Donnerstag, 9. April 2026

HamburgGeodaten für Melde-Michel

[28.09.2016] Hamburg nutzt Geodatendienste im Anliegen- und Fall-Management. Die Freie und Hansestadt schafft damit attraktive Oberflächen für Bürger und Verwaltungsmitarbeiter.
Über den Service Melde-Michel können Bürger die Stadt Hamburg über Schäden an der öffentlichen Infrastruktur informieren.

Über den Service Melde-Michel können Bürger die Stadt Hamburg über Schäden an der öffentlichen Infrastruktur informieren.

(Bildquelle: Freie und Hansestadt Hamburg)

Mit dem Hamburger Online-Service Melde-Michel können Bürger Schäden an der öffentlichen Infrastruktur an die Freie und Hansestadt melden. Egal, ob es sich um eine nicht funktionierende Straßenlaterne oder eine beschädigte Bank im Stadtpark handelt – mit dem Melde-Michel kann der Bürger die Verwaltung bequem via Smartphone oder PC informieren. Dabei profitieren die Bürger und die Verwaltung gleichermaßen von der intensiven Nutzung der Geodaten, die vom Geodatendienst des Landesbetriebs Geoinformation und Vermessung (LGV) bereitgestellt werden. Das Besondere an diesem Projekt ist die Art und Weise, wie die Geodaten des LGV integriert wurden. Anstatt eine direkte Integration der Geodaten nur für den Melde-Michel vorzunehmen, war es der Stadtverwaltung wichtig, eine allgemeingültige Lösung zu schaffen. So wurde ein universell verwendbares Plug-in für die dem Hamburger Anliegen- und Fall-Management zugrundeliegende Plattform cit intelliForm entwickelt. Das Plug-in bezieht die Geodaten über die LGV-eigene Schnittstelle GeoAPI und lässt sich flexibel in allen Anwendungsgebieten verwenden, die einen Geobezug benötigen. Damit können die Geodaten sowohl in den Anwendungen für die Bürger auf der Hamburger Internet-Seite, als auch intern auf dem jeweiligen Front End der Sachbearbeiter zum Einsatz kommen.

Vorteile für Bürger und Mitarbeiter

Die Geodaten-Integration erlaubt sowohl den Bürgern als auch den Verwaltungsmitarbeitern völlig neue Interaktionsformen. So ist die Karte nicht nur Eingabemedium über alle Phasen des Prozesses von der Mängelmeldung bis zur Beseitigung hinweg. Die Kartenansicht kann auch als Filter für die umfangreichen Listen an Datensätzen genutzt werden. Bei der Eingabe eines Mangels kann der Bürger zwischen der Adressangabe oder der Markierung auf der Karte wählen. Durch die visuelle Rückkopplung auf der Karte sieht er sofort, ob seine Angaben richtig sind. Da im System bereits alle gemeldeten, öffentlichen Einträge auf der Karte angezeigt werden, sieht der Bürger nicht nur, welche Mängel bereits aufgezeigt wurden, sondern auch, was generell in seinem Viertel zum Erhalt der Infrastruktur getan wird. Auch innerhalb der Verwaltung schafft die Integration der Geodaten viele Vorteile. Die Visualisierung aller Vorgänge auf der Karte erlaubt es den Mitarbeitern, Zusammenhänge leichter zu erkennen, Vorgänge einfacher zusammenzufassen und so Synergien besser zu nutzen. Doppelte Meldungen werden schneller erkannt und unnötige Aufwände vermieden.

Innovativer Dreiklang

Der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung bietet mit seinen hamburg-spezifischen Geo-Informationen deutliche Vorteile gegenüber allgemein verfügbaren Geodatenbibliotheken wie Google Maps. Beispielsweise sind die Flurstückdaten der städtischen Grundstücke direkt in Karten hinterlegt und können so sofort von den Sachbearbeitern im Anliegen-Management genutzt werden. Innovativ ist in diesem Zusammenhang auch die Ermittlung der Zuständigkeit für ein Anliegen anhand des Dreiklangs aus Geoposition, der Kategorie des Anliegens und des Behördenfinders Hamburg. Hier stand ebenfalls eine gute Integration im Vordergrund. Anstatt die Zuständigkeitsdaten an einer zweiten Stelle zu halten, werden sie hier direkt eingebunden und gepflegt. Das trägt dazu bei, den zentralen Datenbestand weiter zu verbessern.

Klaus Wanner ist Geschäftsführer der cit GmbH, Dettingen/Teck.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Geodaten-Management
Messfahrzeug mit Kameras und Laserscanner

Augsburg: Straßenraum in 3D

[07.04.2026] 
Das Augsburger Stadtgebiet wird derzeit von einem speziell ausgerüsteten Messfahrzeug abgefahren. Aus den dabei erfassten Daten soll ein digitales Abbild des öffentlichen Raums entstehen. mehr...

eine Reihe von Personen steht vor einer Wand

Mainz: WebGIS wird modernisiert

[26.03.2026] Die Stadt Mainz hat jetzt den Startschuss für die grundlegende Modernisierung ihrer Geodatenplattform gegeben. Mit dem Projekt wird das bestehende WebGIS an aktuelle technische Anforderungen angepasst. mehr...

Screenshot des Sozial-Dashboards.

Hanau: Sozial-Dashboard zum Arbeitsmarkt

[13.03.2026] Mit einem Sozial-Dashboard will die Stadt Hanau ihre Arbeitsmarktpolitik künftig datenbasiert und zielgerichtet steuern. Das Analysewerkzeug basiert auf einem Geo-Informationssystem (GIS) und erlaubt eine kleinräumige Auswertung. mehr...

Screenshot digitaler Zwilling Rhein-kreis Neuss

Rhein-Kreis Neuss: Digitaler Zwilling vorgestellt

[10.03.2026] Auf dem Smart City Summit Niederrhein hat der Rhein-Kreis Neuss seinen Digitalen Zwilling präsentiert. Die Besonderheit: Im Rahmen des interkommunalen Projekts arbeitet der Kreis gemeinsam mit den angehörigen Kommunen an einem digitalen, dreidimensionalen Abbild der realen Welt. mehr...

Screenshot aus der WebGIS-Anwendung, in der Mitte eine in Gelb und Blau gehaltene Luftaufnahme eines Siedlungsgebiets, rechts und links Panels mit Eintellungen und Legende.

Niedersachsen: Entsiegelungskataster mit KI

[26.02.2026] Das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen hat ein digitales, KI-gestütztes Entsiegelungskataster freigeschaltet. So soll die kommunale Entsiegelungsplanung unterstützt werden. Kommunen werden beim Einstieg in das System begleitet. mehr...

Blick auf das Landratsamt Dingolfing-Landau von oben.

Kreis Dingolfing-Landau: Erfolgreicher GIS-Start mit allen Kommunen

[23.02.2026] Der Kreis Dingolfing-Landau hat mit seinen Gemeinden die Grundlage für ein gemeinsames Geo-Informationssystem (GIS) geschaffen. Die bayerischen Kommunen sind dafür auf das webbasierte RIWA GIS-Zentrum (RGZ) umgestiegen. Dabei sorgten individuell konfigurierte Starterpakete für eine reibungslose Einführung in den Verwaltungen. mehr...

Screenshot einer Stadtansicht von Mosbach in NOKmaps.

Neckar-Odenwald-Kreis: Neues Bürger-GIS NOKmaps

[20.02.2026] Unter NOKmaps bietet der Neckar-Odenwald-Kreis den Bürgerinnen und Bürgern ein neues Geo-Informationssystem an. Sie finden hier unter anderem vorbereitete interaktive Karten zu unterschiedlichen Themen, dreidimensionale Ansichten und Auswertungswerkzeuge, die sie kostenfrei nutzen können. mehr...

Screenshot Digitaler Zwilling Haar

Haar: 3D-Stadtmodell wird erweitert

[11.02.2026] Beim Ausbau ihres 3D-Stadtmodells wird die bayerische Stadt Haar von GIS-Anbieter RIWA unterstützt. Für dieses Jahr sind zahlreiche Ergänzungen geplant. mehr...

3D-Stadtmodell der Stadt Weinheim

Weinheim: Interaktives 3D-Stadtmodell

[10.02.2026] Die Stadt Weinheim hat ein 3D-Stadtmodell in ihr Geoportal integriert und lässt sich damit digital jetzt aus neuen Perspektiven erleben. mehr...

Screenshot des Calwer GIS-Portals.

Kreis Calw: Neues Geoportal mit Terratwin

[29.01.2026] Um komplexe Daten transparent und einfach zugänglich zu machen, hat das Landratsamt Calw sein Geo-Informationssystem (GIS) auf die Plattform Terratwin umgestellt. Die Lösung des gleichnamigen Anbieters ist auf allen Endgeräten und somit auch mobil nutzbar. mehr...

Screenshot des Wiesbadener Baustellenmelders.

Wiesbaden: Digitaler Zwilling mit Baustellenüberblick

[13.01.2026] Wiesbaden hat den Digitalen Zwilling der Stadt um den Baustellenmelder ergänzt. Somit erhalten die Bürgerinnen und Bürger wichtige Informationen rund um aktuelle und geplante Baustellen über eine zentrale Plattform. mehr...

Braunschweig, städtischer Platz mit historischen Bauten aus der Froschperspektive

Braunschweig: Warum heißt die Straße so?

[12.01.2026] Das Geoportal der Stadt Braunschweig bietet einen neuen Service. Neben Daten zu Schulradwegen, Starkregenfolgen, Stadtbäumen und weiteren Themen liefert es nun Hintergründe zu Straßennamen. Per QR-Code am Straßenschild sollen diese in Zukunft auch direkt vor Ort abrufbar sein. mehr...

3D-Modell zeigt Darmstadt aus der Vogelperspektive.

Darmstadt 3D: Grundgerüst für Urbanen Zwilling

[16.12.2025] Von Darmstadt gibt es jetzt ein maßstabsgetreues dreidimensionales Modell mit hoher Detailtiefe. In der browserbasierten Anwendung lassen sich beispielsweise Entfernungen und Flächen messen, Schattenwürfe simulieren oder Sichtbarkeiten analysieren. Perspektivisch bildet sie das Grundgerüst für einen Urbanen Digitalen Zwilling. mehr...

Screenshot vom Digitalen Zwilling der Stadt Karlsruhe.

Karlsruhe: Digitaler Klimazwilling

[02.12.2025] In Karlsruhe soll die Klimafolgenanpassung messbar, vorausschauend und smart gestaltet werden. Mit diesem Ziel baut die Stadt im Projekt Sensor City einen Digitalen Klimazwilling auf, der Geodaten und die Messwerte von Internet-of-Things-Sensoren nutzt.  mehr...

Drohnenvermessung des Ruderatshofener Gemeindegebiets Apfeltrang.

Ruderatshofen: Drohnenvermessung für Hochwasserschutz

[27.11.2025] Ruderatshofen will besser auf Starkregenereignisse und Überflutungen vorbereitet sein. Damit geeignete Schutzmaßnahmen erkannt werden können, hat GIS-Anbieter RIWA ein 3D-Geländemodell vom Gemeindegebiet und den umliegenden Flächen erstellt. Dank Drohnentechnologie konnten 19 Hektar Land innerhalb eines Tages erfasst werden. mehr...