KevelaerKI für besseren Bürgerservice

Im Rathaus der Stadt Kevelaer hilft KI bei Routineaufgaben.
(Bildquelle: Stadt Kevelaer)
Der Fachkräftemangel stellt viele Kommunen vor die Herausforderung, ihre Leistungen dauerhaft zuverlässig anzubieten. Gleichzeitig wachsen die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an digitale Verwaltungsangebote. So auch in der Wallfahrtsstadt Kevelaer, die deshalb einen Ansatz verfolgt, der digitale Unterstützung nach außen und nach innen verbindet: Ein Chatbot auf der Verwaltungswebsite, ein KI-Telefonassistent und der interne KI-Assistent merlin_assistiert sollen Beschäftigte bei wiederkehrenden Aufgaben entlasten und mehr Zeit für persönliche Beratung und komplexe Fälle schaffen.
Gemeinsam mit dem auf kommunale KI spezialisierten Unternehmen Merlin Digital Solutions führte Kevelaer im September 2025 einen KI-gestützten Chatbot auf ihrer Verwaltungswebsite ein. Seitdem wurden darüber mehr als 10.000 Nachrichten bearbeitet. Die Anwendung beantwortet wiederkehrende Fragen zu Verwaltungsleistungen, Zuständigkeiten, Öffnungszeiten und Terminen. Sie soll Bürgerinnen und Bürgern eine erste Orientierung geben und die Beschäftigten bei Standardanfragen entlasten, eine individuelle Beratung aber nicht ersetzen.
KI für interne Routinen
Innerhalb der Verwaltung nutzt Kevelaer den KI-Assistenten merlin_assistiert. Er unterstützt die Beschäftigten etwa beim Formulieren von Schreiben, bei Recherchen und bei der Aufbereitung von Informationen. Nach Angaben der Stadt bindet die Anwendung Sprachmodelle verschiedener Anbieter über abgesicherte Enterprise-Schnittstellen ein. Anders als bei frei zugänglichen Consumer-Diensten sollen sie dadurch unter kontrollierten Bedingungen nutzbar sein.
Innerhalb der Anwendung werden zudem einzelne Assistenten an die Anforderungen bestimmter Aufgabenbereiche angepasst. Sie können beispielsweise Recherchen unterstützen, Entwürfe für Leistungsverzeichnisse erstellen, neue gesetzliche Vorgaben auswerten oder Informationen strukturiert aufbereiten. Anforderungen aus den Fachbereichen werden laut Stadt gemeinsam mit Merlin Digital Solutions in die Konfiguration überführt und anhand der Erfahrungen aus dem Verwaltungsalltag weiterentwickelt. Die fachliche Bewertung und Verantwortung bleiben bei den Beschäftigten; rechtlich verbindliche Entscheidungen trifft die Anwendung nicht.
„Der entscheidende Schritt war nicht die Einführung eines einzelnen KI-Werkzeugs, sondern der Aufbau eines verlässlichen Rahmens für seinen Einsatz“, sagte Jonas Hoffmanns, Digitalisierungsbeauftragter der Stadt Kevelaer. Dienstvereinbarung, Datenschutz, Schulungen und passgenau konfigurierte Assistenten gehörten von Anfang an zusammen.
Dienstvereinbarung regelt die Nutzung
Eine Dienstvereinbarung legt die organisatorischen und datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen für den internen KI-Einsatz fest. Ergänzend schult Kevelaer die Beschäftigten im sicheren und zweckmäßigen Umgang mit den Anwendungen. Dazu gehört auch, KI-generierte Inhalte kritisch zu prüfen und fachlich zu verantworten.
Nach Angaben der Stadt werden die über merlin_assistiert verarbeiteten kommunalen Daten ausschließlich auf Servern in Deutschland gespeichert, die Anfragen innerhalb Europas verarbeitet. Inhalte würden von den angebundenen Modellen nur vorübergehend im Arbeitsspeicher verarbeitet und nicht dauerhaft gespeichert. Auch für das Training der Modelle würden die Eingaben nicht verwendet. Die Übertragung erfolge verschlüsselt, Zugriffe würden über Rollen- und Rechtekonzepte gesteuert. Datenschutzrechtlich verantwortlich bleibe die Stadt Kevelaer.
Telefonassistent ergänzt Bürgerservice
Seit März 2026 ergänzt ein KI-Telefonassistent den digitalen Bürgerservice. Er nimmt Anrufe entgegen, beantwortet wiederkehrende Fragen, erfasst Rückrufwünsche und unterstützt bei der Terminvereinbarung. Damit erhalten Anrufende auch außerhalb der Öffnungszeiten eine erste Orientierung und können Termine vereinbaren.
Nach Angaben der Stadt entlastet der Assistent vor allem das Bürgerbüro, bei dem auch die zentrale Rufnummer der Verwaltung aufläuft. Komplexe Anliegen und individuelle Rückfragen verbleiben bei den Beschäftigten. Der Telefonassistent kann Gespräche an die zuständige Stelle weiterleiten oder einen Rückrufwunsch aufnehmen.
Schrittweise Weiterentwicklung
Die drei Anwendungen greifen an unterschiedlichen Stellen des Verwaltungsalltags an: Der Chatbot beantwortet schriftliche Standardanfragen, der Telefonassistent übernimmt wiederkehrende Anliegen am Telefon und merlin_assistiert unterstützt interne Arbeitsprozesse. Kevelaer entwickelt die Anwendungen schrittweise entlang konkreter Anforderungen aus den Fachbereichen weiter. Organisatorische und datenschutzrechtliche Vorgaben sowie Schulungen der Beschäftigten bilden dafür nach Angaben der Stadt den gemeinsamen Rahmen.
Vitako: Kommunale KI in die Fläche bringen
[25.09.2026] Künstliche Intelligenz (KI) hat in Kommunalverwaltungen die Pilotphase zunehmend hinter sich. Wie es gelingen kann, praxiserprobte Anwendungen breit nachnutzbar zu machen und dauerhaft in bestehende Verwaltungsprozesse zu integrieren, darüber wurde nun auf einer Vitako-Fachkonferenz in Hannover diskutiert. mehr...
Hürth: Mit Hightech dem Gestank auf der Spur
[25.09.2026] In Hürth kommt KI in einem ungewöhnlichen Use Case zum Einsatz: Um die Ursache hartnäckiger Geruchsbelästigungen zu finden, werden mehr als 800 Bürgermeldungen mit Wetterdaten verknüpft und KI-gestützt ausgewertet. Die Analyse soll den Immissionsschutzbehörden neue Anhaltspunkte liefern. mehr...
Heidelberg: Innovationen unter Realbedingungen
[23.09.2026] Mit einem umfassenden Pilotprogramm erprobt die Stadt Heidelberg seit 2025 innovative KI- und Digitalisierungsanwendungen für kommunale Herausforderungen. Ziel ist es, Innovationen schneller in die Praxis zu bringen. Die Unternehmen für die zweite Runde stehen fest. mehr...
Stuttgart: KI-Forschung kommt in die Schulen
[22.09.2026] Stuttgart und die Universität Tübingen wollen den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich gemeinsam voranbringen. In einer auf drei Jahre angelegten Kooperation sollen adaptive Lernsysteme an Stuttgarter Schulen erprobt und wissenschaftlich fundierte KI-Konzepte für den Unterricht entwickelt werden. mehr...
Smart Country Convention: KI für den Verwaltungsalltag
[18.09.2026] Wie sich Verwaltungswissen mithilfe Künstlicher Intelligenz erschließen und für die tägliche Arbeit nutzen lässt, zeigt IntraFind auf der Smart Country Convention. Im Mittelpunkt stehen bereits realisierte KI-Projekte sowie der schrittweise Ausbau von der intelligenten Suche bis hin zu KI-Agenten. mehr...
Hamburg: KI leitet E-Mails weiter
[17.09.2026] Hamburg setzt Künstliche Intelligenz ein, um eingehende E-Mails automatisch den zuständigen Stellen zuzuordnen. Die Lösung MailFWD ist bereits in sechs Fachbereichen im Einsatz und soll bis Ende 2026 mindestens 18 zentrale Postfächer unterstützen. mehr...
Axians Infoma: Online-Test zu KI-Reifegrad
[16.09.2026] Wo steht die eigene Verwaltung beim Einsatz Künstlicher Intelligenz? Ein neuer Online-Test von Axians Infoma soll Kommunen und Behörden eine erste Standortbestimmung ermöglichen und Ansatzpunkte für weitere Schritte aufzeigen. mehr...
Akademie der Deutschen Medien: Online-Konferenz zu KI in der Verwaltung
[16.09.2026] Wie lässt sich Künstliche Intelligenz sinnvoll und rechtssicher in der Behördenkommunikation einsetzen? Mit dieser Frage beschäftigt sich im November eine kostenfreie Online-Konferenz der Akademie der Deutschen Medien. Auch die Stadt München berichtet aus der Praxis. mehr...
Märkischer Kreis: KI-Assistentin geht ans Telefon
[15.09.2026] Der Märkische Kreis erweitert sein digitales Serviceangebot. Außerhalb der regulären Dienstzeiten beantwortet jetzt die KI-Telefonassistentin Emka Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Sie ist rund um die Uhr erreichbar und beherrscht mehr als 30 Sprachen. mehr...
Künstliche Intelligenz: Die Grenzen der Assistenzen
[14.09.2026] In der Debatte über KI in der Verwaltung steht meist die Frage im Mittelpunkt, was Maschinen können. Die aus rechtsstaatlicher Sicht viel wichtigere Frage lautet jedoch, was sie nicht dürfen. Diese Frage hat das Verwaltungsverfahrensgesetz längst beantwortet. mehr...
NEGZ-Herbsttagung: Impulse für die Verwaltungsdigitalisierung
[10.09.2026] Bei der Herbsttagung des NEGZ haben Fachleute aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aktuelle Fragen der Verwaltungsdigitalisierung diskutiert. Im Mittelpunkt standen unter anderem EUDI-Wallet, Open Source, Künstliche Intelligenz und digitale Souveränität. mehr...
Advertorial: In 48 Stunden gestartet. In einem Quartal flächendeckend im Einsatz
[07.09.2026] Wie die Gemeinde Herzebrock-Clarholz ihre gesamte Verwaltung mit Ayunis Core KI-fit gemacht hat – und was andere Kommunen daraus lernen können. mehr...
Studie: Wie hoch ist der digitale Stress?
[03.09.2026] Eine bundesweite Studie zur digitalen Transformation in kommunalen Verwaltungen, welche die Stadt Osnabrück und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) durchführen, nimmt insbesondere die Perspektive der Beschäftigten in den Blick und untersucht den Status quo des digitalen Stresses. Für die anonyme Onlinebefragung werden noch Teilnehmer gesucht. mehr...
Hamm: Tom Hamme hilft weiter
[03.09.2026] Er ist rund um die Uhr erreichbar und spricht mehr als 100 Sprachen: Der KI-gestützte Chatbot Tom Hamme hilft ab sofort schnell und einfach mit Infos zu Leistungen und Angeboten der Stadt Hamm weiter. mehr...
Genesys: Neues Fördermitglied bei GovTech Deutschland
[01.09.2026] Das KI-Unternehmen Genesys ist dem Bündnis GovTech Deutschland beigetreten, das Verwaltungen auf allen Ebenen mit innovativen Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen vernetzt. Genesys will dazu beitragen, mit KI-gestützter Kommunikation und durchgängigen Service-Customer-Journeys öffentliche Institutionen zukunftsfähig zu machen. mehr...



















