Baden-WürttembergAuf dem Weg zur digitalen Leitregion

Baden-Württemberg stellt Eckpunkte seiner Digitalisierungsstrategie vor.
(Bildquelle: www.digital-bw.de)
Die Landesregierung Baden-Württemberg hat jetzt Eckpunkte ihrer Ende vergangenen Jahres angekündigten Digitalisierungsstrategie digital@bw vorgestellt (wir berichteten). „Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Digitalisierung nutzen, um das Leben der Menschen zu verbessern. Staus und Verkehrsunfälle wollen wir durch vernetztes und automatisiertes Fahren vermeiden, Krankheiten mit digital unterstützter Medizin besser bekämpfen, die Bildungschancen mit digitalen Medien erhöhen, den Energie- und Ressourcenverbrauch mithilfe intelligenter Netze senken, den Ländlichen Raum mit digitalen Angeboten stärken und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen auch in Zukunft sichern“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Um die in den vergangenen Monaten ressortübergreifend erstellte digitale Agenda umzusetzen, nehme die Landesregierung ordentlich Geld in die Hand, so der Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration, Thomas Strobl: „In den laufenden Haushaltsberatungen wollen wir 265 Millionen Euro für Digitalisierungsprojekte bereitstellen; im Bereich Breitband wollen wir auch in diesem Doppelhaushalt wieder über 100 Millionen Euro im Jahr investieren.“ Die Landesregierung plane, die Investitionen bis 2021 zu verstetigen. „Damit beabsichtigt die Landesregierung Investitionen von rund einer Milliarde Euro in der gesamten Legislatur, um Baden-Württemberg zur digitalen Leitregion zu machen“, betonte Ministerpräsident Kretschmann.
Wie die baden-württembergische Landesregierung weiter mitteilt, stehen die Bereiche Mobilität, digitale Start-Ups, Wirtschaft 4.0, Bildung und Weiterbildung, digitale Gesundheitsanwendungen und Verwaltung 4.0 beziehungsweise Kommunen im Fokus des Programms digital@bw. Hinzu kämen die Querschnittsbereiche Forschung, Entwicklung und Innovation, Nachhaltigkeit und Energiewende, Datensicherheit sowie Daten- und Verbraucherschutz.
Konkrete Projekte
Im Bereich Mobilität etwa arbeitet das Land im Rahmen eines Testfelds in Karlsruhe, Bruchsal und Heilbronn bereits heute daran, das autonome Fahrzeug im Individualverkehr schnellstmöglich auf die Straße zu bringen. In einem nächsten Schritt soll im Rahmen von digital@bw nun eine Erprobungsumgebung für automatisiertes Fahren im Öffentlichen Personennahverkehr eingerichtet werden. Im Bereich Gesundheit sollen unter anderem Modellprojekte für die ärztliche und pflegerische Versorgung gefördert werden. Die Landesregierung wird nach eigenen Angaben zudem die Rahmenbedingungen für die personalisierte Medizin stärken und den Aufbau einer bwHealthCloud fördern, in der medizinische Forschungsdaten gespeichert werden, zum Beispiel über angewandte Therapien und Behandlungserfolge. Kleine und mittelständische Unternehmen will das Land mit einer Digitalisierungsprämie dabei unterstützen, ihr Geschäft zu digitalisieren und Dienstleistungen zu personalisieren. Zentraler Aspekt der Digitalisierungsstrategie ist zudem das Thema Bildung. „So sollen ein verbindlicher Aufbaukurs Informatik in Klasse 7 für alle Schülerinnen und Schüler und eine landesweite ‚Digitale Bildungsplattform‘ an Schulen eingerichtet werden“, kündigte Digitalisierungsminister Thomas Strobl an.
Voraussetzungen: Infrastruktur und Sicherheit
Gelingen werde die Digitalisierung allerdings nur mit ausreichender Cyber-Sicherheit und der entsprechenden Infrastruktur. So werde für kleine und mittelständische Unternehmen, die sich keine teuren IT-Spezialisten leisten können, eine Cyber-Wehr mit qualifizierten Notfall-Teams eingerichtet. Lebensader der Digitalisierung sei zudem das schnelle Internet in der Fläche, so Minister Strobl: „Im vergangenen Jahr hat die Landesregierung zum ersten Mal die Rekordsumme von rund 115 Millionen Euro als Fördermittel für den Breitband-Ausbau investiert. Das führen wir auch so fort: 2017 werden wir wieder einen dreistelligen Millionenbetrag in die digitale Infrastruktur investieren. Das wollen wir in vergleichbarer Höhe auch im Doppelhaushalt 2018/2019 abbilden.“
Wie die Landesregierung abschließend mitteilte, wurde eine neue Website als zentrales Schaufenster rund um das Thema Digitalisierung und die Digitalisierungsmaßnahmen des Landes Baden-Württemberg eingerichtet.
Bund: Eine Milliarde Euro für Verwaltungsdigitalisierung
[10.09.2026] Der Bund will die Verwaltungsdigitalisierung weiter vorantreiben. Im Haushaltsentwurf sind dafür rund eine Milliarde Euro vorgesehen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger kündigte zudem weitere Schritte beim Deutschland-Stack, bei digitalen Verwaltungsleistungen und der Deutschland-App an. mehr...
Changemanagement: Veränderung steuern
[07.09.2026] Der Erfolg von großen Digitalisierungsprojekten hängt nur zu einem Teil von der Technik ab. Weitaus wichtiger sind eine saubere Strukturierung in steuerbare Einzelprojekte und der Umgang mit den Mitarbeitenden. Das zeigen Erfahrungen aus Bergisch Gladbach. mehr...
Schneller Gründen: Aus zwei mach eins
[28.08.2026] Unternehmensgründerinnen und -gründer wollen ihre Energie in ihr Geschäft stecken, nicht in bürokratische Formalitäten. Ein neuer Kombiantrag führt Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammen. Er wird zunächst an zehn Pilotstandorten erprobt. mehr...
NExT: Policy Paper fordert digitaltaugliches Haushaltsrecht
[26.08.2026] Das Verwaltungsnetzwerk NExT und das Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt fordern ein Haushaltsrecht, das agile Digitalisierungsprojekte besser unterstützt. Ein neues Policy Paper zeigt, wo starre Regeln, Prüfverfahren und Papierpflichten die digitale Verwaltung bremsen und welche Reformen Abhilfe schaffen sollen. mehr...
Konsultation: Offene Daten stärken
[24.08.2026] Das Bundesdigitalministerium sammelt noch bis zum 15. September in einer Online-Konsultation Vorschläge für einen neuen Fahrplan für Open Data. Die Ergebnisse sollen in den strategischen Rahmen einfließen, den die Bundesregierung Anfang 2027 beschließen will. mehr...
Bremen: Leitplanken für Verwaltungs-KI
[20.08.2026] Der Bremer Senat hat jetzt eine KI-Strategie für die Verwaltung beschlossen. Sie soll den Einsatz der Technologie mit sieben Handlungsschwerpunkten und 39 Projekten verbindlich steuern, um Verfahren zu beschleunigen, Beschäftigte zu entlasten und die Datenhoheit zu sichern. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Landes- und Kommunalverwaltung rücken zusammen
[29.07.2026] Mecklenburg-Vorpommern tritt dem kommunalen Zweckverband eGo-MV bei. Land und Kommunen wollen damit ihre Zusammenarbeit bei IT-Infrastrukturen, Standards und gemeinsamen Digitalisierungsprojekten verbindlicher organisieren. mehr...
Hessen: Digitale Basis für finanzschwache Kommunen
[22.07.2026] Mit einem neuen Förderprogramm unterstützt Hessen insbesondere finanzschwächere Kommunen bei der Einführung grundlegender Technologien für die Verwaltungsdigitalisierung. Damit soll die digitale Transformation auch in Kommunen mit engen finanziellen Spielräumen vorankommen. mehr...
Digitalisierung: Taskforce eingerichtet
[16.07.2026] Niedersachsen versteht die Digitalisierung als ebenenübergreifende Aufgabe. Mit Rahmenwerk, strategischer Steuerung und operativer Unterstützung, gebündelt mit Standardisierung und konsequenter Kooperation, sind Land und Kommunen auf einem guten Weg. mehr...
Baden-Württemberg: Komm.ONE fordert neue Dynamik
[06.07.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg soll deutlich an Tempo gewinnen. Im Mittelpunkt stehen eine engere Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen, verlässliche Finanzierungsmodelle sowie eine stärkere Rolle des kommunalen IT-Dienstleisters bei der Umsetzung zentraler Digitalisierungsprojekte. Auch eine langfristige Annäherung an die Landes-IT BITBW schließen die Verantwortlichen nicht aus. mehr...
Sachsen: Mittel für kommunale Digitalisierung
[06.07.2026] Sachsen plant im Doppelhaushalt 2027/2028 weitere Mittel für die Verwaltungsdigitalisierung ein. Neben dem Sächsischen Verwaltungsnetz und zentralen Landesportalen sollen auch Kommunen bei digitalen Diensten und internen Verfahren unterstützt werden. mehr...
Vitako: Der moderne Staat fängt in den Kommunen an
[02.07.2026] Die Staatsmodernisierung entscheidet sich nicht im Konzept, sondern in der kommunalen Umsetzung. Beim Politischen Abend von Vitako diskutierten Bundestagsabgeordnete und Fachleute, wie kommunale IT-Dienstleister, gemeinsame Standards und klare Governance die Verwaltungsdigitalisierung voranbringen können. mehr...
Deutscher Landkreistag: Landkreise als Innovationsräume
[25.06.2026] Digitale Modernisierung muss in der kommunalen Praxis ankommen: Der Deutsche Landkreistag dringt im Austausch mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger darauf, Landkreise bei zentralen Vorhaben der Staatsmodernisierung frühzeitig einzubinden. mehr...
Hamburg: Gemeinsam mehr erreichen
[24.06.2026] Seit Ende vergangenen Jahres ist Annika Busse neue Hamburg-CIO. Im Interview spricht sie über Mitarbeitermotivation, Ziele für Hamburgerinnen und Hamburger sowie die Verwaltung und darüber, woran sie am Ende ihrer Amtszeit gemessen werden möchte. mehr...
BMDS/Bayern: Kooperation zur flächendeckenden Digitalisierung
[23.06.2026] Im Rahmen einer Pilotkooperation wollen das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und das Bayerische Staatsministerium für Digitales (StMD) bis Ende dieses Jahres in allen bayerischen Kommunen zentrale digitale Verwaltungsleistungen bereitstellen. Die Rolle des Generalunternehmers auf Ebene des Landes übernimmt die AKDB. mehr...

















