Dienstag, 17. März 2026

Baden-WürttembergAuf dem Weg zur digitalen Leitregion

[19.07.2017] Baden-Württemberg soll bis 2021 zur digitalen Leitregion werden. Dafür will die Landesregierung in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro investieren. Zu den Schwerpunkten der Strategie digital@bw zählen die Bereiche Mobilität, Wirtschaft 4.0, Bildung, digitale Gesundheit sowie Verwaltung 4.0.
Baden-Württemberg stellt Eckpunkte seiner Digitalisierungsstrategie vor.

Baden-Württemberg stellt Eckpunkte seiner Digitalisierungsstrategie vor.

(Bildquelle: www.digital-bw.de)

Die Landesregierung Baden-Württemberg hat jetzt Eckpunkte ihrer Ende vergangenen Jahres angekündigten Digitalisierungsstrategie digital@bw vorgestellt (wir berichteten). „Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Digitalisierung nutzen, um das Leben der Menschen zu verbessern. Staus und Verkehrsunfälle wollen wir durch vernetztes und automatisiertes Fahren vermeiden, Krankheiten mit digital unterstützter Medizin besser bekämpfen, die Bildungschancen mit digitalen Medien erhöhen, den Energie- und Ressourcenverbrauch mithilfe intelligenter Netze senken, den Ländlichen Raum mit digitalen Angeboten stärken und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen auch in Zukunft sichern“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Um die in den vergangenen Monaten ressortübergreifend erstellte digitale Agenda umzusetzen, nehme die Landesregierung ordentlich Geld in die Hand, so der Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration, Thomas Strobl: „In den laufenden Haushaltsberatungen wollen wir 265 Millionen Euro für Digitalisierungsprojekte bereitstellen; im Bereich Breitband wollen wir auch in diesem Doppelhaushalt wieder über 100 Millionen Euro im Jahr investieren.“ Die Landesregierung plane, die Investitionen bis 2021 zu verstetigen. „Damit beabsichtigt die Landesregierung Investitionen von rund einer Milliarde Euro in der gesamten Legislatur, um Baden-Württemberg zur digitalen Leitregion zu machen“, betonte Ministerpräsident Kretschmann.
Wie die baden-württembergische Landesregierung weiter mitteilt, stehen die Bereiche Mobilität, digitale Start-Ups, Wirtschaft 4.0, Bildung und Weiterbildung, digitale Gesundheitsanwendungen und Verwaltung 4.0 beziehungsweise Kommunen im Fokus des Programms digital@bw. Hinzu kämen die Querschnittsbereiche Forschung, Entwicklung und Innovation, Nachhaltigkeit und Energiewende, Datensicherheit sowie Daten- und Verbraucherschutz.

Konkrete Projekte

Im Bereich Mobilität etwa arbeitet das Land im Rahmen eines Testfelds in Karlsruhe, Bruchsal und Heilbronn bereits heute daran, das autonome Fahrzeug im Individualverkehr schnellstmöglich auf die Straße zu bringen. In einem nächsten Schritt soll im Rahmen von digital@bw nun eine Erprobungsumgebung für automatisiertes Fahren im Öffentlichen Personennahverkehr eingerichtet werden. Im Bereich Gesundheit sollen unter anderem Modellprojekte für die ärztliche und pflegerische Versorgung gefördert werden. Die Landesregierung wird nach eigenen Angaben zudem die Rahmenbedingungen für die personalisierte Medizin stärken und den Aufbau einer bwHealthCloud fördern, in der medizinische Forschungsdaten gespeichert werden, zum Beispiel über angewandte Therapien und Behandlungserfolge. Kleine und mittelständische Unternehmen will das Land mit einer Digitalisierungsprämie dabei unterstützen, ihr Geschäft zu digitalisieren und Dienstleistungen zu personalisieren. Zentraler Aspekt der Digitalisierungsstrategie ist zudem das Thema Bildung. „So sollen ein verbindlicher Aufbaukurs Informatik in Klasse 7 für alle Schülerinnen und Schüler und eine landesweite ‚Digitale Bildungsplattform‘ an Schulen eingerichtet werden“, kündigte Digitalisierungsminister Thomas Strobl an.

Voraussetzungen: Infrastruktur und Sicherheit

Gelingen werde die Digitalisierung allerdings nur mit ausreichender Cyber-Sicherheit und der entsprechenden Infrastruktur. So werde für kleine und mittelständische Unternehmen, die sich keine teuren IT-Spezialisten leisten können, eine Cyber-Wehr mit qualifizierten Notfall-Teams eingerichtet. Lebensader der Digitalisierung sei zudem das schnelle Internet in der Fläche, so Minister Strobl: „Im vergangenen Jahr hat die Landesregierung zum ersten Mal die Rekordsumme von rund 115 Millionen Euro als Fördermittel für den Breitband-Ausbau investiert. Das führen wir auch so fort: 2017 werden wir wieder einen dreistelligen Millionenbetrag in die digitale Infrastruktur investieren. Das wollen wir in vergleichbarer Höhe auch im Doppelhaushalt 2018/2019 abbilden.“
Wie die Landesregierung abschließend mitteilte, wurde eine neue Website als zentrales Schaufenster rund um das Thema Digitalisierung und die Digitalisierungsmaßnahmen des Landes Baden-Württemberg eingerichtet.





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