Rhein-Pfalz-KreisLand hilft nach Hacker-Angriff
Ende Oktober 2022 wurde die Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises zum Ziel eines schweren Hacker-Angriffs mit eingeschleuster Schad-Software. In der Folge verschlüsselten die Cyber-Kriminellen alle Daten, die Verwaltung war digital lahmgelegt und auch Wochen später weder telefonisch noch online zu erreichen. Später tauchten auch entwendete vertrauliche Daten von Bürgern und Mitarbeitern im Darknet auf. Gut einen Monat nach dem Angriff hat die Kreisverwaltung noch immer mit den weitreichenden Folgen zu kämpfen.
Nun trafen der CIO/CDO von Rheinland-Pfalz, Digitalisierungsstaatssekretär Fedor Ruhose, Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß und Landrat Clemens Körner in Ludwigshafen zusammen, um sich über den Umgang mit dem Cyber-Angriff und den Wiederaufbau der IT-Infrastruktur zu informieren. Zuvor hatte Digitalisierungsminister Alexander Schweitzer dem Landkreis bereits die Unterstützung des Landes zugesagt.
Unterstützung in allen Phasen
Der aktuelle Vorfall zeige, dass es im Umgang mit Cyber-Angriffen drei Phasen gibt, in denen die Landesbehörden Unterstützung anbieten können, sagten Steingaß und Ruhose: die Beratung zu Grundlagen der IT-Sicherheit und zu aktuellen möglichen Bedrohungen, die Unterstützung im Falle eines Cyber-Sicherheitsvorfalls sowie das Krisen-Management im Nachgang. In allen Phasen stünde das Land den Betroffenen zur Seite, so die Staatssekretäre. Im Akutfall ermittelten die Spezialistinnen und Spezialisten des Landeskriminalamts mit Hochdruck. Zugleich unterstützten sie die betroffene Stelle durch Beratung, etwa bei der Krisenkommunikation, erläuterte Steingaß. Daneben gäbe es seit einigen Jahren die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime im Landeskriminalamt, die Behörden und Unternehmen bei Cyber-Sicherheitsfragen und -vorfällen zur Verfügung stehe. Ergänzend biete auch der Verfassungsschutz über das Internet-Portal Cyberschutz RLP Unterstützung bei der Prävention vor Cyber-Spionage und -sabotage an, so Steingaß.
Schnell wieder handlungsfähig werden
Nach den akuten Cyber-Sicherheitsmaßnahmen müsse es jetzt darum gehen, die Handlungsfähigkeit der Kreisverwaltung zügig wiederherzustellen. Mit den Unterstützungsangeboten wolle das Land einen Beitrag dazu leisten, dass Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Pfalz-Kreis schnell wieder auf die Leistungen ihrer Verwaltung zugreifen können, sagte Ruhose bei dem Treffen. Das Digitalisierungsministerium habe dem Landkreis daher Unterstützung in verschiedenen Bereichen in Aussicht gestellt. So könne der Landkreis über den Landesbetrieb Daten und Information (LDI) IT-Dienstleistungen zur Wiederherstellung der IT-Infrastruktur in Anspruch nehmen. Im Rahmen einer Kooperation des Landes könne der Landkreis überdies direkt auf Spezialisten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zugreifen, erläuterte Ruhose.
Aktuelle Informationen des Rhein-Pfalz-Kreises zu den Angriffsfolgen
http://www.cyberschutz.rlp.de
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