ProgrammierungAgiles Webdesign

Der Fokus des Designs muss in Zukunft auf mobilen Geräten liegen.
(Bildquelle: MEV Verlag/PEAK)
Den Webdesignern stehen Änderungen ins Haus. Aktuelle Studien zeigen, dass sich die mobile Internet-Nutzung in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt hat. Mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones ersetzen nicht nur den stationären Internet-Zugang via Desktop-Computer, sie sorgen auch für ein neues Nutzungsverhalten. Per Smartphone wird vor allem über soziale Netzwerke kommuniziert, bei Tablet-Nutzern stehen der Abruf von Websites und die E-Mail-Kommunikation im Vordergrund. Mobile Endgeräte sind heute zu ständigen Begleitern geworden, die mobile Internet-Nutzung ist nicht länger der Ausnahmefall. Die Zukunft ist mobil.
Der neue Grundsatz lautet: Mobile First
Das wirft Fragen auf: Was bedeutet das für das Webdesign der Zukunft, also jene Seiten, die heute in Auftrag gegeben werden? Welche Anforderungen haben die mobilen Geräte, was unterscheidet sie in Nutzbarkeit und Nutzungsweise? Eine Antwort: Zunächst muss sich der Fokus des Designs ändern. Während früher die Möglichkeiten eines Full Featured Browser auf dem PC im Vordergrund standen und die Seiten solange reduziert wurden, bis sie irgendwie auch auf das Smartphone passten, muss heute umgekehrt gedacht werden, nämlich: Mobile First.
Bisher war der Lösungsweg vieler Programmierer allerdings die Mehrgleisigkeit: Die Website bekam eine mobile Schwester, je nach Möglichkeiten und Bedarf kam stattdessen oder ergänzend noch eine App dazu. Doch eine App ist etwas ganz anderes als eine nach Mobile-First-Grundsätzen optimierte Seite und erfüllt auch andere Funktionen: Web-Seiten sind ideal für Gelegenheitsbesucher und haben häufig einen repräsentativen Charakter. Eine App hingegen ist eine einfach zu nutzende Fachanwendung – ein Werkzeug für den digitalen Profi. Sie nutzt Hardware-Funktionen des Endgeräts, die für die reine Darstellung von Inhalten nicht notwendig sind wie GPS, Bluetooth oder Ähnliches. Apps, die dieses Plus an Funktionen nicht nutzen oder anbieten, wirken schnell langweilig und überflüssig. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass Mobile First Websites in naher Zukunft zur Pflicht werden, ergänzende Apps sind dann die Kür.
Das Prinzip Responsive Design
Bei Mobile First muss der Gestaltungsgrundsatz „Form follows Function“ unter der Berücksichtigung des serverseitigen Funktionierens der Web-Seiten so formuliert werden: „Function follows Form follows Function“. Das heißt, die dem Nutzer mittels Endgerät zur Verfügung gestellten Funktionen definieren die Form, die wiederum Anforderungen an die Funktionalität der Programmierung stellt. Je nach Endgerät werden die Inhalte anders dargestellt und das Design reagiert auf die Nutzung der Seite. Dieses Layout-Merkmal von Web-Seiten wird Responsive Design genannt.
Diesem Prinzip folgend wird also zunächst von den Rahmenbedingungen mobiler Endgeräte ausgegangen, wie einem kleineren Bildschirm, Touchscreen-Funktionen sowie weniger Bandbreite und/oder Datenvolumen. Danach wird eine übersichtliche Struktur geschaffen und mit Funktionen und Inhalten für die PC-Nutzung angereichert. Statt mehrerer Symbole in unterschiedlichen Größen werden skalierbare Vektorfonts eingesetzt, jedes Symbol kommt also genau einmal vor und muss im Bedarfsfall auch nur einmal ausgetauscht oder verändert werden. Die Kombination von Touchscreen-Funktionalität mit Responsive Design ermöglicht mit dem mobilen Endgerät eine andere Navigation – Stichwort wischen – als mit PC und Maus. Aber auch eine Menüführung, die überflüssige Klick-Hierarchien und das Laden ungewünschter Seiten mit hohem Datenverbrauch vermeidet, zählt zu den neuen Standards und macht die Seite mobiler.
HTML 5 reduziert den Programmieraufwand
HTML-5-Formulare reduzieren dabei den Programmieraufwand und ermöglichen einen schlankeren Code. Der neue HTML-Standard ist also bereits vorbereitet auf die Erfordernisse von Responsive-Design-Elementen. Die gestalterische Ausrichtung führt insgesamt zu einer technischen und inhaltlichen Optimierung des gesamten Internet-Auftritts. Und das ist zukünftig ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal, denn während die Benutzerführung mobiler Anwendungen immer perfekter wird, entsteht bei den Nutzern eine höhere Erwartungshaltung bei der Bedienung der PC-Version. Diese wird durch konsequentes Mobile-First-Denken von Anfang an erfüllt.
Der Design-Prozess erfordert bei Mobile First eine andere Reihenfolge und Gewichtung als bisher. Die Schritte im Einzelnen:
• Im Workshop wird der prinzipielle Gestaltungsrahmen der Seite abgestimmt.
• Wireframes geben eine genauere Vorstellung von der Seitenaufteilung auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen.
• Style Tiles definieren zentrale Gestaltungselemente der neuen Website.
Die Umsetzung erfolgt in einem iterativen Prozess, in dem immer wieder die Funktion und Gestaltung der Seite überprüft, diese also immer weiter optimiert wird. In enger Abstimmung aller Beteiligten muss das Layout immer wieder zwischen Web-Entwicklung und Design konzipiert werden. Sind Zwischenetappen erreicht, sollte der Auftraggeber einbezogen werden. Eine straffe Projektsteuerung verhindert Endlosschleifen und sorgt dafür, dass das Projekt im Zeit- und Budget-Rahmen bleibt. Programmierer kennen dieses Prinzip als agile Software-Entwicklung.
Dieser Beitrag ist in der Oktober-Ausgabe von Kommune21 im Schwerpunkt Portale erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
Niedersachsen: Land und Landkreis realisieren Online-Services
[04.05.2026] Innerhalb von knapp drei Monaten konnten im Kreis Nienburg/Weser zahlreiche OZG-Fokusleistungen und Leistungen von föderalem Interesse digital bereitgestellt werden. Möglich wurde dies durch ein neues gemeinsames Vorgehen zwischen dem Innenministerium, dem Kreis und seinen angehörigen Kommunen sowie deren IT-Dienstleistern. mehr...
Augsburg: Alles in der App
[30.04.2026] Die Stadt Augsburg hat einen Kommunikationskanal gestartet, bei dem digitale Souveränität ein wichtiger Faktor ist: Die App macht unabhängig von Algorithmen, bietet mehr Kontrolle über die Inhalte und stellt einen direkten Draht zur Bevölkerung her. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Besser gegen Wasser geschützt
[28.04.2026] Das Land NRW stellt eine App bereit, die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien darin unterstützt, Gefährdungen durch Starkregen oder Hochwasser einzuschätzen. Auch Kommunen können die App nutzten, um eigene Angebote zum Hochwasserschutz breit zu kommunizieren. mehr...
Kreis Steinfurt: Digitale Antragstellung im Immissionsschutz
[14.04.2026] Der Kreis Steinfurt hat die digitale Antragstellung im Immissionsschutz gestartet und damit ein umfangreiches Genehmigungsverfahren effizienter und transparenter gemacht. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Digital zum Mittelabruf
[10.04.2026] Das Land Nordrhein-Westfalen hat ein umfangreiches Infrastruktur- und Investitionsprogramm für Kommunen auf den Weg gebracht. Der Antragsweg für die Kommunen sollte dabei möglichst glatt verlaufen: Über ein Portal können sie über ein rein digitales Verfahren auf die Mittel zugreifen. mehr...
S-Public Services: PublicFlow für Prozesse
[01.04.2026] Die Plattform PublicFlow hat jetzt S-Public Services vorgestellt. Sie ermöglicht Kommunen die einfache digitale Bearbeitung von Verwaltungsanträgen Schritt für Schritt – sicher, effizient und mit automatisierter Unterstützung. mehr...
Leinefelde-Worbis: Informationen direkt aufs Smartphone
[23.03.2026] Mit der Leinefelde-Worbis-App erhalten die Bürgerinnen und Bürger nicht nur städtische Informationen und Dienstleistungen auf ihr Smartphone. Mittels Schadensmelder können sie auch Mängel im öffentlichen Raum mitteilen oder per Umfragemodul an Befragungen teilnehmen. Die modular konzipierte Lösung wird auf Servern in Deutschland gehostet. mehr...
Leipzig: Vieles ist schon online möglich
[20.03.2026] Wohnsitz, Wohngeld und ganz neu die Hundesteuer – in Leipzig stehen viele Verwaltungsservices online zu Verfügung. Sie können ganz ohne Amtsbesuch beansprucht werden. Die Stadt strebt zudem für viele Leistungen eine Ende-zu-Ende-Digitalisierung an. mehr...
Hessen: Quick-Check Bauantrag gestartet
[18.03.2026] Das Land Hessen hat ein einfaches digitales Angebot geschaffen, mit dem Bürgerinnen und Bürger schnell prüfen können, ob für ihr Bauvorhaben ein Bauantrag erforderlich ist. Das spart Zeit, schafft Klarheit und entlastet auch die Behörden. mehr...
Maerker Brandenburg: Neues Design, verbesserte Funktionen
[17.03.2026] Umfassend modernisiert ist jetzt das Bürgerportal Maerker Brandenburg online. Die Plattform wartet mit einer übersichtlichen Struktur, barrierefreier Nutzung und einer intuitiven Navigation auf. Zudem können Missstände noch einfacher über eine zentrale Suche und eine interaktive Karte gefunden, gesucht oder gemeldet werden. mehr...
Mainz: Neues Zeitalter der Online-Präsenz
[16.03.2026] Einen umfassenden Relaunch hat der Internetauftritt von Mainz erfahren. Er wartet mit einer neuen technischen Basis, neuen Funktionalitäten und inhaltlich mit starkem Fokus auf Services der Stadtverwaltung auf. Weiterentwicklungen sind bereits in Planung. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Digitale Eingangstür zur Verwaltung
[12.03.2026] Eine verwirrende Vielzahl von Verwaltungsportalen erschwert den Zugang zur benötigten Verwaltungsleistung. Nordrhein-Westfalen betreibt nun eine Portalkonsolidierung: Statt sich durch verschiedene Portale zu navigieren, genügt ein Einstiegspunkt, der – per KI – den Weg zum passenden Angebot weist. mehr...
Barrierefreiheit: Studie sieht Stuttgart auf Rang vier
[11.03.2026] Das Internetportal der Landeshauptstadt Stuttgart gehört laut einer Studie zu den barriereärmsten kommunalen Webseiten in Deutschland. Unter 83 untersuchten Städten belegt stuttgart.de den vierten Platz. Die Untersuchung zeigt zugleich: Vollständig barrierefrei ist bisher kein Stadtportal. mehr...
Kreis Neuwied: Website erneuert
[04.03.2026] Seine Internetpräsenz hat der Kreis Neuwied neu gestaltet. Nach dem Relaunch präsentiert sich die Website nun nutzerfreundlich, barrierefrei und konsequent auf Service ausgerichtet. mehr...
Rosengarten: App schafft digitale Nähe
[17.02.2026] Um Servicethemen und Meldungen noch direkter und unkomplizierter zu vermitteln, bietet die Gemeinde Rosengarten ab sofort eine City-App an. Die Kommune kann somit relevante Informationen in Echtzeit und gezielt verteilen. mehr...





















