Samstag, 13. Juni 2026

Kanton ZugBehörden-Dienstleistungen per App

[10.09.2021] Der Kanton Zug bietet Behörden-Dienstleistungen per Web-Applikation und App. Ermöglicht hat dies der Software-Entwickler Nevis Security.
Digitale Verwaltung: Kanton Zug bietet Behörden-Dienstleistungen per Webapplikation und App.

Digitale Verwaltung: Kanton Zug bietet Behörden-Dienstleistungen per Webapplikation und App.

(Bildquelle: Seraina Koller, Zug Tourismus)

Bereits seit 2016 können Behördengeschäfte im Kanton Zug mithilfe der E-ID im Zuglogin schnell und rechtsgültig online erledigt werden. Wie der für die Einführung des Verfahrens zuständige Software-Entwickler Nevis Security berichtet, ist der Benutzerkreis nicht auf Einwohnerinnen und Einwohner beschränkt, sondern steht auch externen Dritten und Firmen offen. Seit Januar 2021 können sich zudem Personen, die im Besitz einer E-ID des Kanton Zug sind, mit der mobilen eZug-App der Stadt ohne Benutzername und Passwort bei Zuglogin einloggen. Nach dem Scannen eines QR-Codes müsse der Login-Vorgang lediglich in der App bestätigt werden.
Laut Nevis Security geht die Entwicklung von Zuglogin auf Planungen der kantonalen Verwaltung aus dem Jahr 2013 zurück. Ziel sei es gewesen, die Dienstleistungen der Behörden zu digitalisieren und für Bürger und Firmen online zugänglich zu machen. Die Notwendigkeit, persönlich im Amt vorzusprechen, sollte auf ein Mindestmaß reduziert werden. Besonderes Augenmerk habe der elektronischen Unterschrift gegolten, mit der sich die Amtsgeschäfte papierlos erledigen lassen. Statt Formulare auszudrucken und sie per Post zu versenden, sollten sie vollständig online ausgefüllt und signiert werden können.
Nach Prüfung verschiedener Angebote sei im Dezember 2013 die Vergabe des Projekts „Bau einer Identifikationslösung für den Kanton Zug“ an AdNovum Informatik erfolgt. „Die Prüfung und Beurteilung sämtlicher Angebote ergab, dass es das technisch und wirtschaftlich beste war“, erläutert Rudolf Gisler, Projektleiter im Amt für Informatik und Organisation des Kantons Zug (AIO). „Im Vergleich mit den Konkurrenten haben uns insbesondere die kundenfreundlicheren Anpassungsmöglichkeiten im Portal überzeugt.“
Nevis zufolge basiert Zuglogin technisch auf der ursprünglich von AdNovum entwickelten und seit 2020 von der Ausgründung Nevis Security weiterentwickelten Software Nevis Security Suite. Umgesetzt worden sei das Projekt aufseiten von AdNovum mit einem breit aufgestellten Team von Software-Entwicklern und IAM Engineers aus der Schweiz. Beim Kanton Zug sei neben Projektleiter Rudolf Gisler ein Anwendungsverantwortlicher mit der Implementierung und dem Testen der Lösung betraut worden.

Zuglogin: Eine Erfolgsgeschichte

Nach der Umsetzungs- und einer intensiven Testphase habe Zuglogin im Januar 2016 live geschaltet werden können. Durch die Implementierung seien alle zuvor festgelegten Ziele erreicht worden.
Zum einen ermögliche die Identity-Management-Lösung einen sicheren, zentralen Zugang zu den E-Government-Dienstleistungen der kantonalen Verwaltung, der Einwohnergemeinden und des Verwaltungsgerichts. Alle im Kanton Zug steuerpflichtigen, vorerfassten natürlichen und juristischen Personen sowie Personen, die sich am Schalter persönlich ausgewiesen haben, erhalten Zugang zu den eigenen Daten und Geschäftsfällen. Für Bürger und Unternehmen sei damit der elektronische Nachweis einer Willenserklärung (elektronische Unterschrift) und deren Übermittlung sichergestellt. Umgekehrt können die Behörden ihre Entscheide oder Verfügungen papierlos, sicher und rechtsgültig an die jeweiligen Empfänger versenden.
Datensicherheit sei dabei das A und O – angefangen mit der Registrierung für Zuglogin: Die Bestimmungen des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) zum Erwerb und zur Aktivierung des Benutzerkontos mit Identitätsnachweis und Protokollierung werden eingehalten. Wer Zuglogin nutzen will, müsse sich einmalig über einen schriftlichen Antrag (ausschließlich für steuerpflichtige Zugerinnen und Zuger) oder eine Antragsstellung am Schalter (auch für außerkantonale Personen) registrieren und anhand von Ausweisdokumenten authentifizieren. Ebenso streng eingehalten werden die Datenschutzaspekte mit Angaben zu den im Benutzerregister gespeicherten Daten und Angaben zu deren Herkunft.
Der sichere Zugang zu den eigenen Daten und Geschäftsfällen erfolge über den Secure-Reverse-nevisProxy und den Authentisierungsservice nevisAuth. Dabei stehe den Nutzenden nach der einmaligen Zwei-Faktor (klassisch oder mittels SwissID) das gesamte Online-Angebot per SingleSignOn (SSO) zur Verfügung. Technisch basiere das SSO auf dem hochsicheren verschlüsselten SAML2.0 Protokoll.
Besonderes Augenmerk habe zudem auf der Verfügbarkeit der behördlichen Online-Dienste gelegen. Derzeit sei die Lösung auf rund 90.000 User ausgelegt; durch die Skalierbarkeit sei sie auch bei steigendem Bedarf zukunftssicher. Zuglogin sei zudem hochverfügbar beziehungsweise redundant ausgelegt, sodass eine Verfügbarkeit von 99,8 Prozent der jährlichen Gesamtlaufzeit erreicht werde.
Die Support-Prozesse entsprechen so weit wie möglich den aus dem Internet bekannten Verfahren, etwa Notsperrung oder automatisierte Passwort-Reset-Abläufe. Nicht zuletzt seien die Web-Applikationen beziehungsweise das Frontend der Identity-Management-Lösung konform mit den Design- und Integrationsvorhaben des Kantons Zug und mobiltauglich.

Weiterentwicklung mit der eZug-App

„Ein Digitalisierungsprojekt wie dieses ist grundsätzlich nie abgeschlossen, da die technischen Möglichkeiten ebenso voranschreiten wie die Erwartungen der Menschen in Bezug auf User-Experience und Funktionsumfang digitaler Dienstleistungsangebote“, stellt Gisler fest. Unter dieser Maßgabe, so Nevis, wurde das Projekt Zuglogin fortgedacht.
Angesichts der zunehmenden Bedeutung mobiler Endgeräte habe die Stadt Zug entschieden, mit der eZug-App eine neue, mobile E-Government-Lösung als ergänzendes Online-Angebot für alle anzubieten.
Die von der Stadt Zug Anfang des Jahres 2021 vorgestellte eZug-App basiere auf der E-ID des Zuglogin. Nutzer, die bereits für die Nutzung von Zuglogin überprüft und freigeschaltet wurden, können ihre digitale Identität ohne erneute Prüfung in die eZug-App übernehmen. Auch die Nutzung von Zuglogin auf dem Desktop-PC werde durch die eZug-App noch praktischer. Nutzer können sich am Rechner einloggen, indem sie einen von Zuglogin auf dem Bildschirm ausgegebenen QR-Code mit der eZug-App scannen. Der PC-Login erfolge dann, ohne dass eigens Benutzerkennung oder Passwort eingegeben werden müssen.
Technisch basiere eZug auf dem OAuth2-Protokoll für eine sichere Nutzer-Authentifizierung; softwareseitig realisiert werde die Anbindung über den Secure-Reverse-Proxy nevisProxy, den Authentisierungsservice nevisAuth sowie den mandantenfähigen Identity-Management-Service nevisIDM.
Die eZug-App erweitere das Angebot von Zuglogin um Mobile-Funktionalitäten. Mit der mobilen eGovernment-Lösung könne die Behörden-Korrespondenz direkt auf dem Mobiltelefon empfangen, sicher verwahrt und weitergeleitet werden. Zurzeit können Betreibungsauszug, Heimatausweis/Interimsausweis, Wohnsitzbescheinigung, Handlungsfähigkeitszeugnis sowie das Leumundszeugnis direkt innerhalb der App beantragt und empfangen werden. Das Leistungsangebot werde in den kommenden Monaten kontinuierlich ausgebaut.
„Zuglogin ist der Dreh und Angelpunkt zu den Online-Dienstleistungsangeboten der öffentlichen Verwaltung – ein wahres Vorzeigeprojekt hinsichtlich Identity Management-Lösungen in diesem Bereich“, erklärt Tim Beutler, Principal IAM Engineer bei AdNovum.
Nevis berichtet, dass der Kanton Zug und die Stadt Zug mit Zuglogin und der eZug-App zeigen, wie eine moderne Verwaltung aussehen kann, wenn sie die Vorteile der Digitalisierung konsequent nutzt: mit einer IT-Infrastruktur, die mitwächst und sich neuen Anforderungen anpasst – etwa bei der passgenauen Unterstützung von Mobile-Geräten.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: CMS | Portale

ITEBO: OpenR@thaus erlaubt Zustellfiktion

[10.06.2026] OpenR@thaus kann ab sofort elektronische Bescheide rechtssicher zustellen. Die Zustellfiktion wird über das BundID-Postfach abgesichert. Das eigene Postfachsystem ergänzt eine Zwei-Wege-Kommunikation und Statusanzeige sowie die Anbindung an das Sachbearbeitendenportal. mehr...

screenshot Arnsberg engagiert

Portale: Arnsberg engagiert sich

[22.05.2026] „Arnsberg engagiert“ feiert halbjähriges Bestehen: Die digitale Plattform stärkt die Vernetzung im Ehrenamt. mehr...

Ausschnitt einer Computertastatur, auf der eine Taste rot eingefärbt ist und die Aufschrift Leichte Sprache trägt.

Barrierefreiheit: Digitale Teilhabe praktisch umsetzen

[21.05.2026] Öffentliche Stellen müssen digitale Angebote barrierefrei gestalten und dabei auch zentrale Informationen in Leichter Sprache bereitstellen. Das Würzburger Startup KLAO unterstützt Behörden und Kommunen dabei mit KI-Software und zertifizierten Prüfverfahren. mehr...

Screenshot_Website_Kreis_Viersen

Kreis Viersen: Website in neuem Layout

[15.05.2026] Der Internetauftritt des Kreises Viersen ist überarbeitet worden und erscheint in modernisiertem Layout mit zusätzlichen Funktionen. Künftig ist auch ein Newsroom geplant. mehr...

Ein Baum wächst aus einem Boden, bestehend aus leuchtenden Linien, heraus.

Difu: Portal für nachhaltige Kommunen

[13.05.2026] Ob Klimaschutz und Energie, Mobilität, Wohnen, Bildung oder Infrastruktur: Vor Ort entscheidet sich, ob die nachhaltige Entwicklung gelingt. Eine neue digitale Plattform von Difu und Bertelsmann Stiftung unterstützt Kommunen bei der Steuerung ihrer zukunftsorientierten Entwicklung. mehr...

kreis Nienburg/weser_altes Amtshaus

Niedersachsen: Land und Landkreis realisieren Online-Services

[04.05.2026] Innerhalb von knapp drei Monaten konnten im Kreis Nienburg/Weser zahlreiche OZG-Fokusleistungen und Leistungen von föderalem Interesse digital bereitgestellt werden. Möglich wurde dies durch ein neues gemeinsames Vorgehen zwischen dem Innenministerium, dem Kreis und seinen angehörigen Kommunen sowie deren IT-Dienstleistern. mehr...

hand mit Smartphone mit Augsburg-App vor Augsburger Rathaus

Augsburg: Alles in der App

[30.04.2026] Die Stadt Augsburg hat einen Kommunikationskanal gestartet, bei dem digitale Souveränität ein wichtiger Faktor ist: Die App macht unabhängig von Algorithmen, bietet mehr Kontrolle über die Inhalte und stellt einen direkten Draht zur Bevölkerung her. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Besser gegen Wasser geschützt

[28.04.2026] Das Land NRW stellt eine App bereit, die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien darin unterstützt, Gefährdungen durch Starkregen oder Hochwasser einzuschätzen. Auch Kommunen können die App nutzten, um eigene Angebote zum Hochwasserschutz breit zu kommunizieren. mehr...

Kreis Steinfurt: Digitale Antragstellung im Immissionsschutz

[14.04.2026] Der Kreis Steinfurt hat die digitale Antragstellung im Immissionsschutz gestartet und damit ein umfangreiches Genehmigungsverfahren effizienter und transparenter gemacht. mehr...

Hand, die Euronoten in die Höhe hält, blauer Hintergrund.

Nordrhein-Westfalen: Digital zum Mittelabruf

[10.04.2026] Das Land Nordrhein-Westfalen hat ein umfangreiches Infrastruktur- und Investitionsprogramm für Kommunen auf den Weg gebracht. Der Antragsweg für die Kommunen sollte dabei möglichst glatt verlaufen: Über ein Portal können sie über ein rein digitales Verfahren auf die Mittel zugreifen. mehr...

Frau schaut auf Tablet

S-Public Services: PublicFlow für Prozesse

[01.04.2026] Die Plattform PublicFlow hat jetzt S-Public Services vorgestellt. Sie ermöglicht Kommunen die einfache digitale Bearbeitung von Verwaltungsanträgen Schritt für Schritt – sicher, effizient und mit automatisierter Unterstützung. mehr...

Bürgermeister Christian Zwingmann hält ein Smartphone in der Hand, auf dem die Leinefelde-Worbis-App zu sehen ist, im Hintergrund sind auf einem Display weitere App-Ansichten zu sehen.

Leinefelde-Worbis: Informationen direkt aufs Smartphone

[23.03.2026] Mit der Leinefelde-Worbis-App erhalten die Bürgerinnen und Bürger nicht nur städtische Informationen und Dienstleistungen auf ihr Smartphone. Mittels Schadensmelder können sie auch Mängel im öffentlichen Raum mitteilen oder per Umfragemodul an Befragungen teilnehmen. Die modular konzipierte Lösung wird auf Servern in Deutschland gehostet. mehr...

Finger tippt auf einem Smartphone, im Hintergrund Bokeh-Effekte

Leipzig: Vieles ist schon online möglich

[20.03.2026] Wohnsitz, Wohngeld und ganz neu die Hundesteuer – in Leipzig stehen viele Verwaltungsservices online zu Verfügung. Sie können ganz ohne Amtsbesuch beansprucht werden. Die Stadt strebt zudem für viele Leistungen eine Ende-zu-Ende-Digitalisierung an. mehr...

In Wollpulloverärmeln steckende Hände tippen an einem Laptop, der auf einem niedrigen Couchtisch steht. Die ganze s´Szene ist warm beleuchtet.

Hessen: Quick-Check Bauantrag gestartet

[18.03.2026] Das Land Hessen hat ein einfaches digitales Angebot geschaffen, mit dem Bürgerinnen und Bürger schnell prüfen können, ob für ihr Bauvorhaben ein Bauantrag erforderlich ist. Das spart Zeit, schafft Klarheit und entlastet auch die Behörden. mehr...

Screenshot der Startseite des Bürgerportals Maerker Brandenburg.

Maerker Brandenburg: Neues Design, verbesserte Funktionen

[17.03.2026] Umfassend modernisiert ist jetzt das Bürgerportal Maerker Brandenburg online. Die Plattform wartet mit einer übersichtlichen Struktur, barrierefreier Nutzung und einer intuitiven Navigation auf. Zudem können Missstände noch einfacher über eine zentrale Suche und eine interaktive Karte gefunden, gesucht oder gemeldet werden. mehr...