Sonntag, 11. Oktober 2026

Stadtwerke Lübeck Solutions/ITV.SHHohe Erwartungen an digitale Verwaltung

[27.08.2026] Viele Menschen in Schleswig-Holstein erwarten nutzerfreundliche digitale Verwaltungsleistungen. Für Kommunen ist deren Umsetzung aber mitunter aufwendig. Stadtwerke Lübeck Solutions und ITV.SH wollen deshalb die Nachnutzung bewährter Lösungen erleichtern.
Junger Mann sitzt mit Laptop, Taschenrechner und einigen Papieren in sorgenvoller Haltung am Schreibtisch.

Damit digitale Verwaltungslösungen angenommen werden, müssen sie nutzerfreundlich sein.

(Bildquelle: fizkes/123rf.com)

Der IT-Dienstleister Stadtwerke Lübeck Solutions und der IT-Verbund Schleswig-Holstein (ITV.SH) bündeln ihre Erfahrungen und Lösungen aus der kommunalen Praxis: ITV.SH wurde nun Kommanditist bei der Digitaltochter der Stadtwerke Lübeck. Gemeinsam will man Digitalisierung schneller in die Fläche – also in die Kommunen – bringen. „Nicht jede Kommunalverwaltung muss das Rad bei der Digitalisierung neu erfinden. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Stadtwerken Lübeck bewährte Lösungen schneller verfügbar zu machen und damit die Verwaltungen vor Ort spürbar zu entlasten“, sagt der ITV.SH-Geschäftsführer Matthi Bolte-Richter.

Digitale Verwaltung – gewollt, aber wenig genutzt

Nun liegen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage vor, die das Marktforschungsunternehmen Civey im Auftrag der Stadtwerke Lübeck und des ITV.SH unter 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern Schleswig-Holsteins durchgeführt hat. Demnach sehen die Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein großes Potenzial in einer digitalen Verwaltung. So geht jede zweite befragte Person (50,1 Prozent) davon aus, dass vollständig digitale Verwaltungsangebote den Kontakt mit Behörden deutlich vereinfachen würden. Gleichzeitig nutzt aber knapp die Hälfte der Befragten (49,9 Prozent) keines der abgefragten kommunalen Online-Angebote. Die größten Nutzungshürden liegen aus Sicht vieler Bürgerinnen und Bürger in mangelnder Bekanntheit (43,6 Prozent), einer umständliche Nutzung (41,4 Prozent) und bei Datenschutz und Sicherheit (30,6 Prozent).

Lösungen für den Alltag

Insbesondere bei alltäglichen Verwaltungsleistungen werden digitale Lösungen erwartet. Vor allem klassische Behördengänge wie das Beantragen von Ausweisen (52,3 Prozent), Ummeldungen (41,9 Prozent) oder die Fahrzeugzulassung (41,8 Prozent) sollen digital möglich sein. In Teilen ist die Verwaltungsdigitalisierung in Schleswig-Holstein schon weiter fortgeschritten, als viele Bürgerinnen und Bürger anscheinend vermuten. So sind die elektronische Wohnsitzanmeldung und die Fahrzeugzulassung bereits flächendeckend digital verfügbar. Diese Fortschritte spiegeln sich in der Wahrnehmung wider: 42,0 Prozent der Befragten vertrauen darauf, dass die Verwaltung in Schleswig-Holstein künftig nutzerfreundlich gestaltet wird. Bei einer vergleichbaren Umfrage der Stadtwerke Lübeck aus dem Jahr 2024 lag dieser Wert noch bei 18,7 Prozent.

Von der Erwartung zur Umsetzung

Damit digitale Verwaltungsangebote im Alltag stärker genutzt werden, kommt es aus Sicht der Befragten vor allem auf verständliche Angebote (52,3 Prozent), schnelle Bearbeitungszeiten (49,8 Prozent) und nachvollziehbare Prozesse an. Dazu zählt auch die Möglichkeit, Bearbeitungsstände digital nachzuverfolgen (32,6 Prozent).
Genau darin liegt für Kommunen die Herausforderung, konstatieren die IT-Dienstleister: Hinter nutzerfreundlichen Verwaltungsleistungen stehen oftmals zahlreiche Fachverfahren, Plattformen und Prozesse, die verbunden werden müssten. Fehlende Standards und begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen stünden der Realisierung durchgängig digitaler Verwaltungsangebote weiter entgegen. Daher komme es nicht allein auf neue digitale Angebote an. Entscheidend sei, bestehende Lösungen bekannter und einfacher nutzbar zu machen sowie bewährte Ansätze kommunenübergreifend schneller in die Fläche zu bringen.





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