Cloud ComputingDie Idee von einer einheitlichen Verwaltung
Einer der Gründe, warum die Digitalisierung nur stockend vorankommt, ist das ungeklärte Verhältnis zur Cloud-Technologie. Während es in Frankreich eine Doktrin zur Cloudifizierung von Staat und Verwaltung gebe, herrschte hierzulande lange Zeit ein Negativszenario vor. Hierauf machte Marc Reinhardt aufmerksam, Vizepräsident Public Sector beim Beratungsunternehmen Capgemini. „Cloud passt nicht zur Verwaltung“, fasste Reinhardt die Mentalität zusammen. Vielleicht passt es ja im Jahr 2030? Diese Perspektive wurde bei einer digitalen Veranstaltung des Zukunftskongresses eingenommen, frei nach dem Motto „Zurück aus der Zukunft 2030“.
Als Sterndeuter trat Peter Parycek auf, Leiter des Kompetenzzentrums ÖFIT bei Fraunhofer FOKUS, und entdeckte in seiner Glaskugel für 2030 allerlei Erstaunliches. Unter anderem eine deutsche CO2-Neutralität von 90 Prozent und Platz Sieben im „World Happiness Index“. Die Verwaltung habe bis dahin große IT-Kapazitäten aufgebaut, an Reaktionsgeschwindigkeit zugenommen und setze „crossfunktionale Lösungsteams“ auf ihrem Weg zu einer „adaptiven wirksamen Verwaltung“ ein. Technologische Grundlage dafür seien eine souveräne Multicloud in enger Kooperation der öffentlichen Rechenzentren mit der Wirtschaft und hinzugewonnene Kompetenzen für schnelle, einfache, selbstentwickelte Lösungen nach den Maßgaben von Low-Code. Die bisher langwierigen Entscheidungsprozesse in den Querschnittsressorts der Politik könnten durch eine verfahrensrechtliche Verschiebung vom Einvernehmen zum Benehmen überwunden werden. Mit anderen Worten: durch mehr Souveränität und Zuständigkeit an den richtigen Stellen.
Verwaltungshandeln künftig so einfach wie eine Internet-Bestellung
Derart positive Prognostik stieß bei den teilnehmenden Politikern auf große Zustimmung. Daniela Kluckert, Staatssekretärin im neuen Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), stimmte darin überein, dass Verwaltungshandeln künftig „so einfach wie eine Bestellung bei Lieferando“ sein und mit dem Once-Only-Prinzip die Papier-Vorherrschaft überwunden werden müsse. Maik Außendorf, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen und im früheren Leben IT-Unternehmer und -Berater im Open-Source-Umfeld, sprach sich für eine agile Verwaltung und eine souveräne Multicloud-Strategie auf der Basis von Open Source aus: „Gerade wenn wir eigene Software entwickeln, die von Kommunen übernommen werden sollen, ist das genau der richtige Weg.“ Auch der Notwendigkeit einer „Cloud only“-Entscheidung – für Peter Parycek Voraussetzung für die Kooperation und Spezialisierung der beteiligten Rechenzentren – konnte sich Außendorf anschließen.
Alfred Kranstedt, Direktor des Informationstechnikzentrums Bund, gab sich überzeugt, dass „eine Form der Zentralisierung notwendig ist, um die großen Cloud-Plattformen aufzubauen“. Da sowohl Technikkonzepte und Industrieprodukte längst vorlägen als auch eine große Motivation unter den Mitarbeitern der Verwaltung vorherrsche, spräche nichts gegen eine zügige Umsetzung. „Wir müssen raus aus der Diskussion und rein ins Tun“, so Kranstedt, „und mit dem Aufbau und der Transformation beginnen“. Ein Ruf nach Zentralisierung aus dem Mund eines Vertreters des Bundes ist vielleicht weniger überraschend als von der kommunalen Seite. Doch auch Johann Bizer, Vorstand bei Dataport, hatte gegen eine Zentralisierung wenig einzuwenden: „Wir müssen uns im Föderalismus darüber klar werden, dass wir immer dann schneller in die Digitalisierung kommen, wenn wir in Prozessen und Organisationen einheitlich vorgehen.“ Ineffizient sei es beispielsweise, jedem Schulträger zu erlauben, eine eigene Bildungsplattform zu bauen, stattdessen solle „wenigstens landesweit“ oder besser noch national eine einheitliche Bildungscloud mit zentralen Services entstehen. Bizer nannte dies eine „erfolgreiche föderale IT-Kooperation“ und kam später noch auf das Einer-für-Alle-Prinzip des IT-Planungsrats zu sprechen, in dem die „Idee einer einheitlichen Verwaltung“ zu erkennen sei.
Konkrete Realisierung der Multicloud
Weniger Einvernehmlichkeit zeigte sich indessen bei der Frage, wie eine Multi- oder Verwaltungscloud – handelt es sich hierbei eigentlich noch um dasselbe Projekt? – konkret realisiert werden kann. Für den Bund, dies führte Alfred Kranstedt aus, ist ein Mehrsäulenansatz, der auch etwa auf Microsofts Azure-Technologie beruht, denkbar und sogar realistisch: „Der Aufbau einer großen nationalen Verwaltungscloud geht nur mit großen Anbietern zusammen.“ Kranstedt deutete an, dass Instanzen der Hyperscaler-Clouds für die Verwaltung „nach deutschem Recht und unter deutschen Sicherheitsvorgaben“ bereitgestellt werden könnten. Für Länder und Kommunen scheint dies jedoch noch nicht ausgemacht. Zumindest forderte Johann Bizer, für den der Souveränitätsgedanke immer auch eine geopolitische Dimension hat, die „Ankündigungen der Industrie kritisch zu prüfen“. So müsse etwa das Thema Portabilität, das heißt die Verwendbarkeit derselben Software in verschiedenen Cloud-Umgebungen, ein zentrales Anliegen bleiben. Aus diesem Grund hielt er an der Idee einer nationalen Verwaltungscloud auf der Basis von Open Source fest.
Kreis Düren: Microsoft 365 eingeführt
[21.04.2026] Der Kreis Düren hat Microsoft 365 flächendeckend ausgerollt. Unterstützt wurde die Kommunalverwaltung dabei vom Dienstleister regio iT. mehr...
Rheinland-Pfalz: OPTIKOM kommt voran
[17.04.2026] Im interkommunalen Prozessmanagement-Projekt OPTIKOM in Rheinland-Pfalz wurden bereits Meilensteine erreicht, wie eine rund 1.000 Prozesse umfassende Blaupause für ein gemeinsames Prozessregister. Im kommenden Jahr können weitere Kommunen in das Projekt aufgenommen werden. mehr...
Green IT: Ganzheitlicher Ansatz für nachhaltige Digitalisierung
[08.04.2026] Angesichts der komplexen Aufgaben, denen sich der öffentliche Sektor in seiner digitalen Transformation gegenübersieht, haben Umweltaspekte oft eher niedrige Priorität. Klare Ziele und konkrete, einfache Maßnahmen helfen, Nachhaltigkeitsziele in digitale Strategien zu integrieren. mehr...
Ennepe-Ruhr-Kreis: Prozessmanagement kommt voran
[08.04.2026] Ergebnisse des interkommunalen Projekts zum Prozessmanagement im Ennepe-Ruhr-Kreis sind ein umfassendes Prozessregister, abgestimmte Standards und ein belastbares Netzwerk. Nun startet das Projekt in die nächste Phase. mehr...
Erkrath: KRZN migriert VOIS-Plattform
[02.04.2026] Das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) hat erstmals eine bereits produktiv genutzte VOIS-Plattform in sein Betriebsumfeld migriert. Es handelt sich um die VOIS-Fachverfahren der Stadt Erkrath für das Einwohnerwesen, das Gewerbewesen sowie die Gebührenkasse. mehr...
Besuchersteuerung: Zeitgemäßer Bürgerservice
[27.03.2026] Die IKT-Ost hat eine neue Lösung zur Termin- und Besuchersteuerung eingeführt. Der IT-Träger für zwei Landkreise und eine Stadt setzt dabei auf eine einheitliche Software für alle Kommunen. Profiteure sind Verwaltungen und Bürger. mehr...
Büdelsdorf: Digitales Zielmanagementsystem
[06.03.2026] Die Stadt Büdelsdorf hat ein digitales Zielmanagementsystem eingerichtet. Es soll eine gezielte Steuerung, Wirksamkeitsmessung und Auswertung wichtiger Kennzahlen seitens der Stadt ermöglichen. mehr...
cit / nextgov iT: Strategische Partnerschaft mit KERN-UX
[03.03.2026] Die Low-Code-Plattform cit intelliForm unterstützt KERN-UX, den User-Experience (UX) Standard für Verwaltungssoftware. Verwaltungsleistungen können somit KERN-konform, also standardisiert, nutzerfreundlich und wiedererkennbar, umgesetzt werden. Als strategischer Partner gestaltet neben cit auch nextgov iT den UX-Standard aktiv mit. mehr...
Round Table: Saubere Daten
[02.03.2026] Das Round-Table-Gespräch von Kommune21 zum Axians-Infoma-Innovationswettbewerb zeigt: Die Datenqualität ist der entscheidende Erfolgsfaktor für Digitalisierungsprojekte. mehr...
Sachsen: Digitale Ehrenamtskarte
[27.02.2026] Auch in Sachsen steht nun die Digitale Ehrenamtskarte über die Ehrenamtskarten-App zur Verfügung. Damit greift ein weiteres Bundesland auf die in Nordrhein-Westfalen erarbeitete EfA-Leistung zurück. mehr...
Eisenach: Zeichen stehen auf Wandel
[24.02.2026] Mit einem „Masterplan zur digitalen Transformation“ schließt die Stadtverwaltung Eisenach Stück für Stück Etappen auf dem Weg zur modernen Verwaltung ab. Immer im Fokus stehen dabei die Mitarbeitenden als wichtigster Faktor im Veränderungsprozess. mehr...
Hanau: Tablets unterstützen die Feuerwehr
[24.02.2026] In Hanau sorgt das Einsatzinformationssystem rescueTablet dafür, dass Feuerwehren schon während der Anfahrt relevante Informationen zum anstehenden Einsatz erhalten. Da alle Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Hanau sowie die Berufsfeuerwehr das System nutzen, wird eine flächendeckende und einheitliche digitale Informationsbasis für sämtliche Einheiten geschaffen. mehr...
Low Code / No Code: Kommunen bündeln Kräfte
[19.02.2026] Am Niederrhein haben mehrere Kommunen eine gemeinsame Plattform für digitale Anwendungen beschafft. Mit der Low-Code-/No-Code-Lösung setzen sie auf Tempo bei der Entwicklung neuer Anwendungen und die Wiederverwendung existierender Komponenten. mehr...
Registermodernisierung: Wie brauchbar sind die Registerdaten?
[16.02.2026] Geht es um die Registermodernisierung, stehen oft vor allem technische Aspekte wie die Datenaustauschplattform NOOTS im Fokus. Ein Pilotprojekt in Niedersachsen hat nun die Qualität der Registerdaten selbst untersucht und gleichzeitig gezeigt, wie diese automatisiert verbessert werden kann. mehr...
Prozessmanagement: Sachsen-Anhalt sucht Kommunen für Proof of Concept
[12.02.2026] Sachsen-Anhalt will mit Kommunen erproben, ob und in welchem Umfang sich eine zentral bereitgestellte Prozessmodellierungssoftware als Basiskomponente eignet. Interessierte Kommunen können sich an die Kommunale IT-Union (KITU) wenden und die PICTURE-Prozessplattform sowie ausgewählte Dienstleistungen bis Ende 2026 unentgeltlich im Rahmen der verfügbaren Mittel nutzen. mehr...

























