Samstag, 7. Februar 2026

StolbergDigitale Bildung ernst nehmen

[18.12.2018] Schulleiter Uwe Bettscheider spricht im Kommune21-Interview darüber, wie digitale Bildung am Ritzefeld-Gymnasium Stolberg aussieht und warum die Schul-IT aus der Cloud gemanagt wird.
Dr. Uwe Bettscheider

Dr. Uwe Bettscheider, Schulleiter des Ritzefeld-Gymnasiums Stolberg

(Bildquelle: Dennis Fischer)

Herr Bettscheider, das Ritzefeld-Gymnasium hat sich entschieden, Server gegen Cloud zu tauschen. Was waren die Gründe dafür?

Wenn man digitale Bildung ernst nimmt, und das tun wir, benötigt man eine Infrastruktur, die Lehrer möglichst vollständig von rein technischen Aufgaben befreit und ihnen und den Schülern eine Lehr- und Lernumgebung bietet, dank der sie sich auf den Unterricht konzentrieren können. Das größte Problem hierbei ist der First Level Support, der in sehr vielen Schulen von den Lehrern geleistet werden muss, obwohl sie weder dafür ausgebildet sind, noch die Zeit dafür aufbringen können und sollen. Eine Cloud-Lösung, die nur Software und Speicher zur Verfügung stellt, reicht aber nicht aus. Wir brauchen vielmehr eine Cloud-Lösung über die auch die Geräte, egal wo man sie ins Netz bringt, von Profis betreut werden. Hinzu kommt der Datenschutz. Mal ganz davon abgesehen, dass eine Cloud, die von Profis gewartet wird, um ein Vielfaches sicherer ist, als der Server, der in vielen Schulen ungesichert in normal abgeschlossenen Räumen steht.

Sie nutzen die MNSpro Cloud der Firma AixConcept. Wie ist Ihr erster Eindruck von der Lösung?

Die ersten Erfahrungen zeigen, dass man, bei ausreichender Bandbreite, wunderbar mit den mit der Cloud verbundenen Rechnern arbeiten kann.

Wo besteht noch Nachbesserungsbedarf?

Nachbesserungsbedarf besteht bei der Bandbreite. Bisher funktioniert das nur problemlos, weil wir noch wenige Cloud-Rechner haben. In naher Zukunft können wir aber hoffentlich mit einem Gigabit-Anschluss ans Internet rechnen.

Inwiefern unterstützt die Lösung die Schule dabei, einen zukunftsweisenden digitalen Unterricht anzubieten?

Wie schon gesagt, die Lehrer müssen eine digitale Infrastruktur zur Verfügung haben, die funktioniert, sodass sie sich auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können. Wenn Lehrer erst den First-Level-Support-Kollegen im Schulgebäude finden müssen, wenn es Probleme gibt, ist das nicht gegeben. Denn Lehrer sind in der Regel im Unterricht oder zu Hause.

Könnten Sie uns Ihr Konzept für den digitalen Unterricht kurz skizzieren?

Wir wollen den Homo sapiens nicht durch den Homo digitalis ersetzen. Wir wollen unsere Schüler immer noch bilden und nicht entertainen. Zufällige Lernprozesse durch Edutainment Apps sind daher nicht Bestandteil unseres Unterrichts. Bei uns geht es nach wie vor um Allgemeinbildung. Und die kann nur sehr eingeschränkt mittels eines Computer-Spiels erworben werden. Digitalisierung wird bei uns so in den Unterricht eingebettet, dass Lehrende entlastet werden. Im Frontalunterricht erklärte Inhalte können zum Beispiel interaktiv abgefragt und so das Verständnis überprüft werden. Das gibt Lehrern den Freiraum, auf Rückfragen individuell zu reagieren, und Schülern den Freiraum, in unterschiedlichem Tempo zu lernen. Digitale Medien sind nicht nur dazu da, um alte Ziele schneller, einfacher, besser und nachhaltiger zu erreichen. Sie sind auch dazu da, Schüler auf die veränderte digitale Lebenswelt vorzubereiten. Die Gefahren des unkontrollierten ­Medienkonsums und der unreflektierten Medienverwendung sind daher bei uns ebenso Thema wie die Schaffung eines Grundverständnisses von Informatik.

Interview: Sara Ott




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