Dienstag, 31. März 2026

Kfz-ZulassungKDO und DZBW kooperieren

[31.10.2011] Die Datenzentrale Baden-Württemberg (DZBW) und die Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO) entwickeln gemeinsam ein neues Kfz-Zulassungsverfahren. Die Projektleiter von KDO und DZBW, Detlef Meyer und Thorsten Landhäußer, im Gespräch.

Herr Meyer, Herr Landhäußer, wie kam die Partnerschaft zwischen Ihren beiden Häusern bei der Entwicklung eines neuen Kfz-Zulassungsverfahrens zustande?

Landhäußer: Beide IT-Dienstleister hatten schon länger die Absicht, ein neues modernes Kfz-Verfahren zu entwickeln. Und dann passte einfach alles: Der Zeitpunkt, die vorhandenen Technologien und die Kompetenzen.

Meyer: Zudem decken sich auch die Visionen und Ideen bezüglich der Zusammenarbeit und der zukünftigen Ausrichtung.

Sowohl die DZBW als auch die KDO haben bereits ein Kfz-Zulassungsverfahren im Portfolio, zudem gibt es am Markt viele weitere. Warum entwickeln Sie nun eine neue Lösung?

Landhäußer: Nur bei einer Neuentwicklung können wir die Anforderungen unserer Kunden umfangreich berücksichtigen und selbst gestalten. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, die Arbeit in den Zulassungsstellen durch diverse Verbesserungen deutlich zu vereinfachen. Zum Beispiel durch ein intuitiv zu bedienendes Verfahren, das die Prozessauswahl selbstständig anhand weniger Informationen steuert. Ebenso war es uns wichtig, einen Einsteiger- und Expertenmodus zu integrieren. Auch technische Möglichkeiten wie Software as a Service (SaaS) bieten zukunftsträchtige Optionen für die Behörden.

Wie funktioniert eine Partnerschaft über eine so große Distanz?

Meyer: Sehr gut! Zum einen passt die menschliche Komponente, und zum anderen ermöglicht moderne Technik ein perfektes Zusammenspiel. Die Projektgruppen tauschen sich regelmäßig per Telefon- oder Videokonferenz aus und stellen die Ergebnisse im Rahmen von so genannten Reviews vor. Außerdem prüfen wir laufend unsere Workflows auf Verbesserungspotenziale.

Das Projekt startete 2010, im Jahr 2013 soll der Roll-out kommen. Wie steht es jetzt zur Halbzeit?

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Landhäußer: Wir liegen im Zeitplan. Durch moderne Entwicklungsmethoden konnten wir schon sehr früh erste Ergebnisse zeigen. Nach einer Kundenveranstaltung Anfang 2011 haben wir bereits im Juni das Release 0.2 vorgestellt. Unsere Kunden konnten dabei die intuitive Gestaltung und Bedienung sowie wesentliche Prozesse wie Neuzulassung, Umschreibung und Abmeldung live testen.

Wie können Sie gewährleisten, dass die Lösung am Ende praxisnah ist?

Meyer: Da uns dieser Aspekt besonders wichtig ist, haben wir von Anfang an Kunden mit eingebunden. So können die Anwender das Verfahren ab Herbst auf Herz und Nieren prüfen und weitere Verbesserungsvorschläge in die Entwicklung einbringen. Zusätzlich zu unserer Fachkompetenz haben wir einen erfahrenen Zulassungsstellenleiter für das Projekt gewinnen können.

Was ist das Besondere an dem neuen Verfahren?

Landhäußer: Die medienbruchfreie Abwicklung der Prozesse steht im Vordergrund. Die Einbindung der eID-Funktion des nPA ist dabei ebenso selbstverständlich wie die Anbindung verschiedener Dokumenten-Management-Systeme. Die flexible technologische Basis ermöglicht den Einsatz der Software vom Back Office über das Bürgeramt bis hin zum mobilen Bürgerdienst. Zudem sind sichere Kommunikationsmedien wie De-Mail bereits voll integriert, und neue Anforderungen wie diakritische Zeichen können abgebildet werden. Je nach Berechtigung kann der Sachbearbeiter Systemauswertungen vornehmen und dabei nicht nur gängige Microsoft-, sondern auch Open-Office-Formate nutzen.

Meyer: Technologisch basiert die Software auf einer JEE-Architektur und kann mittels Cloud Computing in der Ausprägung SaaS angeboten werden. Darüber hinaus ist das Verfahren mandantenfähig und kann in der Lastverteilung skaliert werden. So kann die Rechenleistung zentral in einem Rechenzentrum vorgehalten werden. Der Anwender bekommt bedarfsgerecht Kapazitäten und Services zur Verfügung gestellt und kann auf der Benutzeroberfläche individuelle Geschäftsprozesse abbilden. Das bringt deutliche Vorteile wie beispielsweise eine zügige Einführung und hohe Wirtschaftlichkeit im Betrieb und in der Pflege. So kann sich der Sachbearbeiter auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

In Zukunft wird es um Integration statt Anbindung gehen. Welchen Weg schlagen die Entwickler hier ein?

Landhäußer: Die neue Lösung wird modular aufgebaut und ist entsprechend individueller Anforderungen erweiterbar. Die Datenzentrale Baden-Württemberg kann so etwa ihr Führerscheinwesen integrieren. Das stellt insbesondere für die Bürgerbüros einen echten Mehrwert dar, weil der Sachbearbeiter das Verfahren nicht mehr wechseln muss. Außerdem können neue Anforderungen aufgrund des Modulkonzeptes sehr viel schneller in die Software integriert werden.

Wie kann man sich den Roll-out der Lösung vorstellen?

Meyer: Die Einführung wird schrittweise erfolgen. Gemeinsam mit den Pilotpartnern werden wir ein Roll-out-Setup erarbeiten. Der Umstieg soll mit sehr wenig zusätzlichem Aufwand verbunden sein, was die eingesetzten Technologien auch möglich machen. Wir sind hier sehr optimistisch.

Interview: Claudia Schmidtkonz




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