Freitag, 11. September 2026

Stadtwerke Lübeck Solutions/ITV.SHHohe Erwartungen an digitale Verwaltung

[27.08.2026] Viele Menschen in Schleswig-Holstein erwarten nutzerfreundliche digitale Verwaltungsleistungen. Für Kommunen ist deren Umsetzung aber mitunter aufwendig. Stadtwerke Lübeck Solutions und ITV.SH wollen deshalb die Nachnutzung bewährter Lösungen erleichtern.
Junger Mann sitzt mit Laptop, Taschenrechner und einigen Papieren in sorgenvoller Haltung am Schreibtisch.

Damit digitale Verwaltungslösungen angenommen werden, müssen sie nutzerfreundlich sein.

(Bildquelle: fizkes/123rf.com)

Der IT-Dienstleister Stadtwerke Lübeck Solutions und der IT-Verbund Schleswig-Holstein (ITV.SH) bündeln ihre Erfahrungen und Lösungen aus der kommunalen Praxis: ITV.SH wurde nun Kommanditist bei der Digitaltochter der Stadtwerke Lübeck. Gemeinsam will man Digitalisierung schneller in die Fläche – also in die Kommunen – bringen. „Nicht jede Kommunalverwaltung muss das Rad bei der Digitalisierung neu erfinden. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Stadtwerken Lübeck bewährte Lösungen schneller verfügbar zu machen und damit die Verwaltungen vor Ort spürbar zu entlasten“, sagt der ITV.SH-Geschäftsführer Matthi Bolte-Richter.

Digitale Verwaltung – gewollt, aber wenig genutzt

Nun liegen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage vor, die das Marktforschungsunternehmen Civey im Auftrag der Stadtwerke Lübeck und des ITV.SH unter 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern Schleswig-Holsteins durchgeführt hat. Demnach sehen die Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein großes Potenzial in einer digitalen Verwaltung. So geht jede zweite befragte Person (50,1 Prozent) davon aus, dass vollständig digitale Verwaltungsangebote den Kontakt mit Behörden deutlich vereinfachen würden. Gleichzeitig nutzt aber knapp die Hälfte der Befragten (49,9 Prozent) keines der abgefragten kommunalen Online-Angebote. Die größten Nutzungshürden liegen aus Sicht vieler Bürgerinnen und Bürger in mangelnder Bekanntheit (43,6 Prozent), einer umständliche Nutzung (41,4 Prozent) und bei Datenschutz und Sicherheit (30,6 Prozent).

Lösungen für den Alltag

Insbesondere bei alltäglichen Verwaltungsleistungen werden digitale Lösungen erwartet. Vor allem klassische Behördengänge wie das Beantragen von Ausweisen (52,3 Prozent), Ummeldungen (41,9 Prozent) oder die Fahrzeugzulassung (41,8 Prozent) sollen digital möglich sein. In Teilen ist die Verwaltungsdigitalisierung in Schleswig-Holstein schon weiter fortgeschritten, als viele Bürgerinnen und Bürger anscheinend vermuten. So sind die elektronische Wohnsitzanmeldung und die Fahrzeugzulassung bereits flächendeckend digital verfügbar. Diese Fortschritte spiegeln sich in der Wahrnehmung wider: 42,0 Prozent der Befragten vertrauen darauf, dass die Verwaltung in Schleswig-Holstein künftig nutzerfreundlich gestaltet wird. Bei einer vergleichbaren Umfrage der Stadtwerke Lübeck aus dem Jahr 2024 lag dieser Wert noch bei 18,7 Prozent.

Von der Erwartung zur Umsetzung

Damit digitale Verwaltungsangebote im Alltag stärker genutzt werden, kommt es aus Sicht der Befragten vor allem auf verständliche Angebote (52,3 Prozent), schnelle Bearbeitungszeiten (49,8 Prozent) und nachvollziehbare Prozesse an. Dazu zählt auch die Möglichkeit, Bearbeitungsstände digital nachzuverfolgen (32,6 Prozent).
Genau darin liegt für Kommunen die Herausforderung, konstatieren die IT-Dienstleister: Hinter nutzerfreundlichen Verwaltungsleistungen stehen oftmals zahlreiche Fachverfahren, Plattformen und Prozesse, die verbunden werden müssten. Fehlende Standards und begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen stünden der Realisierung durchgängig digitaler Verwaltungsangebote weiter entgegen. Daher komme es nicht allein auf neue digitale Angebote an. Entscheidend sei, bestehende Lösungen bekannter und einfacher nutzbar zu machen sowie bewährte Ansätze kommunenübergreifend schneller in die Fläche zu bringen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Bürgerservice

Smart Country Convention: Lösungen für den Bürgerbesuch

[10.09.2026] Auf der Smart Country Convention präsentiert JCC Software Lösungen für Terminvereinbarung, Besuchersteuerung, Personalplanung und Zahlungsabwicklung. Kommunen sollen damit Bürgerbesuche durchgängig organisieren und ihre Beschäftigten bei der Bearbeitung entlasten können. mehr...

Blick über den belebten Augsburger Rathausplatz mit Außengastronomie auf das historische Rathaus und den Perlachturm vor blauem Himmel.
bericht

Augsburg: Vom Formular zum Service

[09.09.2026] Augsburg zählt mit rund 600 Online-Diensten und mehr als 2.100 einzelnen Verwaltungsleistungen zu den digital führenden Kommunen Deutschlands. Ausgehend von digitalen Formularen auf Basis von cit intelliForm ist dort ein integriertes Serviceangebot für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen entstanden. mehr...

Mann und Frau halten der Kamera ein Laptop entgegen, darauf Formular

Gütersloh: Bauanträge nur noch online

[04.09.2026] Gütersloh macht das Bauportal.NRW ab September zum alleinigen Einreichungsweg für Bauanträge. Auch die weitere Kommunikation im Genehmigungsverfahren erfolgt digital. Daneben erweitert die Stadt ihr Bürgerportal um Online-Anträge und Terminvereinbarungen des Jugendamts. mehr...

Ein Mann und eine Frau stehen für ein gemeinsames Foto vor einer blauen Wand und schauen in die Kamera.

Niedersachsen: Wie können Kommunen digitaler werden?

[03.09.2026] Dataport und das Land Niedersachsen haben rund 250 Kommunen bei der digitalen Transformation begleitet. Ihr Abschlussbericht stellt vor allem organisatorischen Handlungsbedarf fest und empfiehlt gemeinsame Standards, zentrale Dienste sowie mehr Qualifizierung. mehr...

Drei Menschen mit Monitoren in einem Büro

NOLIS/public.consulting: Kommunale Datenpflege

[01.09.2026] NOLIS und public.consulting bieten Kommunen einen gemeinsamen Service für die Datenpflege kommunaler Online-Portale an. Das Angebot verbindet die NOLIS-Software mit externer Datenpflege und soll Verwaltungen bei der laufenden Aktualisierung ihrer Inhalte entlasten. mehr...

Landkreis Augsburg: Integreat-App erweitert

[26.08.2026] Neuzugewanderte im Landkreis Augsburg können Informationen in der Integreat-App künftig über einen Chat-Assistenten suchen. „Frag Integreat“ beantwortet frei formulierte Fragen auf Basis der vom Landkreis bereitgestellten Inhalte. mehr...

Dinslaken: Digitales Serviceangebot erweitert

[21.08.2026] Die Stadt Dinslaken erweitert ihr digitales Serviceangebot um neue Online-Dienste im Bürgerbüro und in der Ausländerbehörde. Erstmals prüft dabei auch eine KI hochgeladene Unterlagen, während eine Dokumentenbox die Abholung von Aufenthaltstiteln vereinfacht. mehr...

Gemeinde Jork: App für Verwaltungsinformationen und digitale Dienste eingeführt

[19.08.2026] Die Gemeinde Jork bündelt Verwaltungsinformationen und digitale Dienste in einer eigenen Smartphone-App. Grundlage ist die NOLIS | CityApp, die Inhalte direkt aus dem bestehenden Content Management System übernimmt und so den Bürgerservice auf einem weiteren Kanal verfügbar macht. mehr...

Rathaus Schöneberg, Außenansicht im Sommer

Berlin: New Work im Bürgeramt

[11.08.2026] Berlin erprobt, wie Frontoffice, Backoffice und Ausbildung in einem Großraumbüro organisiert werden können. Das Pilotprojekt soll zugleich moderne Arbeitsformen testen und einen Gestaltungs- und Organisationsrahmen für weitere Bürgerämter entwickeln. mehr...

Rheinufer Düsseldorf mit Rheinturm

Studie: Diese Bürgerämter sind digital spitze

[06.08.2026] Auch in diesem Jahr hat die Gisma University of Applied Sciences untersucht, wie weit die Bürgerämter in den 20 größten deutschen Städten digitalisiert sind. Den Spitzenplatz konnte Düsseldorf erobern, gefolgt von München, Frankfurt, Berlin und Essen. mehr...

Stuttgart: Bürgerbüros setzen auf digitale Services

[04.08.2026] Die Bürgerbüros in Stuttgart wollen künftig Online-Services und die Online-Terminvergabe noch stärker in den Mittelpunkt rücken. mehr...

In Nordrhein-Westfalen soll der digitale Gang aufs Rathaus künftig zur Regel werden.

Leverkusen: Neue digitale Dienste

[03.08.2026] Leverkusen baut seinen digitalen Bürgerservice aus. Den neuen Online-Antrag auf Grundsicherung begleitet die Stadt mit gezielten Informationen für Betroffene und rechtliche Betreuende. Auch Feinstaubplakette und Fischereiabgabe lassen sich nun digital erledigen. mehr...

eine Reihe von Personen steht in einem Büro

Bad Berleburg: Entspannter Start für digitalen Bürgerservice

[30.07.2026] Die Einführung der neuen digitalen Lösungen für die Terminvereinbarung und die Besuchersteuerung wurde in der Stadt Bad Berleburg detailliert vorbereitet. Das machte sich bezahlt: Beim Go-Live im April dieses Jahres lief das neue System von Beginn an stabil. mehr...

Mann im Rollstuhl bedient ein Self-Service-System in einem Rathaus

Richtlinie: Interaktive Systeme barrierefrei gestalten

[29.07.2026] Eine aktuelle Richtlinie des Unternehmens Werkstation unterstützt unter anderem öffentliche Auftraggeber, Kommunen und Verkehrsbetriebe dabei, Kioskterminals, Informationsstelen und Self-Service-Systemen barrierefrei zu gestalten. mehr...