für den Personalausweis per Post.
Ausländerbehörde erweitert Online-Angebot
Auch die Ausländerbehörde hat ihr Online-Angebot erweitert. Anträge auf Einbürgerung, Verpflichtungserklärungen und Aufenthaltstitel lassen sich digital einreichen. Bei Aufenthaltstiteln setzt Dinslaken erstmals Künstliche Intelligenz ein. Sie prüft hochgeladene Dokumente automatisiert auf Vollständigkeit und Plausibilität. Dadurch sollen Antragstellende fehlende oder unpassende Unterlagen früher erkennen und vollständigere Anträge einreichen. Die Nutzung der KI-Funktion bleibt nach Angaben der Stadt freiwillig und kann ein- oder ausgeschaltet werden.
Seit Mai ergänzt eine Dokumentenausgabebox im Rathaus das digitale Angebot. Antragstellende können dort Aufenthaltskarten nach einer Erstbeantragung oder Verlängerung selbstständig abholen. Die Stadt sendet ihnen dafür per SMS einen Code, mit dem sich das jeweilige Fach der Box öffnen lässt. Termine für die reine Abholung sind damit grundsätzlich nicht mehr nötig. Persönlich erscheinen müssen Antragstellende weiterhin, wenn biometrische Daten erfasst werden oder individuelle Fragen zu klären sind. Die Box im Erdgeschoss des Rathauses ist montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr zugänglich.
Nach Angaben der Stadt nutzen die Bürgerinnen und Bürger bereits mehrere digitale Leistungen intensiv. Rund 95 Prozent der Anträge zur Anmeldung von Hunden gingen inzwischen digital ein. Besonders häufig würden außerdem die Online-Dienste für Sperrmüllanmeldungen und Mängelmeldungen genutzt. Digitale Anträge könnten zudem einfacher weiterbearbeitet werden, weil die Verwaltung in einzelnen Bereichen bereits mit elektronischen Akten arbeite.
Nutzungszahlen belegen Zuspruch
Nils Gilges, Leiter der Stabsstelle Digitalisierung, sieht die Nutzungszahlen als Bestätigung für den Ausbau. „Die Zahlen belegen: Das Interesse an digitalen Angeboten ist vorhanden, was uns natürlich sehr begeistert“, sagt er. Achim Thomae, Erster Beigeordneter und Kämmerer, verweist zugleich auf den Aufwand hinter der Einführung neuer Dienste. Die Projekte erforderten die Zusammenarbeit der Fachdienste und der Stabsstelle Digitalisierung.
Die Stadt plant bereits weitere Angebote. Vorgesehen sind ein KI-gestützter Chatbot auf der städtischen Website, der Fragen zu Verwaltungsleistungen beantworten soll, sowie ein Anmeldeterminal im Bürgerbüro der Stadtmitte. Ab Herbst sollen außerdem Meldungen und Einkommenserklärungen für die Tagesbetreuung von Kindern digital eingereicht werden können.
Für die Nutzung der digitalen Dienste empfiehlt die Stadt ein persönliches Konto bei der BundID, die eine sichere Authentifizierung ermöglicht. Langfristig soll ein großer Teil des kommunalen Online-Angebots über diese Anmeldung zugänglich sein. Bürgermeister Simon Panke kündigt an, die Digitalisierung der Verwaltung weiter auszubauen und dabei auch interne Prozesse auf zusätzliche Effizienzpotenziale zu prüfen.
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