Mittwoch, 4. November 2026

MünchenBefragung mit KI auswerten

[12.12.2022] In München fand eine Zufriedenheitsbefragung der städtischen IT-Nutzer statt. Diese hatten bei vielen der Fragen die Möglichkeit, ihre Antworten frei zu formulieren. Um die zahlreichen Freitexte effizient auszuwerten, wurde eine KI-Lösung entwickelt und pilotiert.

Münchens städtischer IT-Dienstleister it@M hat seine Kunden stadtweit nach der Zufriedenheit mit den angebotenen Systemen und Services gefragt, um mehr über mögliche Verbesserungspotenziale zu erfahren. Das Besondere: Bei der Auswertung der Zufriedenheitsbefragung kam erstmals künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. Nun berichtet die bayerische Landeshauptstadt in ihrem Digitalisierungsblog „München.Digital.Erleben.“ über das Pilotprojekt.
Die Zahl der Beschäftigten der Stadt München, die von it@M betreut werden, liegt im fünfstelligen Bereich. Da die letzte stadtweite IT-Zufriedenheitsumfrage 2015 stattgefunden hatte, sollte den Befragten auch die Möglichkeit für individuelle Antworten gegeben werden. Daher waren bei knapp 30 Fragen Freitextantworten möglich. Eine solche Menge an Freitexten auszuwerten, ist ohne hohen Personaleinsatz unmöglich. Daher haben it@M und die städtische Digitalisierungstochter ein Pilotprojekt aufgesetzt, dessen Ziel es war, die Freitextantworten mithilfe von KI zu analysieren und zu bewerten. Aus Datenschutzgründen wurden anonymisierte Ergebnisrohdaten der Umfrage genutzt, die das Statistische Amt zur Verfügung gestellt hatte.

Wie hilft KI bei der Auswertung?

Eine KI-unterstützte Textanalyse erfasst automatisiert wiederkehrende Begriffe und Themen in Freitextfeldern und schlägt eine Kategorisierung für die Antworten vor. Dies funktioniert auf Basis von Algorithmen, die festgelegten Regeln folgen. Lernen kann KI nur, wenn diese Regeln an die spezifischen Gegebenheiten angepasst werden. So wurde der künstlichen Intelligenz beigebracht, dass es in Kommentaren, in denen von coSys oder WollMux die Rede ist, um Software zur Verwaltung und Nutzung von Vorlagen geht. Die KI ist lernfähig, aber nicht selbstlernend. Bei it@M arbeitete mit Unterstützung von digital@M ein mehrköpfiges Team daran, die automatisch aus den Antworten gebildeten Kategorien und Unterkategorien zu überprüfen und bei Bedarf zu verfeinern. Bei diesem so genannten Nachtrainieren werden Begriffe aus den Freitextantworten, die der Algorithmus noch nicht erkennt, manuell einer Kategorie zugeordnet. In anderen Fällen war es sinnvoll, zwei bestehende Kategorien zusammenzuführen.

Mehrwert für weitere Zufriedenheitsbefragungen

Auf diese Weise entstand eine Art Anleitung über die Vorgehensweise für die KI, das Codebuch. Dieses kann bei künftigen IT-Zufriedenheitsbefragungen erneut für die Analyse von Freitextantworten eingesetzt werden. Der Aufwand für weiteres Nachtrainieren der KI – etwa aufgrund neuer Entwicklungen in der IT – werde dann zunehmend geringer.
Neben dem deutlich reduzierten Zeitaufwand hat die Auswertung mithilfe der weitestgehend unvoreingenommenen KI noch den Vorteil einer klaren Strukturierung und der höheren Genauigkeit und Objektivität der Auswertung.
Die Aufgabe, daraus sinnvolle Schlüsse zu ziehen und zielführende Maßnahme zu entwickeln liegt aber allein bei den verantwortlichen Personen. Zur Umsetzung der konkreten Verbesserungspotenziale, welche die Umfrage von 2022 offenlegte, wurden bereits diverse Optimierungsmaßnahmen entwickelt – ganz ohne KI. Geplant ist, die Zufriedenheitsumfrage künftig jährlich durchzuführen. Damit, so das Münchner Fazit, habe das IT-Referat ein Instrument zur regelmäßigen Kontrolle und Überprüfung umgesetzter Maßnahmen geschaffen.



Stichwörter: Panorama, München, KI


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Ein Mann steht im Lagezentrum vor einem Monitor, auf dem ein komplexes Lagebild gezeigt wird

Braunschweig: Technologien für Katastrophenschutz erprobt

[04.11.2026] Bei einer groß angelegten Übung in Braunschweig hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) demonstriert, wie Drohnen, Satellitendaten, autonome Fahrzeuge und Künstliche Intelligenz den Katastrophenschutz unterstützen können. Im Mittelpunkt stand die Erstellung eines gemeinsamen digitalen Lagebilds. mehr...

Ein junger Mann erklärt einem älteren Mann etwas auf einem Desktopbildschirm.

Rheinland-Pfalz: Auch im Alter digital selbstständig

[04.11.2026] In Rheinland-Pfalz haben 60 weitere Ehrenamtliche ihre Zertifikate als Digital-Botschafterinnen und -Botschafter erhalten. Das landesweite Netzwerk unterstützt ältere Menschen kostenlos beim Umgang mit Smartphone und Internet, auch bei digitalen Behördengängen. mehr...

Niedersachsen: Polizei verteilt digitale Knöllchen

[03.11.2026] Die Polizei Niedersachsen führt mit dem elektronischen Datenermittlungsbeleg (eDEB) ein durchgängig digitales Verfahren zur Erfassung von Verkehrsordnungswidrigkeiten ein. Verstöße werden künftig direkt vor Ort elektronisch dokumentiert und medienbruchfrei an die kommunalen Bußgeldstellen übermittelt. mehr...

Gütersloh: Urban Stack gewinnt neue Partner

[02.11.2026] Die Stadt Gütersloh hat mit Halle (Saale) die erste Partnerkommune außerhalb Nordrhein-Westfalens für ihre Datenplattform Urban Stack gewonnen. Für Hosting und Bereitstellung wurden Kooperationen vereinbart. Die Vergabe für eine ergänzende KI-Plattform ist abgeschlossen. mehr...

Darmstadt: Stadtgeschichte online entdecken

[30.10.2026] Das Stadtarchiv Darmstadt macht ausgewählte historische Quellen direkt im Internet einsehbar. Historische Ratsprotokolle, Verwaltungsberichte und Grafiken geben Einblick in politische Entscheidungen, die Arbeit städtischer Ämter und das Leben in früheren Jahrhunderten. mehr...

interview

Interview: Es ist Zeit, endlich zu handeln

[21.10.2026] Wie sich Behörden mit sicheren Kommunikationslösungen unabhängiger von außereuropäischen Anbietern machen können, erläutert Benjamin Schilz, CEO von Wire, im Interview mit Kommune21 auf der Smart Country Convention 2026. mehr...

Porträt einer Frau mit Kopfhörern in Office-Umgebung, die konzentriert zuhört.

NExT: Verwaltungsalltag auf Sendung

[20.10.2026] Erfahrungen und Problemstellungen aus der kommunalen Praxis gibt es jetzt auch zum Hören: Das Verwaltungsnetzwerk NExT hat den Podcast „NExT Level Verwaltung“ gestartet. Zwei Verwaltungsprofis sprechen darin über Hürden im Alltag und Spielräume für Veränderungen. mehr...

Der Erste Bürgermeister der Stadt Ulm, Martin Bendel und die neue Chefdigitalisiererin Simone Philp.

Ulm: Neue Koordinierungsstelle für digitale Stadtentwicklung

[14.10.2026] Mit Simone Philp bekommt die Digitalisierung der Stadt Ulm ein neues Gesicht. Als Leiterin der neuen Koordinierungsstelle will die Wirtschaftswissenschaftlerin Digitalvorhaben bündeln, Kooperationen mit Wissenschaft und Wirtschaft ausbauen und Fördermittel einwerben. mehr...

Die automatisiert alarmierbare Vorauserkundungsdrohne der Feuerwehr Essen.

Essen: Drohne erkundet Einsatzorte vorab

[09.10.2026] Die Feuerwehr Essen testet seit Mitte September eine automatisiert startende Vorauserkundungsdrohne. Sie soll bereits vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte Bilder vom Einsatzort liefern und so eine frühzeitige Lagebeurteilung ermöglichen. Nach drei Monaten wird entschieden, ob das System dauerhaft eingesetzt werden soll. mehr...

Die Bayern nutzen Online-Angebote laut einer Studie der Initiative D21 überdurchschnittlich häufig.

Rheinland-Pfalz: Ehrenamtskarte per App beantragen

[08.10.2026] Rheinland-Pfalz hat eine App gestartet, mit der Ehrenamtliche die Ehrenamtskarte vollständig digital beantragen und Vergünstigungen finden können. Das Land übernimmt eine in Nordrhein-Westfalen entwickelte Lösung. Organisationen und Kommunen bearbeiten Anträge digital. mehr...

Mehrere Karteikästen mit farbigen Registerkarten. Im Vordergrund ist eine grüne Registerkarte mit der Jahreszahl 2013 zu sehen.

Kommune21 im Gespräch: Herausforderung Registermodernisierung

[07.10.2026] Die Registermodernisierung gehört zu den zentralen Vorhaben der Verwaltungsdigitalisierung. Im Live-Webinar „Kommune21 im Gespräch“ am 22. Oktober 2026 zeigen Fachleute des Landes Baden-Württemberg, von Komm.ONE und aus einem kommunalen Pilotprojekt, wo die Umsetzung derzeit steht, welche Erfahrungen bereits vorliegen und was Kommunen jetzt tun sollten. mehr...

Blick in ein Parkhaus

Hanau: Schrankenlos parken

[07.10.2026] Die Stadt Hanau stellt ihre Parkhäuser auf digitale Systeme um. Fast alle städtischen Häuser kommen bereits ohne Schranken und Parktickets aus, das Kennzeichen wird bei der Ein- und Ausfahrt erfasst. Weitere Standorte nutzen ticketlose Systeme mit Schranken. mehr...

Illustration einer diagonal über das Bild gespannten Kette, die gesprengt wird.
bericht

Digitale Transformation: Barrieren beseitigen

[05.10.2026] Ist eine Verwaltung, deren Grundzüge teilweise bis in die Bismarckzeit zurückreichen, überhaupt digital transformierbar? Das an der Universität Münster entwickelte Konzept des „Digital Rebirth“ zeigt, wie der erfolgreiche Einsatz digitaler Technologien gelingen kann. mehr...

Personengruppe unter einer goldenen 50

ab-data: 50 Jahre Softwareentwicklung

[02.10.2026] Mit mehr als 100 Gästen feierte das Softwareunternehmen ab-data sein 50-jähriges Bestehen am historischen Ursprungsort. Neben Erinnerungen an die Gründungszeit ging es um das neue Finanzwesen VOIS|FIWE und die Bedeutung kommunaler Plattformen für die Digitalisierung. mehr...

Drohne in der Luft, im Hintergrund ist verschwommen ein Gebäude der Feuerwehr Hanau zu sehen

rescueTablet: Aus der Luft direkt ins Lagebild

[02.10.2026] Die Einsatzplattform rescueTablet kann jetzt Live-Luftbilder und Telemetriedaten von Drohnen einbinden. Einsatzleitungen sollen dadurch bei Bränden, Hochwasser oder Sucheinsätzen schneller einen Überblick über die Lage erhalten. mehr...