Montag, 29. Juni 2026

StudieInnovationen im Public Sector

[02.11.2012] Die Innovationskraft öffentlicher Verwaltungen hat aktuell das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS in einem Deutschland-Europa-Vergleich analysiert. Dabei schneidet Deutschland schlechter ab als der europäische Durchschnitt.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS sind der Frage nachgegangen, ob deutsche Verwaltungen zu wenig innovativ sind. Im Rahmen eines Deutschland-Europa-Vergleichs haben sie die Innovationskraft von öffentlichen Verwaltungen analysiert. Die Ergebnisse wurden nun in einer Studie publiziert. Diese zeigt, dass in Deutschland diverse positive Wirkungen aus Innovationen im öffentlichen Sektor resultieren. Hierzu gehören unter anderem bessere Informationszugänge und eine höhere Kundenzufriedenheit durch Dienstleistungsinnovationen sowie eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit, schnellere Leistungserbringung und Kosteneinsparungen durch Prozessinnovationen. Ungeachtet dieser Vorteile lag der Prozentsatz innovativer staatlicher Einrichtungen während des Untersuchungszeitraums in Deutschland merklich unter dem europäischen Durchschnitt. In Deutschland werden von 54,3 Prozent, in Europa von 68,7 Prozent der öffentlichen Verwaltungen Dienstleistungsinnovationen berichtet. Prozessinnovationen weisen knapp über drei Viertel der öffentlichen Verwaltungen in Deutschland im Vergleich zu 82 Prozent der öffentlichen Verwaltungen in Europa aus. Besonders bemerkenswert sind diese Ergebnisse laut Fraunhofer FOKUS, da Deutschland bei den Innovationshürden deutlich unterhalb des europäischen Durchschnitts liegt, sodass dem öffentlichen Sektor hierzulande Innovationen eigentlich leichter fallen sollten als in anderen europäischen Ländern. Hinsichtlich des Rückstandes von Deutschland seien auch künftig erst einmal keine Änderungen zu erwarten. Dies zeige sich an zwei Indikatoren. Die Wirkungen einschlägiger Innovationstreiber, wie etwa neue Gesetze und Verordnungen, werden für die nahe Zukunft in Deutschland durchweg als weniger bedeutsam eingestuft. Analog hierzu wird auch eine deutlich geringere Innovationsneigung in den öffentlichen Verwaltungen erwartet. Des Weiteren weist Deutschland Stärken bei den von unten angestoßenen Innovationen von Bürgern und Mitarbeitern auf. Hingegen dominieren auf europäischer Ebene Vorgaben von oben. Somit besteht in Deutschland zur Stärkung öffentlicher Innovationen besonderer Handlungsbedarf bei der Leitung der einzelnen öffentlichen Organisationen, also beispielsweise dem Management von Innovationsprozessen, der Einbindung externer Expertise und dem Personal-Management.





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