InterviewIT kann neue Werte schaffen

Andreas Kleinknecht
(Bildquelle: Fujitsu Technology Solutions GmbH)
Herr Kleinknecht, mit einem umfangreichen Programm auch für den Public Sector startet in wenigen Wochen das Fujitsu Forum. Was erwartet die Besucher?
Auf dem Forum zeigen wir gemeinsam mit zahlreichen Partnern und Kunden, welche Möglichkeiten sich aus dem Einsatz intelligenter IT für Staat und Gesellschaft ergeben. Dabei setzen wir auf eine Mischung aus Innovationen, neuen Lösungen und Produkten sowie zahlreiche Best Practices aus Verwaltung und Industrie – national wie international. Besucher erfahren in einer beeindruckenden Ausstellung, in Keynotes sowie zahlreichen Diskussions- und Vortragsforen sowie Expertengesprächen, welchen Mehrwert öffentliche und private Kunden aus den Themen Big Data, Mobility, Kollaboration und Cloud Computing ziehen können und wie sich effiziente und sichere E-Government-Dienstleistungen aufbauen lassen.
Sie wollen auch zeigen, wie nutzerorientierte E-Government-Angebote aussehen können. Welche Beispiele werden vorgestellt?
Einige unserer Kunden berichten über den Nutzen neuer Technologien. So wird zum Beispiel Mathias Ehlers von der Bundesagentur für Arbeit über einen auditgerechten Langzeitspeicher mit der Lösung Fujitsu SecDocs berichten. Die Bundesagentur für Arbeit modernisiert ihre Unterstützungsprozesse und grundlegenden Services. Zu diesem Zweck hat sie mehrere Erneuerungsprojekte ins Leben gerufen. Eines dieser Projekte ist das Lifecycle eArchiv (LeAR), mit dem ein auditgerechter Langzeitspeicher bereitgestellt werden soll.
Was verbirgt sich dahinter?
Immer mehr Geschäftsprozesse werden bei der Bundesagentur für Arbeit von Papiervorgängen auf eine komplett elektronische Verarbeitung, Dokumentation und Archivierung umgestellt, etwa DiBAS oder e-file DMS. Ziel ist es, die Kosten zu senken und die Qualität von Services, internen Prozessen und Kundenorientierung zu steigern. Herr Ehlers wird die Erfahrungen vorstellen, einmal vor dem Hintergrund der eigenen originären Aufgaben und zum anderen mit Blick auf die Funktion der Bundesagentur als Service-Center mit dem Angebot eines auditgerechten Langzeitspeichers für Behörden in Deutschland.
Gibt es weitere Beispiele für solche Synergien?
Ja, zum Beispiel in der Steuerverwaltung. Der Vorstandsvorsitzende von Dataport, Johann Bizer, wird unter der Überschrift „Sechs Länder – ein Data Center Steuern“ über das gemeinsame Rechenzentrum zur Steuerverwaltung für die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sprechen. Dahinter verbirgt sich eine echte Erfolgsgeschichte: Beim 13. E-Government-Wettbewerb in Berlin wurde Dataport mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Interessant bei Dataport ist zudem, dass es der einzige IT-Serviceanbieter für Behörden in Deutschland ist, der sowohl von den Bundesländern als auch von Kommunalbehörden unterstützt wird.
„Wir zeigen, wie sich effiziente und sichere E-Government-Dienstleistungen aufbauen lassen.“
Sie haben die wichtigen Trendthemen angesprochen. Welchen Mehrwert kann die öffentliche Verwaltung aus Big Data, Mobility, Kollaboration und Cloud Computing ziehen?
Genau an diesen Themen erkennt man, wie sich die Rolle der IT und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für Behörden und öffentliche Einrichtungen, aber natürlich auch für die Industrie, dramatisch verändern. IT muss mehr denn je auf den Menschen mit seinen konkreten Bedürfnissen, Zielen und Erwartungen ausgerichtet werden, damit sie eine nachhaltige wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Entwicklung fördert. So kann intelligente IT dazu beitragen, neue Werte zu schaffen und Innovationen in allen Lebensbereichen zu fördern.
IT-Sicherheit und Datenschutz sind wichtiger denn je. Wie können sichere E-Government-Dienstleistungen aufgebaut werden?
Möchte man dem Thema IT-Sicherheit umfassend gerecht werden, dann muss man es vom Anfang bis zum Ende betrachten. Hierzu zählen unter anderem Rechenzentren, so genannte Stealth Data Center, die für herkömmliche Angriffsmethoden nicht sichtbar und daher nicht angreifbar sind. Oder Daten, die der Benutzer zu beliebiger Zeit wieder löschen kann – im Original und sämtlichen Kopien. Und schließlich Geräte, die abhörsicher sind und zeigen, wenn jemand sie missbrauchen möchte. So kann eine benutzerfreundliche transparente Sicherheit erreicht werden. Aus unserer Sicht muss es darum gehen, sichere Anwendungsumgebungen zu schaffen, die auf bestehenden und damit potenziell unsicheren Infrastrukturen aufsetzen können. Dabei gilt es, ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten, ohne Abstriche bei Bedienkomfort und Performance machen zu müssen.
Geht es darum in dem Vorhaben „Digitale Souveränität“ von Fujitsu Technology Solutions?
Ja. Hier betrachten wir vielfältige Einzelkomponenten und -maßnahmen und haben diese zu einem schlüssigen Gesamtkonzept zusammengefügt. Dabei können wir unser umfassendes Know-how „Made in Germany“ zu allen wesentlichen Komponenten – zum Beispiel BIOS, Hardware, Treiber, Betriebssystem, Betrieb – zielgerichtet einbringen. Beim Fujitsu Forum geben wir Einblicke in dieses Vorhaben. In dem dort angebotenen Workshop „Durchgängige IT-Sicherheit und Datenschutz in einer mobilisierten und digitalisierten Welt. Neue Lösungsansätze für Digitale Souveränität Made in Germany“ werden diese Fragen detailliert beleuchtet.
Dieser Beitrag ist in der November-Ausgabe von Kommune21 erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
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