Montag, 6. Juli 2026

Green ITFulda senkt IT-Kosten

[25.07.2013] Durch die Virtualisierung von IT-Anwendungen und den Einsatz von Thin Clients konnte die Stadt Fulda ihre Desktop-Kosten senken und zugleich die Zufriedenheit der Anwender in Verwaltung und Schulen erhöhen.
Fulda: Thin Clients begeistern Verwaltungsmitarbeiter.

Fulda: Thin Clients begeistern Verwaltungsmitarbeiter.

(Bildquelle: IGEL Technology)

Die Informationstechnik der Barockstadt Fulda verbindet gekonnt Tradition und Moderne. Den Fortschritt verkörpern unter anderem 1.000 kosteneffiziente Thin-Client-Arbeitsplätze. Zuständig für die Verwaltung der insgesamt rund 1.700 schulischen und 1.000 Computer-Arbeitsplätze der Verwaltung ist die im Stadtschloss ansässige IT-Abteilung. Über 400 Anwendungen und Fachverfahren werden hier gepflegt und verwaltet.

Moderne Thin-Client-Umgebung

Um die IT-Kosten nachhaltig zu senken, führte die Stadt bereits 1996 eine Server-based-Computing-Umgebung mit ersten Thin Clients ein. „Die damals noch NCD genannten Netzwerkrechner griffen mittels UNIX-Protokoll X11 auf eine Citrix-WinFrame-Umgebung im zentralen Rechenzentrum zu“, berichtet IT-Leiter Michael Dietzel. „Um Anwender zu unterstützen, die über das WAN arbeiten, wechselten wir 1999 auf das bandbreitenoptimierte Übertragungsprotokoll Citrix ICA.“ Als Ersatz für die WinFrame NCDs entschied sich die Stadt Fulda für moderne Thin Clients von Anbieter IGEL Technology. Den Ausschlag hierfür gab laut Michael Dietzel die Kombination aus Preis, Management-Lösung und – hinsichtlich kundenspezifischer Firmware-Anpassungen – deutschsprachigem Support. Als Pilotabteilung diente die Feuerwache, im Anschluss wurden ausgewählte Arbeitsplätze in der Verwaltung mit IGEL Thin Clients ausgestattet, im Jahr 2000 folgten nach dem Aufbau eines pädagogischen Netzwerks dann auch die Schulen. „Dank der guten Leistungsfähigkeit der Hardware und der Unterstützung der Protokollerweiterung Citrix HDX stehen den Lehrern inzwischen modernste Multimedia-Anwendungen zur Verfügung“, erklärt der für den Betrieb in Schulen zuständige stellvertretende IT-Leiter der Stadt Fulda, Benjamin Kümmel. „Gleichzeitig schätzen die Lehrer die Möglichkeit, ihre Thin-Client-Umgebung ortsunabhängig und mit wenig Zeitaufwand selbst verwalten zu können.“
Fernwartung und -administration der Thin Clients erfolgen einheitlich über alle Modellgenerationen hinweg mithilfe der im Lieferumfang enthaltenen Remote Management Software IGEL Universal Management Suite (UMS). Die derzeit rund 1.000 Thin Clients mit IGEL Linux und dem Firmware-Paket Advanced finden sich an typischen Büroarbeitsplätzen, aber auch in Einsatzszenarien mit besonderen Peripheriegeräten. 50 Thin Clients in den Bereichen Controlling, Finanzen, Steuer und IT-Support arbeiten außerdem mit einem zweiten Bildschirm. Darüber hinaus ist die Einführung der digitalen Signatur geplant, für deren Umsetzung sämtliche IGEL-Modelle ein breites Spektrum an externen Smartcard Readern unterstützen.

Begeisterte Anwender

In puncto Benutzererfahrung stellen die neuen Thin Clients PC-Arbeitsplätze sogar in den Schatten. Michael Dietzel: „Nach nur 20 Sekunden ist das Gerät betriebsbereit, nach weiteren 20 Sekunden stehen alle für die Arbeit notwendigen Anwendungen und Fachverfahren zur Verfügung.“ So kommt es, dass PC-Anwender inzwischen aktiv nach Thin Clients fragen – allerdings erst, seit die Stadt Fulda im Jahr 2010 mithilfe von Server-Virtualisierung und neuer Serverhardware die Leistungsfähigkeit des Rechenzentrums gesteigert hat und die Mitarbeiter ihre von dort aus bereitgestellten Windows-7-Desktops personalisieren können. „Es hat sich gezeigt, dass die reine Desktop-Standardisierung zwar die Kosten senkt, letztlich aber unsere User nicht zufriedenstellen konnte“, so IT-Leiter Dietzel. „Sie vermissten etwa die Möglichkeit zum Einrichten von Hintergrundbildern oder Bildschirmschonern. Also haben wir ihnen ihre individuelle Gestaltungsfreiheit in vertretbarem Umfang zurückgegeben, indem wir nach der Server-Virtualisierung mit VMware ESX Server auch eine User-Virtualisierung, basierend auf der Lösung AppSense, einführten. In Kombination mit der hohen Performance von Servern und Thin Clients sind die Anwender jetzt nicht nur zufrieden, sondern begeistert.“
Für die Schulen erfolgt die zentrale Anwendungsbereitstellung ausschließlich mit Citrix XenApp. Für die deutlich komplexeren IT-Services in der Verwaltung setzt die Stadt seit 2004 auf einen Silo-Ansatz mit Microsoft Application Virtualization (App-V). „Mithilfe der Anwendungsvirtualisierung konnten wir die Zahl der benötigten Terminal Server drastisch senken“, meint Michael Dietzel. Dank der guten Integration in Citrix XenApp kann das städtische IT-Team alle App-V-Sequenzen und -Packages innerhalb der Citrix-Lösung bereitstellen und managen.

Deutlicher Einspareffekt

Laut einer Wirtschaftlichkeitsrechnung der Stadt Fulda sparen die Thin Clients im Vergleich zu einer Umgebung mit gemanagten PCs je nach Einsatzszenario zwischen 15 und 40 Prozent an Kosten ein. Nach Angaben von IT-Leiter Dietzel ist es dabei gelungen, eine effiziente Kombination aus Standardisierung und Benutzererfahrung zu realisieren. „Der erste Ansatz nach dem Motto ‚One size fits all‘ hat für uns nicht funktioniert. Mit der Server- und User-Virtualisierung können wir heute aber eine Qualität liefern, deren Effekt nicht zu unterschätzen ist.“ In einigen Außenstellen wie Kindergärten oder Büchereien werde die IT sogar erst effektiv genutzt, seit die Anwendungen sofort und zuverlässig verfügbar sind. Einen selten gebrauchten, zentral gemanagten PC hingegen, der nach dem Einschalten erst minutenlang Updates herunterlädt und ausführt, empfindet Michael Dietzel als indiskutabel. Angesichts der guten Ergebnisse und Erfahrungen plant die Stadt Fulda, die Thin-Client-Quote langfristig auf 70 Prozent zu erhöhen.

Hans-Peter Bayerl ist freier IT-Journalist in Xanten.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama

Kreis Soest: Gesundheitsamt kommuniziert digital

[03.07.2026] Das Gesundheitsamt im Kreis Soest etabliert das Verfahren KIM (Kommunikation im Medizinwesen). Gesundheitsbezogene Dokumente können somit auf elektronischem Wege mit Krankenhäusern, Arztpraxen, Apotheken und anderen Leistungserbringern ausgetauscht werden. mehr...

William-Schmitt_KOMM.One

govdigital: Aufsichtsratsvorsitz bestätigt

[02.07.2026] William Schmitt bleibt für weitere drei Jahre Aufsichtsratsvorsitzender von govdigital. Die bundesweite Genossenschaft öffentlicher IT-Dienstleister bestätigte damit den Komm.ONE-Chef in seiner Rolle, die er bereits seit 2023 ausübt. mehr...

Tochter und Mutter im Seniorenalter im Park mit Smartphone

Digitaltag-Studie: Nachholbedarf bei Digitalkompetenzen

[26.06.2026] Eine Studie im Vorfeld des diesjährigen Digitaltags am 26. Juni zeigt: Ein Drittel der befragten Bürgerinnen und Bürger hat Hemmungen, digitale Angebote – etwa von Banken, Onlineshops oder Behörden – zu nutzen. 
 mehr...

Drei weibliche Hände recken ein Mikrofon und verschiedene Print-Zeitungen hoch; gelber Hintergrund

NEGZ: Woher nehmen Fachleute ihr Digitalwissen?

[18.06.2026] Mit dem Thema Verwaltungsdigitalisierung befasst sich inzwischen eine ganze Reihe von Print- und Online-Publikationen sowie Podcasts. Das NEGZ will nun wissen, welche Medien von Fachleuten gelesen oder gehört werden. Die Umfrage ist in unter fünf Minuten zu schaffen. mehr...

Mülltonne mit einem aufgeklebten Strichcode-Etikett

Mannheim: Identsystem zur Müllentsorgung

[09.06.2026] Bei den Mannheimer Abfallentsorgern trifft analog auf digital: In einigen Stadtteilen wurden die Abfalltonnen mit Klebeetiketten und die Müllfahrzeuge mit Scannern ausgestattet. So ist eine leerungsbezogene, effiziente Abrechnung möglich. mehr...

Logo des Ko-Pionier-Preises, im Hintergrund violett eingefärbt menschliche Figuren und eine Baumkrone

Ko-Pionier-Preis 2026: Nachnutzen statt neu erfinden

[01.06.2026] Nicht nur Neuentwicklungen bringen die digitale Verwaltungstransformation voran, sondern auch die intelligente Nachnutzung bestehender Lösungen. Der Ko-Pionier-Preis zeichnet solche Vorhaben aus. Einreichungen sind noch bis zum 15. Juli 2026 möglich. mehr...

Reetdachhaus auf Sylt

Bundesnetzagentur: Daten zu Kurzzeitvermietungen

[28.05.2026] Die Bundesnetzagentur fungiert ab sofort als digitale Datendrehscheibe für Kurzzeitvermietungen. Länder und Kommunen können darüber künftig verlässliche Daten zu Buchungen auf Plattformen wie Airbnb oder Booking.com erhalten und diese etwa nutzen, um Tourismusströme zu steuern. mehr...

Team aus vier Personen sitzt an einem Tisch und tauischt sich aus.

Picture: Prozessmanagement-Ausbildung für alle

[12.05.2026] Der Softwarehersteller Picture öffnet sein Ausbildungsprogramm im Prozessmanagement für alle Verwaltungsebenen. Der zweite Durchgang startet im Oktober 2026. Die Teilnehmenden sollen in neun Monaten lernen, Verwaltungsprozesse zu erfassen, zu analysieren und zu verbessern. mehr...

Bayerische Fahne vor blauem Himmel

Bayern: So bewerten Bürger ihre Verwaltung

[16.04.2026] Eine repräsentative Studie der Bayerischen Verwaltungsschule offenbart Chancen und Herausforderungen für Verwaltungen im Freistaat. Demnach bewerten die Bürgerinnen und Bürger digitale Verwaltungsangebote zwar grundsätzlich positiv, wünschen sich aber unter anderem, dass Kommunen transparenter mit ihnen kommunizieren. mehr...

Ein Mädchen in einer braunen Jacke sitzt auf einer Bank und schaut oder liest etwas auf einem Smartphone.

Hessen: Innovative Lösungen für krisenfeste Strukturen

[16.04.2026] In Darmstadt zeigt das LOEWE-Zentrum emergenCITY, wie Forschung zu digitaler Resilienz in Städten schneller in die Praxis gelangt. Entwickelt werden Lösungen, die digitale Systeme auch in Krisensituationen funktionsfähig halten und die Notfallkommunikation sichern. mehr...

Plakat zum zweiten Osnabrücker GovTech Hackathon

Osnabrück: Zweiter GovTech Hackathon am Start

[07.04.2026] 
Im Rahmen eines zweiten GovTech Hackathons sucht die Stadt Osnabrück wieder digitale Innovationen für die öffentliche Verwaltung. mehr...

Eine junge Frau macht per Smartphone ein Foto vom Potsdamer Rathaus.
bericht

Serie Digitalstädte: Stadt mit Gründergeist

[23.03.2026] Am Anfang war Nixdorf. Heute ist die Stadt Paderborn ein Hotspot der ostwestfälischen IT-Wirtschaft mit starkem Mittelstand, ausgezeichneter Universität und ambitionierter Verwaltung. Ein Besuch. mehr...

Ein Mann und eine Frau recken ihre Handys der Kamera entgegen.

Erfurt: Hilfe per Knopfdruck

[17.03.2026] Für viele Menschen gehören Stadtfeste und Märkte zum urbanen Lebensgefühl. Um diese sicherer zu machen, hat die Stadt Erfurt nun mit dem Anbieter der Sicherheits-App SafeNow einen Rahmenvertrag unterzeichnet. mehr...

Dreieckiges Baustellenschild mit schaufelndem Männchen aus der Untersicht aufgenommen.

Nordrhein-Westfalen: Kommunen melden ihre Baustellen digital

[13.03.2026] Werden Baustellen an der öffentlichen Infrastruktur überregional erfasst, können Terminkollisionen und Potenziale zur Bündelung leichter erkannt werden. In Nordrhein-Westfalen sollen Kommunen nun gesetzlich zur Meldung in einem zentralen digitalen Portal verpflichtet werden. mehr...

Transparente, kubische Trophäen stehen aufgereiht auf einem grauen Podest.

OSBA: Innovative Open-Source-Lösungen gesucht

[06.03.2026] Zum zweiten Mal findet der bundesweite Wettbewerb für erfolgreiche Open-Source-Lösungen aus der öffentlichen Verwaltung statt. Behörden und öffentliche Stellen aller föderalen Ebenen können sich bis Ende Juni bewerben, die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Smart Country Convention. mehr...