Mittwoch, 28. Oktober 2026

BayernDigitalplan vorgestellt

[24.03.2023] Den Digitalplan Bayern hat jetzt Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach vorgestellt. Digitale Bildung, die moderne Verwaltung oder eine moderne Datennutzung zählen zu den Schwerpunkten. Eingeflossen sind auch die Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern.
Die neue Digitalstrategie des Freistaats Bayern sieht mehr als 200 Digitalisierungsmaßnahmen vor.

Die neue Digitalstrategie des Freistaats Bayern sieht mehr als 200 Digitalisierungsmaßnahmen vor.

(Bildquelle: foottoo/123rf.com)

Mit ihrer ersten Regierungserklärung hat jetzt Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach eine Digitalstrategie für den Freistaat vorgestellt. Erarbeitet wurde das Vorhaben laut dem bayerischen Staatsministerium für Digitales mit allen Ressorts und zahlreichen Experten. Auch ein umfassender Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern habe stattgefunden. Über 200 Verbände beteiligten sich. 24 Workshops mit rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fanden laut Ministerium statt. Über eine Online-Plattform holte das Digitalministerium über 200 Vorschläge ein, hinzu kam Feedback aus über 3.500 Umfrageteilnahmen.
Die Strategie steht unter dem Titel: Digitalplan Bayern: Zukunftsstrategie für unsere Heimat. Sie sieht über 200 Digitalisierungsmaßnahmen vor. Ingesamt will die Staatsregierung allein im Jahr 2023 dafür rund eine halbe Milliarde Euro investieren und mehr als 100 neue Stellen schaffen.
Ein Schwerpunkt des Plans macht der Bereich digitale Kompetenzen und digitale Bildung aus. Im Rahmen des Digitalplans investiere die Staatsregierung in die Weiterentwicklung aller Menschen – von den Kindergartenkindern über Schulen und Weiterbildungseinrichtungen bis hin zu Seniorinnen und Senioren. Für digitale Einsteiger richte sie beispielsweise in 30 Kommunen Beratungstheken für Fragen zu Smartphone und Internet ein (wir berichteten).

Bildung und Weiterbildung

Zur Förderung der beruflichen Fort- und Weiterbildung schließe das Ministerium mit in Bayern ansässigen Unternehmen eine Allianz für Digitale Kompetenzen. Die Partner bieten rund 40 digitale Weiterbildungsangebote mit mehreren hundert Einzelaktionen an, um digitale Fähigkeiten in der Breite der Gesellschaft zu verankern. Für das Handwerk entwickelt der Digitalplan neue, hochmodern ausgestattete berufliche Bildungsstätten in Landshut, Weilheim, Traunstein, München und Bamberg. Bestehende berufliche Bildungsstätten sollen ausgebaut werden.
Mit der BayernCloud Schule soll der Digitalplan ein vielfältiges digitales Angebot für alle bayerischen Schulen auf den Weg bringen. Insgesamt rund 49 Millionen Euro investiere der Freistaat hier. Auch Lerninhalte sind Teil des Digitalplans. Dazu zählt beispielsweise die interaktive App „Wo ist Goldi?“. Sie vermittelt laut Ministerium Medienkompetenz und werde nun auch Teil des Unterrichts. Außerdem entstehen aktuelle digitale Lehr- und Lernmedien für das Fach „Natur und Technik“ an Gymnasien in den Jahrgangsstufen 5 bis 7.

Behördengänge wie Online Shopping

Auch die moderne Verwaltung adressiert der Digitalplan. Das Ziel: Behördengänge so schnell und einfach wie Online Shopping. Dazu beitragen soll etwa der Digital.Campus Bayern, eine virtuelle Qualifizierungsplattform für Verwaltungsmitarbeitende. Nicht nur technische Fertigkeiten sollen hier vermittelt werden. Vielmehr setze man auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Verwaltung neu und digital denken und damit Prozesse schneller machen. Das Projekt soll im April 2023 starten. Um die Verwaltungsmodernisierung in den Kommunen schneller voranzubringen, hat das Digitalministerium eine neue Anstalt des öffentlichen Rechts als Digitalisierungshelfer geschaffen. BayKommun werde die Kommunen bei der Nutzung und Entwicklung von Online-Diensten gezielt unterstützen. Hier investiere die Staatsregierung bis zu drei Millionen Euro pro Jahr. Zudem liefere das Digitalministerium den Kommunen mit den BayernPackages ein Paket von über 200 Verwaltungsleistungen, die diese sofort einsetzen können. Insgesamt investiert die Staatsregierung laut Digitalministerium über 60 Millionen Euro in die Modernisierung der Verwaltung.

Zeitgemäße Datennutzung

Mit dem Ziel der modernen Datennutzung baut der Freistaat derzeit ein Open-Data-Portal auf. Auch das sei Teil des Digitalplans. Die Plattform soll Daten strukturieren und auf diese Weise breit verfügbar machen. Allein 2023 seien dafür 1,25 Millionen Euro an Investitionen eingeplant. Der Prototyp soll noch 2023 mit mehreren tausend Datensätzen an den Start gehen.
Als weiterer Schwerpunkt des Digitalplans werden digitale Planungsmodelle, die so genannten digitalen Zwillinge genannt. Mit dem Digitalplan fördere die Staatsregierung gezielt Kommunen, die solche Modelle nutzen wollen. Mit einem Digitalen Zwilling Energie arbeite das Digitalministerium außerdem gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium an einem Planungsmodell für den Energiesektor. Das System werde zukünftig Daten über den Belastungszustand der Energienetze, die Stabilität der Stromversorgung, die CO2-Bilanz kommunaler Einheiten sowie über die Energieverbrauche- und kosten der Haushalte und Unternehmen zusammenführen. So soll ein effizienteres Energie-Management im Freistaat gelingen.

Daten- und Klimaschutz

Mit Blick auf den Datenschutz baut der Freistaat das Landesamt für Datenschutzaufsicht zu einem Kompetenzzentrum für Datenschutz aus. Es soll zukünftig mit seinem großen Know-how auch interne Datenschutzvorschriften für in Bayern ansässige Unternehmen prüfen. Mit diesem Serviceangebot an die Wirtschaft will die Staatsregierung Innovationen und neue Geschäftsmodelle erleichtern und den Wirtschaftsstandort Bayern stärken.
Als vierten Schwerpunkt adressiert der Digitalplan den Klimaschutz. Gemeinsam mit der Universität Passau baue die Staatsregierung das Bavarian Green Data Center auf. Das Modellprojekt führe zahlreiche Technologien für ein klimafreundlicheres Management des Rechenzentrums zusammen: von der Photovoltaik über eine energieeffiziente Server-Kühlung bis hin zur Nutzung der Server-Abwärme für den Anbau von Gemüse oder Obst.



Stichwörter: Politik, Bayern


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Hessen: Rechenzentren sollen Kommunen mehr einbringen

[26.10.2026] Rechenzentren beanspruchen kommunale Flächen und Infrastruktur. Die geplante Gewerbesteuerreform soll den Standortgemeinden höhere Einnahmen bringen. Das Land Hessen hat im Bundesrat Nachbesserungen verlangt, damit die Regelung möglichst viele Betreiber erfasst. mehr...

Wehende Flagge mit dem Landeswappen von Sachsen.

Sachsen: Fünf Online-Dienste landesweit

[26.10.2026] Der Freistaat Sachsen und der Bund haben vereinbart, fünf Online-Dienste bis Ende Juni 2027 in allen zuständigen Kommunalbehörden bereitzustellen. Der Bund finanziert die technische Anbindung, die govdigital gemeinsam mit dem kommunalen IT-Dienstleister Lecos übernimmt. mehr...

Ein neuer virtueller Marktplatz soll Kommunen die einfache Nachnutzung von EfA-Diensten ermöglichen.
bericht

Sachsen-Anhalt: Marktplatz für Lösungen

[20.10.2026] Sachsen-Anhalt treibt die Digitalisierung seiner Verwaltung mit einem klaren Fokus auf Nachnutzung und Standardisierung voran. Ein zentrales Instrument ist dabei der „eGovernment-Marktplatz Sachsen-Anhalt“. mehr...

bericht

Smart Country Convention: Wildberger kündigt weitere Schritte an

[19.10.2026] Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat auf der Smart Country Convention 2026 in Berlin den Ausbau zentraler digitaler Verwaltungsdienste, die Weiterentwicklung des Deutschland-Stacks und neue KI-Anwendungen angekündigt. mehr...

Baden-Württemberg: Schneller Roll-out statt vieler Einzellösungen

[19.10.2026] Baden-Württemberg hat mit dem Bund vereinbart, fünf bestehende Online-Dienste innerhalb von neun Monaten bei allen zuständigen Behörden im Land verfügbar zu machen. Ein zentral organisierter Anschlussprozess soll die Kommunen bei der Umsetzung unterstützen. mehr...

Eine Hand hält ein weißes Puzzlestück über einen Holztisch, auf dem ein weiteres Puzzleteil liegt

GovTech Kommunal: Kein Ersatz, sondern Ergänzung

[15.10.2026] In der Debatte um mögliche Parallelstrukturen bei der Verwaltungsdigitalisierung hat GovTech Deutschland auf die Kritik der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako, reagiert. In einer Stellungnahme weisen die Verantwortlichen die Vorwürfe zurück, erläutern die Rolle von GovTech Kommunal und bieten den kommunalen IT-Dienstleistern eine Zusammenarbeit an. mehr...

Sechs leere gelbe Stühle stehen in einer Reihe vor einer weißen Wand

Bitkom-Umfragen: Online aufs Amt bleibt (noch) die Ausnahme

[15.10.2026] Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung macht Fortschritte, bleibt aber hinter den Erwartungen von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen zurück. Das zeigen zwei aktuelle Bitkom-Umfragen. Insbesondere fehlende durchgängig digitale Verfahren und Medienbrüche sorgen für Unzufriedenheit. mehr...

Entspannter junger Mann mit Handy auf einem hellen Sofa.

Deutschland-App: Zentrale Projektdetails bleiben offen

[15.10.2026] Die Modernisierungsagenda föderal sieht unter anderem die Umsetzung einer KI-unterstützten Deutschland-App vor, die einen zentralen, komfortablen Zugang zu digitalen Verwaltungsverfahren bieten soll. Mit dem aktuellen Umsetzungsstand, der Vergabe und Auftragsvolumina befasste sich jetzt der Bundestag. mehr...

bunte Holztürme, die nebeneinander auf einem Holzfußboden stehen

Vitako: Warnung vor neuen Parallelstrukturen

[09.10.2026] Mit GovTech Kommunal ist Ende 2025 ein neuer Akteur für die kommunale Verwaltungsdigitalisierung gestartet. Der Verband Vitako sieht dessen Aktivitäten kritisch. In einem Positionspapier warnt er vor Doppelstrukturen, zusätzlichen Kosten und einer weiteren Zersplitterung der kommunalen IT-Landschaft und fordert, lieber bestehende föderale und kommunale Strukturen zu stärken. mehr...

Hessen: Positive Halbzeitbilanz

[05.10.2026] Hessen zieht eine positive Halbzeitbilanz seines Pilotprojekts mit dem Bundesdigitalministerium zur flächendeckenden Einführung digitaler Verwaltungsleistungen. Bei der An- und Ummeldung sind bereits mehr als 90 Prozent der Kommunen angeschlossen. mehr...

Körniges Schwarz-Weiß-Foto, Großraum-Büro mit vielen Arbeitsplätzen und Ordnern und Drehregister

Deutscher Städtetag: i-Kfz-Bund greift zu kurz

[24.09.2026] Der Deutsche Städtetag hält die geplante Zentralisierung der Kfz-Zulassung beim Bund für unzureichend. Der Bund wolle vor allem bereits digitalisierte Standardverfahren übernehmen, während aufwendige Fälle bei den Kommunen blieben. Eine spürbare Entlastung sei so kaum zu erwarten. mehr...

Luftbild Schweriner Schloss

Schwerin: Bund und Land bei Kommunalfinanzen gefordert

[21.09.2026] Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin erwartet für 2027 und 2028 Defizite in zweistelliger Millionenhöhe. Oberbürgermeister Sebastian Ehlers sieht darin kein lokales Problem, sondern verweist auf die bundesweit schwierige Finanzlage der Kommunen. Er fordert von Bund und Land eine aufgabenangemessene Finanzausstattung und Entlastungen bei gesetzlichen Leistungen. mehr...

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger bei einer Rede im Bundestag

Bund: Eine Milliarde Euro für Verwaltungsdigitalisierung

[10.09.2026] Der Bund will die Verwaltungsdigitalisierung weiter vorantreiben. Im Haushaltsentwurf sind dafür rund eine Milliarde Euro vorgesehen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger kündigte zudem weitere Schritte beim Deutschland-Stack, bei digitalen Verwaltungsleistungen und der Deutschland-App an. mehr...

BU: Visualisierung des Neuen Stadthauses in Bergisch Gladbach.
bericht

Changemanagement: Veränderung steuern

[07.09.2026] Der Erfolg von großen Digitalisierungsprojekten hängt nur zu einem Teil von der Technik ab. Weitaus wichtiger sind eine saubere Strukturierung in steuerbare Einzelprojekte und der Umgang mit den Mitarbeitenden. Das zeigen Erfahrungen aus Bergisch Gladbach. mehr...

Laqptop auf Schreibtisch, am Bildschirm sieht man das Gründerportal

Schneller Gründen: Aus zwei mach eins

[28.08.2026] Unternehmensgründerinnen und -gründer wollen ihre Energie in ihr Geschäft stecken, nicht in bürokratische Formalitäten. Ein neuer Kombiantrag führt Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammen. Er wird zunächst an zehn Pilotstandorten erprobt. mehr...